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BONN 8.5.1998 (wop/t-off). Viele Bonner Politiker wollen jetzt die "Zukunft sichern". Wer will das nicht? Auch sei diesmal ein "Wahlkampf der Ehrlichkeit" angesagt, ist von Parteien zu hören. Natürlich wollen auch alle dabei das Internet für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Schließlich geht man ja mit der Zeit und gibt sich medien- und computer- kompetent, eben so richtig "digitally literate". Denn man sei doch auf dem "Weg in die Informationsgesellschaft". Alle Web- Angebote der Parteien im Cyberspace zeigen aber deutlich, daß diese noch sehr wenig von den Prinzipien des Internets verstehen. So wird zwar vielfach reichlich Material (Programme, Reden, Erklärungen) über die Homepages angeboten. Aber dieses ist nicht untereinander und zu externen Wissensquellen verlinkt. Und die Suchmaschinen liefern zu oft nur Murks oder gar nichts.
| Homepages der Parteien im Bundestag | Newsgroup im UseNet | ||
| Bündnis '90 / Die Grünen | http://www.gruene.de/ | Ü [Ed: Zurück in die Steinzeit?] | Fehlanzeige! |
| C D U | http://www.cdu.de/ | Das 21. Jahrhundert menschlich gestalten. | Fehlanzeige! |
| C S U | http://www.csu.de/ | Grüß Gott in Bayern! | Fehlanzeige! |
| F D P | http://www.liberale.de/ | Protestarier aller Länder, beruhigt Euch. | Fehlanzeige! |
| P D S | http://www.pds-online.de/ | Für eine gerechte Republik. | Fehlanzeige! |
| S P D | http://www.spd.de/ | Guten Tag, die Ära Kohl ist zuende. | news:de.org.politik.spd |
Aber dann kam der SPIEGEL und enttarnte den Parteien- Schwindel mit des Kaisers neuen Kleidern dem Internet. Obwohl (fast) alle Spitzenpolitiker eine E-Mail-Adresse zur Kommunikation haben, wollen sie mit dem Volk nicht digital reden oder kommunizieren lassen. Das ist das traurige Ergebnis des SPIEGEL- Tests. Der demokratische Dialog ist ganz offensichtlich lästig und deshalb unerwünscht. Man liebt eben die Einbahnstraßen- Verkündung ex cathedra nach dem Motto "Wir-wissen-schon-was-für-Deutschland-gut-ist". Allein die (virtuelle) SPD macht von der Möglichkeit einer Newsgroup, eines (eigenen) öffentlichen Diskussionsforums im deutschsprachigen UseNet des Internets, Gebrauch. Der Rest schweigt auch hier.
Vor etwa zwei Jahren hatte US- Vizepräsident Al Gore im amerikanischen Fernsehen den Gebrauch des Internets erklärt. Man stelle sich das nur einmal von den politischen Vordenkern in Deutschland wie Kohl, Schäuble, Schröder, Rexrodt oder Joschka Fischer vor. Und auch daran wird deutlich: Deutschland ist ein Internet- Entwicklungsland! [mehr]
| E-Mail Adressen von Bundespolitikern | |
| Bü '90/Grüne | Joschka Fischer, Kerstin Müller, Jürgen Trittin*, Manuel Kiper |
| C D U | Helmut Kohl*, Wolfgang Schäuble*, Peter Hintze, Manfred Kanther*, Jürgen Rüttgers |
| C S U | Theo Waigel* |
| F D P | Wolfgang Gerhardt, Guido Westerwelle, Günter Rexrodt, Hermann Otto Solms |
| P D S | Gregor Gysi |
| S P D | Oskar Lafontaine, Gerhard Schröder, Rudolf Scharping, Wolfgang Thierse |
| Hinweis: * = Es ist keine echte Internet-Adresse einer persönlichen Mailbox bekannt. Web-Formulare sind kein Ersatz für eine Mailbox im Internet, da diese nicht von ganz normalen Mail-Programmen (mail clients) aus genutzt werden können. | |
10.5.1998 (khd). Ich warte noch heute auf die Antworten von
Ex-Bundespostminister Boetsch. Über die
Homepage der Bundesregierung
hatte ich 1996/1997 mehrfach Anregungen und Bedenken per Mail eingereicht.
Offensichtlich ist auch der Regierungsapparat noch nicht auf die
Anfordernisse des 21. Jahrhunderts vorbereitet.
Aber eine Suche in den Web-Services der Parteien ist jetzt sehr
interessant. Da kann man erfahren, was denn die Parteien von den
Möglichkeiten des Internets in vielfacher Hinsicht ganz konkret
halten. Und mit den folgenden Suchbegriffen kann man erste Klarheit
erhalten: (Internet OR online*) AND *gesellschaft, (Internet OR online*)
AND *kosten, (Internet OR online*) AND Arbeit*.
[45 Millionen Arbeitsplätze könnten entstehen] [Wahl-Watching Wahlkreis, weltweit]
FRANKFURT/MAIN 6.5.1998 (ws/t-off). Aus der Multimedia- Branche mehrt sich jetzt die Kritik an den hohen Internet- Zugangskosten in Deutschland. Die Auftragsbücher vieler Web- Dienstleister seien zwar prall gefüllt und es herrsche sogar Personalmangel. Als schwerwiegendes Hemmnis für viele denkbare Internet- Anwendungen erwiesen sich jedoch die den Privatkunden berechneten hohen zeitabhängigen Zugangsgebühren. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf, soll das Branchenwachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Deutliche Worte fielen auch auf der Eröffnung des 3. Deutschen Internet Kongreß in Frankfurt: "Wenn der Kunde fünf DM für jede Stunde zahlen muß, die er online verbringt, ist das nicht akzeptabel" [mehr].
Erste Anzeichen von Ernüchterung gibt es auch bei vielen Web- Anbietern. Nicht wenige deutsche Web- Angebote seien verwaist und mangels ausreichender Zugriffszahlen nur äußerst lieblos gepflegt, ist hinter vorgehaltener Hand zu hören. Laut Angaben der Werbewirtschaft sei die Zahl der deutschen Internet-Nutzer zwar auf rund sechs Millionen gestiegen und eine hohe Wachstumsdynamik werde weiterhin erwartet. Für viele Web- Anbieter gestalte sich aber das Nutzerverhalten der deutschen Privatkunden als ernstzunehmendes Problem. Anders als die Surfer in den USA würden die Privatkunden in Europa das Internet angesichts zeitabhängiger Telefonkosten nur vergleichsweise gering für den WWW- Zugriff und stattdessen primär zum E-Mail Versand nutzen [Ed: und deutsche Politiker schaffen 1998 noch nicht einmal das!].
[European online shopping flops]
[Deutscher Internet-Boom nur eine
Legende?]
[Internet-Kosten müssen deutlich gesenkt
werden]
[Deutscher Multimedia Verband zu hohen
Telekommunikationskosten]
8.5.1998 (ws). Auch aus dem Kreis der Wirtschaftspolitik ist zunehmend
Kritik zu vernehmen. Nachdem Bundes- wirtschaftsminister Rexrodt bereits
mehrmals die zu hohen Internet-Kosten
angemahnt hatte, hat sich auch
Niedersachsens Wirtschaftsminister Peter Fischer (SDP) zu Wort gemeldet
(iX 5/1998, Seite 9). Auch er
sieht in der Höhe der Tarife für Internet-Nutzer eine der
größten Hürden für die Ausbreitung des elektronischen
Handels in Deutschland. Zehn Stunden Surfen dürften im Ortsbereich
nicht mehr als 50 DM kosten, so Fischer.
In der Multimedia-Branche dürfte diese Preisvorstellung von
500 DM pro 100 Stunden
keine große Zuversicht auslösen. Und es zeigt, daß weder
von der Bundesregierung, noch von der in Niedersachsen amtierenden
Regierung Schröder signifikante Impulse zur Förderung der
Internet- Nutzung ausgehen. So könne man jedenfalls nicht zu den
Internet- Musterländern USA und Kanada aufschließen, urteilen
Wirtschaftsexperten gegenüber t-off. Zwischen der Forderung des Herrn
Fischer und der
Ist- Situation in den USA lägen
Welten. Würde gar die US- Regierung von den zaghaften Plänen der
Regierung Schröder erfahren, würde Herr Schröder nur
Fassungslosigkeit ernten, meinen Spötter. Vielleicht aber würden
die Amerikaner sich auch (heimlich) freuen. Denn so bliebe der deutliche
Vorsprung der USA erhalten. Konsequente High-Tech- Nutzung schafft
Arbeitsplätze, stellte nicht
zuletzt ein im April veröffentlichter OECD- Bericht fest
(c't 10/98, Seite 25).
BERLIN 5.5.1998 (t-off). Wer ist nun "Netzbetreiber" nach dem Gesetz (TKG)? Das ist nun die Frage. Chef-Regulierer Scheurle sagte jetzt, daß das nur Telcos seien, die eine "eigene feste Infrastruktur von gewissem Umfang" aufgebaut haben. Und so muß nun schleunigst vom Regulierer allgemein geklärt werden, was das ist: "ein gewisser Umfang". [Kommentar]
Aber ist dieser vom Bundesfinanzministerium angezettelte Streit um die richtige Telekom- munikation in Deutschland nicht nur ein Ablenkmanöver? Denn es ist doch wohl eher so, daß die Bundesregierung für eine zeitgemäße Technik- Entwicklung [Ed: und damit auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze] kein schlüssiges Gesamt- Konzept hat: Rüttgers (CDU) Rexrodt (FDP) Waigel (CSU) Kanther (CDU).
So will Theo Waigel, der noch nicht einmal eine eigene E-Mail- Adresse besitzt, eine Internet- Steuer. E-Mailbox- Besitzer Bill Clinton und die WTO jedenfalls wollen das nicht: Das Internet soll Freihandelszone werden. [mehr]
Aber auch der Regulierer erscheint konzeptionslos. Mitte April hieß es noch, daß höchstens 1/3 der Telekom- Kabelgebührenerhöhung gerechtfertigt sei. Ende April nach dem Starkschen Abmahnbrief war das dann schon alles nicht mehr wahr, und die Erhöhung wurde nachträglich genehmigt. [mehr]
STUTTGART 4.5.1998 (bro/t-off). Mit dem "Blauen Fenster" (The Blue Window, nicht Blue Systems) hofft jetzt die Telco Tesion in Baden- Württemberg das Internet ohne Telefongebühren unter die Leute zu bringen. Für 15,50 Mark darf dann 2 Stunden im Monat gesurft oder elektronisch eingekauft werden. Jede weitere Online- Stunde kostet tagsüber 8 Mark, so daß bei 100 Stunden monatlich 799,50 Mark anfallen. Abends und an Wochenenden kostet die Zusatzstunde 6 Mark. Tesion ist eine Tochter der Energie Baden- Württemberg AG und der Swisscom. Der Internet- Dienst startet am 11. Mai.
9.5.1998 (t-off). Spontan-Kommentar eines Internet- Nutzers: "Pünktlich zum Grand-Prix piept's nicht nur bei Guildo Horn. Die Nutzer wollten eigentlich einen günstigen Internet- Zugang und nicht gleich das ganze Netz kaufen." Denn die Tesion-Preise dürften kaum durch die Kosten gerechtfertigt sein. Sie liegen auf dem hohen T-Online- Niveau wie ein Vergleich zeigt, obwohl keine Telefon- Gebühren anfallen. Und sollten nun auch Arcor, Otelo und Viag Interkom das Internet auf eben diesem Preisniveau für Begüterte anbieten wollen, dann könnte der wachsende Zorn von über 6 Millionen deutschen Internet- Nutzern auf die Politik, die erst diese Abzockerei ermöglichte, doch noch ins Unermeßliche wachsen. In den USA kosten jetzt 100 Stunden Internet bei AT&T, AOL und BellSouth um die 40 DM. Das ist der Maßstab. [mehr]
BERLIN 2.5.1998 (fal/t-off). Es sind jetzt alle großen Telefon- Anbieter (Telcos) am Markt. Aber keiner dieser "Vollanbieter" hat es bisher geschafft, einen wegweisenden Internet- bzw. Online- Telefontarif einzuführen. Obwohl dafür ein riesiger Marktbedarf vorhanden ist. So denkt nun die Deutsche Telekom AG schon seit 28 Monaten über einen solchen Tarif nach. Denn bereits im Dezember 1995 hatte das Bundespost- ministerium aufgrund vieler Bürgerbeschwerden die Telekom auf diese Tarif- Lücke "aufmerksam" gemacht [t-off berichtete]. Bei einem echten (bundesweiten) Internet- Telefontarif würden alle Verbindungen zu allen Internet- Anbietern (ISP) oder sonstigen Online- Diensten diskriminierungs- frei rabattiert. Ein Vorabkauf von Tarifeinheiten mit eingebauter Verfallsmöglichkeit wie beim Telekom- Optionstarif "City- Plus" wäre überflüssig.
Aus dem Kreis der Nutzer, aber auch von der deutschen Wirtschaft, ist immer wieder die Forderung nach einem echten Internet- Telefontarif erhoben worden. Dennoch hat die Telekom beim Regulierer bis heute noch nicht einmal einen solchen wirtschafts- fördernden Tarif beantragt. Anläßlich der Vorstellung der Bilanz 1997 kündigte sie nun aber am Dienstag an, daß sie einen Tarif mit Rabattierung für "regelmäßige Verbindungen" plane. Ob dieser auch für Ortsverbindungen zur Internet- Einwahl gelten werde, teilte T-Chef Sommer nicht mit. Sollte sich die Telekom durch Einführung eines fairen Internet- Telefontarifs doch noch einen weiteren Wettbewerbsvorteil sichern wollen? Denn schon mit der ADSL- Einführung dürften die anderen Telcos kaum mithalten können, da ihnen mit der "letzten Meile" der direkte Kunden- Zugang fehlt.
[Vergleich tatsächlicher
Internet-Kosten]
[Tarif-Modell der Zukunft?]
[Internet-Telefontarif in Frankreich]
[Internet-Telefontarif in Österreich]
[Internet-Telefontarif in Ungarn]
MÜNCHEN 1.5.1998 (tm/t-off). Heute startet die Münchner Viag Interkom GmbH & Co KG ihr (bescheidenes) Angebot für Privatkunden im Festnetz. Obwohl diese Telefon- Gesellschaft (Telco) als Vollanbieter konzipiert ist, hat sie jetzt nur ein sehr begrenztes Angebot. So seien bis 1999 keine Ortsgespräche möglich, teilte sie gestern mit. Erst im Spätsommer wird das neue E2-Mobilnetz gestartet. Viag Interkom gibt derzeit 15 % Rabatt auf ihre Grundtarife für 15 vom Kunden vorher angegebene Rufnummern (5 davon dürfen Auslandsnummern sein) und mit dem Tarif "15plus" weitere 15 % ab der 15. Minute eines Dauerferngesprächs bei sekundengenauer Abrechnung. Damit dürfte aber nur ein sehr kleiner Kundenkreis angesprochen werden, meinen Branchen- Kenner. Kundenfreundliches echtes Call-by-call wird zudem nicht geboten. Von einem attraktiven Internet- Tarif war (noch) keine Rede.
DÜSSELDORF/ATLANTA 30.4.1998 (ad/t-off). Nach (zu) langem Hin und Her wird nun doch die starke US-Telco BellSouth bei Otelo als dritter Partner einsteigen. Das teilten heute die deutschen Otelo- Mütter RWE AG und Veba AG mit. Für Otelo ist dieser internationale Partner von entscheidender Bedeutung, da diese endlich Telekommunikations- Kompetenz einbringt. Denn die Strom- Monopolisten RWE und Veba verstehen nichts von moderner Computer- und Kommunikations- Technik [Ed: allenfalls etwas von klassischer Starkstrom- und Tagesbergbau- Technik (Garzweiler!)]. BellSouth wird daher erfahrene Mitarbeiter für Otelo zur Verfügung stellen. Diese Zusammenarbeit "soll unverzüglich aufgenommen" werden. [mehr]
Ein Vergleich der Angebote für Privatkunden von BellSouth und Otelo zeigt klar und deutlich, was Otelo noch alles an einer erfolgreichen Telefon- Gesellschaft (Telco) fehlt. Natürlich hat BellSouth in den USA kundenfreundliche Telefontarife, auch mit Flat-rates für den Ortsbereich. Mit dem "Bill Review" kann der Kunde dort sogar schon seine laufende Telefonrechnung via Internet ansehen. Auch beim Internet- Zugang hat BellSouth mit "BellSouth.net" die Nase vorn. Das kostet pauschal 19,95 $ [36 DM] pro Monat bzw. bei jährlicher Bezahlung 215,40 $ [388 DM, was rund 32 DM/Monat entspricht]. Zwar gibt es keine zeitliche Begrenzung, dennoch sind "Standleitungen" unerwünscht [mehr in der FAQ]. Und vielleicht kann Otelo nun vom Partner BellSouth lernen, wie wichtig attraktive Internet- Tarife für einen zeitgemäßen Vollanbieter sind. So könnten sich auch die großen Telekom- Wettbewerber von den Kleinen absetzen, anstatt nur Markt- beschränkungen für die Kleinen zu fordern [Ed: sonst läßt das Oligopol grüßen]. [mehr]
BONN 28.4.1998 (ris/t-off). Bei der Deutschen Telekom gibt es nach dem "Preisfeuerwerk" vom Jahresanfang jetzt die "Innovations- Offensive". Das kündigte heute Telekom- Chef Ron Sommer auf der Bilanzpressekonferenz in Bonn an. Dazu gehören die Einführung von technischen Neuerungen, die vor allem der Internet- Nutzung dienen. Mit "T-Mart" [Ed: Telekoms E-Markt ohne K] wird ein Paket kommerzieller Internet- Lösungen vom virtuellen Büro bis zum Internet- Laden angeboten. Mit "PCS" werden die Vorteile der festen und mobilen Telefon- Netze verbunden [Ed: und auch die Nachteile?].
Eine "wahre technische Revolution" sei aber das "superschnelle T-DSL", das im Herbst 1998 eingeführt werde. Diese neue Technik ist Telekoms ADSL [Ed: nein, das ist noch kein TV-taugliches VDSL, denn soo schnell ist die Telekom noch nicht]. Spötter stellten auch sofort fest, daß die Innovation der Telekom wohl nur darin liege, daß man dort das A vom ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) gestrichen und durch ihr T-Minus ("T-") ersetzt habe. Dabei sei aber diese digitale ADSL- Technik ab 1992 in den USA entwickelt worden. Das T-DSL, das mit der normalen Telefonleitung und nur wenig zusätzlicher Hardware auskomme, schließe die Lücke zwischen ISDN und Glasfaseranschluß mit ATM- Übertragung. T-DSL erlaube mehr als die 200fache Übertragungsgeschwindigkeit eines normalen Modems oder die 125fache des einfachen ISDN- Anschlusses, erklärte Sommer in Bonn. [Stichwort: ADSL] [ADSL, HDSL, SDSL, and VDSL]
HAMBURG 25.4.1998 (t-off). Nur zwei Wochen brauchte es, bis klar war, daß auch deutsche GSM- Handys unsicher sind. Ostern wurde in Kalifornien die bislang geheime GSM- Verschlüsselungsmethode im Internet publiziert [t-off berichtete am 13. April]. Mit diesem Wissen ist es jetzt dem Chaos- Computer- Club (CCC) gelungen, eine Chip-Karte des deutschen D2- Mobilnetzes zu kopieren. Das berichtet der SPIEGEL in seiner kommenden Ausgabe. Denn auch Mannesmann verwendet den fehlerhaften Kryptier- Algorithmus COMP128 (A3/A8). Der ARD- Tagesschau sagte heute Andy Müller- Maguhn vom CCC: "Die Firma Mannesmann hat sehr sorglos die internationalen Standards übernommen." D2- Mannesmann betonte nach Angaben der ARD- Tagesschau, daß keine Gefahr für ihre Kunden bestehe. Zudem werde zum Kopieren immer auch der sogenannte PIN- Code benötigt. Der CCC wies in der ARD- Tagesschau aber daraufhin, daß dieser zum Beispiel von Autovermietern beim Mitverleih von Handys immer genannt werde. [mehr] [noch mehr]
[Security by Obscurity!]
[Aktuelle Krypto-Infos]
[Pressemitteilung der
SDA]
[GSM
Cloning FAQ]
[Der
GSM-Algorithmus]
[CNN
vom 10.12.1996]
27.4.1998 (t-off). Die Sicherheit der D2-Handy-Karten sei "bei sorgfältigem Umgang absolut ausreichend", stellte heute Mannesmann fest. Man sehe keine Veranlassung, die Sicherheit zu erhöhen. Die Aktie sank heute um 2,8 %. Aber: [COMP128 und die Betroffenen]
BONN 25.4.1998 (pos/t-off). Finanzminister Waigel (CSU) hat jetzt seinen Staatssekretär Stark vorgeschickt, um massiv Stimmung gegen die beim Wirtschaftsministerium angesiedelte, aber ansonsten unabhängige Regulierungsbehörde zu machen. Die "Süddeutsche Zeitung" und "Die Welt" berichten in ihren heutigen Ausgaben aus dem Inhalt eines (Abmahn-) Briefes, den Stark an den Behörden- Chef Scheurle geschrieben hat. Darin attestiert der Telekom- Lobbyist [Ed: der auch für den Bund im Aufsichtsrat der Telekom sitzt] der neuen Behörde Willkür bei den Entscheidungen, die die Deutsche Telekom betreffen, was bereits die wirtschaftliche Basis des Großkonzerns beeinträchtige. Um wieder mehr (Plan-) Wirtschaft [Ed: Mauscheleien?] für die Telekom zu erreichen, sollen jetzt Kohl (CDU), Rexrodt (FDP) und Waigel (CSU) Machtworte sprechen. Der unabhängige Regulierer soll damit willfähriger gemacht werden, so daß seine Entscheidungen in Zukunft "verantwortungs- bewußter als bisher auf ökonomische Folgewirkungen überprüft" ausfallen. [mehr]
In der Regulierungsbehörde stößt die Kritik des Staatssekretärs auf völliges Unverständnis. Nicht die Eigentümerinteressen des Bundes an der Telekom, so heißt es dort, stünden bei den Entscheidungen im Vordergrund, sondern die "Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen" für den gesamten Telekommunikations- Markt. Irgendwie scheint dieser Herr Stark noch nicht ganz begriffen zu haben, daß wir jetzt einen globalen Markt haben, und daß ein Schrumpfen der Deutschen Telekom im Sinne des Wettbewerbs notwendig ist, fällt dazu Bonner Oppositionellen ein. Für die Telekom und die deutsche Telekommunikations- Industrie seien zudem die vielen falschen Entscheidungen bei technischen Entwicklungen (z. B. Internet, ADSL, VDSL, Digital-TV, Kabel-TV) und die Fehl- Investitionen (z. B. beim T-Net, ISDN, Kabel-TV) ökonomisch eindeutig gefährlicher.
[Zoff beim Regulierer] [Billigster Ortstarif der Welt?]
27.4.1998 (ard-141/t-off). Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und wichtigster Wirtschafts- Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, Jürgen Stark, soll nun nach Informationen aus Koalitionskreisen Vizepräsident der Deutschen Bundesbank werden. Und Minister Rexrodt hat bereits heute ein Machtwort gesprochen. Aus China kamen von Rexrodt deutliche Worte, gerichtet an Telekom und Finanzminister. [Tele Danmark lobt den Regulierer]
30.4.1998 (t-off). Voilà! Der Starksche Abmahnbrief zeitigt ein erstes Ergebnis für die Telekom. Der Regulierer hat heute die im November 1997 von der Telekom erhöhten Kabelfernsehgebühren nachträglich genehmigt, da die Telekom einen "erkennbaren Nachholbedarf" habe. [mehr]
BONN 23.4.1998 (res/t-off). Die Bonner Spatzen hatten im Januar richtig gepfiffen, daß Telekom- Vorstand Herbert May "nächster Freisetzungskandidat" sein würde. Die Deutsche Telekom AG teilte heute mit, daß Herbert May (49) "aus persönlichen Gründen" aus dem Amt scheide. Der ideenlose Ex- DeTeSystem-Chef gehörte dem Telekom- Vorstand seit September 1995 an. Er war für Geschäftskunden sowie zuletzt fürs globale System- Geschäft zuständig. Die "Kompetenzmängel" im Systembereich waren nicht mehr zu vertuschen. Seit Herbst 1997 ist es der Telekom zudem nicht gelungen, sich einen digital- kompetenten Partner anzulachen, der ihre massiven Computer- Schwächen kompensieren könnte. Außerdem laufen der Telekom die lukrativen Großkunden und staatlichen Institutionen weg. Und mit einem internen Befehl, auf Einhaltung aller Alt-Verträge insbesondere der 10-Jahres Verträge bei den Telefon- Anlagen zu pochen, produzierte May reichlich Unmut unter vielen Geschäftskunden, die so nicht auf neuere Telefon- Technik umsteigen können. [mehr] [Deutsche Telekom: Diebische Freude]
26.4.1998 (t-off). Reichlich Führungspersonal ist der Deutschen Telekom in den letzten Jahren abhanden gekommen: Helmut Ricke (1994), Rolf-Dieter Leister (1996), Lothar Hunsel (1997), Erik Jan Nederkoorn (1998), Herbert May (1998)... und dann wohl Ron Sommer (1999).
KARLSRUHE 22.4.1998 (tok/t-off). Als Unternehmer Franz K. das große Telekom- Inserat im aktuellen SPIEGEL (17/1998) sah, kam ihm die Galle hoch. Mußte er doch lesen: "Was haben erfolgreiche Unternehmer gemeinsam? Octopus. Das flexible ISDN- Telekommunikations- System." Erfolgreich wollte auch er sein und schon lange von analoger auf digitale Telefon- Technik umsteigen. Nur gab es da Hindernisse. [mehr]
AACHEN 21.4.1998 (t-off). Bekanntlich ist es der Deutschen Telekom AG zum Start des Freimarkts nicht gelungen, ihre Telefontarife von den antiquierten Tarifeinheiten auf die sekundengenaue Abrechnung umzustellen. Und das schafft heute bei Preisvergleichen jede Menge Wirrwarr. In der c't 7/1998 weist jetzt Dietrich Beitzke aus Aachen daraufhin, daß das ein unlauterer Wettbewerb sein könnte. [mehr]
PHOENIX 20.4.1998 (cyf/t-off). Während in Deutschland noch über die Alt- Technik ISDN (nur 2 x 0,064 MBit/s) trefflich gestritten wird, geht es in den USA Schlag auf Schlag mit der digitalen Technik der Telekommunikation voran. Baby Bell US West kündigte heute das Digital- TV über die vorhandenen Telefonleitungen noch für diesen Sommer an. Mit dem Angebot TeleChoice wird die Telefongesellschaft 120 digitale Fernsehkanäle, 40 digitale Musikkanäle in CD-Qualität, Internet und Telefon in einem Paket zunächst in Phoenix anbieten. Technisch möglich wird der Transport der vielen Daten über die einfachen Kupferdrähte durch den erstmaligen Einsatz eines verbesserten ADSL, dem VDSL (Very- high- speed Digital Subscriber Line), das eine Datengeschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zuläßt. [mehr] [noch mehr] [ADSL, HDSL, SDSL, and VDSL]
BERLIN 18.4.1998 (t-off). Was von der c't als Aprilscherz gedacht war und aus Amerika bereits als Warnruf herüberschallte, das plant die Bundesregierung in der Tat: (Weitere) Steuern fürs Internet.
Anstatt sich schleunigst um wirklich kunden- freundliche Tarife zu bemühen, rügt Otelo Kritik an ihren derzeitigen Tarifen. Otelo hat aber bislang noch immer kein echtes Call-by-call eingeführt. Unter Marktkennern gilt Otelo bereits als erster Loser des Freimarkts. Denn wer will wohl schon bei den gegenwärtigen Preisen zum "Vollanbieter" Otelo wechseln, wo es dort noch immer keine günstigen Orts- und Nahgespräche gibt.
Nun laufen der Telekom auch die staatlichen Institutionen weg. Das Bundesland Rheinland- Pfalz macht den Anfang. Sie gehen zu Arcor (nicht zu Otelo!) und sparen dort über 1/3 ihrer bisherigen Ferngesprächskosten. Und sogar der Regulierer läßt sich bereits attraktivere Angebote machen, was auch der Telekom-Amigo nicht verhindern konnte.
Für Microsoft, dem Software-Riesen, dem es bis 1998 nicht gelungen ist, ein sicheres und stabiles PC- Betriebssystem zu produzieren, braut sich jetzt Ungemach zusammen. Gleich 11 US- Bundesstaaten wollen jetzt Klage erheben wg. der massiven Monopol- Bestrebungen, denn Microsoft hat auch 1997 reichlich eingekauft. Unterdessen "bittet" Microsoft allerorten um gut Wetter. So erhielt T-Online einen lukrativen Werbeauftrag.
KÖLN 17.4.1998 (si/t-off). Ein Urteil des Kölner Landgerichts gegen die Lufthansa könnte weitreichende Folgen haben. Auch für das Geschäftsgebaren einiger Telefon- gesellschaften, die mit unehrlicher Werbung auf Kundenfang gehen. Eine Fluggesellschaft, die mit günstigen Angeboten wirbt, muß in der Werbung alle Gebühren in den Flugpreis einrechnen. Die Lufthansa hatte Flüge nach London und Paris für 299 Mark angepriesen. Daß aber diese Flüge wegen Zusatzgebühren tatsächlich um bis zu 92 Mark teurer waren, wurde nur in einer kleinen Fußnote erwähnt. Die Kölner Richter erkannten darin einen klaren Verstoß gegen die Preisangabe- Verordnung.
ESCHWEGE 15.4.1998 (vift/t-off). Nach dem die Deutsche Telekom AG in 10 Monaten nicht in der Lage war, massive Ungereimtheiten bei überhöhten Telefon- Rechnungen in ihrem Ortsnetz Wehretal (05658) rational aufzuklären und sich nur in Ausflüchte rettete [t-off berichtete], hat jetzt die Firma Kallay zusammen mit anderen Telekom- Kunden eine "Verbraucher- Initiative gegen Fehler in der Telekommunikation" gegründet. Die Bürgerinitiative will nun selbst Licht in das Abrechnungschaos bringen. [mehr]
LONDON/BONN 14.4.1998 (irk/wop/t-off). Die von Tony Blair geführte britische Labour- Regierung gibt jetzt weitere 100 Mill. Pfund [rund 300 Mill. DM] frei, um damit 8.000 Schulen im Rahmen des Projekts "National Grid for Learning" ans Internet anzuschließen. Das kündigte heute der britische Bildungsminister David Blunkett an. Die Pläne sehen vor, daß bis 2002 im Vereinigten Königreich (UK) alle Schulen am Weltnetz hängen werden. Dann sollen auch 75 % der Lehrer und 50 % der Schüler mit einer eigenen E-Mail- Adresse versorgt sein. Für die Aus- und Weiterbildung der Lehrer werden bis 2002 zusätzlich 230 Mill. Pfund [rund 0,7 Mrd. DM] investiert.
In Deutschland sind derzeit nur 16 % aller Schulen [Ed: nicht der Klassenzimmer!] ans Welt- informationsnetz angeschlossen. In den USA ist man bereits bei fast 80 %. Auch in Frankreich hat eine rasante Aufholjagd begonnen. In Bonn wird erwartet, daß erst nach einem Regierungswechsel im Herbst mit staatlichen Mitteln angemessen in Deutschlands Zukunft investiert werden wird. Zwar setzt Bonns derzeitiger Bildungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) durchaus auf Medien- Kompetenz, er konnte sich damit aber weder beim nicht computer- kompetenten Finanzminister Theo Waigel (CSU) noch beim Regierungschef so durchsetzen, wie es angesichts der ernsten Lage notwendig wäre. [Wann beginnt Deutschland mit der Aufholjagd?]
BERKELEY 13.4.1998 (cyf/t-off). Der heutige Tag ist ein Schwarzer für die Betreiber von Mobil- Telefonnetzen. Denn heute wurde in Kalifornien bekannt, daß die persönlichen Zugangsdaten bei allen GSM- Handys miserabel verschlüsselt sind. Der Smartcard Developer Association (SDA) ist es zusammen mit Forschern der University of California in Berkeley gelungen, den bislang geheimen Kryptier- Algorithmus zu enttarnen. Damit ist es dann möglich gewesen, eine Original- Handykarte zu klonen, um mit der fremden Kundenregistrierung mit einem anderen Handy zu Lasten dessen Nummer zu telefonieren.
Marc Briceno, SDA-Direktor, stellte heute dazu fest, daß die Kryptierung des in Europa [Ed: Deutschland?] entwickelten GSM-Verfahrens zudem fehlerhaft sei. Und erst dieser Fehler habe es überhaupt möglich gemacht, den gesamten Algorithmus COMP128 in ganz kurzer Zeit offenzulegen. Dieses sei nun ein weiteres Beispiel dafür, wie ein nicht öffentlich diskutiertes Sicherheitssystem zur "security by obscurity" führe. "Das können wir uns in einer total digitalen Welt nicht mehr länger leisten", sagte Briceno. Es müsse hier schnellstens ein "völlig neues Denken" beginnen. Weltweit werden derzeit rund 80 Millionen GSM-Handys betrieben. Ein Schließen des Sicherheitsloches sei möglich, aber es werde wohl für die Anbieter teuer werden. [New York Times] [Unsicherheit auch beim deutschen D2-Netz]
[Pressemitteilung der
SDA]
[GSM
Cloning FAQ]
[Der
GSM-Algorithmus]
[CNN
vom 10.12.1996]
[Die bisher einzige deutsche Info von vwd
dazu]
[100,000 DM offer to hack GSM phones]
17.4.1998 (t-off). Aus dem Leserkreis kam der Hinweis, daß der publizierte Verschlüsselungs- Algorithmus COMP128 (bzw. A3/A8) nur eine mögliche Variante der GSM- Norm sei. Insofern seien nur Handy- Karten (SIM-Karten) betroffen, die exakt diesen Algorithmus verwenden. Deutsche Mobilnetz- Betreiber würden diese Art der Kryptierung nicht verwenden. Es stellt sich nun die Frage, ob die deutschen Varianten auch einen systematischen Fehler enthalten und ebenfalls um 10 Bit Schlüssellänge (54 statt 64 Bit) "geschwächt" sind? In jedem Fall ergeben Schlüssel von 64 Bit Länge eine miserable Kryptierung. Stand der Kryptiertechnik sind 1024 Bit. [mehr]
BONN 9.4.1998 (t-off). Zur CeBIT hatte die Deutsche Telekom die Einführung von ADSL als schnellem Internet- Zugang angekündigt. Für die Pilotphase hat die Telekom inzwischen die Preise genannt. Danach fallen für die Verbindungen keine Telefonkosten an. Monatlich werden 48 DM fällig, die eine Nutzung von 20 Stunden beinhalten. Jede weitere Minute kostet 5 Pfennig (3 DM/Stunde), so daß 100 Stunden 288 DM und 150 Stunden 438 DM kosten [Ed: womit die Telekom zeigt, daß sie nichts von Tarifmodellen der Zukunft mit "always- on- connections" hält]. Alle Teilnehmer an den Pilotprojekten werden zudem Zwangsteilnehmer des unsicheren T-Online. Für die Nutzung dieser Dienste werden zusätzlich 10 Pfennig pro Minute verlangt (6 DM/Stunde). Weitere Infos gibt es von einem speziellen Web-Service der Telekom.
[ADSL kommt!] [Die Entdeckung der Schnelligkeit] [Das ADSL-Projekt der Uni Münster]
12.4.1998 (t-off). Es ist zur Zeit unklar, ob neben den ADSL- Gebühren immer auch die zeitabhängigen Provider- Gebühren von T-Online mit tagsüber von 3 DM/Stunde anfallen. Dann würden 20 Stunden 108 DM, 100 Stunden 588 DM und 150 Stunden 888 DM kosten! Die Angaben der Telekom sind nicht ganz eindeutig. Als erstes Fazit kann aber wohl schon festgestellt werden, daß in Deutschland das ADSL, selbst in der abgespeckten Version (bis 1,5 MBit/s), sehr teuer werden wird. Denn es fehlt hier die TV-Kabel- Konkurrenz, die in den USA für marktgerechte Preise sorgt.
Und das gibt's jetzt in den USA (klicken!):
17.4.1998 (ws/t-off). Der ADSL-Preisnebel lichtet sich. Danach kostet der volle Internet- Zugang per ADSL monatliche Grundgebühren von 48 DM. In den ersten 20 Stunden wird zusätzlich eine zeitabhängige Gebühr von 10 Pfennig pro Minute bzw. 6 DM pro Stunde erhoben. Jede weitere Stunde kostet dann 9 DM. Somit kosten 20 Stunden richtiges Internet im Pilotversuch 168 DM, 100 Stunden 888 DM und 150 Stunden 1338 DM im Monat. Wer hatte auch was anderes von der Telekom erwartet?
BONN 8.4.1998 (pos/t-off). Gerade erst war der brisante Streit zwischen der Regulierungs- behörde für Telekommunikation und dem Bundeskartellamt unter den Bonner Teppich gekehrt worden, da gibt es neuen Ärger. Es gärt schon seit Wochen an der Spitze der Mammut- behörde. Aber es verwunderte heute schon, daß der in seinem hochdotierten Amt zur Neutralität verpflichtete Vize- Präsident Arne Börnsen (SPD) sich so klar und deutlich als Telekom- Freund outete. Zwar ist vom Chef- Regulierer Klaus- Dieter Scheurle (CSU) seit seinem WELT- Interview bekannt, daß er der Telekom den Kampf angesagt hat, aber das war vor seiner Amtszeit als Präsident. Bonner Insider wußten schon lange [Ed: und Börnsens Pressemitteilung von 1996 ist ein Beleg dafür], daß der wenig technik- und wirtschafts- kompetente "Postler" Börnsen zu den Befürwortern der hohen Telekom- Ortstarife und damit der "5-DM-pro-Stunde" für die Internet- Einwahl gehörte und auch ansonsten nichts von der wettbewerbsfördernden Netz- Auslagerung hielt. Auch hält er die Kosten- Berechnungen der Telekom für richtig. So forderte er heute (von der Presse?) eine "faire Behandlung" der Telekom. Man habe der Telekom zugemutet, Leistungen für die Konkurrenten mitzufinanzieren. So zum Beispiel bei den Interconnection- Gebühren und dem entbündelten Kunden- Zugang. Diese Gebühren seien vom Regulierer zu niedrig festgesetzt worden. Die Behörde teilte dazu mit, daß sie nicht die Meinung ihres Vize- Präsidenten teile. Dieser habe nur seine Privat- Meinung geäußert. [mehr]
10.4.1998 (t-off). Ob Arne Börnsen der SPD mit seinem Auftritt einen Gefallen getan hat, muß bezweifelt werden. Denn wer sich so klar als Bremser der deutschen Zukunft, des "Aufbruchs in die Informationsgesellschaft" profiliert, bringt seine eigene Partei im Wahlkampf in massive Erklärungsnöte. Denn Millionen von frustrierten Internet- Nutzern sind auch Wähler. [Jobmaschine Internet]
BERLIN 7.4.1998 (khd/t-off). Im Kampf der Deutschen Telekom gegen die Sicherheitslücken ihres kostenpflichtigen (Btx-) Computer- Dienstes T-Online setzt der "HighTech"- Riese weiterhin auf das Korrekturverfahren des "Trial and Error" (Probieren, Irren, Probieren, ...), nicht aber auf eine zielgerichtete Behebung der erheblichen Mängel nach dem Stand der Technik. Denn nur nach 2 1/2 Stunden hatte heute die "stärkere" Verschlüsselung der Zugangsdaten Bestand. Dann war auch diese wieder enttarnt. Und es war wieder nur ein Kinderspiel. Warum aber bei T-Online die bereits im Februar 1997 angekündigte IDEA- Verschlüsselung nicht Einzug gehalten hat, bleibt bis heute unklar. [mehr] [noch mehr]
Computer-Experten können nur noch den Kopf schütteln, angesichts von so viel T-Ignoranz und D... So verwundert es auch, daß die Telekom unter diesen unsicheren Bedingungen überhaupt (noch) die Lizenz zum Homebanking hat. Wieviel (Un-)Recht mag da inzwischen von deutschen Richtern gesprochen worden sein, nur weil diese sich bei überhöhten Telekom- Forderungen auf fragwürdige Gutachten stützten, die der Telekom die volle Sicherheit bescheinigten? Das wird nun schnellstens zu revidieren sein. Jedenfalls ist das Sicherheitsimage der Telekom total perdu. Nachbesserungen der Primitiv- Kryptierung helfen da nicht mehr weiter. Es muß ein völlig neues computerplattform- unabhängiges Sicherheits- Konzept eingeführt werden, das endlich die Btx- Eierschalen abwirft. So bietet z. B. das für das Internet konzipierte HBCI- System der Banken, das auf dem RSA- Kryptierverfahren beruht, einen besseren Sicherheitsstandard. [mehr Kommentar]
[Security by Obscurity!]
[Homebanking nun sicherer?]
[Telekom setzt nun auf sichere
Datenverschlüsselung]
Diskussionen über Computer-Sicherheit zur Nachhilfe:
[comp.security.misc]
[de.comp.security]
[de.org.ccc]
BONN 2.4.1998 (wop/t-off). Um mehr Geld in die leeren öffentlichen Kassen zu spülen, würde die Bundesregierung zu gerne eine Sondersteuer auf den Datenverkehr in allen digitalen Computer- Netzen erheben, insbesondere auf den Internet- Verkehr. In Bonner Ministeriumsschubladen soll es für eine solche "Bit-Steuer" schon ganz konkrete Vorstellungen geben. Insofern hat der als April- Scherz der "c't" (Heft 7/1998) getarnte Artikel "Zukunftstarif 98" durchaus einen sehr ernstzunehmenden Hintergrund. Aber diese wirtschaftshemmende und arbeitsplatzkostende Bit-Steuer gibt es bereits seit dem 1. Januar 1996. Sie heißt nur anders: Ortstariferhöhung oder "Tarifreform 96" der Telekom. Seit dem kostet die Telefonverbindung für eine Online- Stunde im Internet tagsüber in der Woche fast 5 Mark! Genau sind es inzwischen 4,84 DM/h, davor waren es 2,30 DM/h, und bis 1991 sogar nur 1,73 DM/h. Und daß es eine verkappte Steuer ist, mag man auch daran erkennen, daß die eingesetzte Technik ständig billiger und leistungsfähiger geworden ist.
Ein erheblicher Anteil dieses amtlich verordneten Preiswuchers fließt in Theo Waigels Kassen, als mehr Mehrwertsteuer, sonstigen Abgaben und als Dividende. Schließlich ist der Bund noch immer der Hauptaktionär der Deutschen Telekom AG. Und nun wundern sich mitdenkende Bürger, daß um den künftigen Einstieg in eine Energie/ Öko-Steuer (Zielvorgabe vielleicht 5-Mark-pro- Liter-Benzin in 10 Jahren) von der Politik in und mit den Medien derzeit ein solcher Wirbel gemacht wird. Merkwürdigerweise nicht aber generell kritisiert wird, daß die Bundesregierung bereits mit ihren Vorgaben von 1993/94 jede Menge Arbeitsplätze im Umfeld der Informations- und Telekommunikations- Technologien schlichtweg verhindert hat. Warum wird darüber nicht gestritten? Denn entscheidend für Deutschland ist die gesunde wirtschaftliche Entwicklung bei diesen wirklichen Zukunftstechnologien.
4.4.1998 (khd). Um es klar und deutlich zu sagen: Das "3-Liter-Auto"
der Digital- Technik ist bereits gebaut. Denn hier hat die (US-)
Elektronik- Industrie längst ihre Schularbeiten für alle
gemacht. Durch immer höhere Integrationsdichten der Transistoren auf
den Siliziumplättchen und durch bessere Fertigungsmethoden wurden die
Chips, vor allem die Mikroprozessoren, immer billiger und sehr viel
leistungsfähiger (1000 Megahertz- Takt steht vor der Tür). Auch
deshalb kostet heute digitale Vermittlungstechnik für die Telcos nur
noch einen Bruchteil dessen, was noch die ausgefeilte mechanische
Feinwerktechnik der Edelmetall- Motor- Drehwähler- Welt in den
60er-Jahren kostete. Und wenn dann die Bundesregierung in den 90er- Jahren
hingeht und plötzlich politisch hohe zeitabhängige Ortstarife
die "5-Mark-pro-Stunde" für Telefon- Verbindungen
anordnet, um damit auch massiv die Entwicklung des Internets
dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor der (nahen) Zukunft zu
behindern, dann ist das wie damals in Schilda, wo die superschlauen Bewohner
Licht in Säcken in ihre Wohnungen ohne Fenster transportieren
wollten.
Das "Licht" (Geld) in den Staatskassen mag zwar kurzfristig (bis zur
nächsten Wahl?) für Freude sorgen, im globalen Wettbewerb der
Besten aber wird diese deutsche Art der
Preisregulierung bei den Telekom-Ortstarifen letztendlich dafür
sorgen, daß vieles den Bach runtergeht und neue Arbeitsplätze mit
Zukunft gar nicht erst entstehen. Alle politischen Parteien sollten deshalb
endlich Farbe bekennen und ansagen, wie sie es denn nun ganz konkret mit
der Verfügbarkeit des Internets für jedermann wirklich halten.
Ein reines Geschwafel von einer Entwicklung zur Informationsgesellschaft
reicht da nicht mehr aus. Die deutsche Wirtschaft braucht endlich optimale
(neue) Rahmenbedingungen, um im Weltkonzert des Internets so richtig
mitmischen zu können. Und dazu gehört natürlich, daß
auch die deutschen Marktpartner einen preisgünstigen Zugang zum
Weltnetz erhalten können.
Frühere Kommentare:
[16.12.1995: Verteuerung der
Ortsgespräche]
[14.08.1997: Konzeptionslos?]
BERLIN 1.4.1998 (ws/t-off). Den Verfechtern zeitabhängiger Tarifmodelle für den Internet- Zugang dürfte jetzt ein weiteres Argument ausgehen. Die Deutsche Telekom begründete ihre hohen zeitabhängigen Tarife für die Telefon- Einwahl (aber auch zusätzlich noch bei ihrem Internet- Zugang T-Online) bisher unter anderem damit, daß die in den USA üblichen monatlichen Pauschaltarife umstritten seien und zu erheblichen Engpässen sowohl im Telefonnetz als auch im Internet geführt hätten. Doch muß es in Deutschland deshalb gleich automatisch beim entgegengesetzten Extrem bleiben? Gibt es für die Tarifierung der Internet- Einwahl also keine intelligentere und zeitgemäßere Lösung als die derzeitigen Ortstarife der Deutschen Telekom mit rund 5-Mark-pro-Stunde, die ursprünglich für ein ganz anderes Telefonierverhalten konzipiert wurden? Denn auch bei nur wenigen kurzen (3-Minuten-) Ortsgesprächen sollten die notwendigen Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden. Die heutige Internet-Nutzung führt jedoch zu einem erheblichen Anstieg der Verbindungsminuten, so daß sehr viel niedrige Gebühren pro Minute kostendeckend wären. Nach Ansicht des Bundeskartellamts würde die Telekom ihre Ortstarife heute als Geldmaschine nutzen. [mehr]
HANNOVER 31.3.1998 (sik/t-off). Daß zwei pfiffige Schüler den obskuren Sicherheitsmechanismus bei T-Online austricksen konnten, hat vor allem mit der Ignoranz von Europas größtem Online-Dienst zu tun. Es ist schlichtweg verwerflich den zwei Millionen Online- Kunden vorzugaukeln, daß es keine Sicherheitsrisiken bei der Nutzung gibt. Schließlich muß T-Online selbst ganz genau wissen, daß sie ihren Kunden nur Zugangs- Software sekundärer Qualität zur Nutzung auf PCs gibt, deren Betriebssysteme wie Windows 95/98 oder NT selbst nicht sicher sind. Denn diese Systeme kennen z. B. elementare Steuerungsmittel für die Zugriffskontrolle wie ACEs (access control entries) bzw. ACLs (access control lists) für alle Systemobjekte (Dateien, Verzeichnisse, Platten, Peripheriegeräte usw.) nicht. Aber die Telekom kann deshalb nicht die Schuld auf Microsoft abschieben. Zwar ist es richtig, daß Microsoft keine sichere Software anbietet, aber das enthebt einen Computerdienst nicht von der Verpflichtung, dann eben diese Sicherheitslöcher mit der eigenen Zugangs- Software zu kompensieren, beispielsweise mit einer hochwertigen, de-facto nicht knackbaren Verschlüsselung der Zugangscodes. [Beweislastumkehr gefordert]
6.4.1998 (t-off). Schon morgen ab 11 Uhr soll jeder Tonline- Nutzer automatisch bei der Einwahl eine Nachbesserung der Zugangs- Software (nur für Windows) erhalten. Damit sollen nun endlich die Zugangsdaten "stärker verschlüsselt" werden, teilte heute die Telekom in Bonn mit. Und das verblüfft nun schon. Wie kann es der Telekom in nur wenigen Tagen gelingen, eine wesentliche Sicherheitsverbesserung anzufertigen und vor allem unter vielen Bedingungen auszutesten? Ob daher diese neue Verschlüsselung wirklich sicherer ist, muß abgewartet werden.
7.4.1998 (t-off). Alles klar! Die Telekom betreibt Augen- wischerei. Sie verwendet keine starke Verschlüsselung der Zugangsdaten. Und nun steht auch fest, daß sie wirklich nichts von Computer- Sicherheit versteht. Denn nur 2 1/2 Stunden nach Freigabe war heute die neue Verschlüsselung schon wieder enttarnt. [mehr]
HAMBURG 26.3.1998 (ob/t-off). Die Telefongesellschaft MobilCom AG will im Mobil- und Festnetz kräftig weiter wachsen. Das kleine Unternehmen, dessen Aktien in diesem Jahr rasant auf bis zu 1760 DM stiegen, hat gut verdient, so daß sie für 1997 eine Dividende von 2,50 DM je Aktie zahlen kann. Der Ausgabepreis für die 5-Mark-Aktie hatte vor einem Jahr bei 62,50 DM gelegen. Bereits drei Monate nach dem Freimarkt- Start habe MobilCom im Festnetz die Gewinnschwelle erreicht, sagte heute Firmenchef und Hauptaktionär (60 %) Gerhard Schmid auf der Hauptversammlung (HV) in Hamburg. Täglich werden jetzt 2,5 Millionen Minuten mit der MobilCom/CityLine im Festnetz telefoniert [Ed: was bei einem Minutenpreis von 19 Pfennig eine Tageseinnahme von rund 1/2 Million Mark ergibt]. MobilCom kauft die Minute bei der Telekom für rund 10 Pfennig ein.
Unterdessen häufen sich im Internet Berichte darüber, daß MobilCom/CityLine bei den Kunden abkassieren möchte. Vielen (allen?) Kunden wurden jetzt auf der Telekom- Rechnung Gespräche, die diese per Call-by-call via 01019 vom Fest- zu Mobilnetzen im Januar und Februar führten, mit rund 5 Mark pro Minute berechnet dem Fünffachen. Schon im Februar hatte die Abrechnung über die Telekom nicht geklappt. Die Telekom konnte die von der MobilCom gelieferten Gesprächsdatensätze nicht einlesen. Eine Erklärung zu den Abrechnungspannen gab es heute auf der HV nicht. [mehr]
2.4.1998 (t-off). Das MobilCom/CityLine-Team hat heute den Abrechnungsfehler eingeräumt. Es sei "ein Irrtum" von Ihnen, heißt es in einer E-Mail. Man werde auf der nächsten Rechnung "eine entsprechende Gutschrift" erteilen und "nicht neu berechnen". Ob MobilCom nun von sich aus alle Falschberechnungen korrigiert, ist weiterhin unklar. Eine Pressemitteilung dazu gibt es noch immer nicht. Das ist peinlich. E-Mail: CityLine@mobilcom.de.
HANNOVER 20.3.1998 (ws/t-off). Die EU- Kommission hat jetzt zugestimmt. Damit dürfen die in die Haushalte führenden Stromleitungen auch für den schnellen Internet- Zugang genutzt werden. Im Oktober 1997 hatte der kanadische Telekom- Ausrüster Northern Telecom (Nortel) zusammen mit Norweb Communications (Tochterunternehmen des britischen Energie- Versorger United Utilities) einen entscheidenden Durchbruch vermeldet. Die Übertragung von Daten wäre mit Hochgeschwindigkeit jetzt auch über extrem störanfällige Stromleitungen möglich. Vor allem für den Internet- Zugang sei die Lösung von Nortel entwickelt worden, die derzeit auf der CeBIT gezeigt wird. [mehr] [Digital PowerLine]
In Deutschland dürfte es aber wohl noch länger dauern, bis tatsächlich Internet-Zugänge per Stromnetz angeboten werden. Hier soll womöglich das Rad noch einmal erfunden werden. Denn drei große Energieversorger (Hamburger HEW, Berliner BEWAG, Kölner GEW) haben sich zusammengetan, um entsprechende Patente zu entwickeln. Resultierende Lösungen könnten später dann von weiteren Interessenten lizensiert werden. Doch bis zur Marktreife soll es frühestens in 34 Jahren soweit sein. Probleme würde derzeit noch die Störempfindlichkeit bereits verlegter Stromleitungen bereiten, daran werde jedoch gearbeitet. Ob's aber auch daran liegen kann, daß in Deutschland primär nur ans klassische Telefonieren (d. h. Sprache) und gar nicht so sehr an die möglicherweise einfachere Übertragung von Daten (IP-Paketen) gedacht wird? Die Nachfrage vieler Kunden ist jedenfalls eindeutig: Sie wünschen sich eine große Vielfalt beim günstigen Internet- Zugang. [mehr]
[Brits bolt past America with
Internet access via power lines]
[Nortel brings Internet through
electric outlets]
[Telefonieren mit Power]
[Einfacher als Mobilfunk]
BRÜSSEL 19.3.1998 (cref/t-off). In Brüssel pfeifen es bereits die Spatzen von den Dächern: Aus der Allianz zwischen der Deutschen Telekom und der Kirch- Gruppe beim Digital- Fernsehen, die durch Beteiligung der Telekom an der Beta- Research (d-Box) realisiert werden sollte, wird nichts. Zwar will die EU-Kommission erst im Mai darüber entscheiden, aber die Verstöße gegen geltendes EU- Kartellrecht sind bereits heute klar. Die Telekom wolle damit in einer Zeit, wo sich Europa auf dem Weg zum Euro befindet, ihre Vormachtstellung bei den Kabelfernseh- Netzen durch eine rein landesspezifische Lösung (nicht- offene d-Box als Decoder) ausbauen.
Zudem besitze die Telekom zusammen mit den Telefon- Ortsnetzen praktisch ein Netz- Doppel- Monopol, auch wenn sie jetzt ihre TV- Kabelnetze "regionalisieren" will. Die Telekom habe außerdem nicht die wettbewerbsfördernde Absicht, das TV- Kabel für die Telekommunikation zu öffnen, z. B. für Telefonie und Internet- Nutzung. Andererseits habe die Telekom erst Anfang der Woche ihren Einstieg in die superschnelle ADSL- Digitaltechnik zur Datenübertragung via Telefon- Leitungen für die Internet- Nutzung angekündigt. Damit werde nun deutlich, daß eine Wettbewerbssituation entstehen würde, die privaten Kabelbetreibern und Telefon- Gesellschaften keinerlei Entwicklungschancen angesichts des Zusammenwachsens von TV und Internet mehr geben würde, war heute in Brüssel zu erfahren. [Die EU fühlt sich zudem von Kirch und Bertelsmann beim Pay-TV hinters Licht geführt]
HANNOVER 17.3.1998 (mi/sw/t-off). Offensichtlich ist für die Telekom der Feldversuch von Nürnberg erfolgreich verlaufen. Denn die Deutsche Telekom wird noch in diesem Jahr die neue ADSL-Technik zur digitalen Daten- übertragung über herkömmliche Telefon- Leitungen (zwei Kupferdrähte) einführen. ADSL arbeitet mit der mehrfachen Geschwindigkeit heutiger ISDN- Anschlüsse (64 kBit/s). "ADSL ist der nächste Schritt in die Zukunft", sagte Telekom- Chef Ron Sommer heute im Vorfeld der Computermesse CeBIT. Mit dieser ultraschnellen Übertragungs- technik (bis zu 8 MBit/s) wolle die Telekom den Online- Massenmarkt erschließen. Damit wird auch die Internet- Standleitung für jedermann möglich. Es wird jedoch erwartet, daß die Telekom zunächst ihre Vermittlungsstellen in den Ballungs- zentren mit ADSL nachrüsten wird. Zu den Preisen wollte sich Sommer noch nicht äußern. [more]
In den USA wird ADSL vom Vorreiter US West zu einem Pauschaltarif von 40 $ [73 DM] pro Monat angeboten (MegaLine). Die maximale Transferrate beträgt dabei 256 kBit/s, das Vierfache vom ISDN. Wer es noch schneller haben möchte, muß mehr bezahlen. So kosten 512 kBit/s monatlich 65 $ [118 DM] (MegaOffice), und bei 768 kBit/s sind es 80 $ [146 DM] pro Monat (MegaBusiness). Mit dem noch teueren MegaBit- Service sind Transferraten bis zu 7 MBit/s möglich. Wählt ein Kunde auch US West als Internet- Provider was er nicht muß, dann sind dafür zusätzlich 19,95 $/Monat [36 DM] zu zahlen. Und so kann dann für bereits pauschal 59,95 $ [109 DM] einen ganzen Monat lang rund um die Uhr im Internet gesurft werden (Mega- Home). In diesem Preis enthalten sind u. a. die Modem- Miete, zwei E-Mailboxen und 2 MByte Platz für Web- Seiten. Billiger und wesentlich schneller ist derzeit der unlimitierte Internet- Zugang übers Fernsehkabel, wie schon ein Blick nach Frankreich zeigt (86,50 DM pro Monat bei CyberCâble, ohne Modem- Miete sogar nur 58 DM).
18.3.1998 (t-off). Auf der CeBIT präsentiert die Telekom das
ADSL-FastInternet von Orckit in voller
Aktion. Nach Angaben der Telekom wird sie ADSL noch 1998 in Berlin,
Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart anbieten. 1999 soll
dann die Verfügbarkeit von ADSL auf 40 Ortsnetze ausgedehnt werden.
Wenn nun nach Ansicht des Technik- Vorstands Tenzer diese neue Technik
dem Internet in Deutschland zum Durchbruch verhelfen soll, dann wird das
nur mit einer wirklich kundenfreundlichen Preisgestaltung gelingen. Das
Thema Pauschaltarife (Flat-rates)
darf dann für die Telekom nicht länger mehr ein
Tabu-Thema sein. Sie und der Regulierer
müssen endlich vom US-Markt lernen. Und es wäre fatal für
die Entwicklung, wenn sich der Marktbeherrscher dazu entschließen
sollte, den ADSL- Zugang nur zusammen mit einem Abo von T-Online zu
vermarkten. Aber das sollte doch wohl der Regulierer wegen des bestehenden
Quasi- Monopols bei den
Endkundenzugängen zu verhindern wissen. Ansonsten wäre erneuter
Schimpf des Bundeskartellamts
vorprogrammiert.
[Telekom-Preise]
[High-Speed Internet via
Telefon-Leitung]
[US
West ADSL-Tarife]
[Telekom-Infos zum
ADSL-Pilotprojekt]
HAMBURG 15.3.1998 (t-off). Während die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag berichtet, daß Telekom- Chef Ron Sommer "keine Hausmacht mehr" habe und wegen teurer "einsamer Chef- Entscheidungen" massiv unter Druck stehe, sagte Sommer dem SPIEGEL in der letzten Woche, daß er eine "breite Zustimmung im Aufsichtsrat" habe und erwarte, daß er auch in einem Jahr noch Chef der Deutschen Telekom sein werde. [mehr]
Für das laufende Jahr kündigte Ron Sommer in einem TV- Interview mit "n-tv" Preissenkungen im Umfang von 2 Mrd. DM an. 1997 habe die Telekom die Gebühren bereits um 9 Mrd. DM gesenkt. "In den Bereichen, in denen wir die Preise geändert haben, ist es ein Feuerwerk. Im Ortsbereich sind wir ohnehin schon günstig [Ed: tagsüber 4,80 DM/Stunde! 1995 waren es noch 2,30 DM]. Da, wo wir teuer waren, bei den Ferngesprächen, haben wir die Tarife teilweise um mehr als 40 % gesenkt", sagte Sommer dem SPIEGEL (12/1998, Seite 120123). [mehr]
BERLIN 14.3.1998 (lu/t-off). Gleich in zwei großen Zeitungsinseraten präsentierte unlängst die Deutsche Telekom ihre Auffassung von der "Attraktivität der Telekom- Ortsgespräche". Darin vergleicht sie die Preise von 3-Minuten- Gesprächen im "Nahbereich" von 5 deutschen Anbietern sowie von 10 internationalen Anbietern. Nach welchen Kriterien die Anbieter ausgewählt wurden, teilte die Telekom nicht mit. Kritiker meinen, daß es kaum wissenschaftlich anerkannte Kriterien gewesen sein können.
Denn die Telekom belegt in ihren Vergleichen national den Platz 1 und international den Platz 4, wobei sie offensichtlich noch einige günstigere Länder unterschlagen hat. Auch nach soliden Erkenntnissen der Brüsseler EU-Kommission liege Deutschland bzw. die Deutsche Telekom bei den Ortstarifen im internationalen Vergleich auf Platz 15. Eine weitere, grundsätzliche Kritik an dieser Telekom- Propaganda ist, daß dabei nur Kurzgespräche verglichen werden, nicht aber Stundenpreise. Diese seien aber gerade für den Zugang zum Internet entscheidend. In der Telekom- Tabelle wurden daher von der "t-off" einige Stundenpreise, soweit diese via Internet recherchierbar waren, zugefügt.
BONN 12.3.1998 (t-off). Die Bonner Regulierungsbehörde für den Telekom-Markt hat am 5. März dazu aufgerufen, den WIK-Entwurf "Ein analytisches Kostenmodell für das Ortsnetz" (Stand: 4.3.1998) zu kommentieren. Das 92-seitige Dokument kann im Internet in verschiedenen Formaten vom Web- Server des Regulierers heruntergeladen werden. Es kann aber auch als Heft vom Regulierer bezogen werden. Postanschrift: Regulierungsbehörde für Telekommunikation Referat 111, Heinrich- von- Stephan- Straße 1, D-53175 Bonn. [mehr]
Gestern gab es im Internet Verwirrung, da dieser RegTP- Link nicht mehr zur Web- Seite "Aufruf zur Kommentierung" des Regulierers führte. Und zudem ein Server-Fehler wenig wahrscheinlich war, denn auch der Text (u. a. eine 658 kByte große PDF-Datei) des Papieres plötzlich verschwunden war. Da vermutete mancher schon, sollte etwa die so streitsüchtige Telekom mit einer Einstweiligen Verfügung..., oder was mochte an der Fassung vom 4.3.1998, wie sie noch am 11.3.1998 vom Web- Server der Behörde herunterzuladen war, nicht richtig sein? Da nun aber seit heute alle Dokumente wieder abrufbar sind, war es wohl doch nur ein momentaner Konfigurationsfehler des Web- Servers. [Ende des Kostengefasels?]
BONN 9.3.1998 (wop/t-off). Die Würfel sind heute gefallen. Der Regulierer hat die Miete für die (permanente) Überlassung eines Telekom- Kundenanschlusses festgesetzt. Danach darf die Deutsche Telekom dafür von ihren Wettbewerbern netto maximal 20,65 DM pro Monat verlangen. Mit diesem Entgelt sind die Kosten der Leitung von der Telefonsteckdose bis zum Telekom- Hauptverteiler abgegolten. Der Preis dieses entbündelten Kundenzugangs liegt damit netto nur 74 Pfennig unter dem Brutto- Preis von 24,60 DM, den die Telekom von ihren Kunden derzeit als Grundgebühr kassiert. Die Telekom hatte für die Überlassung monatlich 28,80 DM (plus einmalig 265 DM) verlangt. [mehr]
Nach welchen Kriterien der Regulierer jetzt die Preisfestsetzung vornahm wurde nicht bekannt. Denn er hatte erst unlängst was Postminister Bötsch jahrelang versäumte bei einer Forschungseinrichtung des Bundeswirtschaftsministeriums (!), dem Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef, ein "Kostenmodell" zur Quantifizierung der tatsächlichen Telekom- Kosten des Ortsnetzes in Auftrag gegeben. Und das WIK hatte erst am 5. März den Entwurf dieses analytischen Kostenmodells zur öffentlichen Diskussion gestellt, auch im Internet. [mehr]
10.3.1998 (t-off). Wenn heute Chef-Regulierer Scheuerle im Info-Radio
Berlin sagt, die Entscheidung würde nun "Ortsnetz- Wettbewerb
schaffen", dann ist das reines Wunschdenken. Der Preis von 20,65 DM ist
dazu viel zu hoch. Das Bundeskartellamt
hatte mit besserem Know-how durch seine Vorgabe von 14,30 DM den richtigen
Weg zum Wettbewerb gewiesen. Und mit Kostenrechnungen läßt sich
hier sowieso jeder Preis zwischen 1 und 50 DM begründen. Nur darauf
kommt es jetzt wenig an, wenn denn von Bonn wirklich Wettbewerb
gewünscht ist. Politisch versprochen war er immerhin.
Nach einer nicht- repräsentativen Umfrage unter Telekom- Kunden, die
1996 durch ihre Unterschrift gegen die
Telekom- Tarife protestierten, wollen
über 90 % erst dann zu einem neuen Anbieter fest wechseln, wenn dieser
den Anschluß zu einem Monatspreis von deutlich unter 24,60 DM
liefert, bei den Ortstarifen wieder das alte
Preisniveau von 1995 erreicht
und keine weiteren Gebühren für den Wechsel fällig werden.
Alternativ wünschen sich diese Telekom- Kunden einen monatlichen
Pauschaltarif (Flat- rate) von um die
36 DM, in dem alle Ortsgespräche enthalten wären. So wird es
nun sehr entscheidend auf die Reaktionen von Arcor, Otelo und Viag Interkom
ankommen, ob diese kundenfreundlichen Ortsnetz- Wettbewerb und Kunden
wollen. Dann müßten sie jetzt Einspruch beim Regulierer
einlegen.
[mehr Kommentar]
HEIDELBERG 6.3.1998 (bim). Mit ihrer Tarifreform 1998 hat die Deutsche Telekom auch ihren originären Beitrag zur anstehenden Rechtschreibreform abgeliefert. So führte sie für ihre Tarifbereiche die neudeutschen Begriffe CityCall, RegioCall, GermanCall und GlobalCall ein. Und dabei bediente sie sich sich so richtig Computer-kompetent gebend der in modernen Programmiersprachen aus Gründen der besseren Lesbarkeit erfundenen gebunden Schreibweise mit Großbuchstaben im Wort [Ed: nein, das hat nicht die "taz" erfunden, wie viele meinen]. Aber nicht nur gestandene Germanisten halten diese eigenwillige Wortwahl im globalen Kauderwelsch nur für einen weiteren T-rick, um so richtig Verwirrung auf dem deutschen Telefon- Markt zu stiften. [Ron Sommer ist Sprachpanscher des Jahres 1998]
7.3.1998 (t-off). Die T- Schöpfungskraft ist großartig: AdvantageTeam, CityCall, CityPlus, CityWeekend, FreeCall, GermanCall, GlobalCall, GlobalOne, HolidayPlus, RegioCall, Shared Cost, VoteCall, ... Und daß kommt alles von einer Global-Company, die in ihrem Namen nur ein klitzekleines "k" statt eines großen weltoffenen "C" verwendet. Vielleicht sollte Sie ja nun zum Ausgleich Ihre PCs in Micro- Ordinateur (MO) umbenennen. Das wäre immerhin eine Verneigung vor der französischen Sprachkultur unserer Nachbarn und ihres Partners France Télécom. [DER SPIEGEL dazu: It's a trick]
[Teil 1: Wie entsteht die Telefonrechnung?]
[Teil 2: Sind Telefon-Abrechnungssysteme
kontrollierbar?]
[Teil 3: Auf die richtige Vorwahl kommt
es ab 1998 an]
In den USA gibt es schon länger einen freien Telefon-Markt. Und gerade diese Abrechnung zwischen den Telcos (inter-operator billing) bereitet(e) viele Probleme. Denn kein Unternehmen traut den anderen. Also war Kontrolle angesagt. So sind ganze Heerscharen von Leuten in den USA nur damit beschäftigt, die internen Abrechnungen mit den eigenen Registrierungen zu vergleichen und Häkchen zu machen. Auch wenn inzwischen einige US-Telcos damit begonnen haben, dieses zu automatisieren, dominiert hier noch immer der Mensch, und er findet natürlich jede Menge Fehler. Deshalb sollte auch der deutsche Endkunde gerade in dieser Übergangszeit sehr genau auf seine Telefon- Rechnungen schauen, ob z. B. billig geführte Gespräche nicht doch teuer über die Telekom abgerechnet worden sind. Und die korrekte Abrechnung wird für die Telcos zum digitalen Elchtest werden, nicht nur für die Deutsche Telekom. Schließlich hat sie nun nicht mehr das Monopol auf Fehlleistungen.
6.3.1998 (khd). Heute kam sie, meine März- Rechnung der Telekom mit den Einzelgesprächsnachweisen bis zum 24.2.1998. Aber da gibt es keinen Abschnitt mit den seit dem 1. Januar über andere Telco- Netze wie Arcor oder Mobilcom geführten Ferngesprächen. Hm, was hat das wohl zu bedeuten? Was bahnt sich da an? [mehr] [noch mehr] [Wenigstens etwas Aufklärung]
BERLIN 1.3.1998 (wos/t-off). Freie Telefon- Welt 1998: Von Anruf zu Anruf sollte sich jeder deutsche Telefon- Kunde spontan entscheiden können, über welches Netz einer Telefon- Gesellschaft (Telco) er ferntelefonieren möchte. Man nennt das echtes Call-by-call, bei dem keine Voranmeldung erforderlich ist. Zwar gibt es nun zwei Monate nach dem Start des Freimarkts weit über 70 verschiedene Telcos, aber lediglich drei der Neuen bieten dieses kundenfreundliche Call-by-call an. Und eigentlich sind es auch nur 1 + 2/2 Telcos, denn bei Mobilcom funktioniert das bei Auslands- ferngesprächen und zu den Mobilnetzen nur mit Voranmeldung und bei TelDaFax gibt es tagsüber in der Woche kein echtes Call-by-call.
Nur Arcor bietet alle
Ferngespräche mit echtem Call-by-call an, bei dem die Abrechnung
über den Vollanschluß- anbieter, was derzeit (noch) meistens die
Deutsche Telekom ist, erfolgt. Otelo
hat bereits angekündigt, daß sie auf Pre-selection setzen und
(vorerst) kein echtes Call-by-call liefern wollen. Offensichtlich
erhoffen sich viele Telcos durch
Pre-selection und unechtem
Call-by-call eine festere Bindung zum Kunden. Die sei aber nur durch das
zügige Anbieten von richtigen
Vollanschlüssen (mit
günstigen Ortsgesprächen) zu erzielen, wissen Marktbeobachter.
Alles andere sei "absolute Augenwischerei". So verwunderte es schon,
daß die meisten Telcos nicht ehrlicher in den Markt einsteigen. Denn
die EU-Kommission hat sowieso bestimmt, daß alle Kunden vom 1.
Januar 2000 an auch das Recht haben, bei jedem Anruf die Telefon-
Gesellschaft neu auswählen zu können. Darauf hatten sich am 1.
Dezember 1997 die EU- Postminister geeinigt
[mehr]. Irgendwie muß diese
Zielvorgabe nicht in den Vorstandsetagen der Newcomer angekommen sein.
BERLIN 26.2.1998 (t-off). Angst ist oft der größte Motivator, so auch für Telcos. Und so wird von den USA aus die (in Deutschland von Spiegel-Online und c't) noch immer eher belächelte ADSL- Technik des schnellen Internet- Zugangs über normale Telefonleitungen doch noch in diesem Jahr den Siegeszug antreten, zunächst in der abgemagerten Version des Universal- ADSL (UADSL). Noch im Juni will US West damit starten. Denn mit attraktiven Pauschaltarifen wird die Kabelkonkurrenz bei der Vermarktung des Internets zu stark. [mehr]
Nur die Takt-Kompetenz zu haben, reicht da heute nicht mehr. Auch heißt das noch lange nicht, daß man damit auch automatisch Digital-Kompetenz hat. Das dämmerte nun auch Ron Sommer, Telekom- Chef auf Abruf, wohl auch wegen der vielen "Telekomien". Nein, eine moderne Telefon- Gesellschaft muß "digitally literate" sein, aus eigener Kraft. Zwar kann Erfolg gekauft werden, Computer- Kompetenz aber nicht. [mehr]
Ach, da war doch noch was? Die Bonner Politik hat der Deutschen Telekom bis 2002 so ziemliche Narrenfreiheit bei den Ortsnetzen gegeben. Das ließ das "Bangemännchen", Alt-Wirtschaftsminister der FDP ohne Fortune und heute EU-Kommissar für Industrie in Brüssel, nicht ruhen. So besänftigte Bangemann jetzt: Die Verteuerung von Ortsgesprächen bei gleichzeitiger Verbilligung von Ferngesprächen sei "normal". Denn ein "gewisser Ausgleich" sei notwendig gewesen. Würde er aber die OECD-Papiere kennen, dann wüßte er auch: Das "Rebalancing" hätte natürlich ökonomisch korrekt zwischen den zeitabhängigen Kosten (usage charges) und den festen Kosten (fixed charges) erfolgen müssen und nicht zwischen Fern- und Ortsgesprächen.
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