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STOCKHOLM 25.2.1998 (t-off). Bei der Entwicklung der digitalen GSM-Norm für Handys konnte damals die deutsche Industrie noch kräftig mitmischen. Bei der künftigen digitalen Mobiltelefon-Technik "Universal Mobile Telecommunication System" (UMTS) ist das anders, und Siemens ist sauer. Denn die Vorarbeit für die wegweisende Norm leisteten Ericsson (Schweden), Nokia (Finnland) und NTT Domoco (Japan). Ende Januar sind beim Normeninstitut ETSI die Würfel gefallen. Man hat sich für das UMTS entschieden und damit gegen eine Weiterentwicklung des GSM. Beim UMTS wird es u. a. Übertragungsraten von bis zu 2 MBit/s geben. Mit nur 9,6 kBit/s ist dagegen das GSM rund 213-mal langsamer, zudem soll die GSM- Verschlüsselung miserabel sein. Bis 2002 soll das neue Handy-System eingeführt werden. [mehr]
BONN/BERLIN 22.2.1998 (t-off). Geht es um Tarifvergleiche für Ortsgespräche, schwimmen der Telekom wohl die (argumentativen) Felle davon. So behauptet sie jetzt beim Vergleich mit den USA, daß dort die "niedrigen Ortsgebühren" (Flat-rates) "nur möglich" seien, in dem diese "durch Verträge mit den Long-distance Carriern [Ed: Anbietern von Ferngesprächen] subventioniert" werden. Aber ist das glaubwürdig? Der Boom in den USA bei den Flat-rates ist damit nicht zu erklären. Denn der US-Regulierer hat bereits im Mai 1997 die bis dahin von den Long-distance Carriern an die Ortsnetzbetreiber je Gesprächsminute zu zahlenden Gebühren (access fees) auf niedrigere Monatspauschalen je Anschluß umgestellt (z. B. 3,50 $ bei Privatkunden). [mehr]
Es mag ja sein, daß Subventionen bei einzelnen Carriern noch eine Rolle spielen, z. B. beim Telekom- Verbündeten Sprint. Nur zeigt eine einfache Internet-Recherche (Suchbegriffe: "long distance" & "flat rate" & "pricing"), daß es in den USA bereits sehr viele Anbieter von Inlands- Ferngesprächen mit niedrigen Flat-rates gibt, ähnlich wie es derzeit MobilCom in Deutschland mit den 19 Pfennig pro Minute praktiziert. So kostet ein Ferngespräch quer durch die USA (interstate) sehr oft nur noch um 10 Cent/Minute (Beispiele: WorldCom, ATN/TTI, SuperPhone). Wie aber bei solchen Preisen noch Subventionen an die Ortsnetzbetreiber gezahlt werden können und sich andererseits die Flat-rates im Ortsbereich ausbreiten, bleibt das Geheimnis der Deutschen Telekom. Vielleicht spricht sie ja nur mit Sprint, dort kostet das Interstate- Ferngespräch beim Tarif "Sprint Sense" 25 Cent/Minute.
23.2.1998 (ws/t-off). Klar, in den USA sind allerorten die Pauschaltarife,
die Flat-rates, auf dem Vormarsch. Technologischer Fortschritt und
echter Wettbewerb machen es möglich. Damit es nun aber keine
Begriffsverwirrung gibt, folgen hier einige Erläuteruungen: Mit "flat
rate" sind in den USA fixe Tarife gemeint. Der Begriff wird sowohl
für die Tarife im Ortsbereich, aber auch bei Ferntarifen verwendet.
Im Ortsbereich bedeutet "flat rate pricing", daß die Kunden
einen monatlichen Pauschalbetrag bezahlen. Es können dann beliebig
viele Ortsgespräche geführt werden, über den monatlichen
Pauschalbetrag werden alle Gebühren abgegolten. Damit ist die
Höhe der Telefonrechnung für den Ortsbereich im monatlichen
Vergleich stets identisch, egal wieviel wirklich telefoniert wurde. Es
ergeben sich also keine Schwankungen, worauf "flat" (flach) hinweist. Ganz
genaugenommen müßte man von "monthly flat rates" sprechen, um
klarzustellen, daß es sich um einen monatlichen Pauschalbetrag
handelt. Aber da jeder US- Bürger weiß, was mit Flat-rate im
Ortsbereich gemeint ist, wird das "monthly" meist weggelassen.
[Zu den US-Ortstarifen]
Für den Fernbereich bedeutet "flat rate pricing", daß pro
Minute ein fixer Betrag berechnet wird, und zwar unabhängig von der
genauen Entfernungszone des Angerufenen oder der aktuellen Zeitzone.
Die Kunden brauchen sich somit nicht mit unterschiedlichen Ferntarifen
(bzw. Zeit-/Entfernungszonen) beschäftigen und wissen deshalb genau,
welchen fixen Betrag sie pro Minute bei ihren Ferngesprächen bezahlen
müssen.
[Die Zukunft gehört den
Flat-rates]
BERLIN 20.2.1998 (t-off). "Nach außen spielt Telekom-Chef Ron Sommer den starken Mann, nach innen hat er die Kontrolle längst verloren: Das Marketing-Genie versäumt wirksame Reformen und blamiert sich durch falsche Prognosen. Die Telekom- Tarife sind eine Mogelpackung, der Service ist nach wie vor miserabel, die Entwicklung der T-Aktie ein Trauerspiel." Das schreibt CAPITAL im heute erschienenen März- Heft. Zwar hatte der SPIEGEL bereits vieles davon Anfang Februar berichtet, aber das Wirtschaftsmagazin weiß zu berichten, welche Telekom- Schwachpunkte Ron Sommer im Herbst 1997 hinter verschlossenen Türen nannte (Seite 64):
Kompetenzmängel: "Wir sehen die Notwendigkeit, ein
eigenständiges System zur Integration von Informationstechnologie
aufzubauen. Die Deutsche Telekom kann ein internationales Systemhaus
allein nicht realisieren, weil klare Defizite in wesentlichen Bereichen zu
konstatieren sind: EDV-Lösungskompetenz, speziell Ausland.
Vertriebskompetenz für komplette Lösungen, speziell Ausland.
Consulting- Kompetenz. Software- sowie Systemintegrationskompetenz."
Verwundbarkeit in Preiskriegen: "Eine strategische
Stoßrichtung zur Sicherung unseres Kerngeschäfts [Ed: das
Telefongeschäft] ist die Vermeidung eines aggressiven Preiskampfs.
Zwar ist Preiskampf ein legitimes Mittel, er darf jedoch nicht ruinös
betrieben werden und so die Lukrativität des Markts und unserer Margen
zerstören."
Markanteil: "Für die Zukunft ist von einem sich
verringernden Gesamtmarktanteil für die Deutsche Telekom auszugehen:
Er reduziert sich bis zum Jahr 2002 auf 55 %. Auslöser für diese
Entwicklung sind die Marktanteilsverluste beim Transportmarkt, die durch
die anderen Bereiche zwar abgefedert, aber nicht gebremst werden
können."
Nun sucht der Telekommunikations- Riese, der aus einer mittelmäßigen Behörde hervorging, nach einem kompetenten Partner, um so endlich ihre massiven Computer- Schwächen in einer total digitalen Welt kompensieren zu können. Wer könnte das wohl sein? Doch nicht etwa Billy-boy?
[Ron Sommers Plan-Wirtschaft] [Keine Kostenrechnung] [Telekomien]
BONN 19.2.1998 (wop/t-off). Viel ist über den erst Anfang 1997 eingeführten Tarif "City-Plus" geschrieben und gestritten worden. Für die Telekom war dieser Optionstarif immer auch ihr Internet- Telefontarif
Denn für eine ernsthafte, interaktive Nutzung des Internets ohne die heute z. B. Studenten jeglicher Fachrichtung nicht mehr auskommen reichen 10 oder 20 Stunden pro Monat schlichtweg nicht aus. Erst mit monatlich 50 bis 100 Stunden läßt sich sinnvoll arbeiten. Nur absolute "Spitzensurfer" und Schnelleser mit exzellenter Internet- Anbindung können den City-Plus wirklich optimal nutzen, in dem sie sich tagsüber das Wissen der Welt häppchenweise mit genau 400 Internet- Sessions pro Monat, die nie länger als 89 Sekunden dauern, hereinziehen.
KÖLN 18.2.1998 (adn/t-off). Mit Global One, der so hochgelobten Auslandsallianz der Deutschen Telekom mit France Télécom und Sprint (USA), geht's bergab. Nach Informationen von CAPITAL wird 1997 der Verlust rund 1,2 Mrd. DM betragen, womit sich ein Gesamtverlust seit 1996 von 2 Mrd. DM ergibt. Deshalb mußte die Deutsche Telekom bereits im November rund 470 Mill. DM Kapitalerhöhung nachschießen. Hauptursachen der Verluste seien die hohen Netzkosten (2,1 Mrd. DM) sowie das "nicht zuverlässige" Controlling. Es gebe gleich 23 verschiedene Abrechnungssysteme. Zudem klagen viele Geschäftskunden über "schwere Servicemängel". [mehr] [Kommentar]
BERLIN/BONN 17.2.1998 (tsp/t-off). Noch sei alles ruhig an der Verbrechens- bekämpfungsfront beim Großen Lauschangriff, schreibt heute der Berliner "Tagesspiegel" (Seite 1 + 8): "Alles? Nicht ganz. Eine kleine Behörde in der alten Hauptstadt Bonn hat jetzt, allein und ganz auf ihren gesetzlichen Auftrag gestützt, präventiv den Kampf gegen die ebenso gesetzlich gestützten Lauscher aufgenommen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI]. Auf zwei versteckten Internet- Seiten (http://www.bsi.bund.de/) referiert das Amt über "Schutzmaßnahmen gegen Lauschangriffe". Natürlich gibt sich der Verfasser nicht offen als Rebell zu erkennen, sondern schwadroniert harmlos über "firmeninterne, vertrauliche Informationen", deren Erlangung Konkurrenten einen wichtigen Wettbewerbsvorteil bringen kann. Aber: Ersetzt man "Firma" durch "Bande" und "Konkurrenten" durch "Staatsanwälte", wird die Sache glasklar. Die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen: Zugangskontrolle, Überprüfung der Leitungen auf Manipulationen, Verwendung abstrahlsicherer Geräte, Verlagerung von Büros in den Gebäudekern oder den Keller." Und das BSI sagt dazu: "Nach dem Gesetz sind wir verpflichtet, solche Informationen zu geben."
Anders der SPD-MdB Jörg Tauss, langjähriger Vorkämpfer
für die "Freiheit im Internet": Er nahm den Kampf gegen den
Großen Lauschangriff gar nicht erst auf und stimmte ohne Not
für die fatale Grundgesetzänderung. Zwar versuchte er es im
UseNet nachträglich zu
erklären, aber nun ist seine Glaubwürdigkeit total perdu,
während andere "Rebellen" wie die Ex-Minister Graf Lambsdorff und
Genscher gewonnen haben. Sie stimmten ihrem altliberalen Gewissen
folgend gegen die staatliche Schnüffelei.
[Großer Lauschangriff: Das Abstimmungs-Who-is-who]
[BSI: Schutzmaßnahmen
gegen Lauschangriffe]
[Kanthers weitere Pläne]
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Das wurde bereits 1993/94 politisch so von der durch Union + FDP geführten Bundesregierung vorentschieden. Und auch die oppositionelle SPD ist an Teilen dieser Entscheidung beteiligt (Postreform, Infrastrukturrat).
Die damals gefundene höchst trickreiche Regelung läuft erst in 5 Jahren am 31.12.2002 mit Ende des Preisbegrenzungs- Verfahrens (Price- cap) aus.
Bis dahin gibt es zwar auch im Ortsnetz formal einen liberalisierten Markt, d. h. neue Telefon- Gesellschaften dürfen Ortsgespräche anbieten, wenn sie wollen. Aber es passiert bundesweit eben nicht. Denn das de-facto längstens bis 2002 noch bestehende Ortsnetz- Monopol der Deutschen Telekom macht es wenig attraktiv, hier mit hohem Einsatz konkurrieren zu wollen.
Im Genehmigungsverfahren wurden nach Monopolrecht pauschale Preissenkungsraten ohne jegliche Kostenprüfung auf zunächst 2 Jahre festgelegt, die die Telekom nach freien Stücken nutzen kann. Diese wendet sie aber im Ortsbereich nicht an. Der hier fehlende Wettbewerb macht es unnötig.
Immerhin hatte der Postminister noch vorgeschrieben, daß die Preise nicht über die vorab zum 1.1.1996 bereits zur sozialen Schieflage angehobenen Ortstarife von der Telekom erhöht werden dürfen.
Im gesamten Verfahren wurde seit 1993 die besonderen Belange und wirtschaftliche Bedeutung der Internet- Nutzung nicht berücksichtigt, obwohl bereits Anfang 1993 die Internet- Entwicklung sich klar und deutlich abzeichnete.
Somit wurden der Deutschen Telekom die Ortsnetze quasi als Reservat bis 2002 überlassen, statt wie von vielen gefordert, z. B. der Monopolkommission die Netze in ein von der Telekom unabhängiges Unternehmen auszulagern, um so von vornherein vollen Wettbewerb zu erlauben. Auch die SPD wollte das nicht.
Obwohl die Bundesregierung über Jahre ein Price-cap Modell für die Telekom vorbereitete, war sie dennoch nicht in der Lage, ein Modell zur Kostenkontrolle der Telekom- Ortstarife rechtzeitig zu entwickeln und anzuwenden.
Mit ihren lange "vorausschauenden" Maßnahmen hat die Bundesregierung insbesondere die sozial so wichtige Kommunikation in der Nachbarschaft bei den kleinen Leuten behindert. Auch hat sie mit der Genehmigung der überhöhten Ortstarife vom 18.3.1994 auf der Basis des damals noch gültigen Postverfassungsgesetzes massiv die Entwicklung des Internets laut OECD der "next driver" am Standort Deutschland bekämpft.
Mehr zu diesem Thema:
[09.02.1998:
Zur Price-cap Entscheidung vom 30.1.1998] (RegTP, Bonn)
[27.05.1998:
Telekom-Tarife im Orts- und Nahbereich] (RegTP, Bonn)
[25.08.1998:
Telekom-Regulierung 1998 Ortsgespräche und das Internet] (Hendrik Levsen)
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Aalglatt gelogen
8.2.1998 (t-off). Zur Erinnerung: Seit dem 1. Januar 1996 gilt
tagsüber (918 Uhr) unter der Woche ein Ortstarif von 4,80 DM/h
(vorher 2,30 DM/h). Abends und morgens (59, 1821 Uhr) kostet
es 2,88 DM/h (vorher 1,15 DM/h). Nach
Angaben der Telekom gehören
diese Ortstarife "zu den billigsten der Welt und halten jedem
internationalen Vergleich stand". In der gestrigen Heute- Sendung des ZDF
(19 Uhr) durfte sie das mit Zahlen belegen die ARD sendete die
Telekom-Zahlen nicht! Danach kostet in Deutschland ein 3-minütiges
Ortsgespräch (bis 25 km) zur Hauptzeit nur 24 Pfennig, während es
z. B. in den USA umgerechnet bis zu 49 Pfennig seien
[mehr dazu] und in
Großbritannien 2836 Pfennig anfielen. In Italien koste es hingegen
nur 19 Pfennig und in Spanien nur 21 Pfennig. Eine Quelle wurde nicht
benannt. [mehr]
Es ist das Verdienst des Präsidenten Wolf des Bundeskartellamts, daß endlich die große Schlafmützigkeit bei den viel zu hohen Ortstarifen durchbrochen wurde. Denn diese behindern u. a. massiv die Entwicklung der Internet- Nutzung in Deutschland. Unter internationalen Experten gelten die Aussagen der Telekom als unvollständig und falsch. Solche Telekom- Ausreden würden nur der Ablenkung dienen und sowieso einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Um aber wirklich Licht ins Tarif-Dunkel zu bringen, wäre jetzt eine ehrliche Diskussion in der Öffentlichkeit angebracht. Das aber will der zuständige Minister Rexrodt (FDP) nun offensichtlich bereits im Keim ersticken. Immerhin es ist ja Wahljahr, unbequeme Wahrheiten könnten da allzu hinderlich werden. So wird es also wohl auch weiterhin keinen richtigen Boom beim Internet in Deutschland geben. Denn wer will sich schon Kauf- Angebote im Web ansehen, wenn schnell der Gebührenzähler tickt.
Aber für junge Menschen gibt's ja nun das kostenlose Regierungs- Internet ohne Vorbild, das "YoungNet" aus Bonn. Ach, wie war das doch noch mit Adenauers Regierungs- Fernsehen und dem Bundesverfassungsgericht. Das aber ist ein ganz anderes Thema. Auf die obersten Bundesrichter kommt wohl reichlich Arbeit zu, nicht nur beim Gebührenstreit. [B.Z.-Kommentar] [Zur Entwicklung der Ortstarife] [Zu den US-Tarifen] [mehr Kritik am Regulierer]
HANNOVER/STEINFELD 5.2.1998 (wa/t-off). Die Deutsche Telekom AG sieht sich in Sachen Kundenorientierung und Service für weltweit führend. "Mit der Leistungsqualität des Services für unsere Geschäftskunden stehen wir international eindeutig an der Spitze", sagte Telekom-Vorstand Detlev Buchal heute auf einem Telekom- Pressekolloquium in Hannover. Telefonstörungen würden im Schnitt innerhalb von 12 Stunden behoben. Soweit die T-heorie für die Presse, die diese brav aufschrieb. Aber in der Praxis sieht das völlig anders aus. Das erfuhren unlängst rund 1.400 Mobilfunk-Kunden des D1-Mobilnetzes der Telekom. [mehr]
HAMBURG/BONN 1.2.1998 (wop/t-off). Die Berliner "B.Z." hatte es schon vor zwei Jahren gefordert: Ron "Sommer muß vorm Frühjahr weg!" Das könnte nun so kommen, und es erinnert an die Ereignisse des Januars 1994, in dessen Folge Telekom-Chef Helmut Ricke gehen mußte. Stimmt die Information des SPIEGEL, dann bemüht sich bereits der Vorsitzende des Telekom- Aufsichtsrats, Helmut Sihler, den erfolgreichen Mannesmann- Vorstand Peter Mihatsch für den Spitzenjob beim angeschlagenen Telefonriesen zu gewinnen. Denn Telekom-Chef Sommer fielen zwar 1995 noch "tausend Dinge ein", aber dennoch fuhr er 1997 nur Gewinne im reinen Telefongeschäft ein. Alles andere blieb im Minus [t-off berichtete]. Und dieser Gewinn von 11,5 Mrd. DM ist noch dazu ohne sein Zutun entstanden. Hatte doch der Staat zum 1. Januar 1996 reichlich Mondpreise verordnet (z. B. den Ortstarif von tagsüber 4,80 DM/h).
Die Telekom solle nun endlich auf Erfolgskurs durch einen Neuanfang gehen. Das alte Konzept hätte ja wohl deutlich versagt. Attraktive Angebote für die Kunden müssen jetzt her, beispielsweise ein günstiger Internet- Telefontarif, um auch in Deutschland einen Internet- Boom auszulösen. Schließlich habe es doch die France Télécom vorgemacht, wie das geht. Das wissen in Bonn Politiker, die sich noch immer von der Union beim Telekommunikationspoker über den Tisch gezogen fühlen. Nun werde die Telekom erst einmal die große Dementier- Maschine anwerfen und Nebel werfen, wie damals, als 1994 Ricke ins Freie getrieben wurde (SPIEGEL 50/1994, Seite 100102). [mehr]
BERLIN 31.1.1998 (pep/t-off). Der Telekom- Freimarkt brachte
es mit sich, daß Telefon- Kunden keine sofortige
Gebührenkontrolle mehr haben, wenn an einem Telefonat eine der neuen
Telefongesellschaften beteiligt ist. Die digitalen Zählwerke in den
modernen Telefon- Apparaten bleiben ohne Anzeige. Darüber ist allerorten
geschrieben und gestritten worden, so auch in der "t-off" durch Berichte
und Dokumentationen:
Fazit: Danach ist nun vollkommen klar, daß alle an dieser Schildbürgerei Beteiligten inklusive Bundesregierung (letzter Postminister) schuld haben. Wer die Bedürfnisse und Interessen der Verbraucher durch Ignoranz somit Füßen tritt, darf sich nun nicht wundern, daß Kunden den tumben Werbeversprechen der Telefongesellschaften nicht mehr trauen und vorschnell abgeschlossene Verträge auch einfach ignorieren. Denn die Verbraucher wissen nun ganz genau, daß der Kunde auch bei den Neuen kein König ist. Haben sie ihn doch vergessen. Insofern hat der Streit um den fehlenden Gebührenimpuls etwas Gutes, er hat restlos Klarheit geschaffen. Nur ein Software- Kraftakt kann hier noch helfen.
1.2.1998 (khd). Häufig wird jetzt technokratisch argumentiert,
daß man doch erst die Normung der Übertragung und Handhabung von
Gebührensignalen abwarten müsse. Denn es gebe bei der
ITU
dafür bislang keine verbindliche internationale Norm.
Schließlich sei doch
bei der ETSI ein Protokoll für die
Signalisierung des "Advice Of Charge" (AOC) in Arbeit. Für den
Verbraucher ist das vollkommen irrelevant. Denn dieser Technikstreit zeigt
nur, daß hier so einige ihre Schularbeiten im Hinblick auf die
Liberalisierung nicht gemacht haben. Immerhin war ja wohl der Termin schon
jahrelang bekannt. Also muß in den sauren Apfel gebissen werden.
Es muß nun auf Bewährtes zurückgegriffen
werden und dieses der neuen Situation angepaßt werden. Viele Kunden
brauchen die Online- Gebührenkontrolle jetzt, nicht erst 2000! Das
muß der Ausgangspunkt aller Lösungen sein. Und in einem freien
Markt ist der Wunsch der Kunden Befehl für die Anbieter bzw. die
Industrie, dieses zügig zu realisieren, wie auch immer. Die aktuellen
Bedürfnisse von Kunden sind höher zu bewerten als irgendeine
perfekte und optimale Norm. Dieses muß eben warten. Übrigens,
welcher Hersteller von PC- Betriebssystemen hält sich denn an
die sinnvolle und wegweisende ISO-Norm eines universellen Betriebssystems,
genannt POSIX (ISO 9945)?
[Was sagt der Regulierer?]
BERLIN 30.1.1998 (mir/t-off). Im Dezember 1994 berichtete der FOCUS (50/1994, Seite 247 + 248), daß Telekom- Mitarbeiter auf Kosten von Privatkunden in Vermittlungsstellen "Gebühren erzeugen". Es gab auch reichlich Razzien bei der Telekom. Bekanntlich reagierte damals die Deutsche Telekom empört und wies solche Anschuldigungen als falsch zurück. Was aber ist daraus geworden? Für die meisten Medien ist das kein Thema mehr, auch das "Fakten"- Illustrierte blieb da nicht am Ball. Nicht aber so die unabhängige DIE WELT, die keine Rücksicht auf Anzeigenkunden nehmen muß. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über eine aktuelle Prozeß- Niederlage der Telekom schreibt die Zeitung am 16. Januar 1998, daß die Telekom vor dem OLG Düsseldorf zugegeben habe (Az: 22 U 54/95 [Ed-16.8.1998: Dieses Aktenzeichen hat sich bei einer Überprüfung als falsch herausgestellt]), daß "ungetreue Telekom- Mitarbeiter manipulativ ausländische Servicedienste in Anspruch nahmen und die Gebühren dafür wahllos anderen Kunden aufschalteten". Wie die Telekom sich nun ehrlich machen und die vielen Kunden entschädigen will, die durch solche Manipulationen überhöhte Rechnungen bezahlen mußten, ist nicht bekannt. [mehr]
3.7.1999 (t-off). Ein Nachrecherche ergab, daß das
Berufungsverfahren beim OLG Düsseldorf unter dem Aktenzeichen 22 U
91/95 gelaufen ist. Die Vorinstanz war das Landgericht Düsseldorf
(Az: 2 O 54/95).
WASHINGTON 29.1.1998 (rzy/t-off). Mit der klassischen
(instabilen) Modemtechnik als auch der zu langsamen ISDN-Technik (nur bis
zu 0,128 MBit/s) kommt man bei der optimalen Nutzung des Internets nicht
weiter. Das sei also nicht der richtige Weg, war man sich auf dem ComNet-
Kongreß in Washington einig. Zudem holen jetzt Betreiber von
TV-Kabelnetzen mit der
Kabelmodem-Technik, die
Übertragungsraten von bis zu 10 MBit/s erlaubt, mit sehr
günstigen Pauschalpreisen zum großen Schlag gegen die
Telefon- Gesellschaften aus. Um im lukrativen Internet- Geschäft
mitmischen zu können, muß eine neue, schnellere Digital-Technik
her, die über die bereits vorhandenen Telefon- Leitungen funktioniert.
Nur damit können die Telefon- gesellschaft noch im Rennen bleiben. So
müssen diese jetzt auf breiter Front die preiswerte DSL- Technik
(Digital Subscriber Line) über die Telefon- Leitungen vom Kunden bis
zur Vermittlungsstelle einführen. Damit lassen sich Daten
zunächst bis zu 1,2 MBit pro Sekunde übertragen [Ed: bis zu 10
MBit/s sind maximal möglich], was bis zu 30mal schneller als mit
Analog-Modems ist. All dieses wurde jetzt auf dem Telekommunikations-
Kongreß diskutiert. Und die Antwort kam prompt.
Anläßlich der ComNet kündigte am Montag in Washington
Intel, Microsoft, Compaq (bereits mit DEC an Bord), Texas Instruments, 3Com
und im Schlepptau ganz viele Telefongesellschaften an, daß sie eine
Allianz "Universal ADSL Working Group"
(UAWG) zur Beförderung der
schnellen Einführung der ADSL- Technik
(Asymmetric DSL) gebildet haben. Es werde erwartet, daß in den am
Internet besonders interessierten Ländern diese "wegweisende" Technik
bereits bis Weihnachten 1998 für den Endkunden erhältlich sein
wird. Zumindest für die USA wird dieser Zeitplan einzuhalten sein,
denn es gebe hier bereits einige erfolgreiche Pilotprojekte (u. a. in
Phoenix und Orlando). Ob das auch die deutschen Telefon- gesellschaften
wie Telekom, Arcor, Otelo oder Viag Interkom leisten können, ist
fraglich, auch wenn Siemens zusammen mit
3Com an den Vorbereitungen der Umstellung arbeiten und Otelo 1,9
Millionen Kabelkunden ihr eigen nennt.
[mehr]
PARIS 25.1.1998 (khd/t-off).
In Annecy, Le Mans und Strasbourg gibt es ihn schon, den "accès
facile et rapide à Internet utilisant le câble", wie unsere
französischen Nachbarn den High- Speed Internet- Zugang übers
Fernsehkabel nennen. Deutsche Internet- Surfer werden darauf wohl noch
Jahre warten müssen. Denn die Deutsche Telekom redet ihnen immer
noch ein, daß das ISDN mit bis zu 0,128
MBit/s "völlig ausreicht" (Telekom-
Sprecher Althoff im Dezember 1997) und so "die Zukunft" sei (Telekom-
Prospekt vom Januar 1998). Der größte französische
Kabelnetzbetreiber Lyonnaise Câble setzt hingegen voll auf die
moderne Kabelmodem- Technik, dem "TGV der Telekommunikation" mit bis zu 10
MBit/s. Und es sieht so aus, als wenn die Telekom per ISDN (Surfer-Spott:
"Ist Sowas Denn Nötig?") noch ganz gemütlich Bimmelbahn
fährt [Ed: wenn das erst die Analysten mitkriegen]. Schon bis zum
März wird der schnelle Standleitungszugang zum Internet
"CyberCâble"
auch im Pariser Raum zur Verfügung stehen. Die Lyonnaise Câble
gehört der Lyonnaise des Eaux (76 %), der France Télécom
(18 %) und US West (6 %).
Als Kabelmodem wird das bereits in den USA und Kanada bewährte
CyberSURFR
von Motorola verwendet, das beim Kauf umgerechnet rund 890 DM kostet, aber
auch gemietet werden kann (417 DM Sicherheitsgebühr). Der
Pauschalpreis beträgt für die Standleitung umgerechnet 58 DM pro
Monat (mit Modem- Miete kostet es 86,50 DM) und beinhaltet unlimitierte
Nutzung des Internets, E-Mailbox und Homepage (bis 2 MByte). Für die
Installation werden einmalig 74,50 DM verlangt. Weitere Kosten wie
volumen- oder zeitabhängige Gebühren fallen nicht an. Soll auch
das Fernsehen genutzt werden, dann richtet sich der Preis nach dem
gewünschten Abonnement, mindestens sind dafür 13,50 DM pro Monat
zu zahlen. Der PC (micro- ordinateur) muß mit einem Ethernet-
Anschluß (10Base-T) ausgerüstet sein, der mit dem TV-Kabelnetz
über das Kabelmodem verbunden wird. Für den Anschluß von
Schulen gelten Sonderpreise von monatlich 28,30 DM für den ersten
Computer und 13,40 DM für jeden weiteren Computer. Jeder via
TV-Kabelnetz angeschlossene Computer erhält seine eigene feste
Internet- Adresse.
[mehr]
[CyberCâble-Tarife]
[High-Speed Internet via TV-Kabelnetz
Teil 1
Teil 2]
[Frankreichs Aufholjagd]
[Online-Währungsumrechner]
1.2.1998 (t-off). So entsteht in Frankreich schon 1998 echter Wettbewerb
bei den Endkundenzugängen. Denn neben der Internet- und
Fernseh-Nutzung des TV-Kabelnetzes kann natürlich auch noch
günstig telefoniert werden. Und so bleibt nur zu hoffen, daß es
den Wettbewerbswächtern in Brüssel gelingt wozu
SPD (!) +
Union im Rahmen der "Postreformen" unfähig waren, die Telekom zu
bewegen, endlich ihr verlustbringendes Kabelnetz an einen Investor mit
Weitblick zu verkaufen. Damit auch in Deutschland Wettbewerb bei den
Endkundenzugängen wirksam wird, und ja, ein ICE der Telekommunikation
die "Fahrt" aufnimmt.
BONN/BERLIN 24.1.1998 (wop/abt/t-off).
Bundesministerien sind bereits auf
dem Weg weg von der teuren und kundenunfreundlichen Telekom. Jetzt haben
sich auch die beiden großen Kirchen gegen die Telekom entschieden.
Die Deutsche Telekom kann damit Einnahmen in der Größenordnung
von jährlich fast 1 Milliarde Mark verlieren. Die
Evangelische und die Katholische Kirche und ihre Wohlfahrtsverbände
wollen künftig über die Netze von Otelo billiger telefonieren.
Denn auch die Kirchen müssen bei sinkenden Einnahmen massiv sparen, um
ihren vielfältigen sozialen Verpflichtungen nachkommen zu können.
Sie erwarten Einsparungen von etwa 120 Millionen Mark. Damit sollen bis zu
1.800 Arbeitsplätze gesichert werden, die "den Ärmsten der Armen"
zugute kommen.
[mehr]
Die Kirchen unterstützten 1995/96 die
Protest- aktionen gegen die unsoziale "Tarifreform 96". So hatte 1995 der
Berliner Bischof Wolfgang Huber in einem Brief an den Telekom- Vorstand
"sozialverträglichere" Tarife für Ortsgespräche
verlangt, ohne Erfolg.
Die "Aktion billiges Telefon" sammelte dann
bis zum Oktober 1996 bundesweit über 1 Million Unterschriften gegen
das im Januar 1996 eingeführte "Tarifsystem beim Ortsgespräch".
Mit einer eindrucksvollen Dokumentation der Bürgerempörung
erinnerte die Initiative die Deutsche Telekom an ihre "soziale
Verantwortung", ebenfalls ohne Erfolg. Und der
Brief der Initiative vom 30.10.1996
wurde nicht einmal vom Vorstand der Telekom beantwortet. Im Februar 1997
bewertete dann Telekom- Vorstand Detlev Buchal den Tarifprotest als
"viel Lärm um nichts".
LONDON 18.1.1998 (ws/t-off). Das deutsche Fernsehkabelnetz
könnte eine wahre Goldgrube sein, wenn es von einem Unternehmen mit
Weitblick gemanagt werden würde. Es ist aber nur die Deutsche Telekom
AG, die damit nach eigenen Angaben im abgelaufenen Jahr glatte 1,1
Mrd. Mark Verlust machte. Es hätten aber leicht ebensoviel
Gewinn sein können. Denn das TV-Kabelnetz läßt sich
mehrfach nutzen, nicht nur fürs Fernsehen, auch zum Telefonieren und
zum Internet-Zugang. Das Wissen darum ist noch wenig verbreitet. Deshalb
startete die "t-off" im November eine Artikelserie, in deren
Teil 1 wir etwas über die
Situation in den USA erfahren haben. Der 2. Teil beschäftigt sich
mit den aktuellen Plänen in Großbritannien.
[mehr]
[noch mehr]
BRÜSSEL 17.1.1998 (cref/t-off). Die digitale
Dreierbande BerTelKirch muß sich jetzt auf deutliche Abstriche bei
ihren wettbewerbsfeindlichen Digital-TV-Plänen einrichten. Denn
EU-Wettbewerbshüter Karel van Miert will den Zusammenschluß von
Premiere und DF1 nur mit erheblichen Auflagen genehmigen. Außerdem
dürfe sich der TV-Kabelmonopolist Deutsche Telekom nicht an der
Technik- Firma Beta
Research der Kirch-Gruppe beteiligen. Beta Research ist der Entwickler
des Digital-Decoders "d-Box", den BerTelKirch Deutschland zum
ausschließlichen Standard beim Empfang von allen digitalen
Fernsehprogrammen verordnen möchte.
[mehr]
Deshalb sei auch die Software-Beschreibung der
d-Box noch immer nicht publiziert. Und das drohende Beteiligungsverbot
der Telekom an der Beta Research werde jetzt wohl dazu führen,
daß diese sich schneller von ihrem verlustbringenden TV-Kabelnetz
(1997: 1,1 Mrd. DM) trennt. Andere Investoren vor allem aus
dem Ausland könnten dieses aber mit Gewinn betreiben, wenn sie
das TV-Kabelnetz auch zum Telefonieren und zur
Internet-Nutzung zu nutzen wissen,
hoffen nun Kabel-Kenner.
SCHLESWIG 16.1.1998 (lm/t-off). Mit der
Einführung eines Pauschalpreises von 19
Pfennig pro Minute für alle Inlandsferngespräche im Festnetz hat
MobilCom/CityLine Erfolg. Das liegt vor allem daran, daß dieser
Tarif kundenfreundlich im
echten Call-by-call- Verfahren, also
ohne jegliche Vorbedingungen, von den Kunden spontan genutzt werden kann.
Der Erfolg ist so groß, daß oft schon nach der Netzvorwahl
01019 das Besetztzeichen ertönt. Die gemieteten
Verbindungs- möglichkeiten reichen nicht aus. Und daß es kein
Durchkommen gibt, das liegt an der Deutschen Telekom, sagt die MobilCom.
"Wir hatten im Oktober 1997 rechtzeitig bei der Telekom eine Kapazität
von 100.000 Verbindungen pro Stunde fest bestellt. Heute stellt uns aber
die Telekom nur 20.000 Verbindungen zur Verfügung." Die Telekom habe
das mit Problemen in den Vermittlungsstellen begründet [Ed: doch nicht
etwa wieder Software-Probleme?]. Erst zum 1. März könne die
volle bestellte Kapazität zur Verfügung gestellt werden, teilte
die Telekom inzwischen der MobilCom mit. Zum 1. März kommt die
Telekom selbst mit etwas günstigeren Tarifen auf den Markt. MobilCom
hat daher die Laufzeit des Pauschaltarifs über Ende Januar hinaus
verlängert.
BONN 15.1.1998 (res/t-off). Die Fehler des Managements der
Deutschen Telekom AG lassen sich nicht mehr vertuschen. Das (zu)
große Auslandsengagement bringt
vor allem Verluste. So sind bei "Global One" bis Ende 1997 Verluste in
Höhe von 1,8 Mrd. DM entstanden. Deshalb wird zum Monatsende
Telekom- Vorstand Erik Jan Nederkoorn gefeuert. Dieser hatte auch das
boomende Südamerika-
Geschäft verschlafen. In Bonn
pfeifen es bereits die Spatzen von den Dächern, daß sich
demnächst weitere Telekom- Manager nach einem neuen
Betätigungsfeld umsehen müssen, sogar Ron Sommers Job ist
nicht mehr sicher. Immerhin hat auch er
zu verantworten, daß das in der jetzigen Form verlustbringende TV-
Kabelnetz (Verlust 1997: 1,1 Mrd. DM) noch nicht abgestoßen ist und
der Geräteverkauf stagniert (Verlust 1997: 0,5 Mrd. DM). Die Telekom
tanze auf zu vielen Hochzeiten, meinen Telekom- Kritiker. Auch beim Start
der Telekom in den Freimarkt ist jede Menge schiefgelaufen (z. B.
überflüssige Prozeß- Händeleien,
"Preisfeuerwerk", doppelte Wechsel-
Gebühr,
keine Gebührenkontrolle für Kunden,
Kapazitätsprobleme beim
Leitungsvermieten usw.). Die Kunden werden
zwar inzwischen freundlich begrüßt, müssen aber bei
Reklamationen oft monatelang auf eine (dann auch noch nichtssagende)
Antwort warten. Der Kunde wird noch zu häufig als purer
Störfaktor angesehen. Auch sind der Telekom bisher reichlich
Geschäftskunden abhanden gekommen. Sogar
Bonner Ministerien sind jetzt auf dem
Wege zur billigeren Konkurrenz. So wird in Bonn der dafür
verantwortliche Vorstand Herbert May als nächster Freisetzungskandidat
gehandelt.
[mehr]
[Kommentar]
BERLIN 14.1.1998 (t-off). Auch die
"Berliner Zeitung" macht
in ihrer heutigen Ausgabe die extrem hohen Ortsgebühren der Telekom
dafür verantwortlich, daß bislang in Deutschland keine
größere Verbreitung der Internet- Nutzung stattfindet.
Gegenüber der Zeitung räumte die Telekom jetzt ein, daß es
bei ihr keinen "Internet- Tarif" gebe, da "man alle Kunden gleich behandeln"
müsse. Nun rätselt die deutsche Internet-Gemeinde darüber,
warum es dann bei unseren Nachbarn
Frankreich und
Österreich, die immerhin auch alles
EU-Mitglieder sind, so problemlos möglich ist, einen billigeren
Internet- Telefontarif anzubieten?
[mehr]
[c't: Wegezoll auf deutschen Infobahnen]
BERLIN 14.1.1998 (har/t-off). Die Deutsche Telekom AG habe
jetzt gegen Mannesmann Arcor juristische Schritte eingeleitet, berichtet
heute die Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel". Arcor hatte behauptet,
die Telekom unterdrücke absichtlich die Weiterleitung ihres
Gebührenimpulses in die Netze der Privaten. Das nannte
Telekom-Sprecher Althoff am 7. Januar
im B1-Fernsehen eine "Lüge".
"Eine Weiterleitung des Gebührenimpulses ist technisch praktisch gar
nicht möglich", sagte gestern Technik-Vorstand Tenzer von der Telekom.
Jedenfalls nicht an der Schnittstelle zwischen den Netzen, "auf die wir uns
in den Verhandlungen mit den Wettbewerbern einvernehmlich geeinigt haben."
Das Problem sei schon 1996 Gegenstand der Verhandlungen gewesen. Die
Wettbewerber hätten Gebührenimpulse damals auch nicht
gefordert.
[mehr]
[Technischer Offenbarungseid]
[Hintergrund]
[noch mehr]
[Übersicht]
17.1.1998 (t-off). Bereits im Februar 1996 hatte der Verband der
Postbenutzer (heute der Verband für Post und Telekommunikation)
Bundespostminister Bötsch im Interesse der Verbraucher aufgefordert,
eine unabhängige Experten- Kommission zu berufen, um die gesamte
Gebührenerfassung unter die
Lupe zu nehmen. Die Telekom war damals
sehr aufgebracht, und so ignorierte
Minister Bötsch essentielle Verbraucherinteressen, indem er den
konstruktiven Vorschlag nicht aufgriff. Die Telekom konnte so ihre
Digitalisierung ohne Rücksicht auf die wahren Bedürfnisse von
Kunden vorantreiben und offensichtlich die Gebührenkontrolle durch die
Kunden auch gegenüber den Wettbewerbern als ein unwichtiges Problem
darstellen. Wie konnte sonst eine Netzschnittstelle gewählt werden,
die die Übertragung bzw. die Umsetzung der Gebührensignale
zwischen den Netzen nicht von vornherein vorsah? Die "t-off"
hatte mit der Publikation der
"55 Fragen an die Deutsche Telekom AG"
bereits 1995 aufgezeigt, welche zentrale Bedeutung eine solide
Möglichkeit der Gebührenkontrolle durch den Kunden hat
(u. a. Frage 27). Und daran hat sich
nichts geändert.
BONN/BERLIN 12.1.1998 (pep/t-off).
Der Regulierer, das
"Postministerium minus Minister" (DER SPIEGEL), habe seine Feuertaufe nicht
bestanden, wissen Bonner Oppositionelle. Und das könne nun Folgen
für die Marktentfaltung im Telekom- Bereich haben, denn der
völlig unnötige Streit über die Ablösegebühren sei
eher "ein sekundäres Problem", es gebe viel Wichtigeres zu regeln [Ed:
beispielsweise endlich Ortsnetz-
Wettbewerb herstellen, die Internet-
Nutzung befördern, doch noch die
Telekom- Netze trennen]. Der Runde
Tisch zur "schnellen Klärung" (Scheurle vor einigen Tagen) der
Gebühren- Forderungen der Telekom, der nun doch ein mehr kantiger war,
vertagte sich ohne ein konkretes Ergebnis. In Arbeitsgruppen sollen nun
mit vielen Gesprächen zwischen Telekom und den Neuen die
Gebührenfrage beim Wechsel von Kunden geklärt werden. Die
Telekom wird danach im Februar einen Antrag beim Regulierer stellen.
Erst dann werde er tätig werden und wolle die Sache "zügig
entscheiden", sagte Chef- Regulierer Scheurle dem InfoRadio- Berlin. Die
Telekom sieht das anders. Im InfoRadio sprach Telekom- Sprecher Lissek von
weiterhin "blockade- freudigen" Konkurrenten, die heute eine
Übereinkunft verhindert hätten. Otelo-Chef Bohla hingegen sah
einen "deutlichen Fortschritt". Der Verband für Post und
Telekommunikation (VfPT) warf unterdessen der Telekom erneut vor, sie habe
das Ende ihres Monopols "verschlafen" und versuche nun, die Kunden zu
verunsichern und so von einem Wechsel abzuhalten.
14.1.1998 (t-off). Die Deutsche Telekom bleibe bei ihrer Forderung, eine
Wechselgebühr von 95 DM zu erheben sowie bei Mitnahme der Rufnummer zu
einem Konkurrenten weitere 50 DM zu kassieren. Das erklärte gestern
Technik- Vorstand Gerd Tenzer. Er bedauere, daß sich die Neuen am
Runden Tisch nicht bereit erklärt haben, diese Kosten zu
übernehmen.
BONN/BUDAPEST 10.1.1998 (wop/ml/t-off). Anfang November 1997
hatte Telekom-Chef Dr. Ron Sommer es
in New York
angekündigt, daß sich die Deutsche Telekom AG in erster
Linie nicht mehr länger als ein deutsches Unternehmen sehe
[t-off berichtete]. Nun werden bereits die
praktischen Auswirkungen des intensiven Auslands- engagements der Telekom
für den Inlandsmarkt deutlicher. So enthalten die
Tarifankündigungen für 1998
bezüglich der Förderung der Internet- Nutzung nur eine extrem
bescheidene Verbesserung des Optionstarifs
City-Plus, aber keinen
attraktiven echten Internet- Telefontarif für günstige
Verbindungen zu den Internet- Anbietern. Mit dem neuen City-Plus lassen
sich ab 1. März so der Regulierer diesen Tarif genehmigt
bei ausschließlicher (!) Internet- Verwendung werktags
zwischen 9 und 18 Uhr maximal 20 Online-Stunden pro Monat verbilligen,
nicht mehr! Das kostet 48 DM (2,40 DM pro Stunde) plus einmalige
Einrichtungsgebühren.
In Ungarn hingegen läßt die Deutsche Telekom bereits zum 1.
Februar durch ihre 67%- Tochter
Matav einen
attraktiven Internet-
Telefontarif einführen, wie am Donnerstag die Budapester Tageszeitung
"Magyar Hírlap" berichtete
[mehr]. Zwar wird die Matav damit
die ungarischen Internet- Surfer nun zu Nachtmenschen umpolen, denn der
Einheitstarif von umgerechnet 1,10 DM pro Verbindung gilt nur täglich
zwischen 22 und 5 Uhr. Aber dafür spielt die Dauer keine Rolle. Und
so ist die ungarische Internet- Gemeinde zu recht total
begeistert von diesem Fortschritt. Können sie doch nun für
monatlich rund 33 DM Telefon- Gebühren (+ Provider-Gebühren) und
optimaler Ausnutzung (7 Stunden pro Nacht) insgesamt 210 Stunden die
phantastischen Informations- Möglichkeiten des Weltnetzes nutzen (15,7
Pfennig pro Stunde). In Deutschland kosten bei der Telekom 210 City-
Telefonstunden nachts 378 DM (1,80 DM pro Stunde), fast das Zwölffache
wie in Ungarn. Durch die deutsche Internet- Gemeinde dürfte nun ein
Aufschrei gehen. Denn es sehe nun wohl doch so aus, daß die
deutschen Ortsnetz- Nutzer auch das starke
Auslands- engagement der Telekom
kräftig subventionieren, war in ersten Kommentaren zu vernehmen.
[Endlich Ortsnetz-Wettbewerb
herstellen]
11.1.1998 (khd). In der OECD-Hitliste der
Kosten des Internet-Zugangs rutscht so
mit Ungarn ein weiteres Land vor Deutschland. Nachdem bereits auch in einigen
latein- amerikanischen Staaten bessere Internet-Bedingungen eingeführt
worden sind, kommt Deutschland wegen der redardierenden und ignoranten
Haltung der Telekom immer mehr ins Hintertreffen. Und da hilft
es auch wenig, wenn Prof. Hansmann das
Nutzerpotential bei 50 Millionen
Deutschen sieht. Denn: Nein, die allmächtige Telekom will es nicht.
Schluß aus! Keine Diskussion mehr! Oder: Kann sie etwa gar
nicht, weil ihre Kapazitäten bei den "Infobahnen" einem wirklichen
Internet-Boom überhaupt nicht gewachsen wären?
BERLIN 10.1.1998 (t-off). In den
Niederlanden werden wie
in Großbritannien beim Wechsel der Telefon- Gesellschaft keine
Gebühren fällig. Und so kommentierte Hans van der Zwan, Sprecher
der privaten Telefon-Firma Telfort,
den eher an planwirtschaftlichen Vorstellungen orientierten Versuch der
Deutschen Telekom, abtrünnige Kunden mit
Strafgebühren von
53 bzw. 95 DM zu belegen: "Der Kunde muß in einer freien
Markt- wirtschaft auch frei wählen können. Gelinde gesagt finde
ich das Verhalten der Deutschen Telekom sehr merkwürdig."
(Tagesspiegel 8.1.1998).
Das finden auch die Brüsseler
Wettbewerbshüter, und damit dürften die Abstrafgebühren
chancenlos sein. So ist die Telekom in den Freimarkt mit einem
Super-Flop (immerhin mit Subventionen an die
Zeitungen durch überflüssige
Inserate) gestartet. Aber ein Flop kommt selten allein: Nun gibt es
auch keine Gebührenkontrolle durch
den Kunden, wenn an einem Telefonat Telekom und ein neuer Anbieter
beteiligt sind. Auch dabei bremst die Telekom die Neuen aus, weil sie
bislang die Tarifimpulse ihrer Konkurrenten im eigenen Netz nicht zu den
Kunden weiterleitet.
[mehr]
Aber auch manche der Neuen stellen sich selbst ein Bein. So schaukelt sich
jetzt der Ärger mit den einheitlichen
Telefon- Rechnungen hoch
[t-off berichtete]. Und absolut frech
ist, daß es neue Anbieter doch wagen, den Kunden Knebel- verträge
vorzulegen. Beispielsweise hat die Firma TelePassport in ihren
Vertragsbedingungen: "Bei dauerhafter Voreinstellung
(Pre-selection) erklärt sich der Kunde
damit einverstanden, ausschließlich die Verbindungsnetzbetreiber-
Dienste der TelePassport Service GmbH zu nutzen." Eine solche Zwangsbindung
des Kunden an nur eine Telefon- Gesellschaft dürfte ein weiterer Fall
für den Regulierer werden. Was sagte doch der Holländer van der
Zwan zur Marktwirtschaft?
Ohne Chance ist auch die geplante Fusion beim Bezahl-Fernsehen von
Premiere und DF1. Das Bundeskartellamt
ist dagegen. Was die Deutsche Telekom in Deutschland noch immer
verweigert, einen Internet- Telefontarif, das realisiert jetzt ihre
Tochter Matav in Ungarn. Wegen "unerwartet hoher"
Ausgaben mußte zudem die Telekom 1997 einen
massiven Gewinneinbruch von über
30 % (rund 1,6 Mrd. DM) hinnehmen.
[mehr]
HAMBURG 9.1.1998 (wb/t-off). Nach einem Bericht des
"Hamburger Abendblatts" erwirkte jetzt
die Elmshorner Telefongesellschaft Talkline
GmbH beim Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen
die Deutsche Telekom AG. Gestritten wird um die bundesweiten
Zeitungsanzeigen der Telekom "Das fängt ja gut
an!" vom 2. Januar. Diese Anzeigen suggerierten, daß die
Telekom bereits heute über ähnliche Niedrigpreise verfüge
wie die Wettbewerber, sagte Talkline- Chef Dirk Reupke. Tatsächlich
werbe aber die Telekom mit Tarifen, die erst noch vom Bonner Regulierer
genehmigt werden müßten. Auch das Gericht sah in diesem
Vorgehen der Deutschen Telekom einen Verstoß gegen geltendes
Wettbewerbsrecht.
BONN 8.1.1998 (ws/mk/t-off). Anläßlich der
offiziellen Eröffnung der neuen Regulierungsbehörde übte
gestern Bundes- wirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) massive Kritik
an der Preispolitik der Deutschen Telekom AG. Er verlangt von ihr jetzt
Effizienz, Kostensenkung und Kundenorientierung. Chef-Regulierer Klaus-
Dieter Scheurle kündigte als nächsten Schritt zur Regulierung des
Telekom- Marktes ein neues Modell zur Berechnung der
Kosten des Ortsnetzes an. Die
Berechnungsmethoden sollen unter allen interessierten Betreibern
öffentlich diskutiert werden.
[mehr: Ende des Kostengefasels?]
[Kommentar]
Anläßlich der aktuellen Irrungen und (absichtlichen) Verwirrungen
des Telekom- Marktes sagte Scheurle, daß die Regulierungs- behörde
"deutlich auf Seiten der Bürger" stehe. Das ließe nun hoffen,
daß der Regulierer endlich die total
überhöhten und absolut Internet-
feindlichen sowie unsozialen
Telekom- Ortstarife in den Griff bekomme, war von Bonner
Telekom- Kritiker zu hören. Für Eingaben und Beschwerden ist die
Regulierungsbehörde zu erreichen unter:
Heinrich-von-Stephan-Straße 1, D-53175 Bonn.
BERLIN 7.1.1998 (har/t-off). Es gehört heute zu den
Selbstverständlichkeiten, daß ein Telefon- Kunde seine
Gesprächskosten immer durch die Übermittlung eines
Zählimpulses kontrollieren kann. In der neuen freien Telefonwelt ist
das nun anders geworden. Der Elchtest der
Gebührenanzeige beim Kunden wurde erst einmal nicht bestanden.
So werden Gespräche von Gebühren- zählern in Telefonen
nicht erfaßt, wenn per
Call-by-call über die Netze der
neuen Anbieter telefoniert wird. Telekom- Sprecher Stephan Althoff
räumte heute im Berliner B1-Fernsehen ein, daß bereits am 26.
Juni 1997 von der Telekom und neuen Telefon- Gesellschaften darunter
Arcor in einem Verhandlungsprotokoll festgestellt worden sei,
daß das "Leistungs- merkmal Gebührenimpuls ab 1998 nicht
angeboten" werden könne. Denn es gebe technische Probleme, die
unterschiedlichen Gebührensignale zwischen den Telefonfirmen
auszutauschen. Zudem gebe es keine Norm.
Und weil es damit nun undurchlässige Signal- Schlagbäume an den
Netzgrenzen der Telefon- Gesellschaften gibt, hatte die Telekom im Dezember
ihren Kunden in einem kleinen Beiblatt zur Telefon- Rechnung mitgeteilt:
"Die Leistung "Zählimpuls" zur Anzeige von Gesprächskosten am
Telefon (...) können wir künftig nur bei den Verbindungen
anbieten, die über das Netz der Deutschen Telekom geführt und
dort abgerechnet werden."
Mannesmann Arcor sieht das laut Berliner
B.Z. so:
"Wir schicken die notwendigen Impulse durchs Netz, aber die Telekom kann
sie nicht [Ed: zum Kunden] weiterleiten!" Wozu Telekom- Sprecher
Walter Genz meint: "Wir haben die Weiterleitung des
Gebührenimpulses zu keiner Zeit verhindert. Von den jetzt
aufgekommenen Schwierigkeiten konnten wir nichts wissen, die sind von der
Konkurrenz nicht rechtzeitig erkannt worden."
So ist die Verwirrung wieder einmal komplett. Und gefoppte Kunden fragen
sich natürlich, warum denn diese "HighTech"- Firmen das Problem nicht
rechtzeitig zum 1. Januar mit geeigneter Anpassungstechnik
gelöst haben. Offensichtlich wollten sie es nicht, und damit seien aber
die Interessen der Kunden unter die Räder des Kriegs mit der Telekom
gekommen. Um so etwa die Kunden fester binden zu können?
9.1.1998 (t-off). Voila! Die Firma Talkline GmbH soll inzwischen eine
technische Lösung gefunden haben, bei der der Telekom-
Gebührenimpuls exakt nachgebildet werden soll. Und warum war das nicht
früher möglich? Wer hat denn da nun wirklich gemauert?
BONN 5.1.1998 (tim/t-off). Die Deutsche Telekom wies heute
jegliche Kritik an den geplanten, aber von ihr in Bonn noch gar nicht zur
Genehmigung eingereichten, Ablösegebühren
(53 bzw. 95 DM) zurück.
Konzernchef Ron Sommer sagte der "BILD-Zeitung", gegen den Willen seines
Unternehmens hätten die neuen Anbieter am nun freien Telefonmarkt
darauf bestanden, daß der Kunde die beim Firmenwechsel anfallenden
Kosten selber tragen müsse. Die Telekom habe bis zuletzt gehofft,
daß die beim Kundenwechsel entstehenden Kosten unter den Firmen
aufgeteilt würden. "Der Kunde sollte nichts davon merken und nicht
belastet werde", sagte der Telekom- Chef. Mit der aktuellen Gebühren-
Diskussion wolle die Konkurrenz nur erreichen, daß sich die Kunden
über die Telekom ärgerten [Ed: was sie aber sowieso schon seit
Januar 1996 wegen der unbegründeten
Ortstariferhöhung tun] und
den Eindruck gewännen, die Telekom wolle "Kasse machen".
Der SPIEGEL (2/1998, Seite 68) gibt heute einen völlig anderen Einblick in den Ablauf der Dinge.
Danach hatte die Telekom monatelang mit den neuen Telefongesellschaften
"über alle möglichen technischen Details" verhandelt, nicht aber
über eine Gebühr für den Kundenwechsel.
"Davon war nie die Rede gewesen",
wird Hans Gäng von der Stuttgarter Telefonfirma
CNS zitiert. Und so stellt
sich nun die Frage, wer die Unwahrheit sagt. Die Öffentlichkeit hat
ein Recht, die volle Wahrheit zu erfahren, um sich so ein eigenes Bild zu
machen. Unterdessen prüfen bereits die Brüsseler
Wettbewerbshüter den Vorgang. Und so wird wohl die EU-Kommision die
Deutschen Telekom wieder einmal um eine Erklärung bitten müssen.
[mehr]
[noch mehr]
7.1.1998 (t-off). Inzwischen hat die Bonner Regulierungsbehörde die
Telekom darauf aufmerksam gemacht, daß diese vergessen hätte,
einen Genehmigungsantrag für die Wechsel- Gebühren bei ihr
einzureichen.
[mehr]
[EU sagt Njet!]
BERLIN 2.1.1998 (wd/irk/t-off). Der Telefon- Krieg tobt in
Deutschland. Die Telekom will von und für Wechsel-
Kunden eine gesalzene "Ablösesumme"
(B.Z.)
abkassieren. Telekom- Kunden, die voll und dauerhaft zu einer neuen Telefon-
Gesellschaft (Telco) wechseln, sollen einmalig 53,00 DM für die
Mitnahme ihrer bisherigen Rufnummer oder beim
"Pre-selection"- Verfahren
94,99 DM Umschaltgebühr löhnen. Zusätzlich soll die Telco
noch einmal 364,00 DM für jeden neu gewonnenen Kunden bei der Telekom
abliefern. Diese begründete die Preise mit dem großen
"technischen Aufwand", den sie bei der Umstellung habe.
So kommentierten dann auch Berliner diese Riesen- Abzocke in Erinnerung an
den Kalten Krieg mit: "Wie damals bei der DDR, als die zur Besucher-
Abschreckung das "Eintrittsgeld" (Mindestumtausch) einführten und
später massiv erhöhten." Und daran mag sich auch SPD-
Telekomexperte Hans Martin Bury erinnert haben, als er heute im Info- Radio
Berlin sagte, daß Telekom- Chef Ron Sommer damit "nur eine Kerze
gegen den Wettbewerb ins Fenster gestellt" habe, aber noch im Dezember
ein "Feuerwerk neuer Tarife" für 1998
ankündigte. Einige der Neuen haben inzwischen bei der Bonner
Regulierungsbehörde Eil- Beschwerde eingelegt, die noch im Januar
entschieden werden soll.
[mehr]
[noch mehr]
[Kommentar]
3.1.1997 (t-off). Aus Bonn wurde inzwischen bekannt, daß es für
die Neuen so richtig teuer werden
soll und die Deutsche Telekom bisher keine Kostenrechnung zu ihrem Preis-
Ansinnen vorgelegt hat. Die Telekom wisse selbst nicht, welche
Umschaltkosten ihr entstünden, sagte der Chef der neuen
Regulierungsbehörde, Klaus- Dieter Scheurle, gestern. Damit
dürfte die Telekom ihre Abkassier- Hoffnungen erst einmal begraben
müssen. Zumal ihre in den letzen Tagen öffentlich abgebenen
Begründungen alle nicht der Wahrheit entsprechen. So stellt sich
beispielsweise die logische Frage, warum denn eine Mitnahme der alten
Rufnummer einen höheren Aufwand bedeutet, als die Nichtmitnahme, was
kostenlos ist.
Auch der Telekom- Hinweis, daß sie ja in 6.000
Vermittlungsstellen die Kundeneinträge aktualisieren müsse, kann
bei Computer- Experten nur noch ein Stirnrunzeln hervorrufen. Ob nun einer
oder 6.000 Computer mit neuen Daten
gefüttert werden müssen, daß macht doch in der vernetzten
digitalen Welt beim Aufwand keinen Unterschied. Es sei denn, die Telekom
hat sich ungeeignete Digital- Technik eingekauft. Dann soll sie aber auch
die Kosten selbst tragen. Und da aus diesem neuesten Telekom- Flop und der
Tatsache, daß es 1998 keine billigeren Ortstarife und noch immer
keinen Internet- Telefontarif der Telekom
geben wird, im Wahljahr ein hochbrisantes Politikum zu werden droht, soll
schon in der kommenden Woche ein Runder Tisch bekannt aus der
Schlußphase der DDR die Gemüter wieder
beruhigen.
Anmerkung: Für (West-) Berliner hat die "Kerze im Fenster" eine
ganz besondere Bedeutung. Denn zu Zeiten des Kalten Krieges stellten sie
einer Anregung Ernst Reuters folgend an Heiligabend immer
Kerzen ins Fenster, um so klar und deutlich und für alle sichtbar ihre
besondere Verbundenheit mit den durch Willkür unterdrückten
Menschen in der DDR sowie ihren unbeugsamen Willen auf ein vereinigtes
demokratisches Deutschland zu demonstrieren. Auch um immer wieder der Welt
zu zeigen, wo es wirklich langgehen mußte.
SCHLESWIG 1.1.1998 (lm/t-off). Im Geschäft mit
Mobiltelefonaten war MobilCom bisher
eher nicht als besonders kundenfreundliches Unternehmen aufgefallen. Und
so überraschte es, daß sich jetzt MobilCom im Festnetz mit
ihrem CityLine- Service erst einmal an die Spitze der Preisbewegung setzte.
So bieten sie für Inlandsferngespräche einen Pauschalpreis von 19
Pfennig pro Minute an, von 024 Uhr und von Montag bis Sonntag im 30
Sekundentakt.
Der Ferntarif kann von allen Telefon-Kunden im
"Call-by-call"- Verfahren durch Vorwahl der
Netzkennzahl 01019 ohne vorherige Anmeldung (vertragliche Bindung) genutzt
werden (echtes Call-by-call). Abgerechnet wird über die Telekom-
Rechnung. Günstig ist der Tarif für alle Telefonate in der
Regio200- und der Fern- Zone zwischen 5 und 21 Uhr
[Tarif-Matrix]. Ob dieser "Kampfpreis" so nur
bis Ende Januar gilt, was befürchtet wird, war nicht zu erfahren.
Experten wissen aber, daß es noch viel billiger sein könnte.
Auch mit einem Viertel dieses Preises, also mit 45 Pfennig pro Minute
könnten die Telcos noch gut verdienen.
[MobilCom-Tarif]
3.1.1998 (t-off). Im UseNet des Internets wird über eine
kundenfreundliche Panne beim Call-by-call berichtet. Danach sollen
von öffentlichen Karten- Telefonzellen kostenlose Ferngespräche
via MobilCom- Netz möglich sein. Vermutet wird, daß der
elektronische Gebühreninformationsfluß bei der Interconnection
zwischen Telekom und MobilCom nicht klappt, wenn eine Telefonzelle
beteiligt ist. Nur, warum haben die das nicht vorher ausprobiert?
BERLIN 1.1.1998 um 1.11 Uhr (khd). Nun ist er da, der erste
Tag des Telekom- Freimarkts. Um die 50 neue
Telefon- Gesellschaften (Telcos) wollen um die
Gunst der 44 Millionen Telefon- Kunden buhlen, manche schon heute am
Neujahrstag, andere kommen später. Die bestraft dann womöglich
das Leben. Aber um 0.59 Uhr war es Zeit, einen ersten Test des nun auch
in Deutschland möglichen
"Call-by-call" zu wagen, um einen ersten
Eindruck von den tatsächlichen (digitalen) Fähigkeiten und
Möglichkeiten der Neuen zu erhalten. Natürlich ohne
Voranmeldung, denn wir (informierten) Telefon- Kunden wollen ja echtes
Call-by-call mit einer Gesamtrechnung vom Anschluß- Lieferanten
(Vollanbieter), wie in den USA!
[mehr]
BERLIN 31.12.1997 (viele/t-off). Die große Verwirrung
der Telekom- Kunden zum Start des Telekommunikations- Freimarkts ist
perfekt. Gestern mußte bereits ein Gericht
irreführende Werbung stoppen. Aus den vielen guten
und schlechten Informationen in Presse und Internet wurden die folgenden
Ratschläge für Privatkunden zum günstigen
Ferntelefonieren von der "t-off" als nützlich und hilfreich
herausdestilliert [aktuelle
Fassung]:
KÖLN 30.12.1997 (hm/t-off). Die Werbekampagne der Talkline GmbH wurde heute per
Einstweiliger Verfügung des Kölner Landgerichts auf Antrag der
Deutschen Telekom AG gestoppt. Diese wehrt sich gegen die Werbetexte von
Talkline wie "Mehr Telefonieren fürs Geld" oder "01050 die
Sparvorwahl" (Anzeigen im SPIEGEL und FOCUS). Damit werde beim Kunden der
Eindruck erweckt, jeder Griff zum Telefon sei bei Talkline billiger als bei
der Telekom. Das Gericht habe im Eilverfahren bestätigt, daß
dies falsch sei, sagte ein Telekom- Sprecher. Talkline will die
Gerichtsentscheidung anfechten.
BONN/BERLIN 30.12.1997 (bz/hip/t-off). Die Deutsche Telekom
räumte jetzt erstmals ein, daß sie digitale Vermittlungsstellen
bis zu 30 Minuten völlig abschaltet, um dann die Programme zu
aktualisieren. Ein Telefonieren ist in dieser Zeit unmöglich.
Bestehende Verbindungen werden einfach abgebrochen. Auch Notrufe, z. B.
bei einem akuten Herzinfarkt, wo es auf jede Minute ankommt, sind dann im
Festnetz unmöglich. Das berichtet heute die Berliner "B.Z.". Das sei "ein ganz normaler Vorgang",
so die Telekom 1997. Dem Kunden werden diese Unterbrechungen der
Digital-Technik nicht vorher mitgeteilt. Bei der früheren
Analog-Technik gab es solche Pausen nicht. Experten werfen deshalb der
Telekom vor, daß sie beim Digitalisieren keine Vorsorge für
diese Aktualisierungsphasen getroffen habe, obwohl das durch parallele
Hilfssysteme technisch zu leisten wäre [Ed: siehe Computer in den
Börsen, der Weltraumfahrt, in Kernkraftwerken, für Finanz-
transaktionen usw.]. Solche Blackouts seien also vermeidbar.
Offensichtlich wolle die Telekom das Geld für solche "Backup-Systeme"
einsparen.
[mehr]
Die Deutsche Telekom hat heute die Notbremse ziehen müssen und
öffentliche Kartentelefone (Telefonzellen) in Berlin, Hamburg,
Köln, Düsseldorf und weiteren Großstädten für
bestimmte Auslandsferngespräche gesperrt. Im Kampf gegen die vielen
Schwarztelefonierer seien mehrere hundert Telefonzellen für Telefonate
vornehmlich nach Osteuropa, Asien und Afrika gesperrt worden, teilte die
Telekom in Bonn mit. Zu dem bisher entstandenen Schaden machte sie erneut
keine Angaben. Experten schätzen den jährlichen Schaden, der
durch die viel zu leicht zu fälschenden Telefonkarten [Ed: mit
antiquierter Sicherheitstechnik] entsteht, auf über 10 Millionen Mark.
Wann die Telekom nun endlich sicherere Telefonkarten einführt, wurde
nicht mitgeteilt.
ZÜRICH 28.12.1997 (rs/t-off). George Orwells Alptraum
"1984" wird immer mehr zur schlimmen Wirklichkeit. Da besorgen die vielen
Sprach- Verschieber aus Politik und Wirtschaft (Werbung) ihr tägliches
Unwerk beim Verdrehen der Bedeutung von Begriffen [Ed: jüngste
Beispiele "Sparen" und "Reform"]. Aber auch die schöne, digitale Welt
macht's möglich. So wurde heute durch einen
Bericht der Zürcher
"Sonntags- Zeitung" bekannt, daß die nationale Schweizer Telefon-
Gesellschaft "Swisscom" lückenlos alle Verbindungsdaten von
Telefonaten mit Mobil- Telefonen (Handys) in einem geheimen
Großcomputer in Bern über längere Zeit speichert. Ohne
gesetzliche Grundlage werden so auch völlig unbescholtene Bürger
laufend vorbeugend überwacht.
Mit Hilfe dieser Daten lassen sich sehr "präzise Bewegungsprofile"
aller Kunden anfertigen. Denn der Standort von Handys ist auf einige
Hundert Meter genau bekannt, so daß auch ständig alle
Aufenthaltsorte der über eine Million Handy- Kunden präventiv
registriert werden. Im Minutentakt speichert der Geheim-Computer den
aktuellen Standort jedes eingeschalteten Handys unabhängig
davon, ob telefoniert wird oder nicht. Auch von ausländische
Handy- Nutzern werden so im voraus alle "Datenspuren" erhoben, sobald sie in
den Empfangsbereich der rund 3000 Basis- Stationen der Schweiz gelangen. Die
Swisscom redet sich damit heraus, daß sie all diese Daten für
ihre Abrechnungen benötige. Dankbare Abnehmer sollen aber die
Behörden sein.
[mehr]
Eine ähnliche
Schnüffelpraxis bei der Deutschen
Telekom wurde erst kurz vor Weihnachten bekannt. Und mit dem
massiven Einsatz von
Geldkarten (EC-Karten mit Chip)
werden sich wegen der bei den Banken geführten Schatten- Konten
völlig neue Überwachungsmöglichkeiten der Bürger
ergeben. Orwell hat es in seinem Roman vorausgesagt, und er hat auch
aufgezeigt, wohin das führen wird.
[mehr zu Deutschland]
30.12.1997 (t-off/ag). Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation
(BAKOM), die Bundespolizei und die Swisscom haben inzwischen zu einer
gemeinsamen Sprachregelung gefunden. Danach habe die Speicherung nichts
mit "präventivem Staatsschutz" zu tun. Es handele sich nur um
"Betriebsdaten". In der Schweiz gebe es "kein flächendeckendes
Überwachungsnetz".
BRÜSSEL 23.12.1997 (cref/t-off). Nach Ansicht der
Europäischen Kommission sind in der EU die Preise für
Auslands- ferngespräche viel zu hoch. Im Interesse der Verbraucher
müssen diese Preise endlich auf ein faires Niveau gebracht werden.
Die Kommission hat dazu am Freitag ein Untersuchungs- Verfahren
eingeleitet, in dem alle führenden Telefon- Gesellschaften aus den 15
EU-Staaten u. a. eine umfassende Kostenaufstellung in Brüssel
abliefern müssen, auch die Deutsche Telekom [Ed: und die hat ja
bekanntlich kein aussagekräftiges
Kostenrechnungs- System].
[mehr]
BONN 22.12.1997 (mk/t-off). Die Deutsche Telekom AG nahm
jetzt erstmals zu den Aussagen zur Internet-Nutzung in der OECD-Studie
"Communications Outlook
1997" Stellung. In der Studie der Weltorganisation wurde im April 1997
festgestellt [t-off berichtete], daß
Deutschland bei den Internet- Zugangskosten im Vergleich von 25
Ländern weit abgeschlagen nur den 20. Platz belegt
[Grafik].
Und die Telekom schreibt dazu Anfang Dezember 1997:
"Die OECD-Studie stammt vom April 1997, zur Erhebung der Internet-Kosten
wurden aber Zahlen vom August 1996 zugrunde gelegt. Dies bedeutet, daß
weder unsere letzte T-Online- Preissenkung noch unsere optionalen
City-Plus-Tarife bei dem Vergleich berücksichtigt werden konnte: Mit
unserem City-Plus- Tarif lassen
sich bis zu 50 Prozent Telefonkosten einsparen und mit der neuen Software
2.0 wird der Internet- Zugang um bis zu 30 Prozent preiswerter."
[mehr]
[Kommentar]
BERLIN/NEW YORK 20.12.1997 (t-off). In den USA, Kanada
und Schweden ist der Traum, das Wissenspotential im Internet
ohne zusätzliche Telefon- Kosten intensiv zu nutzen, für viele
längst Wirklichkeit geworden.
Auch in Großbritannien, Belgien, Holland und der Schweiz bereitet man
die zusätzliche Internet- Nutzung des Fernsehkabelnetzes vor. Nicht
so in Deutschland bei der Telekom. Hier erklärte doch dieser Tage die
Deutsche Telekom: "Bei einer zusätzlichen Internet- Nutzung
würde es in kürzester Zeit zusammenbrechen." Außerdem
sei in Deutschland das Breitbandkabelnetz nur für Fernseh- programme
gebaut worden.
[mehr]
Der amerikanische Kabelfernsehgigant TCI will jetzt den Standard für
das digitale Fernsehen setzen. Derzeit verhandelt TCI mit Intel, Microsoft
und weiteren Firmen über den Kauf von 10 Millionen Netz-Computern (NC),
die als "Set-top- Boxen" für Fernsehgeräte mit schnellem
Internet- Zugang dienen sollen. In Deutschland hingegen setzt man bei der
Telekom weiterhin auf die nicht Internet- fähige
"d-Box" der Kirch- Gruppe [Ed: ein
eingebautes Telefon-Modem bringt es nicht], die rund 1200
Mark kostet. Die wohl demnächst wegweisende TCI-Box soll hingegen nur
die Hälfte kosten (rund 300 Dollar).
[mehr]
[Techs and telcos agree on
faster Net access]
[Telcos unite to attack residential
high-speed data market]
[US WEST plans aggressive ADSL rollout in
1998]
[Interview mit VfPT-Chef Wilhelm
Hübner]
[Tagesspiegel: Fehlstart in
den freien Wettbewerb]
17.1.1998 (t-off). Wie der SPIEGEL (4/1998) erfahren hat, will aber der
Regulierer höchstens 30 Mark Wechselgebühr genehmigen.
[mehr]
7.1.1998 (t-off). Inzwischen hat die Telekom alle ihre öffentlichen
Telefonzellen für die Netzvorwahl der neuen Anbieter gesperrt.
[mehr Probleme mit
Zählimpulsen]
Ein richtiger Wechsel von der Telekom zu einer der
neuen Telefon- Gesellschaften (Telcos) ist (noch)
nicht zu empfehlen. Denn es gibt noch keinen anderen Vollanbieter.
Ausnahme: Sie wohnen in einer Stadt wie
Köln oder
Düsseldorf, wo es bereits attraktive
Vollangebote mit billigen Ortsgesprächen von lokalen Anbietern
gibt.
Da alle Ortsgespräche noch auf unbestimmte Zeit über
die Telekom laufen, ist es derzeit für Privatkunden kaum sinnvoll, bei
der Telekom eine Pre-selection des
Netzes eines anderen Anbieters eintragen zu lassen. Zudem soll das
stolze 85 Mark kosten.
Ausnahme: Vieltelefonierer im Fernbereich, die Mengenrabatte der neuen
Telcos nutzen können, wobei aber immer der Mindestumsatz zu beachten
ist. Auch sollten nur kurze Vertragslaufzeit (höchstens 3 bis 6
Monate) gewählt werden, um so auf noch günstigere Anbieter
umsteigen zu können.
Nutzen Sie stattdessen für alle Ferngespräche ab
Regio50 das Call-by-call mit der
Vorwahl des Netzes des jeweils günstigsten Anbieters
[Tarif- Matrix]. So können Sie auch
gleich die Qualität verschiedener Anbieter testen.
Beim Echten
Call-by-call müssen Sie nicht Vertragspartner der neuen
Telefon- Gesellschaften
(Telcos) sein. Auch eine vorherige Anmeldung
(mit Bonitätsprüfung!), was viele Telcos zum Anfertigen einer
eigenen Rechnung verlangen, ist nach der TKV
nicht zwingend notwendig. Sie sollten gegen dieses kundenunfreundliche und
völlig unnötige Ansinnen der Neuen protestieren (siehe Punkt 8).
Denn: ...
Nach der Intention des Gesetzgebers
(§ 15 TKV)
soll die Abrechnung aller Gespräche kundenfreundlich mit einer
Gesamtrechnung mit einem Posten Fremdgebühren erfolgen. Diese
muß (!) auf Ihr Verlangen der Lieferant
des Telefon- Anschlusses (der Vollanbieter, derzeit bei den meisten Kunden
also die Deutsche Telekom) anfertigen.
Selbstverständlich können Sie beim Call-by- call
wenn Sie viele Rechnungen mögen
mit jedem Anbieter auch eine Extra-Rechnung vereinbaren. Nur
verlieren Sie so sehr schnell die Übersicht, auch können Sie
nicht mehr mit einer einzigen Überweisung alle Gespräche
bezahlen.
In der ab 1. Januar 1998
geltenden neuen Telekommunikations- Kundenschutz-Verordnung
(TKV) sind die
Rechte der Kunden und die Pflichten der
Telcos in 37 Paragraphen festgelegt. Sie sollten Ihre Rechte kennen.
[mehr]
Sollten Sie Ärger mit einem der Anbieter
bekommen, dann sollten Sie sich sofort mit einer Beschwerde
an die Regulierungsbehörde in Bonn wenden. Denn auch dazu ist sie da.
Diese ist unter der Adresse des Ex-Postministeriums zu erreichen:
Heinrich-von-Stephan-Straße 1, D-53175 Bonn.
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