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Aber auch die Kunden müssen künftig noch viel breitbandiger an die Zugangsnetze zum Internet angeschlossen werden. In Telco- Kreisen wird deshalb seit einiger Zeit intensiv diskutiert, ob es bereits ökonomisch sinnvoll ist, all ihre Kupferkabel durch breitbandigere Glasfaser- Kabel bis in die Wohnungen zu ersetzen (FTTH). Die amerikanische AT&T Inc. sowie die Deutsche Telekom AG haben sich entschieden, das (noch) nicht zu tun. Sie setzen aus Kostengründen auf einen Hybrid- Zugang. Bei dieser Übergangslösung werden Glasfaserkabel nur bis zu den Verteiler- Schränken am Straßenrand verlegt. Von dort geht es dann per bereits vorhandenem verdrillten Kupferdraht-Paar in die Wohnungen (FTTC), was die Bandbreite arg begrenzt (max. vielleicht 100 MBit/s). Die Deutsche Telekom zettelte im Herbst 2005 sogar einen überflüssigen Streit um die Nicht- Regulierung dieser kaum wegweisenden Technik an (VDSL-Netz).
Wegweisendes hat hingegen in den USA die Verizon Communications Inc. Ende September bei ihrem Projekt FiOS (Fiber Optic Services) angekündigt: Bis 2010 will die größte amerikanische Telco fast ihr gesamtes ‚Kupfer-Netz‘ durch ein modernes passives Glasfaser-Netzwerk (GPON) ersetzen. Bereits 2004 hatte Verizon mit der Umstellung begonnen. Für die Endkunden werden damit Datenraten von deutlich mehr als 100 MBit/s (Download) bis in den Gigabit- Bereich möglich. Insbesondere die Kabelnetz- Betreiber werden dadurch massiv unter Druck geraten. Denn Verizon wird den Kunden technisch bessere Fernsehbilder liefern als sie im klassischen ‚Cable‘ möglich sind.
Beim FiOS TV wird das Fernsehen nicht per IPTV übertragen, sondern über eine gesonderte Wellenlänge (Farbe) des Lichts. Diese Technik ist bereits erprobt und funktioniert hervorragend. Das IPTV hat hingegen noch etliche Tücken. Es ist eine noch wenig erprobte Technik. So wollte die Deutsche Telekom bereits zur Fußball- Weltmeisterschaft im Juni 2006 ihren IPTV-Service einführen. Da es aber reichlich technische Probleme gab (vor allem sollen es Probleme mit Microsofts IPTV-Software sein), mußte die Markteinführung um Monate vertagt werden. [mehr] [FTTH-Links]
Mehr zum Thema:
[20.07.2004:
Verizon startet in Texas schnellen Internetzugang via Glasfaser] (HEISE)
[27.09.2006:
What Verizon FiOS Can Do] (DSL PRIME)
[28.09.2006:
Verizon Puts FiOS Costs at $22.9 Billion] (AP)
[28.09.2006:
Arbeit am 100-GBit-Ethernet-Standard beginnt] (HEISE)
[11.10.2006:
Frankreich: 4 Millionen Glasfaser-Internetzugänge bis 2012] (HEISE)
BERLIN 1.10.2006 (t-off). Mal ehrlich. Der Name Telekom ist in der
Öffentlichkeit bekannt wie kaum eine andere Marke. Der derzeitige Auftritt der Deutschen Telekom
mit den Säulen
T-Com,
T-Online,
T-Mobile und
T-Systems ist dagegen für Normalkunden nur verwirrend.
Besonders dann, wenn in der Telekom- Werbeberieselung auch noch alle
Namen auf Englisch ausgesprochen werden (Tieh-Komm, Tieh-Mohbeil, ...).
Diese organisatorische Konzernaufteilung in ein Vier-Säulenmodell geht natürlich auch auf
Sommersche Pläne zurück, einzelne Sparten separat an die Börse zu bringen. Was bei
T-Online ja auch erfolgt war und bei T-Mobile zeitweilig geplant war. Inzwischen ist die
unmündige Tochter T-Online jedoch wieder
vollständig heim in den Mutterkonzern geholt worden. Und an einen Börsengang von
T-Mobile denkt heute keiner mehr. Was sollte auch so eine Veranstaltung, wenn bereits der Kurs der
klassischen T-Aktie völlig enttäuscht?
Man kann sich aber zusätzlich auch fragen, inwieweit diese Vier-Säulenteilung dazu genutzt
wurde, viele redundante also eigentlich überflüssige Verwaltungsposten
einzuführen. Belastend kommt dann noch hinzu, daß die Führung einzelner Sparten nicht
unbedingt das kompetenteste Bild in der Öffentlichkeit abgab. So sollte man etwa vom Chef der
Festnetzsparte erwarten, einem Millionenverdiener, daß er auch perfekt die
eigenen Produkte kennt.
Die Straffung der Konzernverwaltung ist somit ein längst überfälliger Schritt. Denn
Telekom-Chef Ricke dürfte eines längst klar sein. Es reicht nicht, das Sparprogramm
Save-for-growth medienwirksam auf
Bilanzpressekonferenzen anzukündigen. Nein, es muß auch tatsächlich umgesetzt
werden.
[07.03.2006:
T-Com zur Schmalband-Flatrate] (Teltarife.de)
[29.06.2006:
Deutsche Telekom Wenig Glanz, wenig Gloria] (t-off Kommentar)
DÜSSELDORF 26.9.2006 (t-off). In den letzten Wochen gab es immer wieder Meldungen, daß die Deutsche Telekom noch mehr Stellen als die bereits 2005 angekündigten 32.000 abbauen will. Da ist es ein kleines Wunder, daß jetzt Telekom- Chef Ricke in einem Interwiew mit der Rheinischen Post ankündigte, neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen: Wir werden rund 1.500 neue Stellen in unseren T-Punkten schaffen. Dazu kämen noch einmal 1.000 Mitarbeiter bei Drittfirmen [Ed: vermutlich bei externen Call- Centern]. Das wäre dann der erste größere Stellenausbau seit der Privatisierung des früheren Staatskonzerns zum 1. Januar 1995.
Im ersten Schritt will die Telekom 700 Auszubildende aus dem Konzern übernehmen. Ricke forderte aber die Arbeitnehmer sowie die Gewerkschaft Verdi auf, am geplanten Umbau des Konzerns aktiv mitzuwirken. Wir müssen wesentlich flexibler und service- orientierter werden, sagte er an die Adresse der Arbeitnehmervertretung. Wenn die eingefahrenen Strukturen nicht aufgebrochen werden, sehe er allerdings schwarz für die weitere Beschäftigung, fügte der angeschlagene Telekom-Chef hinzu. [mehr]
[22.09.2006:
Manöver des letzten Augenblicks] (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)
[23.09.2006:
Interview mit Telekom-Chef Ricke] (RHEINISCHE POST)
BERLIN 16.9.2006 (t-off). Die amerikanische Tochter
T-Mobile USA der Deutschen Telekom bleibt somit weiterhin ein super-teures
Zuschußgeschäft. Von der Telekom wird sie gerne als Wachstumsmotor angepriesen.
Hinwegtäuschen darüber, daß dieses Wachstums teuer erkauft wurde, kann das jedoch nicht.
Und man kann sich fragen, welchen Return-on-invested- Capital (ROIC) die Telekom- Führung erwartet,
sind doch die Mobilfunk- Frequenzen auf nur 15 Jahre Laufzeit beschränkt. Wobei diese Frage jetzt
aber viel zu spät kommt. Denn der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer hätte bereits vor
Durchführung der überteuerten Akquisition von VoiceStream
Wireless eine sorgfältige Investitionsrechnung durchführen müssen.
Ohne die US-Tochter würde der Telekom natürlich ein Wachstumsmotor fehlen. Aber dafür
hätte sie bereits viel weiter ihre Verschuldung abbauen oder auch eigene Aktien zurückkaufen
können. Vielleicht wäre sie sogar heute in einer finanziellen Position der Stärke
und könnte so ihre globalen Übernahmeambitionen deutlich besser umsetzen.
An der Börse indes scheint der Verfall des Kurses der T-Aktie erst einmal temporär gestoppt.
Einerseits sei der US-Frequenzerwerb längst eingepreist, und es hätte bei den Kosten viel
schlimmer kommen können, urteilen Börsenbeobachter. Zudem habe Telekom-Chef Ricke die Absicht
für ein stringentes Sparprogramm bekundet. In dem
Zusammenhang sei auch die Machteinschränkung des T-Com Chefs Raizner positiv zu werten. Die
allgegenwärtige Werbeberieselung durch die Telekom und teuer erkaufte Logos auf
Fußballtrikots, das paßt einfach nicht zum
‚Save-for-growth‘- Effizienzprogramm,
kommentierte ein Marktbeobachter.
[24.07.2000:
Deutsche Telekom kauft VoiceStream] (t-off dokumentierte)
[25.07.2000:
Rons t-eure Spielwiese] (t-off kommentierte)
[04.07.2006:
Telekom sucht in den USA ihr Heil] (HANDELSBLATT)
[05.07.2006:
Neue Macht am Rhein] (BERLINER ZEITUNG)
[16.07.2006:
Telekom: Das US-Geschäft schwächelt] (DPA)
BERN 13.9.2006 (t-off). In Deutschland reden Politiker zwar gerne darüber: Breitband-Internet für alle, aber beim Novellieren des Telekommunikations- Gesetzes (TKG) bleiben dann hierzulande solche Anliegen außen vor. Anders in der Schweiz. Hier hat jetzt der Schweizer Bundesrat die in der dortigen Verordnung für Fernmeldedienste festgelegte Grundversorgung um einen breitbandigen Zugang zum Internet erweitert. Ab 1. Januar 2008 muß jeder Schweizer Bürger, wenn er das wünscht, einen schnellen Internet- Zugang erhalten.
Der Bundesrat legte für den Universal- Anschluß mit 600 kBit/s (100 kBit/s im Upload) sogar eine Preisobergrenze fest: Maximal 69 Schweizer Franken (rund 43 Euro) plus Mehrwertsteuer. Darin ist neben dem Internet- Zugang auch der Telefon- Anschluß mit Rufnummer sowie der Telefonbucheintrag enthalten. Nach 2 Jahren solle der Preis überprüft werden und gegebenfalls an die Marktentwicklung angepaßt werden, heißt es. Unklar ist derzeit, wie Breitband-Anschlüsse in abgelegenen Dörfern der Schweiz realisiert werden sollen. [mehr]
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| Das sind alles Raubritter. | |
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So beurteilte bereits im November 2004 der Europa- Abgeordnete Elmar Brok (CDU) das Geschäftsgebaren der gesamten deutschen Mobilfunk- Branche. Durch die aktuellen Urteile wird das bestätigt. |
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Bereits im Februar 2006 erging gegen den Mobilfunk-Betreiber O2 Germany vom Landgericht München ein ähnliches Urteil (Az: 12 O 16098/05). Geklagt hatte in beiden Fällen der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Die Mobilfunk- Unternehmen kündigten inzwischen an, Restguthaben nunmehr auszahlen zu wollen. Untersagt ist künftig auch, die SIM-Karten nach Ablauf einer Frist zu deaktivieren. Unlar bleibt derzeit, ob im Set gekaufte Prepaid-Handys nach Beendigung der Bindungspflicht vom jeweiligen Netz- Betreibern für die Nutzung von beliebigen Netzen (kostenlos) freigegeben werden müssen.
Mehr zum Thema "Prepaid-Handy":
[07.02.2006:
Prepaid: Handy-Guthaben darf nicht verfallen] (HANDELSBLATT)
[07.02.2006:
Landgericht stärkt Rechte der Nutzer von Prepaid-Handys] (HEISE)
[08.02.2006:
Verbraucherverband: Prepaid-Handy-Guthaben müssen erhalten bleiben] (DPA)
[22.06.2006:
OLG München untersagt Verfall von Prepaid-Guthaben für Handys] (DPA)
[24.06.2006:
Weiterer Streit um Prepaid-Guthaben angekündigt] (HEISE)
[21.07.2006:
O2 gibt klein bei] (SPIEGEL ONLINE)
[25.07.2006:
Auch Vodafone wegen Prepaid-Praxis vor Gericht] (HEISE)
[28.07.2006:
T-Mobile plant freiwillige Regelung für Prepaid-Guthaben] (DPA)
[01.08.2006:
Mobilfunker rudern bei Verfallsdaten für Prepaid-Guthaben zurück] (HEISE)
[23.08.2006:
Vodafone darf Handy-Guthaben nicht verfallen lassen] (DPA)
[23.08.2006:
Vodafone verliert Klage wegen Handy-Guthaben] (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)
BERLIN 15.8.2006 (t-off). Deutschlands Privatsender wollen die Verschlüsselung ihrer digital verbreiteten Fernsehprogramme egal, ob die Verbreitung terrestrisch via DVB-T, via Satellit (DVB-S), via Kabel (DVB-C) oder via Internet (IPTV) erfolgt. Den Anfang beim Satelliten-TV machen ab 2007 die RTL- Gruppe mit den Programmen RTL, VOX, RTL-II, Super RTL, n-tv, RTL-Shop und Traumpartner- TV sowie MTV mit Viva, Nick und Comedy Central, die über das ASTRA- Satellitensystem des Betreibers SES (Luxemburg) abgestrahlt werden. Die Telekom hat bereits am 2. August 2006 mit ihrem IPTV-Start mit einer noch anderen Möglichkeit der TV-Verschlüsselung begonnen [Ed-24.8.2006: ARD und ZDF werden via Telekom-IPTV unverschlüsselt verbreitet].
Zum Empfang der digitalen TV-Programme via SES-ASTRA müssen sich die Nutzer entweder für jedes Gerät (also auch für den Videorecorder) eine neue SetTop- Box oder einen neuen geeigneteren Satelliten- Receiver mit SmartCard- Einschub kaufen. Die speziellen Boxen sollen wie die zum Empfang notwendigen SmartCards von der SES-Tochter APS in München vertrieben werden. Der Preis für die SetTop-Box und Freischaltung ist noch nicht bekannt, dürfte sich aber zwischen 100 und 200 Euro bewegen. Die SmartCard soll 3,50 Euro pro Monat kosten. Das digitale Fernsehen wird also teurer, ohne daß es inhaltlich besser zu werden verspricht. Außerdem wird selbstverständlich auch noch die monatliche GEZ-Gebühr fällig.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF lehnen jegliche Grundverschlüsselung ihrer TV-Programme (noch) vehement ab. Über den Einstieg ins ‚Bezahlfernsehen‘ ist es inzwischen zum Streit gekommen, zumal sich die Politik überrascht von den SES-Plänen zeigte. Ein regulatorischer Kompromiß zwischen dem Ansinnen der Kommerzsender und den Interessen der Fernsehkunden ist aber kaum zu erwarten. Insofern muß der Markt entscheiden, ob sich hierzulande ein PayTV für bislang freiempfangbare, werbefinanzierte Programme durchsetzen kann. Denn sollten sich viele Fernsehnutzer dem teuren Zuzahl-Fernsehen verweigern, dann dürften die Pläne der SES und der Privaten nicht aufgehen. [Links zur Entwicklung beim DVB-S]
Mehr zum Thema "TV-Verschlüsselung":
[29.11.2005:
Privatsender wollen Gebühren nehmen] (SPIEGEL ONLINE)
[29.11.2005:
ProSiebenSat.1: (Noch) keine Einigung über Grundverschlüsselung] (HEISE)
[30.11.2005:
ProSiebenSat.1-Chef: Grundverschlüsselung bei Sat-Ausstrahlung kommt nicht] (HEISE)
[17.02.2006:
Ärger um "Free-TV-Gebühren" im digitalen Kabel] (HEISE)
[20.02.2006:
Bundeskartellamt ermittelt gegen Fernsehsender] (HEISE)
[01.03.2006:
Gebühr fürs Free-TV eine beschlossene Sache?] (HEISE)
[02.03.2006:
Gebühr für Satelliten-TV] (BERLINER MORGENPOST)
[06.03.2006:
ZDF-Indendant Markus Schächter zu den SES-Plänen] (SPIEGEL)
[02.04.2006:
An der Fernsehkasse] (DER TAGESSPIEGEL)
[03.04.2006:
SES organisiert Einstieg ins gebührenpflichtige Satelliten-TV] (DPA)
[17.05.2006:
Fernsehen wird teurer] (DER TAGESSPIEGEL)
[24.05.2006:
Sorge um "Doppelgebühr" durch Verschlüsselung des Digital-TVs] (HEISE)
[25.07.2006:
Privatsender fordern verschlüsseltes DVB-T] (HEISE)
[25.07.2006:
DVB-T könnte verschlüsselt werden] (SPIEGEL ONLINE)
[02.08.2006:
RTL und MTV Deutschland grundverschlüsselt über Astra Dolphin] (DPA)
[03.08.2006:
ARD verschlüsseln, GEZ abschaffen?] (SPIEGEL ONLINE)
[03.08.2006:
Landesmedienanstalten kritisieren Verschlüsselungspläne von RTL] (HEISE)
[04.08.2006:
Verband der Privatsender verteidigt Verschlüsselungspläne] (HEISE)
[05.08.2006:
Streit um Grundverschlüsselung und Gebührenpläne beim Satelliten-TV] (HEISE)
[07.08.2006:
Es ginge auch anders] (BERLINER ZEITUNG)
BERLIN 8.8.2006 (t-off). Wir erinnern uns. Nach
jahrelanger Verzögerung verkaufte im März 2003 die Deutsche Telekom 6 ihrer 9
Kabelregionalgesellschaften an ein Konsortium bestehend
aus Apax, Goldman Sachs Capital Partners und Providence Equity. Diese führten den Kauf der Kabel
Deutschland GmbH (KDG) als ‚leveraged buyout‘ durch, also
mit wenig Eigen- und dafür viel Fremdkapital. Nach klassischem
Heuschrecken-
Strickmuster wurde der Kaufpreis der KDG selber angelastet, die sich dafür mit Hochzinskrediten
verschulden mußte.
Interesse an einer Netzaufrüstung zeigten die neuen KDG-Eigner wenig. Vielmehr machten sie 2004 mit
einer Sonderausschüttung erst einmal Kasse. Für
diese ließ man die KDG einfach weitere Hochzinskredite aufnehmen. Finanzieller Freiraum für
Netzinvestitionen blieb so kaum mehr, denn der stabile Cash Flow aus den hochprofitablen
Fernsehoperationen wurde bereits weitgehend für Zinszahlungen und Schuldentilgung
benötigt.
Marktbeobachter warnten deshalb: Ein Erfolg kann das
eigentlich nicht mehr werden. Denn inzwischen war es längst deutlich geworden: Angesichts
der sich abzeichnenden Fernsehversorgung via
VDSL müssen die Kabelnetzbetreiber aktiver werden.
Im Dezember 2005 erfolgte dann der Eigentümerwechsel: Der Finanzinvestor Providence übernahm
die KDG alleine und kündigte an, nun doch noch stärker
aufs Triple-Play setzen zu wollen.
Und tatsächlich: Seitdem Providence alleine am Ruder ist, tut sich viel mehr als zuvor. Von einer
richtigen Erfolgsstory jedoch ist die KDG noch meilenweit entfernt. Das liegt nicht nur daran, daß
sie auch heute noch unter den Folgen der ihr vom Heuschrecken- Konsortium angelasteten Verschuldung
leidet. Oder daß sie im Markt für schnelle Internet- Zugänge nur als Spätstarter
aktiv ist. Gerade im Bereich der Haltung gegenüber den Kunden besteht bei der KDG noch riesiger
Handlungsbedarf. Auch verknüpft sie noch immer das Internet-Abo mit der Abnahme von
Kabelfernsehen, was in Zeiten von DVB-T
wenig wachstumsfördernd ist.
Mehr zu diesem Thema:
[17.12.2004:
Kapital entzogen Absage an ernstzunehmenden Wettbewerb] (t-off)
[23.04.2005:
Schafft Angst, was Clement & Co. nicht vermochten Breitband-Wettbewerb?] (t-off)
[24.09.2005:
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein] (t-off)
[14.10.2005:
"Heuschrecken" unter sich] (Börsen-Zeitung)
[10.12.2005:
Letzte Chance fürs HighSpeed-Internet via TV-Kabel] (t-off)
[28.07.2006:
Kabel Deutschland rüstet sich für Wettbewerb auf dem TriplePlay-Markt] (KDG)
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A B G E Z O C K T |
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| Autor: Unbekannt. | ||
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Sie machen es seit Jahren schon, erst Bundespost, jetzt Telekom. Die Geldgier immer noch frohlockt, der Kunde, der wird abgezockt! Der Boss Ron Sommer grinst vergnügt, das Volk ist dumm, merkt nicht, wer lügt. Doch hier irrte sich der Knabe, ein Gericht stoppte sein Gehabe. Und ist das Schwindeln jetzt vorbei? Nein, Aktien sind der neuste Schrei. Die bietet jetzt der Saubermann wie Sauerbier den Kunden an. Wie immer Leistung er verspricht! Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Der Preis ist sicher überhöht, wenn Ihr es in der Zukunft seht. Denn draußen stehen schon bereit, die großen Firmen dieser Zeit, und Konkurrenz hebt das Geschäft, nur für die Telekom steht’s schlecht. Die Preise geh’n in den Keller, doch die Aktien fallen schneller. Wer investiert wird’s erfahren: Geld ist weg in zwei, drei Jahren! |
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| Dieses Telekom-Gedicht ist der Sammlung T-Jokes entnommen. Es wurde am 31.8.1996 also vor dem 1. Telekom-Börsengang vom 18.11.1996 im Z-Netz anonym veröffentlicht. | ||
Nicht nur aus Sicht der Börse ist die Kursentwicklung der T-Aktien eine einzige Katastrophe. Denn der niedrige Kurs erschwert es der Telekom, ihre Übernahmeträume in die Tat umzusetzen. Würde BigT Mega-Akquisitionen durch Ausgabe neuer Aktien finanzieren wollen, dann hätte das eine übermässige Verwässerung der bestehenden T-Aktionäre zur Folge.
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Bei der Telekom und im deutschen Telco-Umfeld war insbesondere eine völlig falsche Einschätzung der technischen Möglichkeiten (‚state of the art‘) zu beobachten. So glaubte doch beispielsweise der Siemens-Vorstand Volker Jung um 2001 noch immer, daß Sprache [Telefonie] niemals in angemessener Qualität über das Internet verbreitet werden könne (Spiegel26/2006, Seite 45). Und damit sah dieser typische Bell-Head keine Gefahr für die Com-Branche er setzte weiter auf die bislang für Siemens so lukrative EWSD-Technik zur digitalen Vermittlung von Telefonaten und sich damit in die ‚VoIP-Nesseln‘. Auch in der BigT- Führung saßen (bzw. sitzen noch immer) reichlich solcher alttechnik-geprägten Bell-Heads ohne TCP/IP- Verstand und zu wenig Net-Heads mit Weitblick.
Gut, es gibt eine ganze Reihe weiterer Faktoren. Die Wettbewerbsituation im deutschen Festnetz, der Überhang durch die im Staatsbesitz befindlichen Aktien, die Sättigung im Mobilfunk oder die anstehende und möglicherweise viel zu teure UMTS-Lizenzauktion in den USA. Alle hinlänglich bekannt. Doch aus Anlegersicht kann man sich auch fragen, ob so manche Gigantomanie beim Marketing und Sport- Sponsoring wirklich sein muß noch dazu in Doping- trächtigen Sportarten. Lassen sich da in der T-Zentrale nicht 'ne Menge Verwaltungsposten einsparen? Und auch die Gehälter des T-Vorstandes: Könnten diese nicht viel bescheidener ausfallen?
Gerade auch beim Thema überteurte Großakquisitionen sitzt die Angst der Anleger noch tief. Wer will schon ein erneutes Voicestream- Debakel? Keine Frage, Kosteneinsparungen durch Größenvorteile sind eine gute Sache. Doch als Europas größter Telekom-Konzern ist die Telekom alles andere als klein. Besteht überhaupt eine zwingende Notwendigkeit für aggressive Mega- Übernahmen? Wäre es nicht viel besser, erstmal den Schuldenabbau weiter voranzutreiben? Auch könnte BigT eigene Aktien zurückkaufen, um so den Besitzanteil der Anleger am Konzern Deutsche Telekom zu steigern.
Insgesamt wird eines deutlich: Der T-Aktienkurs wird von vielen Faktoren belastet. Dazu zählt auch mangelndes Vertrauen in das Management. Allzuoft jedenfalls assoziiert man mit der Telekom Expansionsgelüste und teure Gigantomanie statt Bescheidenheit. Man muss sich dann nicht wundern, wenn das die positiven Faktoren (und auch davon gibt es bei der Telekom viele!) übertönt. Mit Fußball [Ed: und Blackstone-Doping] jedenfalls wird die T-Aktie nicht wertvoller...
Mehr zu diesem Thema:
[26.10.1996:
Deutsche Telekom: the good and the bad] (FINANCIAL TIMES)
[20.12.1996:
Mit der T-Aktie ins Glück?] (ALPHA PRESS)
[07.03.1997:
Wenig Glanz, wenig Gloria: Die Telekom-Aktie ist entzaubert] (BERLINER ZEITUNG)
[06.08.1999:
Deadheads, Netheads, Ringheads, Bellheads] (SPIEGEL ONLINE)
BERLIN 26.6.2006 (t-off). Nicht nur hierzulande herrscht derzeit Breitband- Hype. Denn
mit einem breitbandigen Internet-Zugang lassen sich flott größere Datenmengen aus dem Internet
herunterladen. Es ist natürlich eine Frage der monatlichen Festkosten, wieviel Nutzer die
angebotenen Techniken tatsächlich abonnieren. Und hierbei gibt es zwischen den Ländern
erhebliche Unterschiede, wie die unlängst von DSL Prime
publizierten Daten zeigen:
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In den USA und Kanada dominiert hingegen das ‚Cable‘, bei sich verstärkendem DSL-Wettbewerb. In einigen Ländern wie Japan, Island und Südkorea steigen viele Nutzer bereits auf die allerbeste Breitbandlösung die Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) um. Natürlich ist ein solcher Internet- Zugang ‚always-on‘. In Deutschland müssen wir auf solche wegweisende Technik noch verzichten, denn der Marktführer die Deutsche Telekom meint, zunächst erst einmal mit seinem umstrittenen VDSL- Netz per FTTC ‚Pionier‘-Geld machen zu können. Und darin wird sie noch von einer wenig technikkompetenten Bundesregierung bestärkt (Lex Telekom). Offensichtlich habe die regierende Große Koalition wenig Interesse daran, die Arbeitslosigkeit mit wegweisenden Technologien nachhaltig abzubauen, sagen Kritiker.
Der Anteil von 13 % Breitband macht andererseits noch einmal deutlich, welch große Bedeutung dem
Schmalband-Zugang per Internet-by-Call (IbC) in Deutschland noch immer zukommt. Um so mehr
verwundert es, daß sich die deutsche Regulierungsbehörde bei
IbC-Ärgernisssen fast
nie zuständig fühlt. Aber die Bundesregierung
will hier keinen Verbraucherschutz. Es gehe dabei ja nur
um Mini-Beträge, sagte [die völlig ahnungslose] Martina Krogmann von der CDU.
Mehr zum diesem Thema:
[27.08.2004:
High-Speed Internet via TV-Kabelnetz Bleibt Deutschland außen vor?] (t-off)
[21.03.2006:
EU-Kommission stellt Strategie für Breitband-Förderung vor] (DOW JONES)
[12.04.2006:
Island überholt Südkorea in der Breitband-Rangliste der OECD] (DPA)
[17.05.2006:
OECD: Europe jumping ahead] (DSL PRIME)
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