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HAMBURG 8.11.1998 (t-off). Nach einem Bericht des SPIEGEL [46/1998, Seite 108111] soll bereits Finanzminister Oskar Lafontaine der Bonner Regulierungsbehörde signalisiert haben, daß er einen Mietpreis für den Kundenanschluß (die letzte Meile) "zwischen 25 und 30 Mark" für angemessen hält. Chef-Regulierer Scheurle hält einen Preis "von rund 20 Mark" für gerechtfertigt. Die Telekom hatte 47,26 DM (netto) beantragt [t-off berichtete]. Außerdem sollen die Interconnection- Tarife nachgebessert werden. Noch gehöre dem Bund die Mehrheit der Telekom- Aktien [Ed: 75 %]. Und ein Großteil soll im nächsten Jahr verkauft werden und dem Finanzminister "kräftige Einnahmen sichern", heißt es im Hamburger Nachrichtenmagazin.
16.11.1998 (t-off). Aus Kreisen der Citycarrier wurde heute bekannt, daß
Chef-Regulierer Scheurle dem "erheblichen Druck aus dem Finanzministerium"
nachgeben und zum Schutz der Telekom einen Preis von um 28,80 DM festlegen will.
Damit würde sich ein Angebot für Privatkunden nicht mehr lohnen. Und
etwa 50.000 neue Arbeitsplätze würden nicht entstehen. Nach
Informationen des Handelsblatts (5.11.1998) liegen die monatlichen
Mietnettopreise des Kundenanschlusses auf reiner Kostenbasis ermittelt
nur zwischen 5,15 DM (Städte) und 16,12 DM (ländliche Gebiete).
[Den Herausforderungen stellen!]
BUDAPEST 7.11.1998 (pra/t-off).
Die ungarischen Internet-Nutzer sind supersauer. Denn sie müssen jetzt
wieder höhere Gebühren für die telefonische Einwahl ins Weltnetz
bezahlen. Erst zum 1. Februar 1998 hatte die Telefongesellschaft
Matav, an der die Deutschen Telekom beteiligt
ist, einen Sondertarif fürs Telefonieren zwischen 22 und 5 Uhr
eingeführt [t-off berichtete].
In dieser Zeit wurden Ortstelefonate nur mit bis zu maximal 100 Forint (rund 1
DM) berechnet auch wenn sie länger dauerten, was insbesondere
Online-User zu nutzen wußten. Da kam es schon mal zu einem Engpaß am
späten Abend.
Als sich dann aber im Oktober Telekom-Chef Ron Sommer mit dem Management von
Matav in Budapest traf, fiel die Entscheidung: Die so erfolgreiche "Aktion
225" wird wieder abgeschafft. Und die Telefongebühren, die schon im
Januar um 25 % stiegen, wurden um weitere 15 % erhöht. Denn der Telekom war
das ungarische Modell eines bescheidenen Internet- Telefontarifs ein Dorn im
Auge, war aus Matav- Kreisen zu erfahren. Auch sei es zwischen 22 und 24 Uhr
häufig zu einer Überlastung des Netzes gekommen. Und so erkläre
sich wohl nun, was Ron Sommer wirklich mit der
"Speerspitze" im Oktober meinte,
weiß man nicht nur in Ungarns Internet- Gemeinde.
[Telekom-Chef lobt die ungarische
Regulierungspolitik]
NEW YORK 6.11.1998 (cyf/t-off).
Während in Deutschland von der Telekom noch behauptet wird, daß die
Amerikaner wieder zum "nutzungs-
abhängigen Tarif" zurückfinden (SZ vom 3.11.1998), sieht die
amerikanische Wirklichkeit ganz anders aus. Hier haben jetzt die großen
Telefongesellschaften (Telcos) für Ferngespräche
Sprint und
AT&T monatliche Pauschaltarife
(Flat- rates) fürs Wochenende eingeführt. Für 25 $ (rund 40 DM)
können die Kunden damit an allen Wochenenden unbegrenzt
Ferngespräche führen. Und Analysten meinen, daß in den USA
über kurz oder lang auch alle Ferngespräche mit Flat-rates abgegolten
werden können. Schließlich seien die Einnahmen bei Pauschaltarifen
"berechenbarer".
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[The Death of Distance]
[Flat-rates: Unglaubliche Chancen]
KÖLN 5.11.1998 (wop/t-off).
Die Deutsche Telekom muß an die Mitbewerber ihre Kundenanschlüsse
(Kupferdrähte von der Vermittlungsstelle bis zur Telefonsteckdose)
vermieten, wenn die Kunden das beim Wechsel zu einer anderen Telefongesellschaft
verlangen. Das entschied heute das Verwaltungsgericht Köln im
Hauptverfahren in erster Instanz. Die Telekom hatte gegen die entsprechende
Verfügung des Bundespostministers von 1997 geklagt, um das Entstehen eines
breiten Ortsnetz- wettbewerbs um Jahre zu verzögern. Telekom- Chef Sommer
sprach damals sogar von
"Enteignung" der Telekom, falls sie die
"letzte Meile" auch der Konkurrenz überlassen müsse. Aber bereits im
Eilverfahren vom September 1997 gab dann die
Telekom vor Gericht klein bei.
[mehr]
[Hintergrunds-Report:
Telekom-Regulierung 1998]
BONN 3.11.1998 (t-off).
Am 30. November soll es soweit sein. Dann will die unter
SPD- Druck stehende
Regulierungsbehörde ihre längst überfällige Entscheidung
zum Mietentgelt für den entbündelten
Ortsnetzzugang verkünden. Die Höhe dieses Preises, zu dem
Konkurrenten die Kundenanschlüsse von der Telekom fest mieten können,
entscheidet auch darüber, ob nun bundesweiter Ortsnetzwettbewerb entstehen
kann, oder noch nicht. Die Telekom hat einen Netto- Preis von 47,26 DM pro Monat
beantragt. Die bislang geltende (vorläufige) Regelung sieht 20,65 DM vor.
Die Konkurrenz hält hingegen 12,50
DM für angemessen.
Deshalb drückt die Telekom jetzt ganz gehörig auf die
Tränendrüsen, um so ein Ergebnis möglichst nah an ihren
Vorstellungen, d. h. einen Mondpreis von 47,26 DM zu erreichen. Um ihren
Goldesel "Ortsnetz" zu verteidigen, hegt ihr Vorstand die
Erwartung, daß viele diffuse
Gerüchte über die wirtschaftliche Ertragslage Regierung und Regulierer
veranlassen, den Mietpreis mehr im
Eigentümerinteresse als
wettbewerbsorientiert auf Basis einer akribischen
Kostenanalyse festzulegen.
Schließlich habe die Nr. 3 unter den weltweiten Telefongiganten schon
genug Marktanteile im Fernbereich verloren, man dürfe deshalb nicht das
Risiko eines breiten Ortsnetzwettbewerbs "auf Kosten der Telekom" eingehen,
heißt es aus Regierungskreisen. Und die Telekom droht, man müsse
sonst einen schnelleren Stellenabbau vornehmen [Ed: 14.000 Arbeitsplätze
sollen entfallen]. Zudem würden zukünftige Investitionen vermindert
werden.
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[Kommentar]
[Wirtschaftsminister Müller will
Markt-Korrektur]
[Konkurrenz kritisiert
Telekom-Kalkulation]
4.11.1998 (pep). Voilà! Die neue Bundesregierung will die Telekom vor den
Marktunbillen stärker schützen. Die alte Regierung hatte ihr ja
bereits das "Ortsnetzreservat" bis 2002
beschert. Wirtschaftsminister Müller will nun eine vermeintliche
Fehlentwicklung korrigieren. Offenbar
soll dann jede Telco ihre eigenen Leitungen (auch zum Kunden?) verbuddeln.
Daß aber kann schon wegen der Ressourcen- Verschwendung weder ökologisch
noch volkswirtschaftlich sinnvoll sein. Und sollten die Telekom- Wünsche
erfüllt werden, dann wird es vorläufig keinen wahren Wettbewerb im
Ortsnetz mit sinkenden Ortstarifen geben.
[Endlich Ortsnetz-Wettbewerb
herstellen]
5.11.1998 (ws). Die Problematik der Reguliererentscheidung liegt darin,
daß die Deutsche Telekom gleichzeitig der dominierende
TV- Kabelnetzbetreiber in Deutschland ist. Von der Telekom direkt werden zwar nur
6,5 Millionen Haushalte versorgt. Weil die Telekom aber wichtige Ebenen des
Breitbandnetzes (z. B. die Kabelkopfstellen) kontrolliert, bleibt es der Masse
der privaten Kabelnetzbetreiber weiterhin verwehrt, über das
Fernsehkabelnetz auch Telefonie- und Internet-Dienste anzubieten. Möglicher
Infrastrukturwettbewerb wird damit weitgehend abgewürgt, auch wenn
Telekom- Lobbyisten in der Öffentlichkeit gerne so tun, als ob sie diesen
wirksam fördern wollten.
Um sich mit einer theoretischen Alternativmöglichkeit für
Ortsnetzwettbewerb formal aus der Affäre zu ziehen, hat die
Regulierungsbehörde auf die Technologie des
digitalen Richtfunks verwiesen
("wireless local loop"). Moderne Digitaltechnik ermöglicht hier zwar
Übertragungsraten im Megabitbereich, ist aber bezüglich der
Skalierbarkeit den Festnetzzugängen per Kupfer- oder Glasfaserleitung
deutlich unterlegen. Nicht ohne Grund ist AT&T von
ursprünglichen Plänen abgewichen
und setzt inzwischen auf's TV-Kabel, was bei von hohen Nutzerzahlen gleichzeitig
durchgeführten Datenübertragungen (etwa Internet-Zugriffen)
geeigneter ist.
BERLIN 1.11.1998 (pep/t-off).
"Viel Lärm um nichts", hieß es noch
1996 bei der Telekom, als schon einmal Kunden gegen die hohen Ortstarife mit
über 1 Million Unterschriften
protestierten und sogar auf die Straße
gingen. Beim heutigen Boykott des Internets geht es wieder um diese Mondpreise
des Noch- immer- Ortsnetz- Monopolisten. Dieser behandelt auch 1998 noch
Datenverbindungen zwischen Computern über das Telefonnetz trotz der
vielen Lücken zwischen den Datenpaketen (Leerlauf) tariflich wie
Gespräche. Auch für die deutsche Wirtschaft ist das fatal. Kommt doch
hierzulande beispielsweise der E-Handel im Internet nicht recht voran.
Diesmal scheint aber der Rosa-Riese nervös zu werden. Denn die Botschaft,
daß in Deutschland das Internet wegen der hohen Telekom-Ortstarife
(1,824,84 DM/Stunde) viel
zu teuer sei, ist bei den Medien angekommen. Es ist ein wichtiger Erfolg des
Streiks, daß fast alle Zeitungen (auch mit Grafiken) sowie viele
Radiostationen bis hin zur BBC,
Reuters (USA) und der
"New York Times" über die
Hintergründe berichteten. Die Forderung nach einem auch die
Wirtschaft fördernden Sondertarif für die Internet- Einwahl
wird in der Öffentlichkeit diskutiert. Und BILD brachte es auf den Punkt:
"Surfen nur für
Reiche?"
So wurden im Vorfeld des Internet- Streiks aus Telekomkreisen zur Abwehr
reichlich diffuse Informationen darüber gestreut, daß man bei der
Telekom bereits auf dem Wege zu einem Internet- Telefontarif sei. Davon
ließen sich viele Nutzer und solidarische Anbieter nicht verwirren. Sie
erwarten Fakten und verzichteten heute auf das weltweite Computernetz. Und
sollten Telekom, Politik und Regulierer nicht endlich dringenden Handlungsbedarf
erkennen, könnte der Internet- freie Sonntag zur Dauereinrichtung werden,
wissen Tarif- Kritiker der ersten Stunde.
[Report von H. Levsen:
Ortsgespräche
und das Internet]
BONN 28.10.1998 (wop/t-off). Was viele Jahre von der Deutschen
Telekom immer verweigert worden war, soll ab 1999 Wirklichkeit werden. Der
Telefonriese will dann spezielle Internet- Telefontarife
einführen. Mit diesen können Online- Nutzer bei einer "geringen"
Anhebung der monatlichen Grundgebühr für den Telefon- Anschluß
ihre Internet- Anbieter "günstiger" als bisher erreichen. Und die Ersparnis
solle dabei "wesentlich höher" ausfallen, als bei den derzeitigen
Sondertarifen "City-Plus" und
"City-Weekend". Zur preislichen Ausgestaltung dieser Optionstarife war aus
Telekomkreisen noch nichts zu erfahren. Eine generelle Senkung der Ortstarife
sei aber nicht geplant.
Spezielle Internet-Telefontarife zur gezielten Förderung der Nutzung des
Welt- Infonetzes gibt es bereits in vielen europäischen Ländern.
Beispiele:
Frankreich (France Télécom),
Österreich (PTA),
Spanien (Telefónica),
Ungarn (Matav, woran die
Telekom beteiligt ist!).
[Telekom will Preise senken]
[The Economist 1997:
The
gate to the home]
BONN 26.10.1998 (ws/t-off). Das Interesse der Medien am
Internet-Streik schlägt immer
größere Wellen. Telekom- Pressesprecher Lammers verfängt sich
jetzt mit geradezu peinlichen Ausreden: "Bei den Dumping-Preisen in den USA
bleibt der Netz- Ausbau auf der Strecke. Bei uns kann man jederzeit sofort
telefonieren, in Amerika dagegen hört man immer öfter das Besetzt-
Zeichen beim Abheben, weil das Telefonnetz überlastet ist." An
Oberflächlichkeit ist diese Behauptung der Telekom nicht zu
überbieten, zudem demonstriert diese leichtfertige und unbelegte Aussage
technische Unkenntnis.
Auch die US-Telefongesellschaften verwendeten zwischenzeitlich das Argument der
vom Internet- Boom hervorgerufenen Telefonnetzbelastung. In Nordamerika ist
der Verkauf von Zweit- anschlüssen (Second Lines) ein glänzendes
Geschäft, damit die Teilnehmer auch während der Internet-Nutzung
telefonisch erreichbar bleiben. Dennoch hofften die lokalen
Telefongesellschaften auf höhere Nutzungsentgelte für den Ortsbereich,
denn zum damaligen Zeitpunkt gab es noch kein konkurrierendes
HighSpeed-Internet via TV- Kabel.
Die Studie "The
effect of Internet use on the nation's telephone network" der Internet
Access Coalition vom Januar 1997 brachte Klarheit. Die vermeintlich
übermäßige Telefonnetzbelastung durch die Internet- Einwahl sei
maßlos übertrieben, zudem hätten die Darlegungen der
Telefongesellschaften eher den Charakter von Anekdoten als von umfassenden
Untersuchungen. Etwaige Aufwendungen für einen Netzausbau würden
außerdem durch die gerade aus der Datenkommunikation entstehenden
Erträge bei weitem überkompensiert.
Zusammenfassung der US-Studie:
[The Effect of Internet Use on the
US Telephone Network]
27.10.1998 (khd). Den US-Telcos bleibt damit nichts anderes übrig, als
sich der Herausforderung Internet- Nutzung zu stellen. Mit Erfolg, denn eine
aktuelle Studie zur Erreichbarkeit
("Besetzt"- Häufigkeit) führender Internet- Provider bescheinigt
Spitzenergebnisse, die T-Online bei vergleichbaren Telefontarifen nicht
aufweisen würde. Und daß die US-Telefonkonzerne kaum die notwendigen
Erträge für notwendige Investitionen erwirtschaften, ist ein weiteres
Märchen von T-Prop, der Telekom- Propagandaabteilung. So ist es mit wenigen
Mausklicks im Internet wie z. B. über
"quote.yahoo.com" nachprüfbar, daß
US-Telcos eine Profitablität aufweisen, die der der Deutschen Telekom nicht
im geringsten nachsteht.
SAN FRANCISCO 25.10.1998 (sf/t-off).
In Kalifornien ist jetzt von der Aufsichtsbehörde
Public Utilities Commission (PUC)
festgelegt worden, daß eine Telefonverbindung zum Computer eines Internet
Service Providers (ISP) ein Ortsgespräch ist und am Modem des ISP endet.
Kalifornische Ortsnetzbetreiber wie GTE und
Pacific Bell hatten versucht zu erreichen,
daß diese Internet- Einwahl als Ferngespräch behandelt wird. Damit
wäre die Internet- Nutzung für die Kunden deutlich teurer geworden.
Denn Ortsgespräche sind dort mit der monatlichen Grundgebühr des
Telefonanschlusses abgegolten
(Flat-rate).
[mehr]
BONN 24.10.1998 (t-off).
Die wirtschaftliche Lage des Telefonriesen Telekom sieht offenbar nicht mehr
rosarot aus. Finanzchef Kröske soll
für 1999 gar einen drastischen
Einbruch des Konzerngewinns
befürchten. Die "Süddeutsche Zeitung" empfiehlt deshalb eine
"preispolitische Roßkur" durch
Senkung der Ferngesprächspreise. Von unabhängigen Experten wird aber
bezweifelt, ob das alleine reichen wird. Die Roßkur müsse viel
umfangreicher und energischer sein.
Die Telekom müsse endlich lernen, ihre Kunden mit Qualität und fairen
Tarifen anstatt mit reichlich verbreiteten
Halbwahrheiten zu überzeugen. Für
die Glaubwürdigkeit sei dazu echter Wettbewerb in allen Bereichen
unabdingbar, auch zwischen Telefon- und TV-Kabelnetz. Mit ihrer
zeitabhängigen
Hochpreispolitik verhindere die Telekom die intensive Internet-Nutzung, um
nicht die hohen Profitmargen bei der Sprachtelefonie zu
gefährden, zudem aber auch um den
Investitionsbedarf im Inland zu reduzieren und so die umfangreichen
Auslandsaktivitäten
leichter ausweiten zu können.
Gerade die Datenkommunikation sei aber die
Herausforderung und entscheidende
Wachstumschance zugleich, wissen internationale Telekommunikationsexperten. Als
weltweite Nr. 3 unter den Telefonriesen verfüge die Deutsche Telekom
über hervorragende Ausgangsbedingungen wie nur wenig andere
Telekommunikationskonzerne. Anstatt bequem Marktbeschränkungen für die
Konkurrenten zu fordern (Beispiel:
Mietengelt), müsse man sich wie die
US-Telefongesellschaften nicht nur zur Nutzung der eigenen Wachstumschancen,
sondern auch im Interesse der Volkswirtschaft, endlich den
Herausforderungen stellen!
Die USA zeigt wie's geht:
25.10.1998 (wos).
In den USA wird das Geschäft mit der Datenkommunikation (Internet) als
Kronjuwel und Jobmaschine betrachtet.
Hierzulande sind wir davon (durch Ignoranz) noch sehr weit entfernt, wie gerade
der Fehlstart der neuen Koalition
zeigt. Deutschland gerät bei der Nutzung der Informations- technologien
immer mehr ins Hintertreffen. Und so ist sehr deutliche Kritik an der
Führung und dem Haupteigentümer des Telefongiganten Deutsche Telekom
überfällig.
Für die Telekom ist es keine Entschuldigung, stets darauf zu verweisen,
daß auch in europäischen
Nachbarländern die
Ortstarife ebenfalls noch teuer und zeitabhängig abgerechnet werden.
Auch die intensive Lobbyarbeit für
höhere IC- Gebühren
verdeutlicht nur das aus Monopolzeiten gewohnte Bequemlichkeitsdenken. Und die
Forderung nach einem für umfangreichen Ortsnetzwettbewerb
prohibitiven Mietengelt von 47,26 DM pro
Monat für den dauerhaften Zugang der Wettbewerber zum Endkunden beweist
mehr als eindeutig, daß man bei der Telekom noch immer der Ansicht ist,
auch bei
unzureichenden Eigenleistungen
einen dauerhaften Besitzanspruch auf die Privatkunden zu haben.
BONN 22.10.1998 (wop/t-off).
Die erste rot- grüne Bundesregierung ist seit Dienstag perfekt. Nicht
perfekt ist aber der zwischen SPD und den
Bündnisgrünen ausgehandelte
Koalitionsvertrag, der
inzwischen im Internet nachgelesen werden kann. Wollte die SPD noch im Dezember
1997 auf ihrem Parteitag in Hannover den großen
"Aufbruch in die Informationsgesellschaft",
steht davon jetzt im Koalitionsvertrag eigentlich nichts. Ja, in dem gesamten
Vertragstext kommen noch nicht einmal die Schlüsselbegriffe "Internet" und
"E-Commerce" vor. Und dabei sollte doch der Leitantrag ab Herbst 1998 in
wirklich wegweisende "moderne" Regierungspolitik umgesetzt werden.
In Bonn fragen sich nun Informationspolitik- Experten, ob wenigstens in
der Regierungserklärung das Wort "Internet" vorkommen wird.
[mehr]
[Jobmaschine Internet]
24.10.1998 (t-off). Die Deutsche Telekom macht's für mindestens 4,84 DM/Stunde
möglich: Die konstituierende Sitzung des Bundestags wird am Montag ab 15
Uhr auch live im Internet via Telekom-
Homepage übertragen (Knopf "T-News"). Auch die Sitzung am Dienstag mit
der Wahl des Bundeskanzlers könne im Internet verfolgt werden, teilte die
Telekom gestern mit. Diese Übertragungen seien eine Vorbereitung auf das
neue "Parlamentsfernsehen", der Bestandteil des "multimedialen
Informationsverbundes" zwischen Berlin und Bonn sei. Tip: Bei PHOENIX kann man
das billiger sehen!
10.11.1998 (t-off). In der Regierungserklärung Bundeskanzlers Gerhard
Schröder kam heute dann doch das "Internet" vor. Zitat:
"Meine Damen und Herren, die Republik der Neuen Mitte ist auch eine Republik
des Diskurses. Er findet nicht hinter den verschlossenen Türen der
Gremienvorstände statt. Die Neue Mitte sucht den Konsens über das
beste Ergebnis und nicht den Kompromiß über den kleinsten gemeinsamen
Nenner. Die Neuen Medien sind für sie nicht in ein paar mehr oder ein paar
weniger Kanälen im Privatfernsehen, sondern bedeuten für sie den
technisch unbegrenzten Zugang zum Wissen und zum weltweiten
Informationsaustausch. Wir werden uns dafür einsetzen, gemeinsam mit den
Ländern und den Partnern aus der Industrie an den Schulen einen kostenlosen
oder zumindest kostengünstigen Internetzugang zu ermöglichen. Im
Zeitalter von Internet und Online- Kommunikation muß aber auch das Wort
von der demokratischen Öffentlichkeit einen neuen Klang bekommen. Die neuen
Wege der Informationsvermittlung sind eine hervorragende Chance, die
Gesellschaft zum Sprechen zu bringen; aber sie bergen auch Gefahren. Einer
verantwortlichen Medienpolitik kommt deshalb zentrale Bedeutung zu. Jeder soll
Zugang zu den neuen Medien haben, jeder soll ihren Nutzen und ihre Grenzen
kennen. Deshalb meinen wir es wörtlich, wenn wir dazu auffordern, unsere
Kinder den Umgang mit Computern zu lehren: nicht nur die Technik, sondern mehr
noch die Kultur dieser Form der Kommunikation."
[Verschläft Rot-Grün das
Internet?]
MÜNCHEN 21.10.1998 (ws/t-off).
Der Aachener Computergrafik- und Daten- kommunikationshersteller
ELSA AG präsentierte am Freitag in
München das erste in Europa entwickelte Kabelmodem. Diese Modems
eröffnen den kostengünstigen und schnellen Internet- Zugang über
TV-Kabelnetze und bieten damit eine Alternative zum Zugang über
die herkömmliche Telefonleitung. Sie sind damit die technologische
Voraussetzung für den direkten Wettbewerb zwischen Kabelnetzbetreibern und
klassischen Telefongesellschaften, von denen ebenfalls schnelle
Internet- Zugänge mittels der xDSL- Technologie realisiert werden
können. Bislang werden Kabelmodems nur von US- amerikanischen Unternehmen
(z. B. Motorola, 3Com, Cisco, Bay Networks/Nortel), japanischen Anbietern (z. B.
Toshiba, NEC) oder vom koreanischen Technologiekonzern Samsung Electronics
gefertigt.
[Anbieterübersicht]
Für die nächsten fünf Jahre werde das Volumen allein des
westeuropäischen Marktes auf 8 Mio. Kabelmodems bzw. 1,9 Mrd.
US-Dollar geschätzt, hieß es in der Ad-hoc- Mitteilung der ELSA AG
an die Deutsche Börse. Unabhängige Marktforscher prognostizieren
dabei jährliche Wachstumsraten zwischen 30 und 100 %. ELSA- Kabelmodems
werden ab Mitte 1999 verfügbar sein. Die am Neuen Markt der Frankfurter
Börse notierte Aktie der ELSA AG reagierte mit einer wahren Kursexplosion
um rund 50 % auf 150 DM.
[Kommentar]
[Links zum Internet via TV-Kabel]
[@Home Tops 10 Million Homes Passed]
[Cable Modem Info
Center]
BERLIN 20.10.1998 (t-off).
NetCologne hat die enorme Bedeutung des
TV- Kabelnetzes für den Ortsnetzwettbewerb erkannt. Im Raum Köln
wollen sie nun der Telekom das Breitbandnetz abkaufen, um darüber dann
Telefon, Internet und Fernsehen anbieten zu können.
[mehr]
Für das Internet übers TV-Kabel werden schnelle Kabelmodems
benötigt. Das Aachener Elektronik- Unternehmen
ELSA AG hat jetzt
zur "Systems 98"
eine eigene Entwicklung eines solchen Modems vorgestellt.
[mehr]
Wadenbeißer MobilCom macht mit
Reklame im Stil der Telekom von sich reden.
Die Telekom ist sauer und hat geklagt. Ein
Gericht hat inzwischen die auch für Verbraucher
irreführende
Werbung gestoppt.
"Unser Netz ist zuverlässig", verheißt derzeit die
Deutsche Telekom
in Zeitungsanzeigen. Dennoch ereilte den Telefonriesen im Oktober eine ganze
Pannenserie. So mußten viele Kunden u. a. in
Siegburg,
Offenbach,
Frankfurt,
Ludwigshafen und
Leipzig stundenlang aufs Telefon verzichten.
BERLIN 15.10.1998 (pa/t-off). Mit dem heutigen Eintritt von
Talkline ins Massengeschäft
(Echtes Call-by-call) erreichen in
Deutschland die Ferngesprächspreise nicht nur nachts fast Ortstarifniveau.
Denn Talkline (Netzvorwahl 01050) verlangt
für die Gesprächsminute von 219 Uhr nur noch 9 Pfennig. So
kostet ein einstündiges Ferngespräch von Berlin nach München um
8 Uhr 5,40 DM. Bei der Telekom sind im T-Net dafür derzeit (inkl.
10plus) 17,73 DM zu bezahlen, mehr als das Dreifache!
[Tarif-Matrix]
Für ein ebensolanges Ortsgespräch, z. B. zwischen Berlin-Mitte und
dem benachbarten Kreuzberg, müssen um 9 Uhr wochentagsüber immer noch
4,84 DM bezahlt werden. Trotz der Hunderte von Kilometern ist also das Fern-
gespräch nach München nur 56 Pfennig teurer. Offensichtlich spielt
also bei der Preisbildung der Einfluß der Länge benutzter Leitungen
eine geringe Rolle. Schon in den 70er- Jahren wußte Postminister Kurt
Gscheidle (SPD), daß die Kosten nationaler Ferngespräche kaum
entfernungs- abhängig sind. Dennoch war die Telekom bislang nicht in der
Lage, solche Erkenntnis in faire, kostengerechte Tarife umzusetzen (Ausnahme:
Nachttarif MoFr von 25 Uhr mit rund 6,1 Pfennig pro Minute). Und
wegen der wenig marktgerechten Price-cap-
Vorgaben von 1994 und Dezember 1997 durch Postminister Bötsch (CSU)
kann sich daran auch so schnell nichts ändern.
31.08.1996: [Bötsch ordnet 6 %
Tarifsenkung an]
17.10.1998 (khd). Die Ferntarife könnten noch viel niedriger sein. Denn:
"Die Kapitalkosten für ein durchschnittliches Telefongespräch machen
heute nur noch den Bruchteil eines Pennys aus", stellte
von Bechtolsheim 1997 fest. Und deshalb
ist es wohl eher so: Die Telekom- Ortstarife wurden vorausschauend so hoch
angesetzt, damit es bei den Ferntarifen eine Begrenzung nach unten gibt, bei der
alle noch gut verdienen können. Provokant gesagt: Die Ortstarife
sind vor allem deshalb überhöht, damit die lukrativen Ferntarife nicht
zu günstig werden! Ob aber diese (Brems-) Rechnung aufgehen wird, muß
bezweifelt werden.
[The Economist 1995: The death of
distance]
MÜNCHEN 13.10.1998 (wos/t-off). Mit der
"Systems 98" findet vom 19.23.
Oktober in München die nächste internationale Fachmesse für
Informationstechnologie und Telekommunikation statt. Im Vordergrund stehen dabei
Lösungen für den Electronic Commerce und das System- Management. Dabei
nimmt das Internet eine zentrale Rolle ein. So gibt es dort kaum einen Anbieter,
der seine Hoffnungen auf ein Markt- wachstum nicht irgendwie an den Internet-
Boom knüpft. Wird in der Branche doch das Welt- Computernetz als der
entscheidende Motor für
technologische Entwicklungen und damit für Produktinnovationen betrachtet.
Zudem besteht ein besonderes Markpotential darin, daß Europa im Vergleich
zu Nordamerika einen erheblichen
Nachholbedarf hat.
Brisanz könnte die Messe in diesem Jahr dadurch erhalten, daß nach
wie vor kaum eine Basis für den
E-Handel besteht. Denn während das wichtige Problem der Sicherheit beim
Bezahlen technisch gelöst ist, wirken hierzulande unverändert die
hohen Internet- Zugangskosten als größtes Hindernis für eine
intensivere Nutzung. Die bisherige Liberalisierung des Marktes hat für
Privatkunden noch zu keinen tiefgreifenden Veränderungen bei den
überhöhten
Internet- Zugangskosten geführt. Deutschland zählt sogar zu den
Schlußlichtern in Europa, was die Aufrüstung der TV-Kabelnetze
für den Internet- Zugang betrifft.
So darf also gespannt gewartet werden, ob die Interessenvertreter der
IT-Branche die "Systems" als Forum für deutlich stärkere Kritik an der
bisher erfolgten Öffnung des deutschen Telekom- Marktes nutzen.
Schließlich wurden auf bisherigen Messe- und Kongreßeröffnungen
von der Politik bereits mehrfach deutlich niedrigere Internet- Zugangstarife
eingefordert. Die politische Praxis wurde dann aber nicht an dieser Zielsetzung
ausgerichtet. Und so stimmen die Rahmenbedingungen für ein Wachstum des
E-Marktes und damit für die
Schaffung vieler Arbeitsplätze nicht.
Zur Erinnerung:
BERLIN 10.10.1998 (pep/t-off). Der Aufruf zum ersten deutschen
Konsumenten- Streik im Internet schlägt
bereits "hohe Wellen". Auch haben
inzwischen die meisten Zeitungen über den für den 1. November geplanten
Boykott des Internets berichtet. Dieser
richtet sich gegen die Monopol- Preise für Telefonate in den Ortsnetzen der
Deutschen Telekom. Denn diese sind auch nach der Marktliberalisierung auf dem
zum 1. Januar 1996 etablierten Hochpreisniveau von 1,82 DM zur Schlafenszeit bis
4,84 DM pro Stunde zur Tageszeit verblieben. Auch die
vielen Telcos vermochten das bislang nicht zu
ändern [Ed: und was hatten manche nicht alles versprochen]. Obwohl es
somit noch gar keinen bundesweiten Ortsnetzwettbewerb gibt, behauptete jetzt
die Telekom dreist:
"Wir haben marktgerechte
Preise."
Nicht nur der Präsident des Bundeskartellamts, Dieter Wolf,
weiß ganz genau, daß die
Telekom- Ortstarife viel zu hoch sind. Auch
das Wirtschaftsberatungshaus Andersen Consulting übte jetzt Kritik an der
Preispolitik der Telefonanbieter und deren
"Denken in Gesprächsminuten".
Notwendig seien Pauschaltarife für Online- Kunden, die auch die
Telefonkosten abdecken. Was
in den USA so erfolgreich funktioniert
und aktuell bei der Einführung von
ADSL zu beobachten ist, das sollte auch für den Standort Deutschland
gut sein. Sun- Gründer Andreas von Bechtolsheim hatte bereits 1997 auf die
Markt- Notwendigkeit von Flat-rates (Pauschaltarife) als
"unglaubliche Chance" hingewiesen. Wer
wird sie nutzen?
[Billigster Ortstarif der Welt?]
[Telekom: "Ortsgespräche sind in D bereits sehr
günstig."]
SAN FRANCISCO 8.10.1998 (cyf/t-off). Bei der Diskussion über
die Höhe der deutschen Ortstarife der Telekom wird stets auf die
günstige Situation in den USA oder Kanada verwiesen. Denn hier gibt es
monatliche Pauschaltarife (flat monthly rates) und damit auch keine
(zeitabhängige) Abrechnung einzelner Ortstelefonate. Jeder Internet- Nutzer
kann sich davon im Web selbst überzeugen
[mehr]. Auch bei anderen, weniger
verbreiteten Tarifmodellen wird in den USA die Telefonverbindung zum
Internet- Provider in der Regel nicht zeitabhängig berechnet. Aber wie ist
das mit den Einwänden, die in Deutschland häufig erhoben werden? Hier
sind einige Antworten:
[Ortsgespräche in den USA]
[Internet-Kosten in den USA]
9.10.1998 (ws). Beim Always-On Internet via ADSL erfolgt hingegen die
Tarifgestaltung der Bells von vornherein zu bezahlbaren (Pauschal-) Tarifen. Und
das hat einen einfachen Grund: Die wachsende Konkurrenz durch die TV-
Kabelnetzbetreiber und damit Always-On Internet übers TV- Kabel von
Providern wie
@Home,
Road Runner oder
MediaOne Express. Diese
Konkurrenzssituation verursacht eine hohe Dynamik auf dem amerikanischen
Breitband- Dienstemarkt. Gleichzeitig sorgt der Internet- Boom dafür,
daß in den USA massiv die Internet- Backbones ausgebaut werden. Beispiel:
Das 2-Terabit Backbone- Netz von
Qwest, bei dem bereits erhebliche
Reserven für ein zukünftiges 'Upgrade' eingeplant sind.
KARLSRUHE 4.10.1998 (am/t-off). Der Karlsruher Informatik- Professor
Werner Zorn beschreibt in einem 1998 erschienenen Buchbeitrag
"Über die verfehlte deutsche
Internet- Entwicklung" wie deutsche Politik in den 80er- Jahren die Weichen
bei der Netzentwicklung falsch gestellt hat. So setzte man auf die Bundespost
als neutralen Partner, der aber mit seiner "dauerhaften Sprachdienst-
orientierten Hochtarifpolitik die Datenkommunikation, und damit die
Entwicklung der Rechnernetze hierzulande praktisch erwürgte".
Durch eine einseitige Förderungspolitik des Bundesforschungsministers gebe es
heute zudem keine deutsche Rechnernetz- Industrie von Bedeutung. Die nachteiligen
Folgen des Internet- Rückstands für die deutsche Wirtschaft seien "in
vielen Bereichen unaufholbar". Zorn faßt seine Kritik zusammen: "Das
Internet spielt eine immer wichtigere Rolle in Deutschland, aber Deutschland
spielt überhaupt keine Rolle im weltweiten Internet außer als
Markt für ausländische Produkte und Dienstleistungen." Und ob nun die
neue Regierung zu einer besseren Internet- Politik findet, wird sogar von Bonner
Politik- Insidern bezweifelt. Denn dazu müßten erst einmal die hohen
Ortstarife der Telekom nach unten korrigiert
werden.
[Zorn: Über die verfehlte deutsche
Internet-Entwicklung]
[Zorn-Interview: Durchs Netz gefallen]
BERLIN 30.9.1998 (mi/t-off). In den USA boomt der E-Handel
übers Internet. Insbesondere der Direktverkauf an den Endverbraucher hat
hohe Zuwachsraten. Denn beim Kauf via
Internet haben Kunden die Möglichkeit, relativ leicht das günstigste
Angebote unter einer großen Anzahl von (weltweiten) Anbietern
herauszufinden. In Deutschland hingegen ist noch immer keine breite Basis
für den E-Commerce im Einzelhandel geschaffen worden. Ein Hauptgrund: Den
E-Händlern fehlen hierzulande eine ausreichende Anzahl von Marktpartnern
(Endkunden), da für diese die Internet- Nutzung zum Einkaufen wegen der
hohen Telekom-Ortstarife viel zu
teuer ist. Schließlich bezahle man auf einem Wochenmarkt oder bei
einem Kaufhaus auch keinen Eintritt.
Und so verwundert es nicht, daß unlängst eine US- Lobby
ankündigte, in Europa den E-Handel zu fördern
[mehr]. Auch sie
brauchen reichlich Marktpartner in der Alten Welt. Inzwischen hat eine
"Initiative Internetstreik" ein Zusammenschluß von Unternehmen, die
"den E-Commerce in Deutschland vorantreiben" möchten, ihre aktive
Unterstützung des
Internet- Boykotts am 1. November zugesagt.
"Mit dem ersten Internet- Streik in Deutschland wollen wir ein Zeichen setzen."
Die Deutsche Telekom AG solle einlenken, heißt es auf der Homepage
"www.internetstreik.de" der
Initiative, deren Web-Server in den USA steht. Ziel der Aktion seien
marktgerechte Telefon- Ortsgebühren von "1 DM pro Stunde".
[US-Lobby will E-Handel in Europa
fördern]
[USA: Digital consumers increase buying]
3.10.1998 (t-off). Nach einer
aktuellen Studie nahm in den USA das
Online-Einkaufen bei Internet-Nutzern zwischen April und August um 34 % zu. Und
die amerikanischen Konsumenten brauchen sich dabei auch keine Sorgen um ihre
Telefon- Rechnungen zu machen. Denn in den USA
'regiert' klar die verbraucherfreundliche
Flate-rate, beim Ortstelefonat und beim
Internet- Zugang. Die Greenfield- Studie weiß dann auch, daß aktive
Online- Käufer in den USA das Internet 20 Stunden pro Woche, also rund 90
Stunden pro Monat nutzen!
MADRID 28.9.1998 (t-off). Anfang September 1998 streikten in
Spanien Internet-Nutzer fast zwei Wochen für einen günstigeren
Telefontarif zur Einwahl ins Weltnetz [t-off
berichtete]. Am 15. September lenkte
der Ex-Staatsmonopolist
Telefónica ein. Um die spanischen
Internet- Nutzer zu besänftigen, führt Telefónica die neuen
Optionstarife "BonoNet" und "MasterNet" ein. Mit BonoNet ist die Internet-
Einwahl bei Zahlung von umgerechnet 19 DM für 10 Stunden pro Monat
möglich. 30 Stunden kosten rund 48 DM und 100 Stunden etwa 154 DM. BonoNet
gilt nur bei Verbindungen zu einer Nummer. Dieser Tarif kann sinnvoll
nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden. Die Alternative MasterNet ist ein
echter Volumenrabatt von 4 % (1030 Stunden) bis zu 15 %
(über 150 Stunden monatliche Internet- Nutzung), für den rund 3 DM pro
Monat zu zahlen sind. Einzelheiten der Tarife sind in der Pressemitteilung
"Telefónica lowers Internet rates as much as 51.85 %" dargestellt, die
im Internet
dokumentiert ist.
[mehr]
2.10.1998 (khd). Wer die Internet- Telefontarife
der Telefónica genauer studiert, wird erkennen, daß diese noch
nicht den großen Durchbruch an der europäischen Ortstarif- Front
darstellen. Immerhin wird den spanischen Internet- Nutzern mit dem "MasterNet"
ein richtiger Rabatt- Tarif angeboten, wenn auch die Nachlässe eher
bescheiden sind. Daß aber die Telefónica ihre massive
Ortsgebührenerhöhung nach dem Streik zurückgenommen hat, das ist
ein Märchen.
BERLIN 26.9.1998 (t-off). Der Wahlkampf ist gelaufen. Die
(Internet-) "Bilanz der Legislaturperiode"
ist geschrieben. Nun kommt die "Qual der Wahl".
Zumal die Parteien in Sachen Internet das Wahlvolk im Dummen ließen. Und
so ist auch nicht zu erkennen, wie die Politik breiten
Bevölkerungsschichten den Zugang zum Welt- Informationsnetz erleichtern
könnte.
[mehr]
Die Deutschen haben noch immer kein Geld fürs
digitale Bezahl-Fernsehen (Pay-TV) übrig. Woher auch? Bertelsmann hat
jetzt offensichtlich die Lage erkannt. Sie wollen nun das Internet mit dem
Pay-TV zu einem Service verschmelzen [mehr].
Diese Rechnung könnte aufgehen. Denn bei der Masse der deutschen
Privathaushalte dürfte das zur Verfügung stehende Budget nicht
gleichzeitig für die
Internet-Zugangskosten und ein
Pay-TV Abo ausreichen. Schließlich entstehen in Deutschland schon bei
geringer Nutzungszeit sehr beträchtliche Telefonkosten.
T-LAND 24.9.1998 (t-off). Der spanische Internet- Streik [t-off
berichtete] macht nun hierzulande Schule. Mit
Protestaktionen gegen die hohen zeitabhängigen Internet- Zugangskosten
wollen demnächst auch deutsche Internet- Nutzer auf die
überhöhten Telefon- Ortstarife der
Deutschen Telekom aufmerksam machen. Um ihrer Forderung nach einem speziellen
Online- Telefontarif Nachdruck zu verleihen, wollen viele Nutzer ab 1. Dezember
für zwei Wochen auf das Surfen im informativen Weltnetz verzichten.
Gefordert wird ein Telefontarif mit wochentagsüber höchstens
1,50 2,00 DM pro Stunde und nach 18 Uhr und an Wochenenden von
höchstens 1 DM pro Stunde. Das mittelfristige Ziel sei aber ein monatlicher
Pauschalpreis für die Einwahl ins Internet.
[mehr]
30.9.1998 (t-off). Inzwischen haben sich die beiden Initiativen zusammengetan.
Die für Anfang Dezember geplante 14tägige Protestaktion ist gestrichen
worden. Vom Ergebnis des ersten Internet- Streiks am 1. November soll das weitere
Vorgehen abhängig gemacht werden.
Weitere Infos zu den geplanten Protestaktionen sind derzeit zu finden unter:
Zum Hintergrund:
LONDON 20.9.1998 (irk/t-off). In Großbritannien startet am
Dienstag die Elektronik- Fachhandelsgruppe
Dixons (Dixons, Curry, PC World, The
Link) einen Internet- Service, bei dem keine Provider- Gebühren anfallen.
Die Nutzer müssen nur die (zeitabhängigen) Kosten der telefonischen
Einwahl bei der jeweiligen Telefongesellschaft bezahlen, die landesweit zum
Ortstarif erfolgen kann. Finanziert werden soll dieses
FreeServe- Internet durch Bannerwerbung,
Folgegeschäfte sowie eine teure Hotline (rund 3 Mark/Minute).
Bei diesem kostenlosen Internet gibt es keine Zeit- oder
Volumenbeschränkung. Neben einer E-Mailbox mit beliebig vielen
Mail- Adressen erhält der Nutzer 5 MByte Platz für eigene
Web- Seiten. Auch die Anmeldung und die Zugangssoftware sind kostenlos.
Es wird mit einem Run auf dieses Gratis- Angebot gerechnet.
[more]
[noch mehr]
[Protest-Infos der Gruppe
"La Huelga" in Englisch]
[Telefónicas
Internet-Telefontarife]
20.9.1998 (t-off). In Deutschland ist die Internet-Einwahl über die
Ortsnetze der Telekom sogar noch teurer als in Spanien
[mehr]. Private Internet- Nutzer
überlegen deshalb hierzulande, ähnliche Protestaktionen wie in Spanien
zu starten. In der Newsgruppe
"de.comm.service+tarife" des UseNets
wird derzeit unter dem Titel (thread) "Zwei Wochen als Protest nicht in's
Internet?" das Vorgehen diskutiert.
[Ortstarifvergleich
Spanien Deutschland]
[Internet-Fakten]
BERLIN 14.9.1998 (wos/t-off). Seit Freitag (11.9.) bietet nun auch
Viag Interkom Echtes Call-by-call an.
Damit kann bereits über die Netze von 7 Telcos ganz spontan also
ohne jede Anmeldeprozeduren ferntelefoniert werden. Die Abrechnung erfolgt
mit der Telekom- Rechnung. Allerdings verwenden (noch) nicht alle die
kundenfreundliche Berechnung im Sekundentakt. Manche Telcos verlangen eine
Mindestgebühr pro Telefonat (1. Zahl in der Spalte "Takt" gibt dafür
die Dauer an). Andere Telcos erheben pro Telefonat einen festen Zuschlag. Auf
der Telekom- Rechnung erscheint der Einzelverbindungsnachweis (EVN) mit Datum,
Beginn, Dauer, Zielrufnummer (bei Beantragung auch unverkürzt),
Zielort/Land und Preis jeder Verbindung. Das "Ja" in der Spalte "EVN" bedeutet,
daß das auch tatsächlich klappt. Bei den übrigen Telcos liegen
dazu noch keine Erfahrungen vor.
Der Nachweis ist kostenlos.
[Aktuelle Tabelle]
BONN 12.9.1998 (t-off). Bis Ende September will die
Regulierungsbehörde über die
Telekom- Pläne zur Ausgliederung
des TV-Kabelgeschäfts entscheiden. Der Entscheidung kommt eine
große Bedeutung für die Entwicklung von Infrastruktur- wettbewerb zu.
Denn nur wenn es gelingt, den Telekom- Anteil an den geplanten
regionalen Gesellschaften der T-MediaNet AG unter die Sperrminorität von 25 %
zu senken, kann die Konkurrenz zwischen Breitbandkabelnetz und Telefon- Ortsnetz
funktionieren. US West hat in den USA
gezeigt, wie eine solche Ausgliederung wettbewerbsfördernd erfolgen kann.
[mehr]
[1996: Verkauft die Telekom das Kabelnetz?]
[Telekom soll Einfluß auf TV-Kabel
verlieren]
BONN 11.9.1998 (as/t-off). Während in den Niederlanden auf
Anordnung des Regulierers OPTA u. a. Tarife im Ortsbereich um 25 % gesenkt werden
müssen, soll vom deutschen Regulierer das Wettbewerbsrad
zurückgedreht werden. Hier soll noch 1998 die
Dreiklassen- Gesellschaft der Telcos mit
Teilnehmernetz- betreibern (TNB mit Ortsnetzen), Verbindungsnetzbetreibern (VNB
mit Fernnetzen) und reinen Wiederverkäufern (Reseller ohne eigene Netze)
eingeführt werden. Die derzeitigen
Interconnection- Tarife sollen
künftig nur noch für TNBs gelten. Alle anderen die
Wadenbeißer müssen
dann mehr bezahlen.
Von dieser Maßnahme verspricht sich Vize- Chefregulierer Arne
Börnsen, den Infrastruktur- Wettbewerb bei den Ortsnetzen zu fördern.
Es gehe nicht darum, die Telekom in Schutz zu nehmen
[mehr]. Über solche Umwege
können sich Kenner der T-Marktes nur noch wundern. Sie fragen sich, warum
hat sich denn Börnsen damals nicht für den volkswirtschaftlich sinnvollen
Weg eingesetzt, das Telekom- Netz auszugliedern.
[Noch 1998 Interconnection-Preisreform]
[Kampfansage an die schnelle Mark]
BERLIN 10.9.1998 (t-off). Otelo (Internet- Spott: "Null-TEL-Null"),
die einmal die "Nr. 2 nach der Telekom"
werden wollte, kommt noch immer nicht in die Puschen. Die
geplante Beteiligung von Bell South ist jetzt
geplatzt. Nun schmort man in eigenem Veba/RWE- Saft
[mehr]. Und deshalb weiß man dort
wohl auch, was Kunden wünschen.
Die privaten TV-Kabelnetzbetreiber wollen nicht länger nur Fernsehprogramm-
Verteiler sein. Sie wollen Kabel- Vollanbieter (Fernsehen, Telefon und Internet)
werden. Deshalb verlangen sie eine
Beteiligung am Telekom- Kabel, das zum
Verkauf ansteht. Aber auch Microsoft soll schon
wie in Australien (Telstra)
am Kauf interessiert sein.
[mehr]
Für 70.000 Kunden hat jetzt die Telekom
ADSL- Technik für ihre
Ortsvermittlungsstellen bestellt
[mehr]. Von einem zügigen Ausbau
ihrer Internet- Backbones wurde allerdings noch nichts bekannt. Während in
den USA bei Qwest bereits in
zukunftsweisende Terabit- Technik
investiert wird (1 TBit = 1 Mill. MBit), hat die Telekom derzeit nur
IP-Backbones mit 34 MBit/s (einige Strecken leisten 155 MBit/s). Für eine
breite ADSL- Nutzung mit bis zu 8 MBit/s pro Kunde reicht das aber nicht.
Um dem Protest gegen die "Wucherpreise" Nachdruck zu geben, hat der
spanische Verband der Internet-Nutzer
(AUI) dazu aufgerufen, ab heute
einen Monat lang nicht mehr das Weltnetz zu nutzen. Diesem Online-Streik haben
sich auch Verbraucherverbände, Gewerkschaften und Parteien angeschlossen.
Die Streikenden fordern einen monatlichen Pauschalpreis (Flat-rate) von
umgerechnet höchstens 100 Mark.
[mehr]
[Ein Teilerfolg]
[AUI: Asociación de Usuarios de
Internet, Madrid]
13.9.1998 (khd). In Deutschland müssen Internet-Nutzer bei der Deutschen
Telekom für die Internet- Einwahl noch mehr bezahlen. Dennoch haben die
Millionen privater Internet- Nutzer (noch immer) keine eigene Lobby. Ganz anders in
Spanien: Hier gibt es offensichtlich mit der
"Asociación de Usuarios de Internet"
(AUI) einen richtigen Interessensverband der privaten Nutzer des Weltnetzes. Er
soll bereits über 100.000 Privatnutzer vertreten. Und es liegt auf der
Hand, daß eine solche Lobby einen Tarifprotest der einzelnen Protest-
Gruppen besser bündeln und koordinieren kann.
Um etwas Licht in den spanischen Tarifdschungel zu bringen, werden in folgender
Tabelle die Stundenpreise (inklusive Mehrwertsteuer, die in Spanien auch 16 %
beträgt) zwischen Spanien und Deutschland verglichen. Irgenwelche
Rabattmöglichkeiten wurden dabei nicht berücksichtigt. Die spanischen
Zahlen basieren auf den Angaben der spanischen Protest- Gruppe
"La Huelga".
Umrechnungskurs: 1 Peseta = 0,011814 DM.
OTTAWA 2.9.1998 (ws/t-off). Zwischen den Internet- Zugangskosten
in Deutschland und Nordamerika liegen Welten. Das verdeutlicht diesmal ein Blick
auf die aktuellen Tarife kanadischer TV-Kabelnetzbetreiber. Zum attraktiven
Monatspreis von umgerechnet rund 46 Mark (39,95 Can-$) offerieren die zu
@Home Canada zusammengeschlossenen Unternehmen
Shaw Cable, Cogeco Cable und
Rogers Cablesystems die schnelle
Internet- Standleitung für jedermann. Zeit- oder volumenabhängige
Gebühren fallen nicht an, auch der Rückkanal wird übers TV- Kabel
abgewickelt.
Das Massengeschäft könne nur mit solchen wettbewerbsfähigen
Tarifen gelingen, berichtet die Fachzeitschrift
Cable Datacom News in ihrer
aktuellen September-Ausgabe [mehr].
Cogeco und Rogers Cable hätten deshalb im August ihren Pauschaltarif um
mehr als 25 % gesenkt. Andernfalls würden die meisten Kanadier weiterhin
bei der klassischen Internet-Nutzung via Modem- Einwahl bleiben, da angesichts
monatlicher Flat- rates für den
Ortsbereich auch die herkömmliche Telefoneinwahl keine zeitabhängigen
Gebühren kostet. Zudem sei den Kabelgesellschaften die Erzielung eines
höheren Marktanteils bei Datendiensten wichtig, bevor alternative
Hochgeschwindigkeitszugänge (z. B. von Bell Canada per ADSL) in
großem Umfang angeboten würden.
Derzeit haben bereits rund 2,4 Millionen kanadische Haushalte die
Möglichkeit, sich für den schnellen Internet- Zugang via
TV- Kabelnetz zu entscheiden. Ingesamt arbeiten neun kanadische
Kabelnetzbetreiber mit Hochdruck an der Nachrüstung des Rückkanals, um
auch ihren restlichen Kabelkunden Internet- Zugänge und andere interaktive
Dienste bieten zu können.
[Rogers announces price
change for high-speed Internet access]
[Wave@Home Pressemeldungen]
10.1.1999 (mst/t-off). Beim Kabel-Anbieter
www.western.wave.ca gibt es
allerdings ein monatliches Limit von 1 GByte, obwohl die offensichtlich
auch zu @Home Canada gehören.
HANNOVER 1.9.1998 (taz/t-off). Auf der Multimedia- Messe CeBIT
Home in Hannover wurde jetzt deutlich, daß fürs Digital-TV technisch
isolierte Decoder- Systeme, wie Kirchs d-Box,
geringere Marktchancen haben. Dennoch setzt die Deutsche Telekom bei ihrem
neuen Programmangebot fürs
digitale Kabelnetz auf die noch immer geschlossene d-Box [Ed: deren Öffnung
BerTelKirch immerhin versprochen hatte]. Bei dieser muß auch das
ansonsten frei empfangbare Fernsehen (FreeTV) verschlüsselt werden.
In Hannover demonstrierten ARD und ZDF die Vorteile der
OpenTV- Technik beim Empfang ihrer Digital-
Programme via Satellit. Denn Satelliten- Empfänger mit Digital-Decodern in
der wegweisenden OpenTV- Technik sind bereits von Galaxis, Kathrein, Panasonic
und anderen Herstellern erhältlich. Der Elektronik- Fachhandel (u. a.
Interfunk und
Electronic- Partner) verspricht
sich vom Verkauf solcher Digital- Decoder einen erfolgreicheren Einstieg in das
nunmehr von der Bundesregierung eingeläutete
digitale Zeitalter des Rundfunks. Der Handel wird
deshalb diese Geräte demnächst in die Läden bringen. Und so komme
wenigstens der Wettbewerb beim digitalen Satelliten- FreeTV in Gang.
Ärgerlich sei nur, daß es noch keine Euro- Norm für den Digital-
Empfang gebe, wissen TV-Marktexperten.
[ARD und ZDF verständigen sich über
Digital-TV]
[DVB: Die letzte Bastion des Analogen fällt]
BONN/BERLIN 28.8.1998 (t-off). Was die SPD eigentlich verhindern
wollte, geschieht nun doch: Der (unvollständige) Telekommunikations-
Wettbewerb wird zum Wahlkampfthema. In Deutschland gibt es politisch
gewollt noch immer keinen Wettbewerb im
Ortsbereich. Und so kann der Ortsnetz-Monopolist Telekom für die Internet-
Einwahl wirtschaftshemmend exorbitante
Gebühren von bis zu 5 DM pro Stunde
verlangen. Denn beim Herstellen des freien Markts gab es bislang eine
große Koalition von CDU/CSU + SPD +
FDP. Das soll nun anders werden, und es drohen auch durchaus weitere
Preiserhöhungen.
Wie die "Wirtschaftswoche" in ihrer neuesten
Ausgabe (36/1998) berichtet, wollen namhafte SPD-Politiker im Falle eines
SPD-Wahlsieges den Chef der Regulierungsbehörde Klaus- Dieter Scheurle
(CSU) sowie den Telekom- Chef Ron Sommer "schassen" und durch die SPD-Mitglieder
Arne Börnsen bzw. Gerd Tenzer (Telekom) ersetzen. Außerdem solle dann
bereits im Oktober das Telekommunikationsgesetz
(TKG) von 1996 zugunsten der Deutschen Telekom
geändert werden. Um so "faire Bedingungen" zu schaffen, heißt es bei
der SPD.
[mehr]
Der Präsident des Bundeskartellamts, Dieter Wolf, warnt davor,
die "Regulierungsbehörde zum Objekt des Parteienstreits" zu machen. Dem
Berliner "Tagesspiegel" sagte er:
"Wenn der Chef der Regulierungsbehörde zur Disposition steht, bloß
weil sich die Regierung ändert, spricht das nicht für die
Unabhängigkeit der Behörde." Diese sei aber für den freien
Wettbewerb entscheidend.
[SPD dementiert].
[Bilanz einer Legislaturperiode: In der Bonner
Medienpolitik fand der Internet- Boom nicht statt]
30.8.1998 (khd). Die Telekommunikations- und insbesondere die Internet- Politik
von Bundesregierung und (SPD-) Opposition gerät immer mehr zur Groteske.
Dabei sollte doch klar sein, daß ein Staatsmonopolist beim Übergang
in die Marktwirtschaft reichlich abzugeben hat. Außerdem ist aus etlichen
Studien zweifelsfrei bekannt, daß Deutschland einen erheblichen
Nachholbedarf bei der Nutzung moderner Informations- Technologien hat. Dennoch
wurde von der Politik zu wenig unternommen, um die dringend notwendige Internet-
Aufholjagd zu starten.
[mehr]
Da hofft der Bundesforschungsminister Rüttgers (CDU), daß
es für Schüler einen
"Taschengeldtarif" fürs Internet geben
wird, anstatt einen solchen mit aktiver Politik durchzusetzen. Und einige SPD-
Politiker haben nun Lust darauf, das TKG zugunsten der Telekom zu ändern.
Für die Aufholjagd wäre aber genau das Gegenteil geboten. Das quasi
bis 2002 für die Telekom
festgeschriebene Ortsnetz- Monopol muß schleunigst durch TKG- Anpassung
beendet werden. Das wäre das richtige Signal für mehr Wettbewerb.
ESCHBORN 26.8.1998 (ws/t-off). Nun möchte auch die
Telefongesellschaft Mannesmann Arcor am
Internet- Boom partizipieren. Pünktlich zur CeBIT Home stellte das
Unternehmen seine neueste Produktinnovation für den Internet-
Zugang vor. Unter der Bezeichnung Arcor- Internet by Call wird dabei
unter der Rufnummer 010700192070 die spontane Einwahl ins Internet
ermöglicht, ohne daß vorher erst die Beantragung einer User- Kennung
erfolgen muß. Als Benutzername reicht "arcor", als Passwort die Verwendung
von "internet". Zudem sollen die Nutzer den Proxy-Server "proxy.arcor-ip.de"
einstellen
[mehr].
Für die Nutzung werden sämtliche Gebühren über einen
Komplettpreis inklusive
Telefongebühren abgegolten. Und hier langt Arcor richtig hin. Zwischen
918 Uhr wird bei sekundengenauer Abrechnung ein Nutzungsentgelt von 16
Pfennig/Minute (9,60 DM/Stunde) erhoben, selbst in der Nebenzeit von 189
Uhr werden noch 12 Pfennig/Minute (7,20 DM/Stunde) berechnet. Mit diesen im
Vergleich zu Nordamerika wirklich
"niedrigen" Tarifen gibt sich Arcor aber nicht zufrieden. Denn zuzüglich
fällt das bei der Call- by- call Nutzung bei Arcor übliche
Verbindungsentgelt von 6 Pfennig pro Einwahl an, falls die Kunden nicht auf Arcor
pre-selected sind.
[Arcor hat Nase nicht vorn Enttäuschendes
Tarifkonzept]
[Neue Telcos verzichten auf Ortsnetz-Wettbewerb]
27.8.1998 (t-off). Viag Interkom
steigt erst zum 1. Oktober in das Internet- Geschäft mit Privatkunden ein.
Ihr Service "Planet- Interkom" soll für 10 Pfennig pro Minute den Internet-
Zugang inklusive Telefongebühr rund um die Uhr ermöglichen. Der
monatliche Mindestumsatz beträgt 6 Mark, was einer Nutzungs- Stunde
entspricht.
[mehr]
DREIEICH 20.8.1998 (oh/t-off). Nicht nur für den Internet-
Zugang auf dem flachen Land gibt es jetzt eine kostengünstige Alternative
zum Marktführer T-Online. Unter der
bundesweit geltenden Rufnummer 01801000 555 bietet der reine Internet
Service Provider (ISP) Nacamar den Zugang
zum Ortstarif der Telekom an.
Außerdem wird ab 1. September für die Internet- Nutzung selbst ein
monatlicher Pauschalpreis (Flat-rate!) von 39 DM (bisher 49 DM) verlangt. Dabei
gibt es keine Zeit oder Volumenbeschränkungen. Ab Oktober wird
Nacamar auch V.90- Modems mit 56 kBit/s unterstützen.
[mehr]
22.8.1998 (t-off). Diesem Schritt von Nacamar kommt eine erhebliche Bedeutung
zu. Denn durch das Pauschalangebot gibt es jetzt Druck auf die
angekündigten Internet- Angebote einiger Telcos wie Otelo- Online,
MobilCom, Arcor, Viag Interkom und TelePassport, aber auch auf die Tarife
existierender ISPs. Bei Nacamar kosten nun beispielsweise 20 Stunden Internet im
Monat zwischen 75,32 DM (MoSo, 215 Uhr) und 135,84 DM (MoFr,
918 Uhr, ohne City-Plus). Bei T-Online kosten 20 Internet- Stunden derzeit
zwischen 104,32 und 164,84 DM im Monat.
[Vergleich von
Internet-Kosten]
25.8.1998 (t-off). Mit der Telekom gibt es nun Streit darüber, ob für
die bundesweite 01801- Einwahlnummer auch die Telekom- Optionstarife City- Plus
und City- Weekend gelten. Unterdessen bereitet auch
VossNet die bundesweite Einwahl
zum Telekom- Ortstarif vor. Andere ISPs wollen folgen.
30.8.1998 (t-off). Auch der Provider 1&1
bietet jetzt das Internet zum Pauschalpreis mit bundesweiter Einwahl zum
Telekom- Ortstarif an. Ein Tag kostet eine Mark, somit ergibt sich
eine monatliche Providergebühr von 28 bis 31 DM.
[mehr]
[Aktuelle Probleme mit 1&1]
1&1 ist strenggenommen kein eigenständiger Internet-Provider, denn
für das Internet-Angebot werden die Einwahlports und das Backbone-Netz
anderer Provider genutzt. Seit Sommer vollzieht 1&1 den Wechsel von den
T-Online Einwahlports (IP-Plattform der Telekom mitsamt ihren
Fehlleistungen) zu Nacamar. Das Pauschalangebot
von 1&1 gilt nur für die neue Einwahlnummer 01801-000 555, die zu Nacamar
durchgeschaltet wird. Der Wechsel zu Nacamar bedeutet für 1&1 aber nicht
das Ende der Probleme. So klagen Kunden bereits über einen im Verhältnis
zu den T-Online Einwahlports langsameren Einwahlvorgang und dabei eine
unzumutbare Häufung des schon bei den T-Online-Ports aufgetretenen
Einwahlproblems. Offenbar wirkt sich hier
zusätzlich ein schlechter Übergang zwischen Nacamar und dem
Rechenzentrum von 1&1 aus, das noch an die IP-Plattform der Telekom
angeschlossen ist und wesentliche Server von 1&1 (Passwort-Verifizierungs-,
POP-, SMTP-Server, ...) beherbergt.
[Telekom-Tochter Matav steigert
Gewinn um 50 %]
[Neue Telekom-Propaganda zum Internet-Streik]
[Boykotteure werten Internet-Streik als
Erfolg]
[Telekom: Keine Auswirkung des Streiks]
[GTE sees data business as crown
jewel]
[Bezahlbare Internet-Standleitungen für
alle]
[The Effect of Internet Use on the
US Telephone Network]
[Overview of cable modem
technology and services]
[Commercial cable modem
launches in North America]
[Select international cable
modem trials and deployments]
16.05.1997: [Bötsch sprach kein
Machtwort]
12.09.1997: [Waigel drängt Bötsch zu
Rücksichtnahme]
23.11.1997: [Telekom senkt 1998 und 1999
Gebühren]
[IFA 1997:
Rexrodt: Telekom-Preise zu hoch]
[Systems 1997:
Stoiber fordert billige Sondertarife]
[Deutscher Internet Kongreß 1998:
Internet zu teuer]
[Bayern Online Kongreß 1998:
Stoiber fordert billigere Telefontarife
für Internet-Zugang]
[CeBIT Home 1998:
Rüttgers: Internet für Schüler
zum Taschengeldtarif]
[Münchner Medientage 1998:
Huber: Telekom soll Netze öffnen]
Ortgespräche mögen ja in einigen US- Regionen
(größere Städte) "umsonst" sein, aber anders als in Deutschland
ist dafür die Internet- Nutzung auf dem Land sehr viel teurer.
Dieses Problem bestand nicht durch vermeintlich andere Telefongebühren als
in den Metropolen, sondern dadurch, daß günstige Internet- Provider
nicht zum Ortstarif erreicht werden konnten. So gab es beispielsweise vor
1997 noch keinen Pauschaltarif bei AOL.
Inzwischen treten aber alle großen lokalen Telefongesellschaften (Telcos)
auch als Internet- Provider auf und bieten
das Internet zu attraktiven Tarifen an. Beispiele: Die "Baby Bells" wie
Bell Atlantic (inkl. Nynex),
Bell South,
Pacific Bell,
Southwestern Bell.
Daher kann man für den Internet- Zugang zumindest auf seine lokale Telco
zurückgreifen, ähnlich wie in Deutschland T-Online und
neuerdings auch Nacamar überall zum
Ortstarif erreichbar sind.
Ohnehin sind die Telefonate im Ortsbereich nie "umsonst" (gratis), sondern sie
sind mit der festen Grundgebühr (Flat-rate) abgegolten.
Außerdem sind die Ortsbereiche in den USA deutlich kleiner. Eine
Verbindung über die nächste Straßenecke hinaus kann schnell zum
teuren Regionaltarif abgerechnet werden.
Auch in den USA gibt es Ortszonen bis 12 Meilen (rund 20 km Radius). Beispiel:
Pacific Bell in Kalifornien.
Zudem offerieren einzelne Anbieter selbst für Regional- Telefonate
(local toll calls) optionale monatliche Pauschaltarife. Beispiel:
"Local
Plus" bei Southwestern Bell für ganz Nord- oder Süd- Texas.
Die US-"Carrier" haben auch nichts zu verschenken, d. h. sie
müssen irgendwie zu ihrem Geld kommen.
Den lokalen US-Telcos gelingt dieses mit Zusatzgeschäften. Sie bieten
erfolgreich in großer Vielfalt Mehrwertdienste (value added services) gegen
Zusatzgebühr an, wie z. B. Call- Waiting, Call- Blocking, Caller-ID usw.
[Beispiel
einer Produktliste]. Außerdem boomt in den USA das Geschäft mit
Zweitanschlüssen (second lines), oft sogar Drittanschlüssen,
natürlich auch wegen der intensiven Nutzung des
Massenmediums Internet. Darüber
hinaus wird in den USA bei den Tarifen deutlicher zwischen Privat- (residential
customers) und Geschäftskunden (business customers) differenziert. Auch das
trägt zu günstigen Privatkunden- Tarifen bei.
Flat-rates sind in den USA im Ortsbereich nur möglich weil dort Orts-
durch Ferngespräche subventioniert werden.
Antwort: [Quersubvention in den USA?].
Inzwischen gibt es in den USA sogar monatliche
Flat-rates für
Ferngespräche. Und es wird sogar erwartet, daß demnächst
alle Ferngespräche mit Flat-rates abgegolten werden können.
[The Death of Distance]
Analoge Anschlüsse mögen zwar günstig sein, aber
dafür ist ISDN deutlich teurer.
Es gibt erhebliche
Unterschiede zwischen den US- Bundesstaaten. Das ist bedingt durch
unterschiedliche absatzpolitische und strategische Überlegungen der lokalen
Telcos [Übersicht: ISDN- Situation in
den USA].
Die Vermarktung von ISDN wurde verstärkt auf Geschäftskunden
zugeschnitten. So wird vermutet, daß ISDN deshalb teilweise teuer
angeboten wird, da die regionalen Bells ihr Geschäft mit den Mehrwert-
diensten und den Absatz der Second-lines nicht beeinträchtigen wollten. Bei
der ISDN-Tarifgestaltung darf nicht vergessen werden, daß die regionalen
Bells im lokalen Telefongeschäft bis 1996 weitgehend Monopolisten waren und
in ihren Gebieten auch heute noch nahezu De-facto- Monopolisten sind
[Residential ISDN Tariffs
Survey].
ISDN wurde zudem im monopolistischen Marktumfeld mitunter auch als Versuch
verwendet, für die Kunden unattraktivere Tarifmodelle als monatliche
Flat-rates zu etablieren.
[Internet-Entwicklung verschlafen]
[Deutsche Internet-Ignoranz]
[Negroponte sees explosive e-commerce]
[E-Handel: Schädliches Zögern]
Die Protestgruppe "User gegen Wucher" des DarkBreed e.V. hat zum Auftakt für
den 1. November (Allerheiligen) zum eintägigen (Warn-) Boykott des Internets
aufgerufen. Während für Geschäftskunden längst günstige
Ortsverbindungen möglich seien, gehe die Liberalisierung des Telekom-
Marktes an den Bedürfnissen privater Internet- Nutzer völlig vorbei,
heißt es in dem Aufruf.
[mehr]
http://www.gamespy.de/internetstreik
http://welcome.to/soeren.frey
http://hello.to/Protestaktion
[Einige Fakten zum Internet]
[Wegezoll auf deutschen Infobahnen]
[Warum es noch keinen Ortsnetzwettbewerb gibt]
[Teurer Internet-Zugang verhindert
Innovationsschub]
MADRID 16.9.1998 (t-off). Der massive Internet-Boykott in Spanien
[t-off berichtete] hat gestern zu einem
Teilerfolg geführt. Der spanische Verband der (privaten) Internet- Nutzer
(AUI) konnte mit der
Telefónica eine bescheidene
Reduzierung der Ortsgebühren für die Internet-Einwahl aushandeln.
Telefónica bietet nun Internet- Nutzern spezielle Optionstarife
für die Einwahl zum lokalen Internet- Knoten an. Diese gelten aber nur von
20 bis 8 Uhr. Damit soll eine Ersparnis von bis zu 52 % auf die neuen, am
9. August angekündigten teureren,
Ortstarife
möglich sein.
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[Neue
Telefónica-Ortstarife]
Telco / Netz
Takt
Zuschlag
EVN
Arcor
1 s
6 Pf/Verb.
Ja
MobilCom
60/60 s
Kein
Ja
Otelo
60/60 s
Kein
Ja
TelDaFax
1 s
Kein
Ja
Tesion
1 s
6 Pf/Verb.
Viag Interkom
1 s
Kein
ViaTel
30/1 s
Kein
Ja
[Welches Netz zu
welcher Zeit?]
[Viele Interessenten für
Kabelgeschäft der Telekom]
[Microsoft an TV-Kabelgeschäft der
Telekom interessiert]
[Priv. Kabelbetreiber wollen Beteiligung am
TV-Kabel]
[Telekom: Keine Begrenzung für
Kabel-Beteiligung]
[Weitere Links zum TV-Kabelnetz]
MADRID 3.9.1998 (t-off). Spaniens Telekom, die
Telefónica, hatte unlängst
die Ortstarife kräftig erhöht. Damit wird wie schon 1996 in
Deutschland die Internet- Einwahl wesentlich teurer. Und seit dem
prasselt ein wahrer Protest- Sturm auf die Telefon- Gesellschaft, Politiker
sowie Regierung nieder. Denn die Telefónica sagte, daß die
Preiserhöhung von der Regierung angeordnet worden sei. Nun versuchen viele
Protest- Gruppen mit phantasievollen Boykott- Aktionen gegen die Preistreiberei
anzukämpfen. Unterdessen prüft der Telefonriese, ob er bereits zum
November einen
Spezialtarif
für die Internet- Nutzung anbieten kann.
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[VilaWeb: Infos in Spanisch und Links zum
Protest]
[VilaWeb: Neue Tarife der
Telefónica ]
[AltaVista:
Übersetzungs-Service: Spanisch ---> Englisch]
Vergleich der Ortstarife Spanien
Deutschland
Stand: 13. September 1998
Spanische Telefónica
Deutsche Telekom
Bisher
Neuer Tarif
Steigerung
Bis 32.12.1995
Heute
Steigerung
Hauptzeit 1)
1,64 DM/h
3,71 DM/h
+126,2 %
2,30 DM/h
4,84 DM/h
+110,4 %
Nebenzeit 2)
1,25 DM/h
1,45 DM/h
+16,0 %
1,15 DM/h
1,82 DM/h
+58,2 %
1) In Spanien: MoFr 822 Uhr, Sa 814 Uhr.
In Deutschland: MoFr 918 Uhr.
2) In Spanien: MoFr 228 Uhr, Sa 1424 Uhr, So 024 Uhr.
In Deutschland: MoSo 215 Uhr.
[Links zum Internet via TV-Kabel]
[Internet-Fakten]
[WDR kritisiert d-Box-Pläne der Telekom]
[d-Box: Das Innenleben bleibt geheim]
[Bertelsmann gegen Kirch-Decoder]
[Links zum Digital-TV]
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