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WIEN 20.11.1999 (us/t-off). Österreich hat die Zeichen der Zeit erkannt. Die Telekom Austria hat jetzt eine Reihe von echten Pauschaltarifen (Flat-rates) für die Internet- Nutzung via A-Online eingeführt. Das Angebot "A-Online Complete" kostet inklusive 20 % MwSt monatlich 43,53 Euro (85,14 DM). Es umfaßt einen ISDN-Anschluß mit Grundgebühr, zeitlich unlimitierten Internet- Zugang mit allen Provider- und Verbindungs- entgelten sowie 5 Mail- Adressen und 5 MByte Speicherplatz für eine eigene Homepage.
Gleichzeitig startete Telekom Austria die Vermarktung des schnellen Internet-Zugangs via ADSL, selbstverständlich als "always-on". Zusammen mit einem analogen Telefonanschluß sind dafür 58,07 Euro (113,58 DM) pro Monat zu bezahlen. Das monatliche Transfervolumen ist mit 1 Gigabyte begrenzt. Eine zeitliche Abrechnung wie bei der Deutschen Telekom erfolgt aber nicht (unmetered). Kombiniert mit einem ISDN- Anschluß beträgt die monatliche Flat-rate insgesamt 68,97 Euro (134,90 DM). Das ADSL wird mit einer Empfangsgeschwindigkeit (Download) von bis zu 512 kBit/s betrieben. Das Senden (Upload) erfolgt mit maximal 64 kBit/s. [mehr]
BONN 12.11.1999 (wos/t-off). Während bei unseren Nachbarn wie Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und sogar in Spanien der Wettbewerb zwischen Telefonnetz und Breitbandkabel schon längst gestartet ist, tut sich in Deutschland noch immer nichts. Es wird wohl auch noch dauern, bis hierzulande richtiger Infrastrukturwettbewerb beginnen kann. Denn die Deutsche Telekom hat beim Verkauf ihres TV- Kabelnetzes neue Hürden aufgebaut. Auch möchte sie künftig die Kontrolle über das langfristig lukrative Breitbandnetz behalten.
So wurde jetzt bekannt, daß die Telekom nur noch 35 % der Anteile an den 9 regionalen Kabel- gesellschaften verkaufen will. Weitere 40 % sollen erst später über die Börse verkauft werden. Auch ist bereits ein Drittel des Breitbandkabels an die Telekom- Tochter Media-Service auf 10 Jahre für das digitale Fernsehen [Ed: durch einen neuen, unkündbaren (!) Vertrag] vergeben. Und Kapazitätsprobleme könnten die zusätzliche Nutzung des TV-Kabels für den schnellen Internet- Zugang sowie fürs Telefonieren erheblich einschränken, was ganz offensichtlich Investoren abschrecken soll. Der Regulierer hat inzwischen erklärt, daß er zur Beinflussung dieser Entwicklung keine Handhabe mehr gegen die Telekom habe.
[Ausländer bieten 35 Milliarden
DM]
[Telekom: Kabelnetz-Ausbau schwer
finanzierbar]
[Deutsche Telekom putting conditions
on cable sale]
[Telekom will nur 35 % TV-Kabel
verkaufen]
[Telekom will Kontrolle über das
TV-Kabelnetz behalten]
[Kabelnetz-Interessenten vor
Rückzug]
[Scheurle: Keinen Einfluß auf
TV-Kabel-Verkauf]
[Offener Brief der Initiative
Internet ohne Taktung]
PARIS 28.10.1999 (wop/t-off). Die OECD hat einen neuen internationalen Vergleich der Internet- Zugangskosten publiziert. Darüber berichtet gestern die "Financial Times" im Artikel "Unmetered access needed for Internet take-off". Danach liegen nunmehr 14 Länder unter 40 $ pro Monat bei einer Nutzung von 20 Stunden zur Nebenzeit (off-peak time). Deutschland ist nicht dabei. [mehr]
[OECD-Preisvergleich des Internet-Zugangs 1999]
[OECD-Studie 1996/97]
[OECD-Studie 1998/99]
BERLIN 23.10.1999 (pep/t-off). Ab 1. April 2000 will die Telekom keine Telefongebühren mehr für die anderen Telcos eintreiben, obwohl das in den gesetzlichen Regelungen so vorgesehen ist. Die Folge: Der Kunde muß dann statt einer Zahlung an die Telekom an jeden Anbieter extra überweisen. Daß es der Telekom damit ernst ist, zeigt eine neue Telekom- Musterrechnung, die heute die Berliner "B.Z." abdruckte. Der Regulierer will das Vorgehen prüfen. [mehr] [noch mehr]
Beobachter sehen in dem Ansinnen des Marktbeherrschers einen weiteren Versuch, mit neuen Tricks den Wettbewerb auszuhebeln. Die Andeutung Bundeswirtschaftsministers Müller, eine Änderung des TK-Rechts zu planen, lasse zudem den Verdacht aufkommen, daß der Vorstoß der Telekom durchaus mit der Bundesregierung abgesprochen sein könnte. [Kommentar]
28.10.1999 (t-off). Die
Regulierungsbehörde stellte heute
in Bonn klar, daß die Deutsche Telekom weiterhin für die gesamte
Rechnungsstellung auch für ihre Wettbewerber
zuständig sei. Unklar ist dagegen, wie künftig mit den
Reklamationen umgegangen werden soll.
[mehr]
[11.11.1999: Regulierer droht Telekom
mit Aufruf]
LONDON 16.10.1999 (wos/t-off). Die altehrwürdige
"Times" hat verstanden: Die hohen
Kosten des telefonischen Internet- Zugangs behindern die britische
Wirtschaft sowie die Entfaltung der Wissensgesellschaft. Wie in
Deutschland werden auch in Großbritannien alle Ortstelefonate
und damit auch die Internet- Einwahl zeitgetaktet abgerechnet. Nur
am Wochenende ermöglicht
British Telecom die
Internet- Nutzung ohne jegliche zeitabhängige Gebühren. Die
Zeitung macht jetzt mit der Aktion
Free the Net Campaign
politischen Druck. Mit einer
Serie von Artikeln wird auf den bestehenden Mißstand aufmerksam
gemacht. Leser in aller Welt sind zudem aufgefordert, Kommentare
abzugeben, die im Internet veröffentlicht werden.
[mehr]
Für den Umstand, den viele in den USA
als völlig selbstverständlich betrachten, gibt es in Groß-
britannien [Ed: und in Deutschland] nur
die Hoffnung: unmetered calls, schreibt die Times. Die
Position der Tageszeitung
ist dazu klar: Die Regierung müsse schnell Maßnahmen ergreifen,
um Verbrauchern und Wirtschaft den Internet- Zugang zu geringeren Kosten zu
ermöglichen. Das sei der einzige Weg, wolle Britannien wie von
Tony Blair
im September gefordert
eine Strategie zur Schaffung der weltweit besten Rahmen- bedingungen für
die Entwicklung des E-Handels umsetzen.
[mehr]
Auswahl einiger Times-Artikel:
BERLIN 8.10.1999 (t-off). In diesem Herbst fallen nicht nur
die Blätter. Auch die Preise vieler Internet-Diensten bewegen sich
nach unten, wenn auch noch nicht im
freien Fall, wie dpa
titelte. Denn die zu zahlenden Telefongebühren für die Einwahl
bleiben zeitabhängig. Und das hemmt den Boom erheblich, wie ein Blick
auf die mittlere Internet- Nutzung
im Vergleich zu den USA zeigt. Deutsche können nur am Internet
schnuppern.
Inzwischen können sich sogar Top-Manager aus der TK-Branche
vorstellen, daß sich auch
Pauschaltarife im Ortsbereich rechnen. Das geht aus einer aktuellen Studie
des Unternehmens- beraters Andersen
Consulting hervor, die jetzt in Wien präsentiert wurde. Die
Studie kommt zum Ergebnis, daß ähnlich wie in den USA auch in
Europa das Telefonieren zum monatlichen Festpreis als natürliche
Reaktion auf den Wettbewerb zu erwarten sei. Aber wann?
[mehr]
Ob nun das weltgrößte TK-Unternehmen durch
Fusion von MCI-WorldCom und Sprint
entstehen kann, werden die Kartellbehörden zu entscheiden haben. Der
amerikanische Regulierer FCC hat bereits
im Interesse der Verbraucher erhebliche
Bedenken gegen das Global-Play
angemeldet. Gewinner ist aber bereits heute die (von Sprint und Global
One) befreite Deutsche Telekom, die nun erst mal zum Euro-Player reifen kann.
Es sei denn, Bernie kommt.
[mehr]
HAMBURG 5.10.1999 (tom/t-off). Bereits im September deckte
Computer-BILD im Heft 19/99 auf,
daß versierte Hacker mit minimalen technischem Aufwand in
Vermittlungs- Computer von Telefongesellschaften (Telcos) über die
Telefonnetze eindringen können. Und schon stehen ihnen
sämtliche Telefonleitungen zur freien Verfügung,
heißt es in dem Report. Die moderne Telco- Sicherheitstechnik (C6
und C7) mit digitaler Übermittlung von Steuersignalen über eigene
Leitungen galt bislang als völlig sicher.
[mehr]
[Wahlbetrug Telefon-Manipulation noch
immer möglich]
6.10.1999 (t-off). Viele Telefon-Kunden, für die
überhöhte Telefonrechnungen unerklärlich sind, dürfen
nun rätseln, ob solche Hacker wirklich nur kostenlos telefonieren
wollen. Oder ob sie zu Lasten Dritter mit ihrem kriminellen Tun reichlich
Kasse zugunsten teurer 0190-Services machen.
HAMBURG 1.10.1999 (pep/t-off).
MobilCom Weltmeister im
Versprechen möchte nicht zu
spät kommen. So kündigte man gestern schon mal an, daß
auch MobilCom demnächst einen Pauschaltarif für Telefon und
Internet ankündigen will. Für eine feste
Monatsgebühr soll dann der Kunde unbegrenzt Ortsgespräche
führen und im Internet surfen können.
[mehr]
Unterdessen gibt's bei AOL Europe bereits
Panik. In Großbritannien mußte die erst
im Mai vollmundig versprochene
Flat-rate vertagt werden.
Die User sind empört. Auch
hierzulande sind von AOL solche marktfreundlichen Pauschaltarife nicht in
Sicht, was angesichts der
Übermacht von T-Online
weitere Marktanteile kosten wird. Zudem floppt die eigene millionenschwere
aber kundenverführende Werbung
Internet zum Festpreis. Denn der
vermeintliche Festpreis entpuppt sich nur als zeitabhängige Abrechnung
mit festem Grundpreis. Erst Gerichte mußten die wenig durchdachte
Werbe- Aussage des weltgrößten Online- Dienstes stoppen, was AOL
aber nicht hinderte, munter mit dem Festpreis weiter auf
Kundenfang zu gehen.
[mehr]
So konnte die Telekom mit Fakten kontern. Sie wirbt heute in ganzseitigen
Zeitungsinseraten Einfach mehr Internet! bei
T-Online, wo es bald auch
neue Tarife geben soll. Anhand
eines 26-Punkte- Katalogs sollen nun Kunden die Leistungen der
Online-Dienste AOL und T-Online selbst vergleichen. Darin setzt BigT auf
die volle Internet- Kompatibilität und die Unterstützung offener
Standards für den Internet- Zugang.
[Online-Preise im freien Fall]
[AOLs größter Feind]
[Phone costs sink in fresh UK
Web war]
[AOL cans 0800 plans]
[AOL users are revolting]
4.10.1999 (t-off). T-Online stellte heute in München die
neuen
Online-Tarife vor. Für alle Tarife entfällt ab sofort die
unbeliebte Einwahlstrafe von 6 Pfennig pro Verbindung. Das
Internet- Angebot wird zudem von den Telefontarifen total entkoppelt, so
daß die Kunden auch andere Telefonnetze (z. B. Ortsnetze
günstigerer Lokal-Anbieter) zur Einwahl nutzen können.
[Neue Preise bei T-Online]
BERLIN 28.9.1999 (ibs/t-off). Nach
Silyn- Tek mit nunmehr 359 DM pro Monat
[t-off berichtete] wittern jetzt weitere
Internet- Anbieter aus der zweiten Reihe eine Chance mit echten
Pauschaltarifen (Flat-rates) für Privatkunden. So will der Provider
Ecore ab Mitte Oktober in einigen
Städten Internet zum Festpreis für monatlich 249 DM anbieten.
Derzeit experimentiert man noch. Im Preis des Tarifs "Internet unlimited"
sind auch alle Kosten für die Telefonverbindungen enthalten. Für
das Einrichten werden einmalig 199 DM verlangt. Ein weiterer Newcomer ist
VIPnet, der eine Flat-rate von 279 DM
pro Monat für 1000 Kunden im Angebot hat. Das Einrichten kostet hier
99 DM.
[Übersicht bundesweiter Internet
Flat-rates]
[FlatRate.de verfolgt die
aktuelle Entwicklung]
30.9.1999 (t-off). Mit solch hohen Pauschaltarifen ist kein
Massengeschäft zu machen. Erst wenn der Regulierer die Bötsche
Minutenbremse löst
und im Ortsbereich zeit-un-abhängige Interconnection- Tarife
durchsetzt, kann es für deutlich unter 100 DM pro Monat Flat-rates
beim telefonischen Internet- Zugang auch in Deutschland geben. Denn zur
Überwindung der letzten Meile zum (Telekom-) Kunden müssen
derzeit alle Provider auch wenn sie eine Flat-rate anbieten
von 921 Uhr mindestens 1,18 DM pro Stunde netto an die Telekom
zahlen (von 219 Uhr
sind es 0,74 DM pro Stunde). 150 Stunden Internet-Nutzung verursachen
somit tagsüber allein schon für die Telefonverbindungen 205,67 DM
Brutto-Kosten. Das ist angesichts der großen Leerlaufzeiten (idle
time) durch nichts gerechtfertigt.
Sogar in der Strombranche werden Flat-rates jetzt ein Thema. Denn die
Bayernwerk AG bietet ab 1. November
bundesweit Privathaushalten Strom aus Wasserkraft zum monatlichen Festpreis
(Tarif Aquapower) von 82,95 DM an, alles
inklusive. Das Angebot gilt bis zu einem Jahresverbrauch von 4000 kWh.
Jede Kilowattstunde (kWh) mehr kostet 25 Pfennig. Ein Vorbild für die
TK-Branche?
[Oktober 1997: Sun-Gründer
Bechtolsheim zur Zukunft der Telekommunikation]
BERLIN 22.9.1999 (gat/t-off). Die Bundesregierung will
Deutschland Internet-fit machen. Bundesbildungsministerin Buhlmahn und
der Parlamentarische Staatssekretär im
Bundes- wirtschaftsministerium, Mosdorf,
legten dazu heute in Berlin das Aktionsprogramm "Innovation und
Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts"
vor. Ziel des Programms ist eine internationale Spitzenposition in
der Informationsgesellschaft, sagte Bulmahn. Die Zahl der
Internet-Anschlüsse in Privathaushalten soll von zur Zeit 9 % auf 40 %
im Jahr 2005 erhöht werden. Die Bundesregierung erhofft sich durch
das Programm bis zu 350.000 neue Arbeitsplätze. Eine Korrektur des
rechtlichen Rahmens (TKG) mit dem Ziel, die
Zugangskosten zum Internet nachhaltig zu senken, sieht der Plan nicht vor.
Ein Pauschaltarif (Flat-rate) sei (derzeit) rechtlich nicht
zulässig, stellte Mosdorf (SPD) fest.
[mehr]
[Kommentar]
23.9.1999 (t-off). Wenn jetzt Staatssekretär Mosdorf
erzählt, daß Flat-rates in Deutschland rechtlich nicht
möglich seien, dann sieht das sehr nach einer hervorgekramten
Schutzargumentation aus. Schließlich kann man doch Gesetze
ändern auch das TKG, zumal wenn
dringender Handlungsbedarf
besteht. Und das ist derzeit sehr wohl der Fall, damit auch in Deutschland
Flat-rates möglich werden. Auch sollte Mosdorf doch eigentlich
wissen, daß die
Interconnection- Tarife
eine untere Grenze die
"Minutenbremse" bei den
Internet-by-call- Tarifen
darstellen. Deshalb zeugt die ständige Forderung der Politik an die
Internet- Anbieter, die Zugangskosten zu senken, von wenig Durchblick.
[A metered mentality]
25.9.1999 (t-off). Das Bundeswirtschaftsministerium hat
erneut ein wichtiges Dokument nicht
allgemein lesbar im Internet publiziert. Auch das
Internet- Aktionsprogramm der Bundesregierung wird jetzt nur im
Windows-Format (DOC) zum Download (763 kByte) unkomprimiert angeboten.
T-LAND 17.9.1999 (pep/t-off).
Deutschland hat die Herausforderung
durch die (Kultur-) Revolution Internet noch immer nicht
angenommen. Während in den USA die Wirtschaft wegen konsequenter
Nutzung der neuen Handelsmöglichkeiten und des für jedermann
bezahlbaren Internet- Zugangs brummt, ist hierzulande das Internet
als treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung durch
eine wenig weitsichtige Politik
ausgebremst. Nach einer aktuellen
IW-Studie sehen sogar viele
deutsche Unternehmen keinerlei Veranlassung die
Möglichkeiten des E-Handels für sich zu nutzen. Ein Grund
dafür seien die im Internet fehlenden Kunden, sagen Marktbeobachter.
Denn diese wollen nicht erst vor jedem Einkauf reichlich Eintritt bezahlen.
[mehr]
[Tony Blair puts finger on the
e-problem]
[Europe's biggest barrier to
e-commerce may be the telephone]
BITBURG/DENVER 16.9.1999 (t-off). Der Bitburger
Internet-Anbieter Silyn-Tek setzt in
Deutschland die erste Marke für eine Flat-rate: 399 DM/Monat.
Dafür gibt es unbeschränkten Internet- Zugang inklusive
Telefongebühren
[mehr].
Günstiger und schneller kommen Kunden von
US West in den USA ins Internet. Denn
dort kostet ungetaktetes Low-cost ADSL mit Internet nur knapp 70
DM/Monat pauschal.
[mehr]
[Kommentar]
18.9.1999 (t-off). Die Deutsche Telekom
bezweifelt, daß die
Regierung zur Förderung des E-Handels doch noch Pauschaltarife
verordnen könnte. Sie will erst mal die Ferngesprächspreise
radikal senken, auch wenn das mit
dem Internet nichts zu tun hat. Selbst in Japan ist man bei NTT schon
weiter, nachdem ihnen von der Regierung Flat-rates
verordnet wurden. Der
Preis soll dort nun um die 150 DM pro Monat liegen.
[mehr]
BONN 14.9.1999 (wop/t-off).
In England gibt es bereits Telefonfirmen, die unter eigenem Namen
Ortsnetzverbindungen von der
British Telecom günstiger verkaufen
(Ortsnetz-Resale "Calls&Access"). Als Zugpferd dient den
Wiederverkäufern wie Localtel
oder Telnet dabei das
kundenfreundliche Angebot ungetakteter (unmetered) Internet-
Einwahl zu einigen Internet- Providern in der Nebenzeit. In Deutschland
gebe es keinen Markt für Ortsnetz- Resale, stellte jetzt die Deutsche
Telekom fest. Denn es gebe keine Nachfrage.
[mehr]
[Kommentar]
[FAQ zu Telnet]
[RSL Com von Telekom abgemahnt]
BONN 12.9.1999 (fab/t-off).
Das Bundeswirtschaftsministerium (WiMi) informiert im Rahmen ihrer
Homepage auch über das TK-Recht und die
Informationsgesellschaft.
Von dort lassen sich dazu auch einige Veröffentlichungen
herunterladen. Aber offensichtlich geht das WiMi davon aus, daß
alle Internet- Nutzer einen Windows-PC ihr eigen nennen. Denn die
meisten Dokumente werden nur im Word-Format von
Microsoft
angeboten, nicht aber in der für jedermann sofort lesbaren
Web-Norm HTML.
Internet- Profis werten das als mangelnde Digital- Kompetenz. Denn im
Internet sollten Infos nur in offenen Formaten publiziert
werden, um so niemanden wegen verwendeter Hard- und Software zu
diskriminieren. Immerhin stehen einige Dokumentationen im layoutgetreuen und
computer- plattformunabhängigen
PDF (Acrobat- Format) zur Verfügung.
Auch mit aktuellen Infos tut sich das WiMi schwer. Man versteckt sie
auskommentiert auf
der Webseite. So
heißt es heute dort unsichtbar zu Entwürfen des neuen Gesetzes
über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG):
Zur Unterrichtung der beteiligten Fachkreise und Verbände
steht der Text der beiden Entwürfe zum Herunterladen (Download) vom
20. September 1999 bis einschließlich 22. Oktober 1999
bereit. Die Entwürfe können während dieser Zeit kommentiert
werden. Kommentare erbittet das WiMi-Referat VII B 5 an die
folgende Adresse:
gesetz-fteg@bmwi.bund.de.
Als Microsoft Word-Docs gibt es beim Bundeswirtschaftsministerium
unter anderem Zip-komprimiert (3564 kByte) von allgemeinem
Interesse:
17.9.1999 (ap/t-off). Unterdessen hat das französische
Wirtschaftsministerium eine Untersuchung der ominösen
Verkaufspraktiken des Software- Herstellers Microsoft eingeleitet. Die
Zeitung "Le Parisien" berichtet,
die Behörden untersuchten den gebündelten Verkauf von neuen PCs
und Microsoft- Programmen wie Windows 98. Der Kunde müsse die
Software, die bis zu 20 % des Kaufpreises ausmachen könne, mitkaufen,
auch wenn er sie gar nicht haben wolle.
MANCHESTER 8.9.1999 (pep/t-off).
NorWeb hat ihr Engagement,
Telekommunikation und Internet über das Stromnetz zu ermöglichen,
jetzt eingestellt. Angesichts der aufkommenden Versorgung
mit echter Breitbandtechnik, halten die beteiligten britischen Firmen
Northern Telecom und United Utilities
die PowerLine-Technik für wenig
erfolgversprechend.
[mehr]
In Deutschland hingegen rechnen sich Siemens und die EnBW-Tochter
Tesion dennoch Chancen
fürs Anschließen von Haushalten ans Internet über das
Stromnetz aus. Grund: Wegen der Telekom- Verzögerung beim TV-Kabelnetz
werden noch Jahre vergehen, bis
allerorten Internet über das Breitbandnetz bezahlbar zur
Verfügung stehen wird.
[mehr]
[Internet via Strom-Netz]
[Zugangsmöglichkeiten zum
Internet]
Die Berliner User-Initiative prangert die Hochpreispolitik beim Internet-
Zugang in Deutschland an und möchte diese Problematik stärker in
den Blickpunkt von Politik, Medien und Öffentlichkeit rücken.
Über die IOT-Homepage
(demnächst:
http://www.ungetaktet.de/) steht ab
sofort für alle Internet- Nutzer eine virtuelle
Unterschriftenliste
zum Unterzeichnen bereit. Darin wird von der Politik gefordert, daß
diese die Situation durch eine konsequentere Durchführung der
Deregulierung verbessert. Die Liste soll Ende Oktober im
Bundeskanzleramt überreicht werden. Ob nun im Vorfeld anstehender
Wahlen auch Abgeordnete wie in England
unmetered calls fordern werden, gilt unter
Politik- Beobachtern wegen des noch fehlenden Problembewußtseins als
eher unwahrscheinlich.
[Kontakt zur IOT-Initiative]
[Britischer Internet-Report]
[Zur Unterschriftenliste]
BERLIN 3.9.1999 (t-off). Berlins Regional- Telco
BerliKomm ist nun mit
Vollanschlüssen gestartet.
Enttäuschend. Denn
für die meisten Berliner rechnet sich ein Wechsel von der Telekom zum
Newcomer nicht. Das verhindert u. a. die vom Regulierer festgelegte
zu hohe Miete der letzten Meile sowie der
neue Telekom- Tarif
AktivPlus. Auch hatten Berlins
Stadtväter keinen so visionären Weitblick
wie in Norderstedt, als
sie die Berliner Wasserbetriebe samt BerliKomm vermutlich sogar
noch verfassungswidrig (das Gericht prüft) teilprivatisierten.
[mehr]
[noch mehr]
Der Telco-Verband VATM macht sich Sorgen
um den Fortbestand des Echten
Call-by-calls, da die Telekom die
Inkasso- Gebühren erhöhen
möchte. In einer
Pressemitteilung legt der Lobbyist
den Fall jetzt klar. Die Telekom will nun erst bis zum 31. März 2000
eine Einigung erzielen, wohl auch um genügend Zeitabstand zum
Jahr-2000-Problem zu gewinnen.
[mehr]
Bei vielen Telcos ist nun
Pre-selection zur Kundenbindung
bei Ferngesprächen angesagt. Sie übersehen aber dabei, daß
für viele Kunden der Telekom-Wunschtarif
AktivPlus von der
Telekom inzwischen als der Durchbruch gefeiert die noch
unbürokratischere Alternative zum
Call-by-call ist.
Nicht einmal der VATM hat das erkannt:
Eine Presse-Info mit Kritik am Regulierer zum kundenbindenden
AktivPlus-Optionstarif gibt es bislang nicht.
BERLIN 31.8.1999 (t-off). Anläßlich des
Starts der neuen digitalen Multimediadienste der Deutschen Telekom
(MediaVision) im Fernseh- Kabelnetz
[t-off dokumentierte] machte gestern
Netze- Vorstand
Gerd Tenzer noch einmal
deutlich, wie wichtig der Telekom eine weitere Minderheitsbeteiligung an den
9 Regionalgesellschaften den künftigen Herrschern über
das deutsche Breitbandnetz ist. Für den Wert des TV- Kabels sei
zudem nicht die vorhandene Infrastruktur ausschlaggebend, sondern die
Vision dessen, was damit möglich sei, sagte Tenzer auf der
IFA. Der Gesellschaftervertrag wird sicherstellen, daß die
neuen Gesellschaften völlig frei sind, alle Arten von Diensten
vom einfachen Telefondienst über das gesamte Multimediaspektrum bis
zum Fast Internet auch im Wettbewerb zu ihren Gesellschaftern
anzubieten. Abzuwarten bleibt, ob aber völlige
Entscheidungsfreiheit auch bei der Tarifgestaltung der angebotenen
Dienste eingeräumt werden soll (z. B. Kabelmodem- Internet zum
monatlichen Pauschalpreis).
[mehr]
Nach einem Bericht der Financial Times vom
27. August sind mehrere der potentiellen Käufer über die von der
Telekom beabsichtigte Sperrminorität besorgt. Zudem wolle die Telekom
die Regionalgesellschaften nicht auf einmal veräußern,
sondern beabsichtige stattdessen einen häppchenweisen Verkauf. Die
Telekom könne damit weiter Zeit gewinnen und Einblicke bekommen, wie
ihre Wettbewerber die regionalen Netze ausbauen. Der Wirtschaftsdienst
Bloomberg berichtete gestern,
daß die Telekom für den fürs nächste Jahr geplanten
Start der Netzaufrüstung einen ersten Betrag von 400 Millionen DM
reserviert habe. Der Ausbau des Kabelnetzes zum Angebot von Internet- und
Telefonie für die ersten 70 % der Bevölkerung erfordert nach
Telekom- Planungen einen Investitionsbedarf von 6 Mrd. DM, der
hauptsächlich von den künftigen Mehrheitseigentümern
getragen werden soll. Dieser Aufrüstungsprozess soll sich nach den
T-Plänen über 45 Jahre (!) erstrecken [Ed: was im Ausland
deutlich schneller geht].
[Kabel-Baustelle Berlin]
[Verkauft die Telekom das
TV-Kabelnetz?]
BERLIN 28.8.1999 (wop/t-off). Das große Thema der
IFA 1999 ist nicht der breitbandige
Internet- Zugang für jedermann, sondern das mobile Internet.
Mit WAP-Handys sollen nun Kunden angelockt werden, die damit allerorten und
jederzeit das Internet (WWW) nutzen
können. Die
WAP- Norm (Wireless
Application Protocol) erlaubt dabei die Reduzierung der Web-Inhalte, so
daß sich diese überhaupt auf einem kleinen Handy- Bildschirm
darstellen lassen (Lynx läßt grüßen). Und eine
mobile Surf-Minute soll bei D1 und D2 ab Herbst 39 Pfennig kosten, was
einen stolzen Stundenpreis von 23,40 DM ergibt.
Auch wenn die WAP-Technik manchmal nützlich sein mag, halten
Marktbeobachter das für eine völlig falsche
Prioritätensetzung durch die Industrie, die neue Märkte sucht.
Jetzt sei aber die breitbandige und mit Pauschaltarifen bezahlbare
Internet- Anbindung der Haushalte angesagt, um in Deutschland die
Infogesellschaft zu entwickeln. Offensichtlich versage
nach der Politik nun auch noch
die deutsche Industrie. Oder sind das nur die Folgen der retardierenden
Telekommunikationspolitik
à la Telekom?
[Kommentar: Fernsehen im
Datenstrom]
[24.07.2000: WAP ist ein Flop!]
BERLIN 27.8.1999 (t-off). Als Reaktion auf die
AOL- Preissenkung will auch die
Telekom- Tochter T-Online ihren Tarif verbilligen. Vorstandsmitglied
Detlev Buchal sagte gestern anläßlich der Internationalen
Funkausstellung (IFA) in Berlin,
man werde schnellstmöglich ein Tarifmodell wieder aufleben
lassen. Demnach werde T-Online 20 Stunden Online- Nutzung
inklusive Telefongebühren für 49 Mark Monatspauschale
anbieten. Diesen Tarif habe T-Online bereits im März
angekündigt, sei aber damals gerichtlich von ihrem Konkurrenten AOL
gestoppt worden.
[mehr]
AOL Europe hatte gestern mitgeteilt, ab 1.
Oktober die Online- Nutzung für eine Monatspauschale von 9,90 DM zu
verkaufen. Zugleich will der Online- Dienst seinen Nutzern
Telefongebühren für 3,9 Pfennig pro Minute anbieten
[mehr]. Damit kosten 20 Stunden
Internet via AOL bei 100 Einwahlen 62,70 DM pro Monat. AOL wäre damit
rund 28 % teurer als T-Online. Und es sieht so aus, daß auf die
Rechtsabteilungen erneut Arbeit zukommt.
[Kommentar]
[AOL bringt Flat-rate]
[Telekom und AOL keilen sich wieder]
[AOL-Europachef über den
Preiskampf mit T-Online]
6.9.1999 (t-off). Der SPIEGEL (36/1999) berichtet heute auf Seite
127, daß bei T-Online demnächst 20 Online-Stunden pro Monat nur
39,90 DM alles inklusive (!) kosten sollen.
DORTMUND 24.8.1999 (t-off). Sechs regionale
Telefongesellschaften (Telcos) von Hamburg bis Stuttgart werden ihre
Telefonnetze zum 1. September 1999 zusammenschalten, um der Telekom Paroli
zu bieten:
EWE TEL (Oldenburg),
HanseNet (Hamburg),
Isis (Düsseldorf),
NetCologne (Köln),
Tesion (Stuttgart) und
VEW Telnet (Dortmund).
Mit diesem "RegioNet" entstehe das größte zusammenhängende
Netz von Teilnehmeranschlüssen in Deutschland neben der
Deutschen Telekom, heißt es.
1.9.1999 (ap/t-off). Die 6 Regional-Telcos haben heute ihre Netze
zusammengeschaltet. Das RegioNet verfügt über 35.000 km
Gesamtlänge. Es erlaubt Übertragungsraten von 2,5 GBit/s, was
40.000 Telefonaten gleichzeitig ermöglicht, aber nicht mehr
Stand der Technik (DWDM) ist. Die
RegioNet- Partner vertreten ein Investitionsvolumen von zusammen rund 1 Mrd.
DM und können 35 Mio. Bundesbürger in sechs Ballungszentren
versorgen. Berlins Newcomer
BerliKomm ist am RegioNet nicht
beteiligt.
[Arcor steigt bei Isis ein]
BERLIN 22.8.1999 (pep/t-off). Am 28. August öffnet in
Berlin die Internationale Funkausstellung
IFA 99 ihre Pforten. Dort
sollen mit dem Startschuß für die terrestrische Verbreitung des
Digital-TVs in Deutschland und der Vorstellung der "Multimedia Home
Platform" (MHP)
völlig neue Perspektiven des Zusammenwachsens von
Fernsehen, Rundfunk und Internet aufgezeigt werden. Und vielleicht ist
sogar der ultimative und bezahlbare Decoder für das Digital- TV
(Set-top Box) zu sehen. Die IFA nun als "World of Consumer
Electronics" gilt seit 75 Jahren als Barometer für die
Akzeptanz neuer Technik durch Verbraucher.
Konsumenten sind aber inzwischen kostenbewußt und sehr skeptisch
gegenüber den Marktschreiern. Auch erinnern sie sich noch gut an
viele Flops wie z. B. die unzähligen Bildplatten, die Schallplatten-
Quadrophonie (IFA 73), das D-2-Mac, das hochauflösende Super-TV
(HDTV), das digitale Satellitenradio (DSR),
die auf vergangenen IFAs hochgelobt präsentiert wurden. So wollen die
Verbraucher heute überzeugt und nicht überredet werden, daß
beispielsweise ein PC verbunden mit dem Fernseher oder sogar eine
"Web-Box" für 6.000 DM,
ausgestattet mit einer Nabelschnur ins Internet, nicht nur dem
Hersteller und der Telekom die Taschen füllt.
[IFA 1999: Messe-TV]
[IFA 1997: Kein Geld fürs Digital-TV]
BERLIN 20.8.1999 (t-off).
Das Märchen von der (technischen) Unmöglichkeit der
Einführung von Pauschaltarifen (Flat-rates) im Ortsbereich
(Dann brechen die Netze zusammen) wurde
erneut
widerlegt. So arbeitet die britische Telco
Kingston Communications seit
März 1999 erfolgreich mit einer Flat-rate von 15 £ pro Monat (rund 43
DM) für den Internet- Zugang inklusive Einwahl. Es ist bislang weder
zu technischen noch zu ökonomischen Problemen gekommen, obwohl die
Nutzung durch die Kunden stark anstieg.
[mehr]
Ganz andere Prioritäten setzt hingegen die Deutsche Telekom:
Das Internet wird mobil!, heißt es jetzt
marktschreierisch in ganzseitigen Zeitungsinseraten. Und das sei
Weltpremiere, wenn E-Mails oder der Kontostand auf dem
Minidisplay eines T-D1- Handys (cellular phone) via
T-Online gelesen werden können. Ganz
ohne zusätzlichen Grundpreis, aber dafür mit saftigen
Verbindungsgebühren natürlich zeitgetaktet. So wird
E-Mail teurer als ein Brief per Post. Ein Telekom- Angebot für
Yuppies, die schon alles haben.
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[noch mehr]
Die Mobil-Telefonie stellt sich immer häufiger als wenig
zuverlässig heraus. Da gibt es schwere
Signalisierungsfehler mit falschen
Abrechnungen und sogar Totalausfälle. Allein in den letzten
Wochen hatten alle Netzbetreiber mit solchen Blackouts zu kämpfen:
Telekoms D1
Mannesmanns D2
Veba/RWEs E-Plus
Viag Interkoms E2.
Meistens war es die Software, die die Telcos nicht im Griff hatten. Denn
es gibt noch immer keinen Software- TÜV.
LONDON/BERLIN 12.8.1999 (wop/t-off). Das britische Parlament
veröffentlichte jetzt einen
Bericht zur
Internet-Politik des "Select Committee on Trade and Industry".
Angestoßen werden soll damit in Großbritannien eine nationale
Debatte über die eigentlichen noch ungeklärten
Probleme und die gesellschaftliche Bedeutung (Social Issues) der
Telekommunikation in einer vernetzten digitalen Welt (Internet).
Während es hierzulande in der Politik derzeit wohl eher darum geht,
wie dem Ex-Monopolisten Telekom durch eine Inlands- Hochpreispolitik beim
Endkundenzugang und bei den
Ortstarifen (Internet- Zugang) optimale
Auslandsakquisitionen ermöglicht werden, hat die britische Politik
bereits die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung der Förderung des
Internets klar im Visier.
Der Bericht spricht nahezu alle bestehenden Probleme mit dem Internet in
Klartext an. Und in großen Teilen ist er auf die aktuelle Situation in
Deutschland übertragbar. Politikbeobachter hoffen nun auf die klare
Berliner Luft, in der die Parteien im Deutschen Bundestag endlich den
enormen Handlungsbedarf erkennen
mögen, um für Deutschland doch noch ein Spitzenplätzchen im
Weltkonzert der digitalen Möglichkeiten zu ergattern zum Wohle
aller. Britische Abgeordnete sind schon weiter. Sie verlangen
unmetered calls zum Internet-Zugang wie beim
Internet-Boycott 1999 von den Nutzern
gefordert, um endlich das Internet in Schwung zu bringen.
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[House of Commons: Trade &
Industry Internet Report]
[Streit um die Zukunft der
Kommunikationsnetze]
STUTTGART 10.8.1999 (pa/t-off). Die Telefongesellschaft
(Telco) Debitel AG hat nur 10 Wochen
kundenfreundliches Call-by-call im Sekundentakt angeboten. Heute
kündigte die Stuttgarter Telco an, daß sie Mitte August das
Echte Call-by-call mit Abrechnung
über die Telekom ganz einstellen werde. Die Kunden müssen sich
dann bei dem Unternehmen erst anmelden, wenn sie über deren Netz
(Netzvorwahl 01018) telefonieren wollen. Debitel beendet damit die
Kooperation mit RSL Com (Netzvorwahl
01015).
Als Grund werden die niedrigen Margen angegeben, die zudem ab Herbst noch
weiter sinken könnten, falls sich die Telekom mit ihren
Gebührenwünschen beim
Regulierer durchsetzen sollte. Marktbeobachter sehen das aber anders: So
konnte sich Debitel in der
Tarif-Matrix nur bei lukrativen
Telefonaten in die Mobilnetze plazieren (45,0 Pf/Min), ansonsten war
Debitel schlicht zu teuer. Bei Ferngesprächen in Deutschland belegten
sie beispielsweise MoFr von 918 Uhr mit 15,0 Pf/Min nur den
Platz 10 unter 19 Telcos.
BERLIN 31.7.1999 (t-off).
Die politischen Parteien sind insbesondere wenn sie in der Regierung
sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Aber aus politischer
Zweckmäßigkeit wird das allzuoft vergessen, so auch
bei der verspäteten Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes. In
diesen Tagen wird auch viel von moderner und innovativer
Wirtschaftspolitik geredet. Am Beispiel des
(volkswirtschaftlichen) Nutzens des Internets kann trefflich studiert
werden, wie das Ergebnis solcher Politik in Deutschland in der Praxis
aussieht: Deutschland spielt im Internet keine Rolle.
Angesichts des enormen Nachholbedarfs wird es Zeit, einmal kurz und knapp
im Internet dem Weltwissensnetz festzuhalten, wer in
Deutschland eine gesunde Entwicklung des Internets durch Ignoranz oder
Nichtwissen massiv behindert hat. Deutschland hatte schon einmal eine
wichtige technische Chance verschlafen die (Hardware-) Entwicklung
des Computers. Und eigentlich sollte das nicht wieder passieren. Aber
weil Politik und Wirtschaft wenig lernfähig waren, geschah es erneut
beim Internet. In
The Hall of Blame
hat t-off die (nicht-) handelnden Figuren beleuchtet.
[Europa bei Entwicklung neuer Medien weit zurück]
MARBURG 26.7.1999 (pep/t-off). Zum 1. August führt
TelDaFax einen neuen Tarif "Regio"
für den Regionalbereich (bis ca. 20 km Entfernung) ein. Telefonate
in der unmittelbaren Umgebung des eigenen Ortsnetzes kosten damit nur noch
7 Pfennig (721 Uhr) bzw. 4 Pfennig pro Minute (217 Uhr und an
Wochenenden). Das Angebot mit sekundengenauer Abrechnung kann
mit Echtem Call-by-call von
jedermann genutzt werden. TelDaFax bricht damit auch in das Nahbereichs-
Geschäft der Deutschen Telekom ein, die solche Telefonate zum
Ortstarif berechnet. Mit TelDaFax
(Netzvorwahl 01030) werden diese MoFr von 918 Uhr um 12,5 %
billiger, an Wochenenden und Feiertagen ist es von 721 Uhr 16,7 %
günstiger als die derzeitigen Telekom- Ortstarife ohne
AktivPlus.
[Tarif-Matrix]
KARLSRUHE 23.7.1999 (za/t-off).
Was die Deutsche Telekom noch nie tun mußte die wahren Kosten
eines Produkts offenlegen, muß demnächst die Lufthansa im
Wettbewerbs- verfahren um die überhöhten Tarife für die
Monopol- Flugstrecke Frankfurt- Berlin vor unabhängigen Richtern tun.
Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) verwies gestern die Sache an
das Berliner Kammergericht zurück. Er sieht die Vermutung des
Bundeskartellamts begründet, daß die Lufthansa seine markt-
beherrschende Stellung in Frankfurt mißbraucht hat (Business- Preis
896 DM H+R). Denn das Lufthansa- Ticket für die noch längere
Strecke München-Berlin sei deutlich billiger (Business- Preis 612 DM
H+R). Das Kammergericht muß nun klären, ob der Preisunterschied
tatsächlich durch höhere Kosten der Lufthansa in Frankfurt
gerechtfertigt ist (Az: KVR 12/98).
25.7.1999 (t-off). Daß Monopole von Firmen nicht zu
Quersubventionen herangezogen werden, sollen die Wettbewerbshüter im
Interesse der Volkswirtschaft verhindern.
Das Bundeskartellamt macht
hier auch einen guten Job, aber nicht so der von Bonner
Politik ausgebremste Telekommarkt-
Regulierer in Bonn. So sind die realen
Kosten für Ortstelefonate noch immer nicht neutral kontrolliert
worden. Selbst der 3. Zivilsenat des BGH konnte sich 1998
nicht dazu durchringen, das Telekom-
Zahlenwerk zu untersuchen. Er schloß sich der Meinung des
OLG München von 1997 an,
daß die Telekom sowieso ein
Mischkalkulator sei. Und damit erhielt die
für jedermann offensichtliche Quersubventionspraxis des Markt-
beherrschers bei den Ortsnetzen die höheren juristischen Weihen, auch
wenn dadurch der Wettbewerb zugunsten des Gemeinwohls (Stichwort: Internet-
Zugangskosten) schwer behindert wird. Denn die Telekom hat bei den
Ortsgesprächen noch heute einen Marktanteil von 99 %. Und so gibt es
wohl für die (Berliner) Politik ab Herbst mit reichlich Abstand
zur Bonner Telekom- Szene etwas zu tun.
[Wer hat schuld? The Hall of
Blame]
BERLIN 15.7.1999 (pep/t-off). Telefon- gesellschaften
(Telcos) stehen noch immer auf Kriegsfuß mit der Digital- Technik,
Abteilung Software. So haben sie doch Angst vor dem kommenden
Jahreswechsel. Der SPIEGEL
berichtete, daß die Einführung neuer (niedrigerer!)
Interconnection- Tarife zum
1. Januar 2000 wegen des Jahr-2000- Problems nicht gewünscht wird.
Sie befürchten Chaos in ihren Abrechnungs- systemen. Ganz
offensichtlich haben viele Telcos keinen Durchblick bei den von ihnen
eingesetzten Computer- Programmen. Oder stützen sie sich etwa auf
PC-Technik ab? Bekanntlich haben aber alle Personal Computer (PC)
mehr oder weniger Probleme mit dem Jahr 2000.
[mehr]
Mit sorgfältigen Tests aber hätten sie längst selbst
herausfinden können, ob es tatsächlich Schwierigkeiten geben
könnte. Das Jahr-2000- Problem (Y2K) habe auch eine gute Seite, wissen
Computer-Profis der ersten Stunde. Denn es werde die Spreu vom Weizen
trennen auch bei den Telcos. Wir werden wissen, wem wir bei
Hard- und Software wirklich trauen können, und wem eben nicht. Auch
mit verlogener Werbung werde das nicht mehr wegzuwischen sein. Was
ist von Telcos zu halten, die keine korrekten
Rechnungen schreiben oder deren Netze schon
dann total zusammenbrechen, wenn nur
neue Software eingespielt wird, ist von
Verbraucher- schützern zu hören. Im Januar 2000 werden wir viel
darüber gelernt haben, wie digital-kompetent Telcos, Wirtschaftsunternehmen
oder Regierungen tatsächlich sind. Sie haben noch 169 Tage Zeit.
[Nützliche
Links zur Bewältigung des Jahr-2000-Problems]
17.7.1999 (khd). Es zeugt auch von mangelnder Computer- Kompetenz
wenn Telcos Pressemitteilungen im WinWord- Format (.doc) oder Tariftabellen
im Excel-Format per E-Mail versenden. Solche Datei-Formate sind aber auf
Profi- Systemen meist unlesbar und wandern deshalb sofort ins
Null-Device (Papierkorb). Auch bei Telco-Presseleuten
sollte sich herumgesprochen haben, daß solche Meldungen kurz und
knapp als reine Textdateien (auch WinWord kann ASCII-Format erzeugen) oder
falls es einmal wirklich aufs Layout ankommt als Dokument im
computerplattform- unabhängigen
PDF
(Portable Document Format) verschickt werden sollten.
HAMBURG 8.7.1999 (erb/t-off). Alteingesessene
Telefonfirmen (Telcos) wie AT&T oder die Telekom fürchten zu Recht
um ihre Investitionen. Denn immer mehr Newcomer
verbuddeln moderne Glasfaserkabel.
Die Crux für die Alt-Telcos ist, daß diese Glasfasertechnik mit
optischen Verstärkern wesentlich leistungsfähiger als Kabel aus
den 80er- und Anfang der 90er- Jahren ist. Während die älteren
Systeme nur 32.000 Telefonate pro Faser übertragen, können heute
mit der optischen Technik des Dense Wavelength Division
Multiplexing (DWDM) bereits um die 12 Millionen Telefonate
gleichzeitig über eine einzige Glasfaser übertragen
werden. Und morgen werden es noch viel mehr sein.
Somit ist weiterer Preisverfall bei der Telekommunikation programmiert.
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[DIE ZEIT: Der Regenbogen im
Kabel]
[Wirtschaftswoche: Gold vergraben]
BERLIN 3.7.1999 (khd/t-off). Heute liefen beim Start der
Tour de France die ersten Werbespots im Fernsehen (ARD) zum
Wunschtarif AktivPlus.
Mit der dabei um 9,90 DM erhöhten Grundgebühr sei der Telekom
zwar noch nicht der ganz große Wurf gelungen, aber immerhin ein Coup
der besonderen Art, wissen Marktbeobachter. Der Konkurrenz hat es nun
schon 8 Tage total die Sprache verschlagen. Denn sie kann dem kaum etwas
entgegensetzen. Und das sei dann wohl ein Eingeständnis, daß
viele Telcos doch nicht die Absicht hatten, sich ernsthaft mit
Vollanschlüssen im Ortsnetz
zu engagieren, war sogar im UseNet zu lesen. Somit werde der große
Run auf die Arcors und MobilComs vorläufig ausbleiben. Wann lohnt
sich nun dieser Zusatztarif?
Für Wenigtelefonierer lohnt sich der Tarif nicht. Aber wenn man
bislang im Monat für mehr als 39,60 DM im Ortsbereich zur
Hauptzeit (MoFr, 918 Uhr) telefoniert, dann kann der AktivPlus
einiges an Verbindungsgebühren ersparen. Oder: Wird
zu den Nebenzeiten (MoFr, 59 und 1821 Uhr sowie Sa+So,
521 Uhr) für mehr als 26,40 DM/Monat am Ort telefoniert, lohnt
sich AktivPlus ebenfalls.
Oder: Für den Regionalbereich müssen
bislang mehr als 19,80 DM/Monat in den Zeiten MoSo, 621 Uhr
anfallen. Trifft eines dieser 3 Kriterien zu, dann lohnt sich der
AktivPlus. Hinzukommt noch die Ersparnis bei Kurztelefonaten, die wegen
der minutengenauen Abrechnung beim AktivPlus günstiger sind.
Auch bei den Ferngesprächen
läßt sich mit dem Optionstarif zu manchen Zeiten etwas sparen,
aber hier sind oft andere Telcos noch immer günstiger. Nimmt man die
aktuelle
Tarif-Matrix für Echtes
Call-by-call (141. Ed., Stand:
1.7.1999) zum Maßstab, dann kommen derzeit Telekom-Kunden mit
abonniertem AktivPlus bei Telefonaten in Deutschland
MoFr von 1820 Uhr sowie Sa+So von 920 mit 6,0 Pf/Min
günstiger weg.
[Übersicht Orts- und Regionaltarife der
Telekom]
LONDON 30.6.1999 (ley/t-off).
Allerorten wird derzeit von Telcos reichlich
Gold vergraben, in der Form von
Glasfaserringleitungen. Denn das TK-Geschäft der (nahen)
Zukunft wird mit dem Verkauf von Bandbreite
(Transportkapazität von digitalen Signalen/Daten) gemacht. Die
meisten Investoren setzen bislang dafür Technik ein, die
Übertragungsraten im Gigabit/s-Bereich erlauben.
Qwest war in den USA der Vorreiter der
Terabit/s- Technik (1 TBit = 1.000.000 MBit).
Für das Internet des 21. Jahrhunderts (i-21) reicht das aber nicht
mehr. Deshalb hat der britische Carrier
Interoute damit begonnen, ein
europäisches Hochleistungsnetz mit 21.000 km Länge aufzubauen.
Dieses Telekommunikationsnetz
i-21, das 17
europäische Länder verbindet, soll bereits im Mai 2000 in Betrieb
gehen. Es läßt erstmals Transferraten von mehr als 1 Petabit/s
zu (Peta = 10 hoch 15, 1 PBit = 1.000 TBit). Nach den Vorstellungen der
Betreiber, wird sich Europa damit endgültig vom tradierten
(zeitgetakteten) Vertriebsmodell der Telekommunikation verabschieden.
[mehr]
[A communications
superhighway for the 21st century]
BONN 25.6.1999 (pep/t-off).
Zum 1. Juli führt die deutsche Telekom weitere Optionstarife
fürs Telefonieren ein, wobei endlich auch Ortsgespräche
einbezogen werden. Um allerdings in den Genuß dieser
Preisnachlässe zu kommen, muß der Kunde erst eine feste
Zusatzgebühr zur monatlichen Grundgebühr bezahlen. Beim neuen
Tarif
"AktivPlus" sind das 9,90
DM pro Monat für die genaue Minutentaktung mit günstigeren
Minutenpreisen, und beim
"Select 5/30" sind 5 DM pro
Monat für 30 % Rabatt bei 5 Festnetz- Nummern fällig. Einen
reinen Internet- Telefontarif für alle führt die Telekom wieder
nicht ein.
[mehr]
[Pressemitteilung der Telekom vom
25.6.1999]
[Analyse der Optionstarife von
Teltarif]
[Britain's Internet future is held
back by outdated charges]
[Pressure grows for cheaper use of
the Internet]
[Americans lead the cyberspace
race]
[British Telecom = expensive.com]
[British Telecom
Preisliste]
[Mithören möglich
Telefonanlage mit Hintertür]
[Hacker luden Telefonkarten wieder auf]
[Global Telecom: System Security]
Die Zukunft gehört den Flat-rates
2.10.1999 (t-off). Im Vergleich zur Telekom-Branche besteht aber
ein erheblicher Unterschied. Wird Strom aus fossilen Energieträgern
oder aus Kernkraft erzeugt, werden in den Kraftwerken bei der
Stromgewinnung Ressourcen verbraucht. In der Telekommunikation gibt es
dagegen keine nutzungsabhängigen Aufwendungen. Sind Leitungen erst
einmal gelegt, kosten sie nichts mehr, egal wie stark sie genutzt werden.
Die Kapitalkosten für die Investitionen in Leitungs- und
Vermittlungstechnik, sowie Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten
können vollständig auf die monatliche fixe Grundgebühr
umgelegt werden (Rebalancing). Angesichts moderner digitaler
Vermittlungstechnik im Ortsbereich gibt es schon lange keine technische
Rechtfertigung für den Zeittakt im Ortsnetz mehr. Heutzutage halten
die Telekom und andere europäische Ex-Monopolisten rein aus
strategischen Überlegungen an dem liebgewonnenen Relikt aus (analogen)
Monopolzeiten fest.
[Telekom will Preise radikal senken,
aber nicht im Ortsnetz]
[08.1998:
Einführung des digitalen Rundfunks]
[04.1999:
Jahr-2000-Problem in der Informationstechnik]
[06.1999:
Globale Infogesellschaft Abschlußbericht]
[07.1999:
TK-Liberalisierung in ausgewählten Ländern]
[08.1999:
Daten und Fakten zur Infogesellschaft]
BERLIN 5.9.1999 (t-off). Es wird Zeit zu
handeln, heißt es in einem Aufruf der
"Initiative Internet ohne Taktung" (IOT).
Nach dem britischen Vorbild der agilen "Campaign for Unmetered Telecommunications"
(CUT), mit der
derzeit Intel über eine
Unterstützung Gespräche führen soll, will sich die neue
Initiative mit Aktionen für die Einführung eines zeitlich nicht
getakteten Zugangs zum Internet einsetzen.
[mehr]
[Eieruhr statt "always online"]
[SPD-Tauss zu den IOT-Forderungen]
[Telekom to Spend DM 400 Million on Cable
Upgrades in 2000]
[Telekom verzögert
weiter den Verkauf des TV-Kabelnetzes]
[Telekom verzögert
weiter den Verkauf des TV-Kabelnetzes]
[Verkauft die Telekom das
TV-Kabelnetz?]
[Consumer Electronics:
Produktsättigung]
[Wer hat die Internet-Entwicklung
in Deutschland behindert?]
[Internet-Verbreitung in Skandinavien am größten]
[Rheinischer Merkur: Die Megabit-Pipeline]
[Deutschen Firmen ist das Internet zu teuer]
[Telefonkosten behindern Internet-Nutzung]
[Internet-Zugang mit Minutenbremse]
[Y2K-Hardware-Test
von IBM für alle PCs]
[Norm: Year 2000
Conformity]
[Probleme
beim "Office 2000"]
[Kaum noch Chance für echten
Wettbewerb im Ortsnetz]
[Regulierer zum Optionstarif
"AktivPlus"]
[DIE ZEIT: Der Regenbogen im Kabel]
[Wirtschaftswoche: Gold vergraben]
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