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29.3.2001: Spiegel-Online, 14.57 Uhr (E-Business) von FRANK PATALONG. Siehe: [Original]
BERLIN. Seit nunmehr 3 Tagen sind bis zu 600.000 Strato-Kunden offline, darunter allein 40.000 Shops. Ein weiterer Imageschaden für die Strato AG, den sich das Unternehmen kaum erklären kann: Bis hin zur "Fremdeinwirkung" wollen die Berliner "nichts ausschließen". Die Volksseele kocht, und das seit Tagen. Spätestens seit Dienstag [27.3.2001] sind nach Strato- Angaben rund 1,7 Millionen Domains offline: Wer sich derzeit auf Strato verlässt, ist verlassen.
Neu ist das nicht. Der Berliner Groß- und Billig-Provider kämpft immer mal wieder mit erheblichen technischen Schwierigkeiten. In diesem Fall, sagt Strato, lag es am Strom: In einer " Stellungnahme zur Downtime am 28.03.2001" schrieb die Strato- Pressestelle:
"Am Dienstag, den 27. März 2001 kam es gegen 14:30 Uhr zu einer Netzüberspannung, die zu einem abrupten Shutdown der Speichereinheit geführt hat, so dass ein Zugriff auf die bei der STRATO AG gehosteten Internet- Präsenzen nicht möglich war. (...) Seit Mittwoch, den 28. März 2001, 05:02 Uhr werden die Präsenzen sukzessive und in Gruppen wieder konnektiert."
Das sind gute Nachrichten, gerade aus Sicht der Kunden. Schließlich befinden sich unter den 600.000 Kunden, die Strato nach eigenen Angaben "hostet", zahlreiche Shop- Betreiber. Mit der Frage, wer für Verdienstausfälle aufkommt, wird sich Strato in den nächsten Wochen auseinander setzen müssen, und nicht zum ersten Mal. Pressesprecher Sören Heinze: "Damit muss man immer rechnen. Wir hatten im letzten Jahr rund 50 berechtigte Schadensersatzforderungen, die wir natürlich auch alle bezahlt haben."
Dass die Kunden zur Zeit kochen, kann Heinze nachfühlen. In Foren, über das Telefon und in wütenden Protestbriefen lassen sie derzeit ihren Frust ab. Heinze: "Es gibt Kunden, die berechtigterweise sauer auf uns sind. Aber gerade in den Anti-Strato- Pressuregroups und in den Foren gibt es auch viele, die einfach ihren Geltungsdrang ausleben". Wenn sie nicht sogar "direkten Konkurrenten nahe stehen".
Womit er die neue Architektur meint: Erst in der letzten Woche hatte Strato in einem Brief an die Kunden stolz gemeldet, das Unternehmen sei inzwischen für "das Hosting von über 5.000.000 Domains gerüstet". Und weiter: "Ihre Strato- Domains werden auf einer der modernsten und ausfallsichersten Architekturen verwaltet".
Am Dienstag, sagt Heinze, habe sich in dieser modernen und ausfallsicheren Architektur ein Akku im Storage- System aktiviert, was zu einer Überspannung geführt habe: der Vollkollaps. "Um die Datenkonsistenz" zu gewährleisten, habe das Unternehmen alle Festplatten gescannt und einen vollständigen Reboot des Systems vorgenommen.
Am Mittwoch meldete Strato Vollzug: "Es ist davon auszugehen, dass die Erreichbarkeit aller Präsenzen heute Nachmittag vollständig wiederhergestellt ist". Bereits um 13.30 Uhr am Mittwoch waren angeblich "50 Prozent der Präsenzen wieder online".
Dass der Kollaps möglicherweise auf einen Hackerangriff zurückzuführen sei, wie Heise.de meldete, kann er nicht bestätigen. "Fremdeinwirkung will ich aber nicht ausschließen", und dann könnte es in den nächsten Tagen durchaus zu einer "Anzeige gegen unbekannt" kommen. Immerhin sei der am Dienstag aufgetretene Fehler im System "technisch eigentlich gar nicht möglich".
Ob er damit andeuten wolle, dass sich jemand am System zu schaffen gemacht habe? "Im Augenblick will ich überhaupt nichts ausschließen, weil ich einfach nicht genügend Informationen habe." In einer Hinsicht zumindest ist er sicher: So gut er auch den Frust der Kunden verstehe, Strato treffe mit Sicherheit keine Schuld: "Das alles ist möglicherweise auch eine Frage von Gewährleistungen". Mit Schadensersatzforderungen rechne Strato nun. "Den Kunden", sagt Heinze, "interessiert es nicht, wer hier die Schuld trägt. Er will, dass seine Web-Präsenz läuft, und er will womöglich Schadensersatz für Ausfälle."
"Solche Forderungen", verspricht Heinze, "werden wir dann gegebenenfalls an den- oder diejenigen weiterreichen, die für diesen Schaden einzustehen haben". Strato, da ist er sicher, wird das nicht sein. Außer vielleicht in Form abwandernder Kunden, deren Frust auch er "sehr gut verstehen" kann?
Strato stellt mit Bedacht die "Schuldfrage" in den Mittelpunkt seiner Krisen-PR: Das deutet darauf hin, dass der Berliner Provider den Ausfall in diesem Fall möglicherweise wirklich nicht zu verantworten hat. Dumm daran ist nur, dass so etwas irgendwann niemanden mehr interessiert. Ein Unternehmen, dass sich wiederholt als "Offline- Provider" profiliert, erleidet einen Imageschaden, der sich in Kundenschwund niederschlagen könnte. Denn für die ist entscheidend, um es mit den Worten eines ehemaligen Kanzlers zu sagen, "was hinten rauskommt".
[Strato-GAU: Größter Webhoster Deutschlands
nun seit 4 Tagen offline]
[Strato-GAU: "Wir machen die reinste Hölle durch"]
25.3.2001: DPA
BERLIN/HANNOVER (dpa). Die Telekom liefert allen Langschläfern heute eine gute Entschuldigung. Ausgerechnet ihr Weckservice hat die Umstellung auf die Sommerzeit teilweise verschlafen. "Etliche Menschen sind zu der alten Zeit geweckt worden", sagte eine Mitarbeiterin des Erinnerungs-Service in Berlin auf Anfrage, nachdem es in Hamburg einige Fälle von unfreiwilligen Langschläfern gab.
Telekomsprecher Stephan Broszio bestätigte auf der Computermesse CeBIT in Hannover, dass in verschiedenen Städten manche Anrufe eine Stunde zu spät kamen. "Die meisten waren aber pünktlich." Der Grund für die Verspätung seien technische Probleme bei Computern gewesen, mit denen die Mitarbeiter des Weckdienstes arbeiten. Um welche Probleme es sich handelte, war zunächst noch unklar.
In Europa gilt seit 2 Uhr die Sommerzeit. In Deutschland und allen anderen EU-Mitgliedsländern wurden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Die Sommerzeit endet nach Angaben des Bundesinnenministeriums am 28. Oktober um 3 Uhr, dann werden alle Uhren in der EU wieder um eine Stunde zurückgestellt.
7.3.2001: Yahoo-Finanzen, 16.10 Uhr (Telekommunikation). [Original]
BONN (Reuters). Eine neue Software hat am Mittwochvormittag zu bundesweiten Störungen im Telefonnetz der Deutschen Telekom geführt. Ein Sprecher der Telekom sagte, nach dem Einspielen einer neuen Software in den frühen Morgenstunden habe es dann im überregionalen Netz in den Vormittagsstunden Probleme gegeben. Mit der neuen Software habe es in vorherigen Tests zwar keine Probleme gegeben, unter Last seien dann aber unerwartet Anschlüsse nicht erreichbar gewesen. Nach dem erneuten Wechsel der Software seien die Probleme am Mittag vorbei gewesen, sagte der Sprecher weiter. Grund für den beabsichtigten Austauschs der Software sei die Aktualisierung der Datenverarbeitung gewesen.
30.1.2001: Teltarif.de, Berlin, 16.40 Uhr (Telefonie) von FRANK REBENSTOCK. [Original]
MÜNCHEN (dpa). Ein Fehler in der Vermittlungstechnik der Telekom hat heute bei zahlreichen Haushalten und in Büros im bayerischen Oberland die Telefone zeitweise lahm gelegt. Bei zentralen Taktstellen in Landshut, Rosenheim und Traunstein traten seit dem Morgen Störungen auf, wie ein Sprecher der Telekom in München bestätigte. Die Folge waren "tote" Telefone.
Telekom-Sprecher Waldemar Czauderna erläuterte, die Telefonnetze seien mit Rechnern "gespickt", die dafür sorgten, dass die Systeme untereinander kommunizieren können. Die zentralen Taktstellen, von Czauderna als "Obergurus" bezeichnet, seien dafür zuständig, "dass alle im Gleichschritt marschieren". In diesem technischen Bereich gebe es Störungen, "die aber kein Problem sind", sagte Czauderna.
Der Telekom-Sprecher erklärte weiter, es seien keine Störungsmeldungen in größerem Umfang eingegangen. Die Ausfälle lägen lediglich im Sekundenbereich. Nach Auskunft eines Mitarbeiters beim Telekom-Service in Dortmund waren Telefon-Kunden mit den Vorwahlen 08020 bis 08029 betroffen. Die Zahl der gestörten Anschlüsse wollte der Service-Techniker nicht beziffern.
30.1.2001: Teltarif.de, Berlin, 15.59 Uhr (Telefonie) von FRANK REBENSTOCK. [Original]
BERLIN. Berlin, Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg, Ende 1999: Ein Antiquariat schließt und ein in hellem Holz durchgestylter Laden des City Carriers BerliKomm eröffnet. Monate später ein Face-Lifting des Designs: Nun Stahl und Glas, statt Holz-Ambiente. Nur an potenziellen Kunden mangelt es. Selten ist mehr als ein Interessent im Laden, meist sieht man die Mitarbeiter alleine, gelangweilt den Straßenverkehr beobachtend.
Von außen fällt dem regelmäßigen Beobachter etwas auf, was nachdenklich stimmen sollte: Trotz vieler Mobilfunk-Shops in der Gegend, offeriert der Ortsnetzbetreiber immer mehr Prepaid-Pakete von T-D1, D2 Vodafone und E-Plus. Auch Werbung von Talkline hängt im Schaufenster. Ansonsten Schnurlos-Telefone, Werbe-Aufsteller für Calling-Cards und eine Auswahl an Mobiltelefonen. Für Frau Pfeiffer von der BerliKomm-Pressestelle ist das ein "Zusatzangebot", das nicht mit dem eigentlichen Kerngeschäft kollidiert. Schließlich komme man um Mobilfunk nicht mehr herum. Dass mit dem Verkauf von T-D1-Karten ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom gestärkt wird, der man im Festnetzbereich Kunden abjagen möchte, scheint das Tochterunternehmen der Berlinwasser AG nicht zu stören. Oder versucht man nur, etwas Leben in eine Repräsentanz zu bringen, die aus wirtschaftlichen Erwägungen eigentlich aufgegeben werden müsste?
Attraktiv waren die BerliKomm-Tarife vielleicht beim Marktstart für Privatkunden Ende 1999. Inzwischen gilt das nicht mehr: Zwar sind netzinterne Gespräche nach wie vor gratis und es gibt, je nach Vertragsdauer, unterschiedlich hohe Freistunden-Pakete für Ortsgespräche. 69 Pfennig pro Minute ins europäische Ausland, die USA und Kanada aber sind zu teuer, ebenso die 89 Pfennig pro Minute in die E-Netze, auch wenn sekundengenau abgerechnet wird. Auf den ständigen "Anpassungsdruck" bei den Tarifen, so Frau Pfeiffer, reagiert der City Carrier nur langsam: Seit langem sind günstigere Tarife im Gespräch, aber auch heute konnte uns kein Termin für eine Preissenkung genannt werden. Lediglich die Verbindungspreise zu den D-Netzen wurden gesenkt. Bei den Auslandsgesprächen sind Call-by-Call-Anbieter bis zu 90 Prozent billiger. Aber nach dem Wechsel zu BerliKomm ist Call-by-Call stark eingeschränkt.
Überhaupt ist der Wechsel ein leidiges Problem, über das wir schon eine fünfteilige Serie unter dem Titel Viag-Berlikomm- Odyssee (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5) veröffentlich haben. Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr sind, so wird uns immer wieder mitgeteilt, keine Seltenheit. Wer überdies in einem von der Telekom mit Glasfaser versorgten Gebiet wohnt, kann gar nicht wechseln. Ähnlich wie Arcor muss auch BerliKomm bei der Siemens OPAL-Technik passen. Neukunden rät Frau Pfeiffer, selber bei der Telekom die Anschlussart zu erfragen. Die entsprechende Datenbank der Telekom stünde Mitbewerbern nämlich nicht zur Verfügung. Allerdings habe man inzwischen einen guten Überblick der betreffenden Bereiche und könne zügig Auskunft erteilen.
Für alle, die einen BerliKomm-Anschluss ergattern konnten, war oft die Internet-Flatrate über BerliKomm-interne Verbindungen zu bestimmten Providern ein entscheidendes Argument. Doch ab 1. März ist damit Schluss: Dann nämlich wird eine Verbindungsgebühr von 1 Pfennig pro Minute für die Einwahl bei Internet- Providern erhoben. Eine nicht unwesentliche Preiserhöhung, denn bereits bei einer durchschnittlichen Internet- Nutzung von etwa vier Stunden am Tag ergibt sich monatlich ein Verbindungsentgelt von rund 72 Mark. Die Sonderkündigungen, so Frau Pfeiffer, hätten sich "im erwarteten Rahmen" gehalten. Liest man das in unserem Forum zitierte Schreiben, so könnte man meinen, BerliKomm wolle Privatkunden loswerden: "Sollten Sie an einer außerordentlichen Kündigung interessiert sein, bitten wir Sie, rechtzeitig bis zum 28.02.2001 eine schriftliche Kündigung zur Tarifänderung einzureichen."
Vorige Woche waren Kunden in Mitte und Prenzlauer Berg von Störungen betroffen, von Freitag [26.1.2001] Mittag bis heute waren an den HVT 381 angeschlossene BerliKomm- Leitungen teilweise tot. Angeblich, so Hinweis eines Lesers, beinhalte der Vertrag zwischen BerliKomm und Telekom keine Entstörung an Wochenenden und Feiertagen. Andere Leser sprechen sogar von einem "Glücksspiel", ob das Telefon funktioniert oder nicht. Auf die anhaltenden Störungen angesprochen, konnten uns aber weder Frau Pfeiffer, noch Herr Will von der Pressestelle der Telekom in Berlin bislang Auskunft geben.
Fazit: BerliKomm scheint sein Interesse an Privatkunden verloren zu haben. Wohl nicht umsonst erscheint diese Gruppe auf der Web-Site an letzter Stelle der Rubrik "Sie, unser Kunde". Veraltete und wenig attraktive Preise, die Einführung eines Verbindungsentgelts für die Internet-Zugänge und tote Leitungen sind kein Anreiz für Privatkunden. Und wieder geht ein Gerücht um, wonach in der Hauptstadt ein Carrier von der Telekom abgeklemmt werden soll und dieses Vorgehen, so Original-Zitat unserer Quelle, "die Monopolstellung der Telekom wieder stärken wird". Beim derzeitigen Stand der Information wäre es jedoch reine Spekulation, die technischen Pannen bei BerliKomm mit diesen Leitungsabschaltungen in Verbindung zu bringen.
29.1.2001: Yahoo-News, 15.44 Uhr (HighTech). [Original]
DRESDEN (Reuters). Telefongesellschaften müssen nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden im Streitfall genau belegen, ob auch wirklich Leistungen in Anspruch genommen wurden. Bestreite der Telefonkunde, tatsächlich Gespräche geführt zu haben, müsse die Gesellschaft grundsätzlich die einzelnen Verbindungsdaten vorlegen, heißt es in einer heute veröffentlichen OLG- Entscheidung. Das Unternehmen müsse auch nachweisen, dass der Kunde die entsprechenden Rechnungen überhaupt erhalten habe. (Az: 9 U 2729/00)
Im vorliegenden Fall hatte eine Mobilfunkgesellschaft von einem Kunden rund 14.000 Mark Gebühren gefordert. Der Telefonkunde gab an, den Vertrag bereits 1997 gekündigt und seither auch keine Rechnungen mehr erhalten zu haben. Die Telefongesellschaft erklärte, sie habe die Rechnungen verschickt und jeweils 80 Tage später vertragsgemäß die Verbindungsdaten gelöscht, da der Kunde keine Einwendungen erhoben habe. Das Gericht entschied, auch eine ausbleibende Zahlung sei als stillschweigende Ablehnung zu werten. Voraussetzung für die geltend gemachte Einspruchsfrist sei zudem, dass der Kunde auch Rechnungen erhalten habe. Diesen Nachweis sei die Telefongesellschaft schuldig geblieben. Nach dem Gerichtsbeschluss braucht der beklagte Kunde die Gesprächskosten nicht zahlen.
22.12.2000: Yahoo-News, 12.35 Uhr (HighTech). [Original]
FREIBURG (dpa). Wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung hat das Amtsgericht Freiburg den Betrieb einer Mobilfunksendeanlage verboten. Der zuständige Richter bestätigte einen entsprechenden Bericht der Badischen Zeitung. Das Gericht gab der Klage eines Ehepaars gegen den Vermieter statt, der auf dem Dach des Hauses die Sendeanlage aufstellen wollte. Nach Angaben des Rechtsanwalts der Kläger soll es sich um ein bundesweit einmaliges Urteil handeln. Es ist noch nicht rechtskräftig.
19.12.2000: Der Tagesspiegel, Berlin, Seite 32 (Aus aller Welt).
MÜNCHEN (ddp). Der Internet-Dienst T-Online der Deutschen Telekom ist seit Sonnabend [16.12.2000] extrem beeinträchtigt. Wie die Computer- Zeitschrift Internet World in ihrer Online-Ausgabe gestern mitteilte, ist der FTP- Server gestört. Deshalb hätten T-Online- Kunden ihre Homepage am Wochenende nicht mehr aktualisieren können. Von der Panne sind offenbar sowohl Privat- als auch Geschäftskunden betroffen [Ed: die T-Online- Aktie erreichte gestern ein neues Rekordtief von 14,50 Euro].
18.12.2000: Heise-Newsticker, 18.09 Uhr (Telefon). [Original]
HANNOVER (je/c't). Die meisten Kunden von Viag Interkom sind seit dem Nachmittag des heutigen Montag vom Mobilfunknetz abgeschnitten. Den Handys gelingt offenbar auf Grund einer Netzstörung weder das Einbuchen ins Viag-Netz noch das Roaming ins Netz von T-D1. Viag Interkom bestätigt nur bundesweite Netzprobleme, macht aber zu Ursache und Dauer bislang keine Angaben, da selbst die Störungsstelle nicht erreichbar sei. Auch von den Pressesprechern des Unternehmens war mangels Erreichbarkeit per Handy keine Stellungnahme zu bekommen.
11.12.2000: Onlinekosten.de, 13.48 Uhr (Internet).
BERLIN (tma). Der Anbieter BerliKomm berechnet ab 1. März 2001 eine Gebühr von 1 Pfennig pro Minute bei Online- Verbindungen. Der Grund: Viele Kunden nutzen die kostenlosen Ortsgespräche der Firma, um einen pauschalen Internet- Zugang über örtliche Provider zu erhalten. Dem möchte BerliKomm nun einen Riegel vorschieben.
Der neue Preis gilt für bestimmte Ortsnetz-Rufnummern lokaler Einwahlknoten. Um welche es sich dabei genau handelt, soll den Kunden noch mitgeteilt werden. [mehr BerliKomm]
10.12.2000: Der Tagesspiegel, Berlin, Seite 22 (Wirtschaft). [Original]
STUTTGART (AFP). Rund ein Fünftel aller Telefonrechnungen kleinerer Anbieter sind nach Schätzung von Abrechnungsexperten falsch. Im Gegensatz zu großen Unternehmen wie der Deutschen Telekom hätten viele mittelständische Telefonanbieter mittlerweile den Überblick über ihre Tarifsysteme verloren, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Informationssysteme Orbit den Stuttgarter Nachrichten. Einschließlich der Providerverträge und individuellen Vereinbarungen gebe es rund 150.000 Wahlmöglichkeiten in Deutschland.
Nicht selten werde bei der Gebührenberechnung dann der falsche Tarif zugrunde gelegt. Auch können laut Orbit die Abrechnungssysteme während eines Gesprächs den Übergang von einem Tarif zum anderen nicht erfassen. Die Leidtragenden seien aber nicht allein die Kunden: "Viele Anbieter verschenken Millionenbeträge, weil sie sich zu ihren Ungunsten verrechnen", sagte der Sprecher.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hielt den Stuttgarter Nachrichten zufolge die Fehlerquote von 20 % zwar für zu hoch gegriffen, ging aber dennoch davon aus, dass zahlreiche Telefonrechnungen falsch seien. Kunden sollten ihre Rechnungen genau prüfen. Jede Verbindung müsse detailliert mit Datum und Dauer aufgelistet sein. Dabei sei vor allem auf Mobilfunkverbindungen zu achten und darauf, ob die Gesellschaft den jeweiligen Wunschtarif berücksichtigt habe. Wer mit seiner Rechnung nicht einverstanden sei, müsse sich grundsätzlich an seinen Anbieter wenden.
20.11.2000: Yahoo-News, 12.08 Uhr (HighTech). [Original]
DÜSSELDORF (ots). Seit dem 15.11.00 müssen alle Call-by-Call- Anbieter den Telefon- Zusatzdienst "AOC Essential" anbieten. Hierzu senden alle Carrier zusammen mit den Gesprächsdaten ein Taktsignal aus, durch das der Verbindungspreis auf dem Display des Telefons erscheint. 01051 Telecom hat inzwischen bei der Regulierungsbehörde gegen den vom AKNN ersonnenen Dienst Beschwerde eingelegt. Eine Flut von Anfragen bei der 01051-Servicehotline hatte gezeigt, dass AOC ("Advice of Charge") erhebliche Mängel hat.
Die Deutsche Telekom, die das Signal an die Call-by-Call-Kunden weiterleitet, ist zwar in der Lage, die Taktung an die Zeiteinheiten der einzelnen Anbieter anzupassen, doch die Anzeige des konkret angefallenen Verbindungsentgelts erfolgt in den DTAG- üblichen 12-Pf- Schritten. Wer 10 Minuten über 01051 telefoniert, bekommt nicht die 70 Pf (Festnetztarif Deutschland) angezeigt, die er bezahlt, sondern die 1,20 DM, die bei 10 Telekom-Takten fällig wären.
Trotzdem lässt 01051 nicht die Ohren hängen. Firmenchef Wolff: "Wir und unsere Kunden sind dem Verwirrspiel der Telekom leider ausgeliefert, aber wir haben uns schon einen neuen Service als Gegenmittel ausgedacht." Damit sich 01051-Telefonierer nämlich immer sicher sind, wie wenig sie wirklich bezahlen, geben die Düsseldorfer jetzt nach jedem Gespräch per Ansage das komplette Verbindungsentgelt an. Sobald der Partner aufgelegt hat, ertönt nun: "Dieses Gespräch kostete soundso viel Pfennig."
6.11.2000: Heise-Newsticker, 18.38 Uhr (Internet). [Original]
MÜNCHEN (hob/c't). Auf ihrer heutigen Pressekonferenz anlässlich der Systems 2000 bestätigte die Telekom erstmals Probleme mit T-DSL. Sowohl beim Neuanschluss von DSL-Privatkunden als auch bei der Hardware in den Vermittlungsstellen liegt offensichtlich einiges im Argen. Zwar nimmt die Telekom jeden Auftrag entgegen, muss die Interessenten aber teilweise bis ins zweite Quartal 2001 vertrösten.
Telekom-Vertriebsvorstand Josef Brauner schiebt den Zulieferern den schwarzen Peter zu: "Ohne die Lieferengpässe der Zulieferindustrie, die unseren Hardware- Bedarf nicht rasch genug befriedigen kann, und ohne die auftretenden technischen Probleme hätten wir aus dem Stand 600.000 bis 800.000 Anschlüsse absetzen können." Derzeit hätten sich 300.000 Kunden für T-DSL angemeldet; die Telekom frage zurzeit allein 40 Prozent aller am europäischen Markt verfügbaren DSL- Hardware nach.
Trotz der recht offensiven T-DSL-Werbekampagne meinte Telekom- Vertriebsvorstand Josef Brauner, man habe "die enorme Nachfrage ohne großen Marketingaufwand erzeugt". Gegenüber heise online erklärte Unternehmenssprecher Wilfried Seibel, die Telekom habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass "der T-DSL- Rollout von vornherein so angelegt" war, dass es zu Wartenzeiten kommen könne.
Brauner hob hervor, dass die Telekom trotz Mobilfunk-Boom und UMTS-Hype weiterhin weiter intensiv in das breitbandige Festnetz investieren wolle. Das Festnetz sei nach wie vor das Rückgrat der Telekommunikations-Industrie. Von ihm gingen die entscheidenden Impulse für multimediale Internet-Inhalte aus.
30.10.2000: Yahoo-News, 16.12 Uhr (HighTech).
HAMBURG (vwd). Auf Grund von Lieferengpässen auf dem Chipmarkt kann die Deutsche Telekom AG, Bonn, monatlich bis zu 150.000 ISDN- Neuanschlüsse nicht freischalten. Das bestätigte die Telekom der Online- Ausgabe der Financial Times Deutschland (FTD 30. Oktober 2000). Seit September seien keine NTBA- Boxen mehr ausgeliefert worden, sagte ein Sprecher. Ohne diese Geräte könne der Kunde seinen ISDN- Anschluss nicht nutzen.
Die Nachfrage nach der digitalen Telefonverbindung sei in der letzten Zeit stark gestiegen. Im vergangenen Jahr seien es noch 20.000 monatlich gewesen. Derzeit verzeichneder Bonner Konzern pro Monat 140.000 bis 150.000 ISDN- Neuanmeldungen. Größere Umsatzausfälle infolge der verzögerten Netzanschlüsse befürchteder Konzern nicht. Die meisten ISDN- Neuverträge seien mit Kunden geschlossen worden, die bisher einen analogen Anschluss hätten. "Die wenigen, die neu anfangen, machen den Kohl nicht fett", sagte der Sprecher.
30.10.2000: Heise-Newsticker, 14.21 Uhr (Telefon). [Original]
HANNOVER (dz/c't). Mit einem neuen Trick mißbrauchen Unbekannte die Idee der O190er Service-Nummer. Die Betrüger besprechen computerunterstützt Anrufbeantworter im gesamten Bundesgebiet mit der scheinbar harmlosen Bitte um Rückruf, so die Information des Radiosenders SWR 3. Das Muster ist immer gleich und lautet etwa: "Hallo, ich bin's, ruf mich doch mal zurück, meine Nummer lautet 019 äh 08 ..., bis dann, tschüss". Sobald der Angerufene der Bitte entspricht und die angegebene Nummer anruft keine 019er sondern wie es sich beim genauen Hinsehen herausstellt eine 0190er der teuersten Kategorie , zahlt er 3 Mark 63 pro Minute.
Es wird vermutet, dass die Trickbetrüger über Telefon-CDs an die Telefondaten herangekommen sind und bevorzugt abends Ihre Rückrufbitte aufsprechen. In erster Linie sind Firmen und Organisationen oder Teilnehmer mit Faxanschluss betroffen, weil hier die Nutzung von Anrufbeantwortern besonders wahrscheinlich ist. Dabei wurden verschiedene 0190er Anschlüsse von den Trickbetrügern verwendet, vermutlich handelt es sich aber jeweils um denselben Sprecher.
Der zuständige Netzbetreiber DTMS, bei dem die Service-Nummern geschaltet wurden, hat die angegebenen Nummern nun sperren lassen. Es ist nicht erlaubt, 0190er Nummern ohne gleichzeitige Gebührenangabe als reine Rückrufnummern zu verwenden. Wie SWR 3 herausfand, wurden die Nummern mit großer Wahrscheinlichkeit von der Limburger Firma "B und P Internet- Dienstleistungen" betrieben, welche jedoch weder im Telefonbuch verzeichnet, noch zur Zeit über ihre Geheimnummer zu erreichen ist. Wie es heißt lägen der Limburger Polizei bereits mehrere Anzeigen vor, da B und P vermutlich auch bei weiteren Netzbetreibern Nummern mietete um das Risiko zu streuen.
30.10.2000: Der Spiegel 44/2000, Seite 92 (Deutschland).
HAMBURG. Wer zwischen die Mühlen der Telefonanbieter gerät, hat schlechte Karten. Eine Unternehmerin saß 3 Monate ohne Fernsprecher da. [mehr]
28.10.2000: Yahoo-News, 20.44 Uhr (HighTech!!!). [Original]
BONN 26. Okt (Reuters). Die oberste deutsche Datenschutzbehörde sieht beim Verkauf von Telefon-Kundendaten [t-off dokumentierte] der Deutschen Telekom Probleme. Der für die Telekommunikation zuständige Sprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Büttgen, sagte am Donnerstag [26.10.2000] auf Anfrage in Bonn, das Verfahren sei als "heikel" einzuschätzen. Es gebe bei der Telekom Software- Probleme, was dazu führe, dass beim Verkauf von Kundendaten auch jene Kundendaten übermittelt würden, die von den Kunden nur teilweise zur Veröffentlichung freigegeben worden seien [Ed: das kann doch nicht wahr sein]. Die Käufer der Daten würden zwar von der Telekom vertraglich zur Beachtung der Kundenwünsche verpflichtet, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Daten dennoch veröffentlicht würden.
Damit reagierte der Sprecher auf einen Bericht eines Internet-Magazins, wonach die Telekom persönliche Kundendaten wie Telefonnummern und Anschriften von Telefon-Kunden entgegen den Wünschen sicherheitsgefährdeter Personen an jedermann weiterverkauft. Das Internet- Magazin Thema1 hatte bereits Ende vergangener Woche unter Verweis auf eigenen Recherchen berichtet, die Telekom verkaufe bis zu 37 Millionen Kundeneinträge, obwohl nur 34 Millionen Einträge freigegeben seien. Am Donnerstag ergänzte das Magazin seinen Bericht im Internet unter anderem mit einem Gerichtsbeschluss, der das Verbot einer Veröffentlichung der Daten belegen soll. Zudem veröffentlichte das Magazin eine Stellungnahme der Telekom an einen Anwalt, in der das Unternehmen angeblich die Weitergabe geheimer Daten einer schutzwürdigen Person bestätigt hat.
Der Behördensprecher sagte, man sei im Jahresverlauf über mögliche Probleme bei der Weitergabe von Kundendaten angesprochen worden und habe darauf die Telekom kontaktiert. Das Unternehmen habe Software- Probleme eingeräumt. Danach werden die Kundendaten nicht selektiert, so dass die Käufer der Kundendaten den kompletten Datensatz bekämen, einschließlich von Daten, die bestimmten Einschränkungen bei der Veröffentlichung unterlägen. So würde Hersteller von Telefon-Auskunfts- CDs auch jene Kundendaten mitgeliefert bekommen, die nicht in elektronischen Medien erscheinen sollen. Die Telekom habe mitgeteilt, dass die Umstellung der Software, die die Selektion der Daten vor Verkauf besorgen soll, aufwendig sei [Ed: Quatsch!]. "Für eine gewisse Zeit ist dies zu tolerieren", sagte Büttgen.
Als "heikel" sieht die Behörde das derzeitige Verfahren deshalb an, da nicht auszuschließen sei, dass die Käufer der Verpflichtung zur Beachtung der Veröffentlichungseinschränkungen nicht nachkämen. Die Telekom habe eine besondere Sorgfaltspflicht, um zu verhindern, dass Daten entgegen den Vorgaben der Kunden veröffentlicht würden. Dem Sprecher sind aber derzeit keine derartigen Fälle bekannt.
Der von dem Internet-Magazin zitierte Fall, wonach die Kundendaten eines ehemaligen Geheimagenten, der als Schutzperson eingestuft sei, weitergeben worden seien, ist der Bundesbehörde nach Angaben des Sprechers nicht bekannt. "Dass Geheimnummer weitergegeben werden kann nicht passieren", sagte Büttgen. Derartige Kundendaten seien nicht in den Telekom-Verzeichnissen vorhanden. Deutsche-Telekom-Sprecher Stephan Broszio sagte am Donnerstag auf Anfrage in Bonn zu dem Bericht des Internet-Magazins, man habe die Käufer der Kundendaten vertraglich verpflichtet, Sperrvermerke bei der Veröffentlichung zu beachten. Die Pflicht zur Einhaltung obliege den Käufern der Daten, nicht der Telekom. Broszio sagte weiter, ob und wieviele Verstöße es dagegen gegeben habe, könne er nicht sagen.
Richtig ist nach Angaben des Sprechers, dass bis zu 37 Millionen Kundendaten von der Telekom geliefert würden, in denen jene Daten markiert seien, deren Veröffentlichung in der einen oder anderen Form nicht vom Kunden gewünscht werde. So könne jeder Kunde beispielsweise wählen, ob alle seine Kundendaten elektronisch oder nur in gedruckter Form veröffentlicht werden sollen oder ob Auskunftsdienste die Telefonnummer mit oder ohne Adresse herausgeben dürften. Vom kommenden Jahr an werde man die Daten nur noch selektiert verkaufen. [Kommentar]
28.10.2000: Berliner Morgenpost, Seite ?? (Wirtschaft) von JAN JURCZYK. [Original]
BERLIN. Noch vor einigen Jahren glaubten Datenschützer der wachsenden Flut von Werbesendungen Herr werden zu können. Damals erregten übervolle Briefkästen den Zorn der Bürger. Immerhin war die Weitergabe der Daten noch halbwegs überschaubar. Und dennoch sollte die «Robinson-Liste» genervten Verbrauchern einen Weg aus der Werbeflut weisen.
Seither hat sich viel geändert. Fast überall hinterlassen Nutzer neudeutsch: User heutzutage Datenspuren. Als Problem erweist sich dabei weniger das Szenario vom «Big Brother», vom «großen Bruder», der alles kontrollieren kann. Viel mehr Schwierigkeiten bereitet heute das «Big Money», die vielfältigen Einnahmemöglichkeiten, die der Datenhandel bietet. Wer dabei als mündiger Verbraucher meint, mit einer Unterschrift verlässlich steuern zu können, welche Daten weitergegeben werden, der irrt allerdings. Die Praxis der Telekom zeigt beispielhaft, dass manchen Unternehmen die Unterschrift des Kunden herzlich wenig wert ist. Es ist daher höchste Zeit, seine Rechte zu stärken.
28.10.2000: Kölner Stadt-Anzeiger, Seite ?? (Wirtschaft) von EVELYN BINDER. [Original]
KÖLN. Auf die Deutsche Telekom ist Hanna D. nicht gut zu sprechen. Der ehemalige Monopolist hat der Sozialhilfeempfängerin zwar gerade erst den Sozialtarif verlängert, doch seither muss die Wenigtelefoniererin aus dem Bergischen wesentlich mehr bezahlen als vorher: Statt eines ermäßigten monatlichen Grundpreises von 9,08 DM werden nun 24,81 DM allein für den T-Net-Anschluss fällig. Dafür werden die einzelnen Telefongespräche über Freiminuten verbilligt: Für 15,74 DM kann sie nunmehr auf Kosten der Telekom telefonieren was darüber hinausgeht, muss sie natürlich selbst bezahlen.
Das Guthaben abtelefonieren kann sie aber nur dann, wenn sie all ihre Gespräche über die Telekom führt. Will sie über einen Call-by-Call-Anbieter außerhalb des Ortsnetzes billiger telefonieren, so kann sie die Freiminuten für diese Gespräche nicht nutzen was ihre Telefonrechnung deutlich verteuert hat.
Die Deutsche Telekom findet das in Ordnung: Der Sozialtarif sei schließlich eine freiwillige Leistung des Konzerns. Und die Telekom entscheide natürlich selbst, zu welchen Konditionen sie ihn gewähre. Nutzen können ihn all jene, die auf Grund ihrer finanziellen Verhältnisse von der Rundfunkgebührenpflicht befreit sind, sowie Bafög- Empfänger. Blinde, Gehörlose oder Sprachbehinderte (Grad der Behinderung: mindestens 90 Prozent) bekommen im Sozialtarif ein höheres Guthaben von 19,78 DM monatlich. 1999 nutzten nach Telekom- Angaben insgesamt 1,8 Millionen Menschen in Deutschland das Angebot. Den Konzern habe dies rund 300 Millionen DM gekostet.
Eingeführt, so Telekom-Sprecher Peter Kespohl, wurde der Tarif im Dezember 1999 genau aus dem Grund, den Hanna D. nun beklagt: "Wir haben festgestellt, dass sehr viele Kunden, die in den Genuss der Vergünstigungen kamen, über Call-by-Call telefoniert haben. Der Sozialtarif aber ist eine Ermäßigung der Telekom und soll auch nur für Telekom- Gespräche angerechnet werden. Die Call-by-Call- Anbieter gewähren keine Vergünstigungen." Mit anderen Worten: Wenn die Telekom ihre Konkurrenten schon erdulden muss, dann will sie sie nicht auch noch subventionieren.
Nach und nach laufen nun die alten Verträge, die eine maximale Laufzeit von drei Jahren hatten, aus, und die Bedürftigen müssen den neuen Konditionen zustimmen, wenn sie überhaupt noch in den Genuss des Sozialtarifs kommen wollen. Dass viele Menschen nun mehr bezahlen müssen, sieht die Telekom nicht: "Die Höhe der neuen Vergünstigung hat sich ja nicht geändert", sagt Kespohl. Schließlich ergebe sich aus der Differenz zwischen der alten und der neuen Monatsgebühr genau der Betrag, der nun für das Gesprächsguthaben vorgesehen sei.
Doch für Menschen, die wenig telefonieren und den Anschluss nur brauchen, um im Notfall den Draht nach draußen zu behalten, hat sich die Lage sehr wohl verschlechtert. Zudem drängt sich der Verdacht auf, dass die Telekom durch die Änderung einiges sparen möchte: Wer in den Genuss der vollen Vergünstigung kommen will, muss schließlich erst einmal für 15,74 DM über die Telekom telefonieren. Wird der Betrag nicht abtelefoniert, verfällt er.
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