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BÜDELSDORF 19.2.1999 (st/sl/at/hh/t-off). MobilCom hat sich bei der Eroberung des Internets total verkalkuliert. Seit Weihnachten bot das Unternehmen ihr "Tomorrow Internet" zum monatlichen Pauschalpreis von 77 Mark an. Der Ansturm war so groß, daß im Januar alles zusammenbrach [t-off berichtete]. Denn MobilCom konnte u. a. keine ausreichende Anzahl von Einwahlports bereitstellen. Nach Wiederaufnahme des Dienstes führte das ab 1. Februar dazu, daß nur noch eine sehr begrenzte Anzahl von Kunden angenommen wurden und auch diese nicht einen jederzeitigen Zugang erwarten konnten. Weil aber MobilCom in seinen Geschäftsbedingungen einkalkulierte, keine "permanente Einwahl" zu gewährleisten, erhielten sie eine Abmahnung des Verbraucherschutzvereins Berlin wegen des Verstoßes gegen das AGB-Gesetz. MobilCom reagierte: Per E-Mail teilten Sie heute abend ihren Kunden mit, daß sie deshalb den Dienst sofort einstellen. [mehr]
Um aber T-Online Paroli bieten zu können, führt MobilCom ab sofort einen Internet-by-call- Tarif ohne Anmeldung mit 6 Pfennig pro Minute ein alles inklusive. Der Preis gilt rund um die Uhr. Abgerechnet wird mit der Telekom- Rechnung. Ein Gebühr von 6 Pfennig je Verbindung wie bei T-Online (ab 1. April geplant) gibt es nicht. Die Einwahl erfolgt unter der Rufnummer 0101901929. Unklar bleibt derzeit, ob damit die MobilCom AG auch ihr teures Internet- Angebot zu 19 Pfennig pro Minute (11,40 DM/Stunde) aufgegeben hat.
[Tomorrow-Surfer
schimpfen jetzt auf Verbraucherschützer]
[Statement
des Verbraucherschutzvereins Berlin]
[Reaktion von Tomorrow]
Für Marktbeobachter kommt die Einstellung des Tomorrow- Tarifs nicht
überraschend. Denn eines der Haupthindernisse für ein
bundesweites Flat-rate- Angebot in Deutschland sind die 1997 vom
Regulierer (Bundespostminister) undifferenziert nach
Sprach- und Datenverbindungen festgelegten zeitabhängigen
Interconnection-
Entgelte, die von MobilCom an die Deutsche Telekom gezahlt werden
müssen. Schon bei nur moderater Internet- Nutzung führen diese
dazu, daß der vom Endkunden zu entrichtende Pauschalbetrag
abzüglich Mehrwertsteuer für die Deckung der
Interconnection-Kosten aufgezehrt wird, bis schließlich diese Kosten
sogar defizitär wirken. Verdienen würde somit nur die Deutsche
Telekom, während für die Kosten auf Providerseite praktisch keine
Deckung erfolgt.
Nun muß beim MobilCom Tomorrow-Tarif davon ausgegangen werden,
daß Defizite durch mögliche Zahlungen der Verlagsgruppe
Milchstraße im Rahmen der Marketing- Einführung für die
Zeitschrift "Tomorrow" ausgeglichen wurden. Daß ein hoher Werbeetat
eingesetzt wurde, legen auch die für die Promotion von Tomorrow
geschalteten TV-Werbespots sowie ganzseitige Anzeigen in diversen
Computerzeitschriften nahe. Angesichts steigender Nutzerzahlen beim
Tommorow-Tarif und eines irgendwann erfolgenden Auslaufens der Werbeaktion
war die Einstellung des Pauschalangebots somit ohnehin nur eine Frage der
Zeit. Markbeobachter vermuten, daß die Strategie der Verlagsgruppe
Milchstraße auch darauf abzielte, die Deutsche Telekom und andere
Anbieter zur schnellen Einführung drastisch besserer Rahmenbedingungen
für die Nutzung des Internet und des elektronischen Handels in
Deutschland zu bewegen. Dies müsse im Hinblick auf die von der
Verlagsgruppe verfolgten anderen Web-Aktivitäten gesehen werden.
[Reaktion von Tomorrow]
MobilCom unterdessen dürfte sich eher freuen, nun die Schuld für
die Beendigung ihres Flat-rate- Tarifs auf den Verbraucherschutzverein
Berlin schieben zu können. Denn bezeichnend ist, daß das
Angebot gleich komplett vom Netz genommen wurde, ohne zuvor die
Nutzungszeit auf ein festgelegtes Zeitkontingent zu beschränken. Wie
es von Analysten heißt, könne das Unternehmen nur dann
weiterhin rapide wachsen, wenn das schnelle Vordringen in den Ortsbereich
gelänge. Unter den Telekom- Konkurrenten habe langfristig diejenige
Telefongesellschaft die beste Wettbewerbsposition, die sich im Ortsbereich
als "First- Mover" etablieren könne.
Ortsnetzwettbewerb ist in Deutschland aber weniger wegen der
Sprachtelefonie, sondern vor allem erwünscht, um die Kosten für
die Internet-Einwahl signifikant abzusenken. Daher könne MobilCom es
sich nicht einfach leisten, die ohnehin viel zu wenigen Internet-
Einwahlports von Nutzern des Tomorrow- Tarifs blockieren zu lassen. Das
von MobilCom nun als Alternative zum Tomorrow-Tarif propagierte Angebot
eines Internet- Zugangs im Call-by-call- Verfahren sei hingegen nicht
ausreichend. Bisher ist die Kundenachfrage eher gering, weil zu den
relevanten Surf- Zeiten eine Kosteneinsparung gegenüber der
Kombination "Telekom Ortstarif plus Monatspauschalpreis- Provider" einzig
von Wenignutzern erreicht werden kann.
DÜSSELDORF 18.2.1999 (cw/t-off).
Die neue Telefongesellschaft (Telco) "01051
Telecom" aus Düsseldorf will Mitte März (15.3.) mit einem
bundesweiten Discount- Angebot starten. Das Telefonieren in Deutschland
soll rund um die Uhr nur 9 Pfennig pro Minute kosten. Wochentags (MoFr)
zwischen 9 und 18 Uhr wäre das dann das günstigste Angebot von
Echtem Call-by-call (Netzvorwahl
01051) und damit derzeit rund 44 % billiger als MobilCom (16 Pf/Min).
Abgerechnet wird im Minutentakt über die Telekom- Rechnung.
Außerdem gibt es bei jedem Gesprächsbeginn eine kostenlose
Tarifansage, wieviel pro Minute zu zahlen sind.
[01051-Tarife]
BERLIN 12.2.1999 (t-off).
Jetzt ist auch der Deutsche Verband für Post und Telekommunikation
(DVPT) aus Offenbach, der frühere
Postbenutzerverband, im World Wide
Web des Internets präsent. Über die Homepage
http://www.dvpt.de/ können aktuelle
Infos sowie die Pressemitteilungen nachgelesen werden.
Seit mindestens 1996 verschleppt nun schon die Deutsche Telekom den Verkauf
ihres hoch defizitären TV-Breitbandkabelnetzes [Ed: von dem sie behauptet,
es sei nur fürs
Fernsehen gemacht]. Zwar sieht das Chef- Regulierer Scheurle
nicht so, aber eine
Linksammlung von t-off zeigt,
daß die Telekom beim TV-Kabelnetz auch weiterhin das Sagen behalten
möchte.
[mehr]
In Europa scheint beim Internet-Zugang alles auf
"Null-Lösungen"
hinauszulaufen, denn sonst klappt das nicht mit dem E-Commerce. So bietet
seit Dienstag (9.2.1999) auch British
Telecom einen freien Internet-Dienst
"BT ClickFree" fürs
Online- Shopping an. Hierbei fallen nur die Telefonkosten der Einwahl zum
Ortstarif an.
[mehr]
[noch mehr Null-Lösung]
In der Werbung wähnt sich
Debitel bereits als "Blue Chip"
(erstklassiges, erfolgreiches Unternehmen). Dennoch gelang der Debitel AG
jetzt ein Flop der besonderen Art. Weil sie in Hamburg für ihre
Werbeaktion mit Gratisgesprächen nicht ihre eigene Netzvorwahl 01018
verwendete, sondern sich mit
RSL Com (01015) zusammentat, sollen
jetzt bis zu 20.000 Kunden von RSL Com für vermeintliche
Gratisgespräche zur Kasse gebeten werden.
[mehr]
BONN 8.2.1999 (wop/t-off).
Die Würfel sind mit 16 Monaten Verspätung gefallen. Für die
Miete eines Kundenanschlusses ohne Vermittlungstechnik muß
die Telekom- Konkurrenz pro Monat 25,40 DM netto zahlen. Außerdem
ist für die Umschaltung ein einmaliger Betrag je nach Aufwand von
netto 191,64 bis 337,17 DM an die Telekom fällig. Die Preise gelten
bis zum 31. März 2001. Die Telekom will die Entscheidung akzeptieren
und nicht klagen. Es ist nun doch
eine politische Entscheidung geworden, denn auf den unabhängigen
Regulierer wurde von allen Seiten massiver Druck ausgeübt. Die
Regulierungsbehörde korrigierte
damit auch ihre eigenen Kalkulationen zum vorausgegangenen aber in
letzter Minute von der Telekom zurückgezogenen Antrag nach
oben. Eine Begründung gab die Behörde nicht.
[mehr]
[SZ-Kommentar]
[Vollständige
Preisliste der Regulierungsbehörde]
9.2.1999 (t-off). Am 30. November hatte die Behörde
ursprünglich verkünden wollen, daß 23,20 DM netto
ausreichend seien. Damals hatte die Telekom 47,26 DM beantragt, aber unter
dem Einfluß von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller einen Rückzieher gemacht. Das Verwaltungsgericht Köln setzte
dann im Januar auf Antrag von Mannesmann Arcor den 8. Februar als letzte
Frist für den Beschluß über den neuen Telekom-Antrag. Als
vorläufige Regelung hatte der Regulierer im März 1998 sogar nur
ein Entgelt von 20,65 DM monatlich für den Zugriff auf die "Letzte
Meile" festgesetzt. Die neuen Anbieter hatten deutlich unter 20 Mark
gefordert.
Nicht nur in der Branche ist mit diesem verspäteten
Regulierer-Entscheid klar, daß es Ortsnetzwettbewerb demnächst
nur bei ISDN-Anschlüssen geben wird, nicht aber für die
große Masse (90 %) der Normaltelefonierer mit Analoganschlüssen.
"Nur ISDN rechnet sich", wußte man
bei Arcor schon im Dezember 1998. Es wird
jetzt damit gerechnet, daß die Telekom die monatliche
Grundgebühr für ihre Kunden mit Analoganschlüssen von
derzeit 21,39 DM netto auf mindestens 25,40 DM anheben möchte (29,47
DM brutto). Bei der Telekom sind zudem mit der Grundgebühr die Kosten
für die Vermittlungstechnik (u. a.) abgegolten, was die Diskrepanz
zum Mietpreis noch größer werden läßt. Mit einer
Erhöhung der Grundgebühr wäre auch eine Forderung des
Bundeskartellamts erfüllt. Dieses hat wiederholt darauf gedrungen,
die Grundgebühr für Telekom- Kunden und die Miete für die
Leitungsnutzung durch Konkurrenten anzugleichen, um so eine Diskriminierung
der neuen Anbieter auszuschließen.
Außerdem könnte die Telekom mit der Anhebung der Grundgebühr
Umsatzeinbußen aus der in diesem Jahr erfolgten Senkung der
Ferngesprächspreise teilweise wettmachen. Ebenso ließe sich ein
Mißmanagement in anderen Geschäftsbereichen (Auslandsexpansion,
Endgerätegeschäft, TV-Kabelnetz) noch besser kompensieren. Der
DVPT hat bereits
angemerkt, daß jede Mark, um
die die derzeitige Grundgebühr angehoben würde, dem Ex-
Monopolisten eine halbe Milliarde Mark an zusätzlichen Einnahmen
beschert. Und so werden wohl die Telekom- Analogkunden ein monatliches
Notopfer von 4,65 DM (55,80 DM brutto im Jahr) dafür hinnehmen
müssen, daß die Telekom weiter Zeit gewinnen darf und es nur
einen äußerst beschränkten Wettbewerb mit kaum sinkenden
Gesprächspreisen im Ortsnetz geben wird.
Zur Vorgeschichte:
BONN 5.2.1999 (wop/ak/t-off).
In den letzten Tagen wurde viel gerätselt, wieviel denn nun ab April
die Telefonverbindung zu T-Online kosten wird. Der SPIEGEL hatte von
1 Pf/Minute berichtet. Nun
ist es klar: Die Telekom will sogar die Null- Lösung! Ab dem 1.
April 1999 werde die Telekom-Tochter T-Online nur noch "sechs Pfennig pro
Minute inklusive Netzzugang" in Rechnung stellen, heißt es
in einer Mitteilung von Telekom- Pressesprecher Walter Genz. Das bedeute:
"Die Deutsche Telekom wird für solche Verbindungen kein Entgelt mehr
erheben und ist auch nicht mehr Vertragspartner dieser Verbindungen. Das
Inkasso für T-Online erfolgt allerdings über die Telekom-
Rechnung. Auch die anderen Online-Anbieter können künftig ihren
Endkunden ein derartiges Komplettangebot unterbreiten." Damit würde
der Internet- Zugang über T-Online zwischen 9 und 18 Uhr billiger als
bei jedem anderen bundesweiten Internet-Anbieter sein.
6.2.1999 (t-off). Was aber T-Online intern der Telekom für die
Verbindungen bezahlen wird, ist natürlich unbekannt. Nun kommt es
darauf an, ob tatsächlich alle Internet Service Provider (ISP) sowie
die Universitäten und andere Bildungseinrichtungen eine solche "Null-
Lösung" für die Internet- Einwahl mit der Telekom aushandeln
können. Zwischen Telekom und Telekom- Tochter war das natürlich
einfach zu regeln, zumal wenn man eine Marktbeherrschung
anstrebt. Aber für alle anderen
existieren vermutlich reichlich Fußangeln. So sind z. B. kleinere
ISP nicht bundesweit präsent, was aber wohl Voraussetzung dafür
ist, um Einwahlnummern aus dem für Online-Dienste reservierten
0191/2/3xy- Rufnummernraum verwenden zu können.
[Statement des Regulierers zur
Online-Tarifierung]
[FAZ: Widerstand gegen neue Tarife
von T-Online]
PARIS/BONN 2.2.1999 (fen/wop/t-off).
Frankreichs Télécom plant die Einführung von
Pauschaltarifen (Flat-rates) für Telefon- Verbindungen zum Internet.
Das kündigte heute
France Télécom-
Chef Michel Bon in Paris an. Zu den Preisen, die noch vom
französischen Regulierer genehmigt werden müssen, wurden keine
Angaben gemacht. In Frankreich ist bereits im Herbst 1997 ein um 40 %
reduzierter Internet- Telefontarif
eingeführt worden.
[mehr]
Bereits am Nikolaustag 1998 hatte Telekom- Chef Ron Sommer einen
"neuen Sondertarif für
Internet- Nutzer" angekündigt, ohne konkrete Preise oder einen
Einführungstermin zu nennen. Analysten wissen, daß die
Deutsche Telekom an solchen Tarifen sogar
schon seit 1995 arbeitet. Aber trotz
der jahrelangen Arbeit konnte der Ex-Monopolist bislang kein Ergebnis
präsentieren.
Unterdessen wurde eine erste
Stellungnahme des deutschen
Regulierers zur Tarifierung von Datentelefonie (Internet-Zugang) bekannt.
Offensichtlich reicht der Regulierungsauftrag des Gesetzgebers dafür
nicht aus. Marktkenner setzen nun darauf, daß sich das
Bundeskartellamt wie
schon bei der Telefon- Auskunft
in die marktbeherrschende Situation des Internet- Zugangs
einmischt.
HAMBURG 31.1.1999 (t-off).
Die Telefongesellschaft MobilCom
hatte im Januar unter Kundenschwund zu leiden. Denn MobilCom war zum
Jahresanfang beim Preis von 19 Pf/Minute geblieben, während andere die
Preise für Ferngespräche auf 16 Pf/Minute absenkten. Nun hat der
Wadenbeißer mit Preissenkungen auf die neuen Billigtarife der Telekom
geantwortet. Von morgen an kosten Inlands- Ferngespräche mit der
Vorwahl 01019 rund um die Uhr statt bisher 19 nur noch 16 Pfennig pro
Minute. Das berichtet heute die "Bild am Sonntag". Von 19.00 bis
24.00 Uhr ist die erste Minute kostenlos.
[mehr]
[Tarif-Matrix]
[Stiftung Warentest warnt vor
MobilCom-Angebot]
[MobilCom: Kostenlos Telefonieren ohne Voranmeldung]
BRÜSSEL 31.1.1999 (tsp/t-off).
Die EU-
Kommission hat jetzt ein
Grünbuch zum
Internet veröffentlicht. Damit möchte die Kommission u. a.
Fragen stellen und Anregungen geben, um die vorhandenen
Wettbewerbsnachteile gegenüber den USA abzubauen
[mehr].
Die Kommission ruft außerdem alle EU-Bürger auf, dazu Fragen und
Diskussionsbeiträge per E-Mail bis zum 1. Juni 1999
einzureichen.
Adresse: pubinfo@cec.be.
[Download-page
Internet-Grünbuch der EU]
BERLIN 30.1.1999 (t-off).
Die europäische Protestbewegung [t-off
berichtete] gegen hohe
Telefongebühren im Ortsbereich wird größer. Internet-
Nutzer aus Frankreich, Griechenland, Niederlande, Italien, Polen, Portugal,
Spanien und der Schweiz wollen am Sonntag (31.1.1999) ihren Unmut über
die Tarife der Telefongesellschaften durch einen Internet-Boykott
äußern. Zu diesem europaweiten "Internet-Streik" haben
diesmal 18
Protestgruppen aus 8 Ländern aufgerufen. Die deutsche
Streikbewegung beteiligt sich an diesem Boykott nicht. Mit dem Tomorrow-
Nachtpauschalangebot von MobilCom habe
man bereits "einen ersten Erfolg" erzielt, heißt es. Zur
Koordinierung des Protests hat inzwischen die britische
CUT-Organisation (Campaign for
Unmetered Telecommunication) den Web-Service
www.telecom.eu.org eingerichtet.
[mehr]
31.1.1999 (t-off). Es verwundert schon, daß sich gerade jetzt die
deutsche Internet-Gemeinde nicht am gemeinsamen europäischen Kampf um
Pauschaltarife (Flat-rates) für die Internet- Einwahl beteiligt.
Zumal das MobilCom- Angebot noch keine echte Flat-rate darstellt. Denn es
ist zeitlich limitiert und u. a. behält sich MobilCom im
Kleingedruckten vor, Vielnutzern fristlos zu kündigen. Was aber ist
ein Vielnutzer? Eine wirklich nachhaltig wirksame Flat-rate kann
deshalb derzeit auch nur vom Ortsnetz- Hauptcarrier der Deutschen
Telekom kommen. Und die wollen (oder
können noch) nicht.
[Liste der europäischen
Protestgruppen]
FRANKFURT/MAIN 28.1.1999 (zek/t-off).
Die Deutsche Telekom will ab 1. April 1999 Ortsgespräche zwischen
21.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens im Minutentakt zu 3 Pfennigen abrechnen.
Dieses teilte gestern Telekom-Chef Ron Sommer in seiner
Frankfurter Rede mit. Damit ergibt
sich von 56 Uhr eine Verbilligung, da hier bislang der Takt für
12 Pfennig 2,5 Minuten dauert. In der Zeit von 215 Uhr wirkt das
neue Tarifmodell weniger preissenkend. Denn hier werden derzeit im
4-Minutentakt jeweils 12 Pfennig fällig, so daß nur
Gespräche mit einer Dauer T (in Minuten) von 4 (i 1) < T
< 4 i 1 günstiger werden, wobei i = (1, 2, 3, 4, ...) annehmen
kann. Insbesondere bei kurzen Telefonaten unter 3 Minuten wird es
(relativ) viel billiger. So kosten dann bis zu 59 Sekunden statt 12
Pfennig nur noch 3 Pfennig. Auch bei einem 11-minütigen Telefonat (i
= 3) sinkt der Preis noch um 3 Pfennig auf 33 Pfennig. Wer aber z. B.
genau 12 Minuten telefoniert, bezahlt wie bisher 36 Pfennig.
Inlandsferngespräche sollen ab April von 216 Uhr nur noch sechs
Pfennig pro Minute kosten. Der Regulierer muß diese Tarife noch
genehmigen.
[Weitere Pläne der Telekom]
[Kommentar]
30.1.1999 (t-off). Immer wenn die Dauer T (in Minuten) des
nächtlichen Ortsgesprächs (215 Uhr) 4 i 1 < T < 4 i
mit i = (1, 2, 3, 4, ...) beträgt, ändert sich ab April 1999 der
Preis des Telefonats gegenüber der derzeitigen Tarifsituation
nicht gibt es also keine Verbilligung.
HAMBURG/BERLIN 23.1.1999 (dpa/t-off). Nun kommt Bewegung in
die Preise für die Internet- Einwahl. Offensichtlich hat der
"Internet- Streik" sowie
MobilComs Vorstoß zu Weihnachten mit einem monatlichen
Pauschaltarif von 77 DM so einige
Manager aufgeschreckt. Wie der SPIEGEL (4/1999, Seite 78) berichtet, will
die Deutsche Telekom die Telefongebühren für die Einwahl zu
ihrem T-Online- Dienst "auf bis zu einen Pfennig" pro Minute senken
[mehr]. Nach Informationen von
GNN soll es zudem ab der CeBIT Konkurrenz
zu MobilComs Flat-rate geben. Inwieweit
aber die Telekom auch die Einwahl zu anderen Internet- Anbietern
ermäßigen, d. h. einen generellen Internet- Telefontarif
einführen will, ist derzeit nicht bekannt.
[mehr]
28.1.1999 (t-off). Ab 1. April 1999 kostet T-Online "inlusive
Netzzugang" nur noch 6 Pfennig pro Minute rund um die Uhr. Das
kündigte gestern
Telekom- Chef Ron Sommer in Frankfurt am Main an. Und offensichtlich
bedeutet das: 5 Pf/Min für T-Online plus 1 Pf/Min für die Einwahl
(Telefon-Verbindung zum Einwahlcomputer). Einzelheiten sollen zur
CeBIT im März vorgestellt werden.
[mehr]
[mehr zu T-Online]
BÜDELSDORF 22.1.1999 (pep/t-off).
Die MobilCom AG hat massive Probleme mit ihrem erst am 23. Dezember 1998
eingeführten Internet- Zugang zum monatlichen Pauschalpreis von 77 Mark
(Tomorrow-Tarif). Viele sehr
verärgerte Nutzer berichteten in den letzten Tagen von völlig
überlasteten Zugängen, die ein Surfen unmöglich machen
würden. Außerdem ist eine weitere Sicherheitslücke
entdeckt worden [Ed: erste Lücke].
Mitarbeitern des Berliner Nachrichtendienstes Golem Network News
(GNN) gelang es, "ohne weiteres" private
E-Mails von MobilCom- Kunden mitzulesen, unter deren Namen zu verschicken
und auch zu löschen.
[mehr]
MobilCom hat heute die Notbremse
gezogen und das Tomorrow- Angebot vorübergehend vom Netz genommen.
Bis zum 1. Februar 1999 wolle man nun die aufgetretenen "Performance- und
Einwahl- Probleme" mit Hilfe von "drei internationalen Expertenteams"
beseitigen. "Wer sich bis heute für den Tomorrow-Tarif angemeldet
hat, muß die monatliche Pauschale von 77 DM nicht bezahlen.
Darüber hinaus werden alle Anmeldungen für den genannten Tarif
gelöscht. Wer ab 1. Februar 1999 mit dem Tomorrow-Tarif surfen
möchte, muß sich unbedingt erneut anmelden", teilte heute die
MobilCom AG in einer Pressemitteilung mit. Am 1. Februar solle dann die
"volle Performance" unter der Einwahl 01019-01928 zur Verfügung
stehen. Ob MobilCom nach diesem Reinfall in der Lage ist, die vor dem
Start versäumten Schularbeiten nachzuholen, muß abgewartet
werden, meinen Internet-Experten der ersten Stunde.
In den USA jedenfalls
klappe das mit den Flat-rates allerorten.
[USA: Investment pays off for
top-rated ISPs]
SAN FRANCISCO 17.1.1999 (ws/t-off).
"The winner in the Internet will be the winner in the entire
telecommunications industry!" Diese
Prognose gilt nicht nur für die
Telefongesellschaften (Telcos), sondern ebenso für die Hersteller
von Kommunikationstechnik. Der Markt der klassischen leitungsvermittelten
(Sprach-) Telefonie wächst nur noch im einstelligen Prozentbereich.
Gar mit rückläufigen Umsätzen müssen die großen,
etablierten Telcos rechnen. Denn speziell bei Ferngesprächen
müssen sie sich das Marktvolumen mit immer mehr Konkurrenten teilen,
wobei die Tarife angesichts immer preiswerter werdender "Bandbreite"
kontinuierlich sinken. Bei der Internet- orientierten Kommunikation mit
Datenpaketen sind dagegen ungebrochen dreistellige Wachstumsraten zu
verzeichnen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Investitionspolitik
der Telcos. Vor allem in Nordamerika investieren die führenden Telcos
aggressiv in den boomenden Datenbereich, während im Marktsegment der
herkömmlichen sprachorientierten Leitungsvermittlungstechnik immer
weniger Neuanschaffungen benötigt werden.
Diese Marktverschiebung zu Internet-orientierter Kommunikationstechnik
setzt die
Telco- Ausrüster gehörig unter Druck. Der kanadische
Ausrüster Northern Telecom
(Nortel) hat bereits im Juni letzten Jahres Bay Networks für 9,1
Milliarden Dollar aufgekauft, um im Datenbereich schneller Fuß fassen
zu können. Lucent Technologies
übernimmt nun für 18,5 Milliarden Dollar den Netzwerkhersteller
Ascend Communications. Mit diesem
Schritt hofft Lucent den Vorsprung des weltweiten Marktführers
für Internet-Netzwerktechnik,
Cisco Systems, verkleinern zu
können. Unter Zugzwang kommen jetzt die europäischen Anbieter
Siemens,
Alcatel und
Ericsson. Wegen der Liberalisierung
der europäischen Telekom- Märkte laufen die Geschäfte mit
herkömmlicher Vermittlungstechnik zwar noch gut. Wenn die
Europäer das Rennen aber nicht verlieren wollen, müssen sie
mittelfristig unbedingt ihre Produktpalette für die
Datenkommunikation aus eigener Kraft oder durch Zukäufe erweitern, ist
von Analysten zu hören. Und mit der langsamen
ISDN-Technik werde man kaum das
Hardware- Rennen ums Internet gewinnen können.
[Lucent Seen Trying Brave New World
Strategy]
[U.S. telecoms Q4 results to show
boost from data]
BERLIN 16.1.1999 (t-off).
Nicht selten erhalten Telefon-Kunden noch immer überhöhte
Rechnungen. Eine Ursache für solche falschen Telefon- Rechnungen sind
Hacker, die es verstehen, auf Kosten anderer zu telefonieren. Der Verband
für Post und Telekommunikation gab jetzt einige
"Tips zum Schutz vor Telefon-
Hackern". Eine weitere Ursache sind ganz offensichtlich unzureichend
geprüfte Abrechnungssysteme der Telefongesellschaften. Das
Fernsehmagazin "FRONTAL" des ZDF berichtete am 12. Januar, daß sich
beispielsweise die Telekom sträubt, ihre Systeme inklusive Software
von den Eichbehörden kontrollieren und regelmäßig
überwachen zu lassen.
[mehr]
Höhere Preise für die Netzzusammenschaltungen (Interconnection)
zwischen den Telcos möchte die Telekom noch in diesem Jahr
durchsetzen, obwohl die im Herbst 1997 amtlich
festgelegten Tarife noch bis zum
31.12.1999 gelten. Wie berichtet hat der
Rosa- Riese alle Interconnection- Verträge zum 31.12.1998
gekündigt. Der Bonner Regulierer
wundert sich, und die
Brüsseler Wettbewerbshüter haben diesen
bereits gewarnt, auf solches
T-Ansinnen einzugehen.
[mehr]
[noch mehr]
In den USA wird jetzt zügig von den Telefongesellschaften der
schnelle Internet- Zugang per ADSL
über Telefonleitungen eingeführt.
Bei SBC kostet dieses
Always-on- Internet rund 78 DM pro
Monat pauschal. Dafür kann das Internet rund um die Uhr genutzt
werden. Und sogar der Online- Dienst AOL bietet bei Zuzahlung von
umgerechnet 32 DM solche Standleitungen an.
[mehr]
Merkwürdiges vom Freimarkt:
TeleFlash bietet demnächst
Gratis- Telefonate quer durch Deutschland mit Werbeberieselung. Allerdings
wollen sie 38 DM Vorkasse [mehr]. Aber
dafür kann man bei RSL Com gut 9 Stunden völlig ungestört
ferntelefonieren.
Und der Reseller "German Telephone",
eine kleine GmbH in 49661 Cloppenburg, will nun die Großstädte mit
einem Pauschaltarif für die Nahzone (Ortsgespräche mit
Ortsvorwahl) erobern. Mit einem monatlichen Festpreis von 33,64 DM
möchte man offenbar
Pre-selection- Kunden
ködern. Sie nennen das "City Plus", was der Telekom wenig gefallen
wird.
21.1.1999 (t-off). Colt Telecom legt Wert auf die Feststellung, daß
German Telephone (GT) kein Reseller von Colt ist.
[mehr]
BUDAPEST 8.1.1999 (ito/t-off).
Ungarns Internet-Nutzer sind wieder happy. Denn die Telefongesellschaft
Matav hat nun doch nicht den erst zum 1.
Februar 1998 eingeführten günstigen Ortstarif für
Langtelefonate in den Nachtstunden gestoppt
[t-off berichtete]. Zum 1. Januar
wurde der Zeitraum fürs günstige Telefonieren sogar noch ausgedehnt.
Es kann jetzt jeden Tag von 18 Uhr bis 7 Uhr des nächsten Tages für
150 Forint (rund 1 DM) pro Verbindung beliebig lange telefoniert werden
maximal 13 Stunden in einem Stück. Die Stunde kostet somit nur
rund 7,5 Pfennig.
Das Telefonat wird dabei ganz normal im Zeittakt abgerechnet, so daß
kurze Gespräche auch weniger als 150 Forint kosten. Erst beim Erreichen
von 150 Forint, was abends (1822 Uhr) nach der 34. Minute und nachts
(227 Uhr) nach der 54. Minute eintritt, bleibt quasi der Zähler
stehen. Das heißt für die weitere Verbindungszeit ist dann
nichts mehr zu bezahlen. Sollte es allerdings bei einer Verbindung zum
Internet eine Unterbrechung geben und deshalb eine Neueinwahl notwendig
werden, dann beginnt das Spiel von vorne.
Am Wochenende kann eine Verbindung sogar 61 Stunden dauern, da das Angebot
von Freitag 18 Uhr bis Montag 7 Uhr gilt. Und wenn das Modem oder ein
abstürzender Computer keinen Strich durch die Rechnung machen, dann
kostet eine solche Wochenendstandleitung ins Internet (ohne Provider-
kosten) nur 1,6 Pfennig pro Stunde! Eine "ideale Situation", urteilen
Ungarns Internet- Surfer.
BERLIN 7.1.1999 (pep/t-off).
Deutschlands Verbraucher fragen sich immer wieder, warum sie für
einfache Ortsgespräche auch noch 1998/99 so hohe Gebühren bei der
Telekom abliefern müssen. Eine Antwort liefert (indirekt) dazu morgen
die WELT. Danach produziert
Global One, die einst so hochgelobte
Auslandsallianz von Deutscher Telekom, France Télécom und
Sprint, noch immer Verluste in Milliarden Höhe. Allein für 1998
muß die Telekom rund 420 Millionen DM an Verlusten tragen. "Das
Unterfangen der Deutschen Telekom, als Global Player mitzuspielen, ist
gescheitert", schreibt die WELT. Und nicht nur Branchenkenner wissen,
daß diese fragwürdige Auslandsspielwiese nur durch das
hochlukrative Geschäft mit den überteuerten Ortsgesprächen
möglich ist.
[mehr]
[Telekom 1996: Was haben Sie davon,
daß wir im weltweit stärksten Team arbeiten?]
HAMBURG 5.1.1999 (tk/t-off).
"Mit den Mondpreisen der Telekom geht es zu Ende", verspricht doppeldeutig
MobilCom- Chef Gerhard Schmid im neuesten
"Stern". Kunden,
die mit ihrem Telefonanschluß komplett von der Telekom zu
MobilCom wechseln, sollen für
eine monatliche Grundgebühr von 29 DM Ortsgespräche zum Nulltarif
führen können. Dazu wird MobilCom die
Teilnehmeranschlußleitung (TAL) von der Telekom mieten. Das Angebot
soll spätestens im März 1999 in
23 Städten starten.
[mehr]
Aber: Diesen Nulltarif wird es nur bei Telefonaten zu anderen
festen MobilCom-Kunden geben. Und davon gibt es nicht viele.
Alle anderen Ortsgespräche wie auch alle Inlandsferngespräche
sollen "rund um die Uhr nur 9,5 Pfennig pro Minute" kosten, wobei
ein 2-Minutentakt gilt. Ein einstündiges Ortstelefonat zu einem Telekom-
Kunden würde demnach immer mit 5,70 DM berechnet werden. Bei
der Telekom kostet das hingegen zur teuersten Zeit (MoFr, 918
Uhr) 4,80 DM und von 215 Uhr sogar nur 1,80 DM. MobilCom toppt also
die Mondpreise im Ortsnetz der Deutschen Telekom. Oder erwartet die
MobilCom AG tatsächlich, daß zum 1. März bei diesen
Konditionen bereits sehr viele Telekom- Kunden zu ihnen wechseln?
[Kommentar]
6.1.1999 (t-off). Es ist schade, daß sich MobilCom offenbar nicht
für ein faires Knüllerangebot mit echtem Rebalancing entschieden
hat. Das heißt einem Angebot mit höherer Grundgebühr,
dafür aber bei Verbindungen zu Nicht- MobilCom- Kunden nur maximal den
normalen Telekom- Ortstarif anwendet. Die
höhere Grundgebühr als 29 DM würde in diesem Fall dann alle
netzinternen Ortsverbindungen finanzieren, anstatt durch die Mogelpackung
mit überhöhten Verbindungsgebühren zu den Nicht- MobilCom-
Kunden. Immerhin fallen bei diesen Telefonaten die von MobilCom an die
Telekom zu zahlenden Interconnection-
Gebühren (City) von netto 1,97 Pf/Min (921 Uhr) bzw. 1,24
Pf/Min (219) Uhr nur einmal an. Die andere Seite ist durch
die TAL-Monatsmiete abgedeckt.
NEW YORK 1.1.1999 (cyf/t-off).
Die größte amerikanische Regional- Telco
Bell Atlantic (New York)
will den Mobiltelefonanbieter
AirTouch Communications (San
Francisco) für 45 Mrd. $ kaufen. Damit würde Bell Atlantic zum
größten Mobilfunkanbieter in den USA. AirTouch ist auch in
Europa aktiv. So besteht mit Mannesmann Mobilfunk (D2-Netz) eine enge
Partnerschaft mit 35-%iger Beteiligung.
[mehr]
In den USA tobt zur Zeit ein Preiskampf um die Handy-Kunden. So hat
AT&T mit einem Pauschalangebot
(Flat-rate) von monatlich 90 $ (rund 145 DM bzw. 75
EURO) in kurzer
Zeit Millionen Kunden gewinnen können. Diese Kunden können in den USA landesweit
ohne zusätzliche Telefongebühren beliebig mit dem Handy telefonieren. Auch
andere Telcos wie Sprint PCS und Bell Atlantic haben solche Flat-rates für Handys im
Angebot.
3.1.1999 (t-off). Von solchen kundenfreundlichen Pauschal- Tarifen fürs
mobile Telefonieren ist man in Deutschland noch sehr weit entfernt.
Hierzulande lassen sich die Kunden noch mit durch nichts zu
rechtfertigenden Hochpreisen abzocken. Viele potentielle Kunden machen da
aber nicht mit und warten darauf, daß endlich Transparenz in diese
bislang wenig seriöse Branche einzieht. Immerhin will
TelePassport 1999 im Netz von
E-Plus erstmals einen Tarif ohne Grundgebühr und Mindestumsatz
anbieten. Aber E-Plus hat ja nur eine "98 % Netzabdeckung in der
Bevölkerung", was dann dazu führt, daß man vielerorts am
Handy nicht erreicht werden kann.
16.1.1999 (t-off). Heute teilte
AirTouch und die britische
Mobilfunkgesellschaft Vodafone in London mit, daß sie sich zur
"Vodafone AirTouch Plc" mit einem Börsenwert von 110 Mrd. Dollar
vereinigen wollen. Damit ist die Fusionsabsicht mit Bell Atlantic obsolet.
Der neue Handy- Riese könnte auch den deutschen Markt erobern.
Viag (E2) und Otelo (E-Plus) müßten sich daher "sehr warm
anziehen", urteilen Branchenkenner. Vodafone ist an E-Plus mit 18 %
beteiligt, AirTouch mit 35 % an Mannesmanns erfolgreichem D2.
Während Bell Atlantic ursprünglich nur 45 Mrd. Dollar für
AirTouch geboten hat, hatte Vodafone ein Kaufangebot in Höhe von 55
Mrd. Dollar unterbreitet. Analysten vermuten, daß Bell Atlantic
deshalb aus dem Poker um AirTouch ausgestiegen ist, weil ein zu hoher
Kaufpreis den eigenen Aktienkurs unter Druck bringen könnte. Das aber
wäre ungünstig, denn Bell Atlantic strebt bereits eine (noch
nicht genehmigte) Fusion mit der amerikanischen GTE Corp. an.
Mit Vodafone-AirTouch ensteht die drittgrößte
börsennotierte Aktiengesellschaft Großbritanniens. Nach
Abschluß der Fusion wird dieser Riese in 23 Ländern auf 4
Kontinenten aktiv sein, wobei fast eine Milliarde Menschen erreicht werden
können. Vodafone hat inzwischen erklärt, den Anteil an E-Plus
abstoßen zu wollen. Noch unklar ist, ob die amerikanische BellSouth,
die 22,2 % der E-Plus-Anteile hält, hier ihr Vorkaufsrecht an
Vodafones E-Plus-Beteiligung nutzen wird. Mehrheitsaktionär bei
E-Plus ist mit 60,3% Otelo, die Telefontochter von Veba und RWE.
DULLES/HAMBURG 31.12.1998 (cyf/t-off).
Mit weltweit 15 Millionen Kunden ist America Online
(AOL) jetzt der größte
Internet- Anbieter (ISP). In Dulles (Virginia, USA) knallten gestern die
Sektkorken. Denn seit dem 12. November, als die 14-Millionen- Marke
erreicht worden sei, habe AOL in den USA eine Million neuer Abonnenten
gewonnen, teilte das Unternehmen mit. Innerhalb von drei Jahren sei die
Zahl der AOL-Kunden damit um neun Millionen gestiegen, hieß es
weiter. Beim europäischen Ableger
AOL Bertelsmann Europe stagnieren
hingegen bei rund 2,4 Millionen Abonnenten die Zuwachszahlen.
Die Ursache dafür ist sehr leicht auszumachen: Während AOL-Nutzer
in den USA für den zeitlich unbegrenzten Internet- Zugang umgerechnet
rund 35 Mark (21,95 $) pauschal pro Monat bezahlen
Telefoneinwahlkosten fallen ja wegen der
Flat-rate nicht an, müssen bei
Bertelmanns AOL bei 100 Stunden monatlicher Nutzung zur Geschäftszeit
(918 Uhr) rund 490 Mark und außerdem noch 480 Mark an die
Telekom für die Internet- Einwahl bezahlt werden. Mit 970 Mark wird
also das deutsche AOL- Standardangebot 28fach teurer! Und anstatt
sich nun das europäische AOL- Management schleunigst darum
bemüht, daß wenigstens ihre total überteuerten
Providerkosten abgesenkt werden, attackiert der neue AOL-Chef Andreas
Schmidt die Telekom wegen vermeintlicher
Wettbewerbsverstöße.
[AOL attackiert Telekom]
[Was kostet Internet?]
[Surfen nur für
Reiche?]
2.1.1999 (t-off). Gewiß, AOL ist ein Online- Dienst mit
zusätzlichen Leistungen und kein reiner ISP. Aber auch in den USA
sind Zusatzservices wie Chat-rooms, weltweites Einwählen, die
wichtigsten Informationen auf schnellstem Weg usw. im Preis enthalten.
Damit läßt sich der enorme Preisunterschied also nicht
erklären. In aktuellen TV-Spots lockt AOL nun: "Warum ist Internet mit
AOL so einfach?" Preise für die große Einfachheit nennt AOL
Bertelsmannn aber in der Werbung nicht. Und vermutlich ist auch das ein Fall
für die Wettbewerbsschützer.
14.1.1999 (t-off). Und daß America Online in den USA
kundenorientiert agiert, zeigt die
AOL-Ankündigung von gestern:
Durch Zuzahlung von nur 20 $ pro Monat können amerikanische AOL-
Nutzer ab Sommer zunächst im Einzugsbereich von Bell Atlantic
einen kostengünstigen HighSpeed- Zugang zum Internet per ADSL
erhalten. Damit sind diese Nutzer ständig mit dem Internet verbunden
(Always-on Internet), da beim ADSL über einfache Telefonleitungen
jegliche Einwahl entfällt. Von ähnlich wegweisenden Plänen
bei Bertelmanns AOL oder CompuServe ist bislang nichts bekannt.
BERLIN 30.12.1998 (t-off). Auch ein Jahr nach dem Start des
Telekom-Freimarkts hat es keine der vielen neuen Telefongesellschaften
(Telcos) geschafft, bundesweit
Vollanschlüsse mit
Ortsgesprächen anzubieten. Und so behält die Telekom de facto das
Ortsnetzmonopol. Das staunende Publikum wird auf 1999 vertröstet,
in Berlin sogar auf Ende 1999. Der
Wettbewerb findet nur in der Form eines reinen Preiskampfes bei den
Ferngesprächen statt. Aber das ist eigentlich ein
Nebenkriegsschauplatz, denn auf den Wettbewerb im Ortsnetz
kommt es an.
Nur hier lassen sich mit attraktiven Angeboten dauerhaft Kunden in
größerer Zahl gewinnen. Und ein absolutes Muß ist auch,
endlich Pauschaltarife (Flat- rates) für die Internet- Einwahl anzubieten.
Dennoch umwerben jetzt viele Telcos die Kunden, doch schon heute zu ihnen
per Pre-selection "zu wechseln".
Aber für Otto Normal gibt es (noch) keinen Grund, diesen
Sirenentönen zu folgen. Schließlich telefoniert er reichlich in
der Nahzone und mit dem
Echten Call-by-call hat er bei
jedem Ferntelefonat die freie Auswahlmöglichkeit unter nunmehr bereits
9 Anbietern:
31.12.1998 (khd). Wie die neue
Tarif-Matrix (104. Edition) zeigt,
verschwindet ab 1999 preislich der Unterschied zwischen
Inlandsferngesprächen (GermanCall) und Regio50- Telefonaten. Die
Entfernung spielt keine Rolle mehr. Allerdings wird damit die Regio50-
Zone (bis 50 km) teurer als 1998, da Arcor sich hier nicht mehr mit
günstigen Preisen engagiert. Auch MobilCom überläßt
das Feld nun anderen. War bislang ihr
Kampfpreis von 19 Pf/Min wochentagsüber
(918 Uhr) günstig, haben hier nun TelDaFax mit 17 Pf/Min und der
Newcomer ViaTel mit 16 Pf/Min die Nase vorn. Beide Telcos sind zudem
kundenfreundlicher. Sie haben eine kostenlose Hotline und die
sekundengenaue Abrechnung (ViaTel erst ab der 31. Sekunde). Ob aber
ViaTel und TelDaFax dem Ansturm der Kunden gewachsen sind, muß
bezweifelt werden. Immerhin
investiert TelDaFax kräftig
in eigene Infrastruktur.
[Der Trick mit dem Takt]
[Telekom-Regulierung
1998]
[Kritik an Preispolitik der
Telefon-Anbieter]
BONN 28.12.1998 (wop/t-off). Die Deutsche Telekom will ihre
Preise für Ferngespräche in Deutschland im nächsten Jahr
weiter senken. Das kündigte Telekom-Chef Sommer heute in einem
Interview mit der BILD- Zeitung an.
Der jetzt nur MoFr in der Zeit von 2 bis 5 Uhr morgens geltende Tarif
von sechs Pfennig pro Minute soll dann bereits am Abend beginnen.
Einzelheiten stünden aber noch nicht fest, sagte die Telekom heute in
Bonn. Die Regulierungsbehörde muß die Tarifänderung noch
genehmigen. Daß aber die Telekom ihre hohen Ortstarife mit
wochtagsüber von 8 Pf/Min senken will, wurde noch immer nicht
angekündigt.
[Interview mit Ron Sommer]
[Ferngespräche fast auf Preisniveau von
Ortsgesprächen]
[VATM: Nun muß Klarheit über
"letzte Meile" folgen]
BÜDELSDORF 26.12.1998 (tk/t-off). Die Telefonfirma MobilCom will ab 1999 kostenlose
Kurzgespräche in Deutschland anbieten. Bereits ab 1. Januar kann
unter der Netzvorwahl 01019 von 19 bis 24 Uhr gratis telefoniert werden,
wenn das Ferngespräch höchstens 59 Sekunden dauert. Das
gilt an allen Wochentagen. Wird länger als eine Minute telefoniert, sind
die tariflichen Gebühren für
das gesamte Gespräch zu bezahlen. Wer das neue Angebot nutzen will,
muß sich aber vorher bei MobilCom
anmelden. Die neuen Tarife will MobilCom am Montag (28.12.) vorstellen.
[mehr]
[Telekom reagiert]
MobilCom hatte bereits an den beiden Weihnachtsfeiertagen zwischen 19 und
24 Uhr Ferngespräche gratis ohne zeitliche Begrenzung vermittelt.
Deswegen hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs
MobilCom abgemahnt. Das Unternehmen verschenke "in unzulässiger
Weise" Dienstleistungen, hatte die Zentrale erklärt.
BONN 22.12.1998 (t-off). Was schon lange
vermutet wurde,
wird nun bestätigt. Die Deutsche Telekom möchte sich nicht
vollständig aus ihrem TV- Kabelgeschäft zurückziehen, worauf
bereits ihr unlängst erfolgter
Einstieg ins Digital-TV hindeutete.
Wie jetzt auch der SPIEGEL berichtet,
will die Telekom verhindern, daß mögliche Kauf- interessenten
über das TV-Kabelnetz Telefonie- dienste anbieten. Statt der von der
EU- Wettbewerbskommission
geforderten vollständigen
Trennung von Telefonnetz- und Kabelaktivitäten beabsichtigt die
Telekom weiterhin nur einen teilweisen Rückzug aus dem
Kabelgeschäft. Als Wunschpartner hat die Telekom dazu die
zersplitterten mittelständischen Kabelnetzbetreiber ausgemacht. Diese
sollen sich am Kabelgeschäft der Telekom beteiligen und nicht nur
Digital-TV, sondern (zumindest offiziell) auch Internet-Dienste vermarkten
dürfen.
Die Telekom möchte dabei unbedingt der "Juniorpartner" bleiben. So
kann das Angebot von Telefoniediensten von vornherein ausgeschlossen,
anderseits aber auch ein gewichtiges Wort mitgeredet werden, zu welchen
Tarifmodellen überhaupt Internet- Dienste offeriert werden und welches
Unternehmen dazu als Backbone- Betreiber ausgewählt wird. Die
Pläne der Telekom sind als Versuch zu werten, an ihrer bei den
Kundenzugängen bestehenden de facto Monopolstellung festzuhalten.
Denn Interessen- konflikte zwischen den Telefonnetzaktivitäten der
Telekom und dem Kabelgeschäft können ohne eine vollständige
Trennung (Verkauf oder alternativ Split- off ohne weiterbestehende
Kapitalverflechtung) nicht ausgeräumt werden.
[mehr]
[Richtig ausgliedern Ein
Vorbild für Deutschland]
[AT&T Outlines Cable Telephony
Strategy]
23.12.1998 (ws). Während alle Welt über die absehbare Konvergenz
von Internet, Telefonie und Fernsehen redet, versucht die Telekom
hierzulande zu erreichen, daß Telefonie über Kabelnetze von
vornherein ausgeschlossen wird. Wird aber auf bestimmte Dienste
grundsätzlich verzichtet, weil diese im Interessenkonflikt zum
herkömmlichen Telefonnetz stehen, führt dies zu einer
unnötigen Verminderung des Ertragspotentials des Kabelnetzes. Auch
beim Internet via TV-Kabel sind
Interessenkonflikte zwangsläufig vorprogrammiert, wobei die technisch
mögliche IP- Telefonie oder das zukünftig von der Telekom
angebotene HighSpeed- Internet via ADSL nur zwei der Gründe sind. So
aber kann kein echter Wettbewerb zwischen verschiedenen Kunden-
zugängen entstehen und die volkswirtschaftlich gewünschte Dynamik
auf dem Breitband- Dienstemarkt kann sich nur äußerst schwer
entfalten.
Weiterhin unklar bleibt auch, wann überhaupt im großen
Ausmaß mit der Nachrüstung des Rückkanals begonnen werden
soll. Es darf bezweifelt werden, ob die Masse der mittelständischen
Kabelnetzbetreiber über die notwendige Finanzkraft für die
Beteiligung am Telekom- Kabelnetz verfügt, gleichzeitig aber auch den
schnellen Ausbau zum Multimedia- Netz finanzieren kann. Die Telekom selbst
spricht nach wie vor nur zaghaft von ersten Pilotprojekten, denn eine
schnelle Aufrüstung des Kabelnetzes liegt nicht in ihrem Interesse.
Nicht nur in den USA oder Kanada ist dagegen die Nutzung der Kabelnetze
für mehr als nur Fernsehen längst
Realität, auch in vielen
europäischen Nachbarländern hat sich dieser Wettbewerb bereits
abgezeichnet oder ist kräftig im Entstehen, so z. B. in
Belgien,
Finnland,
Frankreich,
Großbritannien,
Niederlande,
Norwegen,
Österreich,
Schweden,
Schweiz,
Spanien.
[@Home Netherlands startet Mitte 1999]
HAMBURG 20.12.1998 (t-off). Um endlich ein richtiger
"Global- Player" zu werden, sucht
die Deutsche Telekom nach dem Vorbild von Daimler- Chrysler einen geeigneten
internationalen Fusionspartner. Und es könnte sein, daß der
Rosa- Riese fündig geworden ist. Der SPIEGEL berichtet in seiner
neuesten Ausgabe (52/1998), daß die Telekom derzeit mit dem
amerikanischen Telefon- Unternehmen
US WEST "generell über eine
Partnerschaft" verhandelt [mehr].
Marktbeobachter hatten bislang vermutet, daß sich SBC um die
Deutsche Telekom bemüht. Denn deren geplante
Fusion mit Ameritech droht
zu platzen. US WEST ist eine der
ursprünglich sieben "Baby- Bells", die 1984 bei der Zerschlagung des
US- Staatsmonopolisten AT&T entstanden sind. Allerdings müssen sich
Telekom und US WEST bei einer Fusion einen neuen Firmennamen einfallen
lassen. Denn "TeleWest" ist bereits an einen britischen Kabelnetzbetreiber
vergeben.
8.1.1999 (t-off). Heute tauchten Gerüchte auf, daß die Deutsche
Telekom nunmehr auch mit
Cable & Wireless (C&W)
flirtet. Nun ist C&W sowieso ein beliebter Fusionskandidat
quasi ein ständiger Lückenbüsser, der aber immerhin reiche
Erfahrung im Fernostgeschäft hat. Nur leider sind auch die
Firmennamen "TeleCable" oder "TeleWire" längst vergeben. Bliebe also
"TeleLess", aber das klingt wohl doch zu negativ?
BÜDELSDORF 17.12.1998 (t-off). In den USA sind
kundenorientierte Flat-rates für
Ortsgespräche und Internet- Zugang längst eine
Selbstverständlichkeit. Solche kostengünstigen
Monatspauschaltarife sind aber nach der Erkenntnis von Marktbeobachtern
die unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige
Entwicklung des Internets, dem Wirtschaftsfaktor Nr. 1, und damit von
volkswirtschaftlichem Wachstum. Nun versucht man in Deutschland doch noch
den Einstieg, um Anschluß an die rasante internationale Entwicklung zu
halten. Den Vorstoß unternimmt, wie vor einem Jahr
bei den Ferngesprächen, erneut der
agile Telekom- Wadenbeißer MobilCom aus Büdelsdorf bei
Schleswig.
Die MobilCom AG bietet ab 23.
Dezember 1998 in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift
"Tomorrow" einen Internet- Zugang zum
monatlichen Pauschalpreis von 77 DM an. Telefongebühren fallen dabei
nicht an. Das Angebot ohne Mindestvertragslaufzeit gilt allerdings nur
MoFr von 197 Uhr sowie an den gesamten Wochenenden.
Außerhalb dieser Zeiten werden die Gebühren vom "MobilCom
FreeNet" mit 11,40 DM/Stunde (für Preselect- Kunden 5,70 DM/Stunde)
fällig. Die Abrechnung erfolgt mit der Telekom- Rechnung. Weitere
Infos gibt es über die Homepage
von Tomorrow sowie von der Hotline 01805 019 280 (48 Pf/Min).
[mehr]
[Nach nur 3 Monaten war Schluß]
18.12.1998 (khd). Mit dieser Einführung einer "Flat-rate light"
(für Nachtarbeiter) wird eine völlig neue Runde im Tarifkampf um
die Kunden eingeläutet. Das "Wall Street Journal" schreibt heute,
daß dieser Schritt "eine Reaktion auf den
Streik der deutschen Internet- Nutzer"
sei. Zudem hat die MobilCom AG für 1999 weitere
"spektakuläre Angebote"
(Ortsgespräche?) angekündigt. Dennoch träumt die Telekom
von weiterem Wachstum bei ihrem
Online-Dienst. Aber das könnte sich nun ändern.
Die Pauschaltarifierung der Internet-Nutzung gehört zu den ganz alten
Forderungen der Nutzer des globalen Wissensnetzes. Denn eine
zeitabhängige Berechnung von nicht kontinuierlichem digitalen
Datenverkehr (Datenpakete nach den Internet- Protokollen) ist wegen der
vielen Pausen (idle time) schlichtweg eine Schildbürgerei. Schon das
BAPT wußte 1995, daß mit der
Telekom- Tarifreform von 1996 insbesondere für die wachsende Zahl von
Online- Nutzern massive "Verteuerungen" etabliert werden sollten. Es konnte
sich aber damals beim wenig digitalkompetenten Bundespostminister
Bötsch (CSU) mit einer
Preissenkungsforderung für
Ortsgespräche nicht durchsetzen. Bleibt zu hoffen, daß MobilCom
mit dem "Tomorrow- Internet" jetzt ein wirklich wegweisendes und
kundenorientiertes Angebot gelingt. Nur dann besteht bei den "Trägen
Großen Vier" (TGV oder G4 = Arcor + Otelo + Telekom + Viag)
Handlungsbedarf, auch Pauschal- Tarife einzuführen.
[Verwirrung um MobilComs
Pauschal-Internet]
[FOCUS-Test]
[Kapazizätsgrenze erreicht]
BASKING RIDGE 15.12.1998 (ws/t-off).
Mit zeitabhängigen Tarifmodellen für die Internet- Nutzung ist in
Nordamerika kein Land zu gewinnen, weder bei Telefon- Ortstarifen noch bei
den Providergebühren. Erst im Mai hatte die größte
amerikanische Telefongesellschaft AT&T bei ihrem Internet- Zugang
AT&T WorldNet die mit der monatlichen Providergebühr von 19,95 $
abgegoltene Nutzungsdauer auf 150
Stunden pro Monat begrenzt. Die unbeschränkte
Nutzungsmöglichkeit zur festen Monatspauschale wurde abgeschafft.
Diesen Schritt macht AT&T als
zweitgrößter Internet- Provider der USA
jetzt rückgängig und
führt wieder eine Tarifoption mit unbeschränkter
Nutzungsmöglichkeit zum monatlichen Pauschalpreis von 21,95 $ (rund
39,50 DM) ein. Zum gleichen festen Monatspreis offeriert in den USA auch
der Marktführer AOL den klassischen Internet- Zugang via 56 kbps
Modem- Dialup ohne Zeit- oder Volumenbeschränkung.
[mehr]
Wie es heißt, war das zum Mai festgelegte Zeitlimit für wichtige
Zielgruppen nicht marktgerecht. Inbesondere Familien mit Kindern oder
mehreren Web- Usern legen sehr hohen Wert auf die unbeschränkte
Nutzung des Wissensnetzes zum monatlichen Festpreis ohne sonstige Zeit-
oder Volumengebühren. Dieses elementare Kundenbedürfnis
könne von einer im Wettbewerb stehenden Telefongesellschaft nicht
ignoriert werden. Unter den Usern gäbe es eher die Bereitschaft
für die unbeschränkte Internet- Nutzung etwas mehr zu bezahlen,
als ständig auf die Uhr schauen zu müssen, äußerten
sich Marktbeobachter.
[AT&T raises WorldNet Internet
access price]
16.12.1998 (t-off). Die im Mai von AT&T versuchsweise eingeführte
150-Stunden Zeitbeschränkung erfolgte unter der Zielsetzung einer
hohen Verfügbarkeit der Modem- Ports, denn auch die herkömmlichen
Telefonverbindungen zum Internet-Provider werden
in den USA zur monatlichen Flat- rate
abgegolten. Kritiker gaben schon
damals zu bedenken, daß eine Zeitbeschränkung an der Auslastung
der Einwahlports zur Spitzenlastzeit
nichts ändere. Der von
AT&T seitdem durchgeführte Ausbau der Port- Kapazitäten war
erfolgreich, das Unternehmen Inverse Network Technology bescheinigte bei
Messungen hervorragende Ergebnisse. Die Wiedereinführung einer
Tarifvariante mit unbeschränkter Nutzung ist somit eine logische
Konsequenz. Durch die Übernahme des Kabelnetzbetreibers TCI setzt AT&T
mittelfristig aber auf das von
@Home angebotene
Always-on Internet via TV-Kabel, um mit
den aufkommenden DSL-Angeboten der regionalen Telefongesellschaften
mithalten zu können.
Erst führte Sprint als optionales Tarifmodell einen
festen Monatspreis für die
Ferntelefonie an Wochenenden ein, nun setzt AT&T beim Internet
wieder auf den unbeschränkten monatlichen Pauschaltarif (flat monthly
rate), und das wohlgemerkt bei Flat-rates auch im
Ortsbereich. Ganz offensichtlich
werden in Nordamerika die festen Monatspauschalen also nicht
abgeschafft, wie die Deutsche Telekom hierzulande stets ohne
nachprüfbare Angaben behauptet, sondern es erfolgt sogar das
Gegenteil. Doch auch das dürfte die Telekom wohl weiterhin nicht vom
Auftischen kreativer Ausreden abhalten, wieso US-Tarife für sie
kein Vorbild sind. Nach der Devise:
Hauptsache die Ausrede klingt in Deutschland einigermaßen plausibel,
auch wenn es dabei mit der Wahrheit nicht besonders genaugenommen wird.
BERLIN 12.12.1998 (t-off). In den USA boomt das
Internet via TV-Kabel. Bis Ende des
Jahres werden bereits eine halbe Million
Nutzer Always-on Internet per Kabelmodem zu einem monatlichen
Pauschalpreis (Flat-rate) beziehen. Hierzulande liegt das in weiter Ferne.
Denn die Telekom trennt sich noch immer nicht vom Kabel, auch wenn jetzt
die Deutsche Bank ein attraktives
Angebot machte. Mit dem Einstieg
ins TV- Geschäft aber signalisierte die Telekom erst einmal,
daß sie sich eher nicht vom Kabelnetz verabschieden möchte.
Hinter den Kulissen zimmern offenbar die Telcos Arcor, Otelo und die
Telekom an einem gefährlichen
Kartell, um sich so der Kleinen zu entledigen. Denn diese
Wadenbeißer wie die "MogelCom"
(Telekom) stören ihr Geschäft, zumal wenn sie ständig mit
frecher Werbung glänzen.
Da die Gewinne im Wettbewerb schrumpfen, will nun auch die Telekom
Monopoly spielen [mehr]. Man sucht
jetzt selbst einen internationalen Fusionspartner, um nicht
"zum Opel von General Motors" (Ron
Sommer) zu werden. Sollte da etwa
SBC die Fangarme ausgestreckt
haben? Aber die haben ja selbst
Probleme mit dem Regulierer.
[mehr]
Wieder im Leeren scheint das
"Preisfeuerwerk" der Telekom
zu verpuffen. Denn Arcor hat bereits
zum 1. Januar 1999 noch günstigere Ferntarife angekündigt.
Andere Telcos wollen nachziehen. Bereits 1998 konnte sich die Deutsche
Telekom bei den Inlandsferngesprächen nie
tagsüber oder abends in der Tarif-
Matrix der günstigsten Anbieter plazieren. Und es sieht so aus,
daß das auch 1999 so bleibt. Den lauthals von Telekom- Chef Ron Sommer
angekündigten aggressiven
Preiskampf scheint der Marktführer bereits verloren zu haben, noch
bevor er überhaupt begonnen hat.
[mehr]
[Sommer bessert nach verbal]
BONN 5.12.1998 (wop/t-off). Die Telekom plant einen neuen
Sondertarif für Internet-Nutzer. Außerdem sollen 1999 in allen
Ballungszentren Anschlüsse in der neuen
ADSL- Technik zur Verfügung gestellt
werden, sagte Telekom- Chef Sommer der "Bild am Sonntag" in einem
Interview.
Preise nannte er aber noch nicht. Mit ADSL könnten Daten 300mal
schneller übertragen werden als bisher. Die zum 1. Januar 1999
vorgesehenen
Tarifsenkungen könnten schon
in wenigen Tagen für alle Kunden in Kraft treten. Die
Regulierungsbehörde werde die Pläne der Telekom wahrscheinlich
ohne Abstriche genehmigen, sagte ein Sprecher der Behörde.
[mehr]
DÜSSELDORF 3.12.1998 (t-off). Als letzter der
"Großen Vier" (G4) bietet nun auch
Otelo ab 7. Dezember einen Zugang
zum Internet an. Unter der Bezeichnung o.tel.o online wird dabei
unter der Rufnummer 010110191501 die spontane Einwahl ins Internet
ermöglicht (Echtes Call-by- call). Das ist Internet ohne Anmeldung,
Verbindungspreis, Grundgebühr, Mindestumsatz und Mindestlaufzeit.
Auch muß der Kunde vor der Nutzung keine User- Kennung beantragen.
Als Benutzername reicht "otelo", als Passwort die Verwendung von "online".
[mehr]
Sämtliche Nutzungsgebühren werden über einen
Komplettpreis inklusive Telefongebühren abgegolten. Und hier langt
Otelo richtig hin. Zwischen 922 Uhr wird von MoFr bei
minuten- genauer Abrechnung ein Nutzungsentgelt von 16 Pfennig/Minute (9,60
DM/Stunde) erhoben, selbst zur Nachtzeit von 229 Uhr und an
Wochenenden werden noch 10 Pfennig/Minute (6,00 DM/ Stunde) berechnet. Die
Abrechnung erfolgt mit der Telekom- Rechnung. Bei Preselection- Kunden wird
sekundengenau abgerechnet. Weitere Informationen gibt es auch von der
Hotline 018031998.
[Internet im Vergleich]
[Debakel bei Otelo]
[Otelos Kampf gegen rote Zahlen]
ESCHBORN 1.12.1998 (mu/t-off). Als erster der großen
Telekom- Konkurrenten bietet ab sofort
Mannesmann Arcor Telefon-
Vollanschlüsse sowie
Telefonate im Ortsnetz an. Dieses Komplett- Angebot
"Arcor-All In" gibt
es zunächst nur in Stuttgart, und es ist auf digitale ISDN-
Anschlüsse beschränkt. Ab 1999 sollen neun weitere Städte
hinzukommen. Die Grundgebühr für den ISDN- Anschluß
beträgt 44,90 Mark. Darin ist auch ein Internet- Anschluß (ohne
Verbindungskosten) mit E-Mailbox enthalten. Die Ortsgespräche kosten
fünf Pfennig pro Minute in der Neben- und neun in der Hauptzeit
(MoFr, 918 Uhr). Diese Preise gelten auch bei der Internet-
Nutzung. Inlandsferngespräche können abends und am Wochenende
für zehn Pfennig, in der Hauptzeit für 18 Pfennig geführt
werden. Günstigere Ferngespräche per
Call-by-call sind allerdings
nicht möglich.
[mehr]
[Arcor-Tarife]
BONN 28.11.1998 (wop/t-off).
Der Wettbewerb auf dem deutschen Telefonmarkt bleibt auch in den kommenden
Monaten weitgehend auf Fern- und Auslandsgespräche beschränkt.
Richtiger Ortsnetzwettbewerb sowie eine Förderung des Internets durch
sinkende Ortstarife wird es bis Ende 1999 kaum geben. Das ist das
insbesondere für den deutschen Arbeitsmarkt fatale Ergebnis
eines trickreichen Schachzugs der Bundesregierung. Denn gestern zog die
Deutsche Telekom auf Druck des
Bundeswirtschaftsministers Werner Müller
auch ihren zweiten Antrag zum Mietpreis für den Kundenanschluß
kurz vor der Entscheidung der
Regulierungsbehörde zurück.
Diese verlängerte daraufhin die Geltung des im März festgesetzten
vorläufigen Entgelts (20,65 DM) bis Ende April 1999.
[mehr]
In Bonn zeichnete sich ab,
daß der Regulierer erneut den Telekom- Kostenrechnungen nicht folgen
würde und die Telekom nur eine Monatsmiete von
"knapp 23 DM" erwarten konnte.
Daß aber war der Telekom und dem parteilosen Minister Müller zu
wenig. Da aber der Regulierer formal unabhängig ist, verfielen sie auf den
Trick, den Antrag einfach zurückzuziehen. Denn wo kein Antrag ist,
kann es auch keine (negative) Entscheidung geben. An eine solche
Verzögerungstaktik hatten die Väter des
TKG nicht gedacht.
Der Verband der Wettbewerber VATM
sowie die Unternehmen Arcor und Otelo
warfen Müller unter anderem massive "politische Einflußnahme"
zugunsten der Telekom vor. Und sogar der SPD- Telekomexperte Hans-Martin
Bury nannte die erneut eingetretene Verzögerung "fatal". Der Minister
habe sich als reiner "Anwalt der Telekom- Aktionäre und der dortigen
Mitarbeiter, nicht aber des Gemeinwohls" erwiesen. Unter Bonner
Politikbeobachtern ist es unstrittig, daß der Eingriff des Ministers
deutlich aufzeige, daß hier die retardierende "Politik die Telekom
geschützt" werden soll. Vor allem bremse der erneute Aufschub der
Entscheidung die Entwicklung Deutschlands in einem der wichtigsten
Zukunftsbereiche, dem Internet. Zwar hat der
Regulierer keine offizielle
Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung abgegeben, aber inoffiziell ist zu
hören, daß trotzdem der endgültige Preis "irgendwo zwischen
20,65 und 24 Mark liegen wird".
[mehr]
[Kommentar]
[Jammern für das Mietentgelt]
[German telecoms ruling halted]
30.11.1998 (t-off). Der Regulierer hatte am Donnerstag (26.11.) das
Verfahren mit einem monatlichen Mietpreis von 23,20 DM (netto)
abgeschlossen, der heute verkündet werden sollte
[mehr]. Unterdessen hat heute
US-Präsident Clinton nochmals auf die enorme Bedeutung des E-Handels
(e-commerce) bei der Bewältigung
der Wirtschaftskrisen hingewiesen. Die US-Politik fördert also
aggressiv das Internet, während der
deutsche
Wirtschaftsminister unter (heimlicher) Rückendeckung des
Bundeskanzlers alles daran setzt, daß die Telekom im Ortsbereich
weiter abzocken darf und damit eine breite Internet- Nutzung blockiert.
Und um in der Öffentlichkeit zu vermeiden, daß die
SPD als Bremser des Wettbewerbs und neuer
Technologien (Internet) dasteht, darf dann
Ausputzer Bury den
Wirtschaftsminister etwas kritisieren. Da trifft es sich gut, daß
dieser parteilos ist.
[SPD kritisiert Wirtschaftsminister]
[Verschläft Rot-Grün das
Internet?]
FELDKIRCH 26.11.1998 (sym/t-off).
Österreich ist zwar nicht das Internet- Paradies, aber immerhin hat
bei unserem Nachbarn Infrastrukturwettbewerb begonnen. So wird Internet
via TV- Kabel in Wien und anderen Orten angeboten. Anders als bei
US-Anbietern wie
@Home experimentieren
Telekabel und
TeleWeb noch mit
volumenabhängigen Tarifen.
Auch in Vorarlberg setzt der TV-Kabelnetzbetreiber
Lampert zusammen mit dem Internet
Service Provider (ISP) Teleport auf
den schnellen Internet- Zugang übers Fernsehkabel. Bereits 1996 wurde ein
Pilotversuch erfolgreich abgeschlossen. Sie und weitere Kabelgesellschaften
bieten seit Februar 1997
in Vorarlberg
kostengünstiges Internet via TV-Kabel für Privatkunden an. Damit sind
permanente Verbindungen zum Internet mit derzeit 128 kBit/s (Download)
möglich. Der Rückkanal zum ISP wird mit 64 kBit/s betrieben.
Höhere Übertragungsraten sind in Vorbereitung.
Als Kabelmodem wird das
LANCity LCp
von Bay Networks verwendet, das vom Anbieter gestellt und konfiguriert wird (71
DM Kaution). Der Pauschalpreis für die Standleitung mit Modem- Miete
beträgt umgerechnet rund 84 DM pro Monat (590 ÖS) und beinhaltet eine
unlimitierte Nutzung des Internets, E-Mailbox und Homepage. Für die
Installation werden einmalig 284 DM (2000 ÖS) verlangt. Weitere Kosten wie
Telefon- oder zeitabhängige Gebühren fallen nicht an. Allerdings gibt
es ein Volumenlimit für internationalen Datentransfer von 200 MByte pro
Monat. Für jedes Megabyte mehr werden rund 1 DM berechnet. Der PC oder Mac
muß mit einem Ethernet- Anschluß ausgerüstet sein, der mit
dem TV- Kabelnetz über das Kabelmodem verbunden wird. Jeder via TV-
Kabelnetz angeschlossene Computer erhält seine eigene feste Internet-
Adresse. Teleport soll demnächst auch im Raum München aktiv
werden.
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[Preise]
[High-Speed Internet via TV-Kabelnetz
Teil 1]
KARBEN 24.11.1998 (dv/t-off).
Wenn alles klappt, gibt es ab Dezember auch in Deutschland eine Lobby-
Organisation der privaten Internet- Nutzer. In Spanien war eine solche
Interessenvertretung, die Asociación
de Usuarios de Internet, bei den Verhandlungen mit Telefónica
erfolgreich. Am 5. Dezember soll nun in
Paderborn anläßlich der
WDR- Computernacht der Deutsche Internet
e.V. gegründet werden. Die Initiative dazu geht vom Streik-
Initiator Thomas von Treichel vom
DarkBreed aus.
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[Satzungs-Entwurf des Internet
e.V.]
BERLIN 19.11.1998 (t-off).
In Europa weitet sich der Protest gegen hohe Telefongebühren im Ortsbereich
aus. Nach dem spanischen Vorbild wollen jetzt
auch Internet-Nutzer in
Polen und der
Schweiz das Internet boykottieren, um so endlich faire und Internet- freundliche
Telefontarife bei ihren Telefongesellschaften durchzusetzen. In Deutschland
soll es am 29. November und am 6. Dezember zu weiteren
"Streiks" kommen. Am 29. November sind auch
die Schweizer dabei. Die Polen wollen am 1. Dezember einen Tag offline sein
[mehr]. In Frankreich und in
Großbritannien findet der nächste
Cyberstreik am 13. Dezember
statt. In Italien gab es unlängst ebenfalls einen Internet- Streik.
Anders als in Deutschland haben sich jetzt in Tschechien über 1.000
Internet- Anbieter an einem eintägigen Boykott beteiligt und ihre
Server abgeschaltet. Der Protest richtet sich gegen eine für Januar
von der
SPT Telecom
angekündigte Tariferhöhung. Zahlreiche Initiativen hatten zudem zu
Großkundgebungen in Prag und Brünn aufgerufen
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Die britische "Campaign for Unmetered
Telecommunication" (CUT) hat auf ihrer Homepage ganz genau erklärt,
warum Datenverbindungen (zum Internet) tariflich nicht wie Gespräche
behandelt werden können:
Why metering
is wrong for the consumer (and for the telcos). Bei den Ex- Monopolisten ist
aber diese Botschaft noch immer nicht angekommen. In Frankreich bündelt
NetExit die Unzufriedenheit der
Kunden mit den Tarifrelikten aus Monopolzeiten. Während die nationalen
Telefongesellschaften den Unmut ihrer Kunden meist abwiegeln (Telekom:
"some Internet game- players..."), wird im Internet- kompetenten USA das
europäische Protestpotential ernst genommen und sorgfältig
beobachtet. So berichteten die
"New York Times" und der
"Industry Standard" ausführlich
über den Hintergrund des ersten deutschen Verbraucher- Boykotts der Telekom
vom 1. November.
Streik-Infos aus erster Hand:
BONN 15.11.1998 (pos/t-off).
Mit der Vorabveröffentlichung ihrer
Tarifpläne für
1999 hat am Donnerstag die Deutsche Telekom den Regulierer unter
Genehmigungsdruck gesetzt. Mit der zum 1. Januar 1999 geplanten Absenkung der
Ferntarife wird nun aber auch offenbar, welche
Unsummen Telekom- Kunden jahrelang zu viel bezahlt haben. Sie sind regelrecht
ausgenommen worden. Erst der Wettbewerb bei den Ferngesprächen hat die
viele Luft aus den Monopol- Preisen gelassen. Und das Kostenargument spielt
plötzlich keine Rolle mehr.
Bei den teuren Ortsgesprächen bleibt hingegen alles beim alten, denn es
gibt noch keinen Wettbewerb. Auch ein Internet- freundlicher Telefontarif ist
nicht im Angebot der Telekom. Bekanntlich kassiert die Telekom bei allen
Datenverbindungen auch dann, wenn gar kein einziges Byte bewegt wird. Erst
Anfang des Monats hatte der Rosa-Riese erklärt, daß die derzeitigen
Ortstarife nicht kostendeckend seien und somit
Extras nicht drin sind. Aber, wer glaubt das noch? Analysten halten es für
einen schweren Fehler, nicht schon jetzt die Ortstelefonate in die Preissenkung
einzubeziehen. Immerhin könnte auch so der Konkurrenz der Angriff an dieser
Preisfront erschwert werden. Wadenbeißer
MobilCom wußte das sofort zu nutzen:
Der Angriff beim Ortsnetz soll 1999
starten.
[Telekom trotz Preissenkung zu
teuer]
[Neue Telekom-Tarife im
Überblick]
[Ortstarif billiger um 0,86 %!]
Die hohen Interconnection-Preise sind schuld!
20.2.1999 (t-off).
MobilComs Angebot war der erste Internet-Tarif Deutschlands, der in einem
monatlichen Pauschalbetrag (Festpreis, Flat-rate) sowohl die Gebühren
für die Internet- Nutzung als auch die anfallenden Gebühren
für die telefonische Einwahl enthielt, allerdings nur in der Nebenzeit
(197 Uhr) und an Wochenenden galt. In einem Telefon- Interview
der Fernsehsendung "NBC Giga" nahm MobilCom- Sprecher Stefan Arlt am
19.2.1999 erste Stellung. Danach hätte der Verbraucherschutzverein
Berlin mit einer hohen Vertragsstrafe gedroht, falls MobilCom weiterhin keine
permanente Einwahlmöglichkeit garantieren könne. Weil aber nicht
jedem einzelnen Nutzer dauerhaft ein eigener Einwahlport zur
Verfügung gestellt werden könne, habe MobilCom sich
entschlossen, das Flat-rate Angebot einzustellen.
[Die letzte Meile]
[Warten auf den 30. November]
[Telekom-Regulierer steht unter Druck]
[Am 19.2.1999 war bereits
Schluß mit MobilComs Pauschal-Internet]
[Global One schreibt
Milliarden-Verlust]
einfach teuer?
Die neuen Ferntarife
Ab 1. Januar 1999 in Pfennigen pro Minute
(Echtes Call-by-call)
Stand: 30. Dezember 1998
[Aktuellere Fassung]
Telco
Netz-
vor-
wahlHaupt-
zeit
918 UhrNeben-
zeit
6)Hotline
gratis?Fairer
Sekunden-
Takt?
Telekom
1)
01033
36 / 24
12
Ja
Nein
Arcor
01070
18
10
Ja
Nein
MobilCom
01019
19
19
Nein
Nein
TelDaFax
2)
01030
17
9
Ja
Ja
Viag Interkom
01090
17
10
Ja
Nein
Otelo
3)
01011
20
10
Nein
Nein
Talkline
4)
01050
29
19
Nein
Nein
ViaTel
01079
16
9
Ja
Ab 31. Sek.
Tesion
5)
01023
22
11
Ja
Ja
1) Die 24 Pf/Min gelten nur für ISDN-Anschlüsse.
2) Sekundengenaue Abrechnung.
3) Ab 1.2.1999. Hauptzeit: 818 Uhr.
4) Ab 15.1.1999.
5) Ab 1.2.1999. Sekundengenau. 6 Pf Zuschlag/Telefonat.
6) Nachts und an Wochenenden gibt es teilweise günstigere Angebote:
[mehr]
[Welches Netz zu
welcher Zeit?]
[Reporter hacken MobilCom-Internet]
[Aus fürs Pauschal-Internet?]
[AT&T WorldNet set to conquer]
[Vergleich von
Internet-Kosten]
[Pressemitteilung des VATM]
[Die "letzte Meile"
bringt das Geld]
[Beispiel Frankreich]
[Beispiel Kanada]
[Links zum Internet via TV-Kabel]
Deutschland:
http://www.gamespy.de/internetstreik/
Frankreich:
http://www.multimania.com/greve/
Großbritannien:
http://www.ukgn.net/cyberstrike/
Polen: http://www.kki.net.pl/sufa/
Schweiz: http://www.illuminati.ch/
Spanien: http://www.aui.es/
Tschechien: http://www.bojkot.cz/
[Protest-Petition]
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